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  #51  
Alt 09.06.2007, 02:22
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Mike Denton Mike Denton ist offline
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Hat heute doch noch geklappt mit dem Stück an dem ich grad schreib. hoffe es gefällt euch auch!

Deus Ex - Träume Teil 3

Während J.C. in seinen Träumen versank und von Ihr träumte, saß ein anderer Mann zur gleichen Zeit an einer anderen Stelle in dieser Stadt.
Er war in eine Textdatei vertieft, die er auf dem Bidlschirm seines Laptops betrachtete. Es waren Informationen, die ihm einen enormen Vorsprung verschaffen würden vor seinen Widersachern, die Frage war nur, wo seine Widersacher überall lauerten. In den Reihen der UNATCO auf jeden Fall. Auf Seiten seiner geschäftlichen Konkurrenten? Bestimmt. In den eigenen Reihen? Vielleicht. In seiner unmittelbaren Umgebung, sprich der Fühurngsriege der Zelle? Eher unwahrscheinlich. Seine persönlichen Vertrauten? Wohl kaum.
Sei’s drum, sich jetzt den Kopf zu zerbrechen brachte sowieso nichts. Er würde die Lage später erörtern, spätestens wenn er seinen Plan den Truppen unterbreiten würde, zeigten sich die wahren Verbündeten. Wenn er dann richtig aussortierte, würde sein Plan wie geschmiert laufen, zusammen mit diesen Informationen.
Doch etwas machte ihm noch zu schaffen. Ein Mann, der ihm gefährlich werden könnte, der vermutlich zu viel über ihn wusste und dadurch seine Schritte eventuell vorausahnen könnte. Der Kerl war schlau und gerissen, doch das war er selbst auch. Er war gerissener als viele seiner Freunde, seiner Kollegen und seiner Gegner, daher hatte er viele von ihnen überlebt.
Er überlegte noch eine Weile, bis er die Möglichkeiten gegeneinander abgewogen hatte. Schließlich entschied er sich für die, aus seiner Sicht, vernünftigste Lösung: Er würde den Mann der ihm gefährlich werden könnte, höchstwahrscheinlich gefährlich werden würde, töten. Ja, Paul Denton musste sterben, wie wusste er zwar noch nicht, aber ihm würde etwas einfallen, oh ja, ganz sicher.
Er stand auf und klappte den Laptop zu. Er sah in den Spiegel, der an der Wand hing, richtete sich kurz mit beiden Händen die etwas mehr als schulterlangen schwarzen Haare und streifte die Lederjacke über. Jo Jo Fine, Leiter einer der NSF – Zellen in New York, hatte heute noch einiges zu tun, und er wollte sogleich damit beginnen.

Er hörte es, und ihn überkam ein Dejavu. Das gleiche Geräusch hatte ihn bereits am Vortag aus dem Schlaf gerissen, und genau wie am Vortag spielte J.C. mit dem Gedanken, dass verdammte 2500.- Credits teure Handy mit voller Wucht an die Wand zu schmettern. Doch er beließ es wie zuvor schon bei dem Gedanken und nahm den Anruf entgegen.
„Agent J.C. Denton.“ meldete sich J.C. einigermaßen professionell.
„Hey J.C., sorry dass ich dich störe, aber es ist wichtig.“
„Dacht ich mir, Bruderherz. Ansonsten würdest du mir nicht zum zweiten Mal in Folge meinen freien Tag versauen.“
„J.C., sorry, aber eigentlich wäre ja nur gestern dein regulärer freier Tag gewesen, heute hat dir Manderley ja außerplanmäßig freigegeben, also ist heute genau genommen gar nicht dein freier Tag.“
„Lass die Spitzfindigkeiten und komm zur Sache Paul.“ Das klang barscher als beabsichtigt.
„Ich bräuchte deine Hilfe, J.C. Heute Abend haben wir einiges in New York zu tun.“
„Wir haben immer was in New York zu tun, geht’s auch n bisschen präziser?“
„Tut mir echt leid, J.C., aber die Informationen kommen, wie sie wollen. Ich weiß nur, dass irgendwas laufen soll, was Größeres wohl. Deshalb wollte ich wissen, ob ich mit dir rechnen kann?“
„Das weißt du doch, wenns sein muss, bin ich dabei.“
„Danke J.C., du hast was gut bei mir. Kannst du dich fertig machen bis... sagen wir, in vier Stunden?“
„OK, bis dann in der UNATCO.“
„OK, dank dir J.C.“
Er legte auf. Gut, noch ein paar Stunden zum entspannen, dann fertig machen und wieder los, na toll! Aber J.C. hatte es irgendwie schon geahnt, zur Zeit war alles irgendwie aus den Fugen geraten, was viel Arbeit für Ordnungsdienste wie die UNATCO bedeutete.
J.C. sah auf seinen Wecker, erstaunlich, er hatte doch noch über 6 Stunden geschlafen, nachdem er nach etwa 4 Stunden aufgeschreckt war. Und diesmal ohne jeglichen Alptraum, zumindest keinen, an den sich J.C. erinnerte. Er erinnerte sich an einen Traum, oder besser gesagt an einen mehrteiligen Traum. Er und Sie. Sie...
Nun war die Sehnsucht wieder da, wie er es sich gedacht hatte, aber es war ok, ja das war es. Die Zeit die er damals mit Ihr verleben durfte, seine und Ihre Zeit, es war die schönste Zeit seines Lebens, da war er sich sicher.
Er blieb noch einige Minuten in der Dukelheit auf dem Bett sitzen, ehe er zum Fenster ging und den Knopf betätigte, der die metallischen Rollläden geräuschlos öffnete. Er sah durch das kugelsichere Glas auf das Wasser des Sees.
Er sah vielleicht eine viertel Stunde aus dem Fenster, vielleicht auch eine halbe Stunde. Als er sich abwandte und in die Küche ging um eine Kleinigkeit zu essen, schob er die Gedanken an Sie doch beiseite, sonst würde er sich nicht auf seine Arbeit konzentrieren können. Ein kurzer Gedanke blitzte noch einmal auf: Du fehlst mir so sehr, Julie...

Ende des Kapitels "Träume"

Geändert von Mike Denton (02.07.2007 um 02:23 Uhr).
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  #52  
Alt 12.06.2007, 09:59
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Doschtle Doschtle ist offline
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Erster Teil ist fertig, viel Spaß beim Lesen

DEUS EX INVISIBLE WAR
Maco Ballistics Teil 1

Das Wetter hatte umgeschlagen, ein kühler Wind war aufgekommen und blies loses Laub und Staub über den Innenhof. Ava war längst wieder verschwunden, um nicht unnötig Aufmerksamkeit zu erregen und Alex dadurch möglicherweise in Gefahr zu bringen.
Aufmerksam sah sich Alex um. Neben einigen Kisten entdeckte er einen Lüftungsschacht, durch den er problemlos kriechen konnte, doch ein metallisch rasselndes, tippelndes Geräusch ließ ihn einen Moment zögern. Er kannte dieses Geräusch nur zu gut: ein Spiderbot! Ein kurzer Blick auf sein Inventar zeigte ihm, dass er nur noch drei EMP-Granaten besaß und er hatte keinerlei Ahnung, was ihn im Innern des Gebäudes noch alles erwarten würde. Vielleicht gab es ja noch einen anderen Weg, den er nehmen konnte. Die Tür am anderen Ende des Innenhofes war ihm natürlich sofort aufgefallen, doch eine innere Stimme warnte ihn davor, sie zu öffnen. Trotzdem schlich er leise darauf zu, drückte sich eng an die Wand und betätigte den Öffnungsmechanismus. Mit einem leisen Zischen glitt die Tür zur Seite und gab den Blick frei auf eine Art Abstellkammer in die jemand riesige Kisten gestellt hatte. Nach einem weiteren prüfenden Blick entdeckte er auf der anderen Seite eine zweite Türe. Vorsichtig öffnete er auch diese und ging gerade noch rechtzeitig hinter den Kisten in Deckung, als eine SSC-Patrouille nur wenige Meter vor ihm vorbei ging. Und obwohl sich der Uniformierte kurz irritiert nach der sich öffnenden Türe umsah, hatte er Alex nicht gesehen.
Der Bionic atmete einen Augenblick erleichtert auf und hielt im nächsten Moment auch schon wieder die Luft an. Ein HS-66 Aufklärungsbot patrouillierte ebenfalls auf dem Vorhof vor dem Haupteingang!
Noch einmal griff Alex nach einer EMP-Granate und wartete geduldig, bis sich der Bot auf Wurfweite genähert hatte, dann schleuderte er die Granate zielsicher auf den HS-66 zu! Sofort detonierte sie und legte den Bot lahm. Das blieb natürlich nicht unentdeckt! Binnen weniger Sekunden eilten aus verschiedenen Richtungen vier SSC-Soldaten auf den defekten Bot zu und waren sich bald einig, dass dieser wohl nicht aufgrund Materialermüdung zusammengebrochen war, sondern dass hier eindeutig Fremdeinwirkung im Spiel gewesen sein musste! Die Alarmstufe wurde sofort auf gelb gesetzt und ab diesem Zeitpunkt würde es für Alex doppelt so schwierig werden, unentdeckt in das Gebäude der Mako-Ballistics zu gelangen!
Und obwohl die Soldaten in diesem Moment in Alarmbereitschaft waren, waren sie doch durch den Ausfall des HS-66 einen Moment abgelenkt, den Alex unbedingt nutzen musste. So schnell und gleichzeitig so leise wie möglich, schlich er an der Wand entlang auf den Haupteingang zu. Nur noch wenige Meter trennten ihn vor den automatischen Türen, als einer der Soldaten auf ein Geräusch aufmerksam wurde, dass zwar nicht Alex verursacht hatte, das ihn aber trotz alledem in ernsthafte Schwierigkeiten bringen konnte, würde er sich nicht schnellstens ein Versteck suchen!
Der Wachmann kam näher und obwohl die Dämmerung bereits eingesetzt hatte, gelang es Alex bei Weitem nicht genug, mit den Schatten zu verschmelzen.
„Komm raus, ich habe dich gehört!“ rief der Soldat in seine Richtung und versuchte offenbar etwas mehr zu erkennen, denn er streckte unbewusst seinen Kopf nach vorne, während er nach seiner Waffe griff.
Alex hielt die Luft an und ertastete seinen Bolzenwerfer am Gürtel. Vorsichtig zog er ihn heraus, entsicherte ihn und hielt auf den Soldaten an. Noch bevor dieser ihn wirklich entdeckte, drückte Alex ab und jagte dem Mann einen Betäubungspfeil in den Hals! Der Soldat ließ augenblicklich seine Waffe fallen, griff sich an den Hals, riß den Pfeil heraus, schwankte und fiel dann auf die Knie. Seinen Mund hatte er weit aufgerissen, doch einen Ton brachte er nicht heraus. Offenbar hatte ihm der Pfeil seine Stimmbänder betäubt, so dass er noch nicht einmal um Hilfe rufen konnte. Langsam begann das Betäubungsmittel zu wirken und der Soldat wankte erneut, bevor er ächzend nach vorne kippte.
Nervös blickte sich Alex um, doch von den anderen Soldaten hatte wohl niemand den Zwischenfall bemerkt. Vorsichtig zog er den Mann hinter einen der breiten Stützbalken seitlich des Haupteingangs, entwaffnete ihn und steckte dessen Munition ein. Für die MP des Mannes hatte er keinerlei Verwendung, da er bereits selber eine besaß und ließ sie auf dem glatten Boden an der Wand entlang ins Dunkel schlittern. Noch einmal prüfte er die Positionen der übrigen Wachleute und schlich dann, als die Luft rein war, gebückt weiter auf den Haupteingang zu. Problemlos gelangte er kurz darauf ins Innere des Mako-Ballistik-Komplexes.
Auch im Innern des Gebäudes waren SSC-Soldaten pflichtbewusst damit beschäftigt, das Gebäude zu sichern. Eine weitere Türe, mit Glaseinsatz, trennte ihn noch vom eigentlichen Empfangsbereich den er durch diese gut beobachten konnte. Eine einzelne Frau stand hinter einer wuchtigen Theke und führte ein angeregtes Gespräch mit einem der SSC-Soldaten, während dieser hin und wieder an einer Tasse Kaffee nippte.
Die beiden Turteltauben machten Alex nun wirklich keine Sorgen, sehr viel mehr Respekt hatte er vor dem Geschützturm, der unter der Decke einsatzbereit blinkte!
Ein Stück weiter, die kurze Treppe hinauf, entdeckte er zwei weitere Soldaten, die mit unbewegter, ernster Mine grimmig vor sich hin starrten und noch einige Meter dahinter, patrouillierte ein CC-75 Sicherheitsbot, oder auch einfach 'Bulldog' genannt, über den oberen Flur.
'Na, das kann ja heiter werden.' dachte Alex wenig begeistert.
Zu allem Überfluss gab es anscheinend in dem gesamten, von ihm einsehbaren Bereich keine unausgeleuchtete Ecke, keine Türe, durch die er im Ernstfall unbemerkt entkommen konnte und auch sonst kaum eine Möglichkeit, unentdeckt den Eingangsbereich zu durchqueren. Einen Augenblick überlegte er, ob es nicht besser gewesen wäre, sich mit dem Spiderbot im Lüftungsschacht anzulegen, als mitten durch die Höhle des Löwen zu spazieren, als ihm eine, in seinen Augen, unglaubliche Idee kam!
Beinahe geräuschlos schlich er zurück, verließ das Gebäude auf dem selben Weg durch die immer noch geöffnete Türe und tauchte in den Schatten ein, in dem er den bewusstlosen SSC-Soldaten zurückgelassen hatte. Schnell zog er dem Mann die Uniform aus und schlüpfte selber hinein! Auf diese Weise wäre es sicher kein Problem, an den anderen Wachen vorbeizukommen, allerdings hatte er keine Ahnung, wie die FF-Erkennung des Geschützturmes und des CC-75 auf ihn regieren würde.
Alex hängte sich seine MP gut sichtbar über die Schulter, richtete sich kerzengerade auf und lief mit strammen Schritten vor dem Eingangsbereich auf und ab.
„Hey Kyle, alles in Ordnung mit dir?“ rief ihm einer der anderen Soldaten zu und blickte ihn prüfend aus einiger Entfernung an.
Alex machte ein wegwerfende Bewegung und kniff demonstrativ die Beine zusammen, als hätte er ein dringendes Bedürfnis zu erledigen.
„Geh nur, Kyle. Ich mache inzwischen hier alleine mit den anderen weiter, aber beeile dich, du weißt ja, irgendetwas ist hier faul.“ meinte der andere wieder und nickte ihm aufmunternd zu.
„Danke.“ nuschelte Alex undeutlich und beeilte sich, ins Innere des Gebäudes zu kommen.
'Erste Hürde geschafft.' dachte er und betrat vorsichtig, aber selbstsicher den Eingangsbereich. Der Geschützturm blinkte, doch die Waffe blieb ruhig. Zielstrebig steuerte Alex auf den Computerterminal zu, ging kurz davor in die Hocke und tat so, als hätte er etwas verloren, während er seine Neuralschnittstelle aktivierte und den Terminal hackte. Nur wenige Augenblicke später hatte er den Geschützturm stillgelegt und das Beste daran war, es hatte niemand auch nur den geringsten Verdacht geschöpft.
Obwohl sein Gesicht hinter dem Visier kaum zu erkennen war, ging er kein Risiko ein und hielt den Kopf gesenkt, während er den Eingangsbereich durchquerte.
„Kyle? Alles in Ordnung mit dir?“ rief ihm die Frau hinter der Theke nach, doch Alex machte auch in ihre Richtung nur eine wegwerfende Bewegung und beeilte sich, die Treppe hinauf, ohne dabei allerdings den CC-75 aus den Augen zu lassen.
Ratternd, klappernd und quietschend setzte dieser sich in Bewegung, ohne Alex auch nur eines Blickes zu würdigen. Nichts desto trotz vermied es der Bionic, dem Sicherheitsbot direkt vor seinen optischen Sensor zu geraten und setzte seinen Weg fort.
'Irgendwo muss es doch hier zum Waffenlabor gehen.' ging es ihm durch den Kopf und er hielt Ausschau nach entsprechenden Wegweisern oder Beschriftungen neben, bzw. über den Türen, die von diesem Flur abgingen.
Ein weiterer Geschützturm, sowie einige SSC-Soldaten begegneten ihm auf seinem Weg, an denen er allesamt unbehelligt vorbei kam, ohne auch nur die Spur eines Verdachtes auszulösen. 'Da hattest du mal einen richtig guten Einfall, Alex!' lobte er sich selber in Gedanken und erblickte kurz darauf vor sich zwei Wissenschaftler in weißen Kitteln, die sich angeregt unterhielten:
„... werden Sie müssen!“ beendete der Ältere seinen Satz.
„Ja, natürlich, aber hat das nicht noch etwas Zeit?“ hakte der zweite nach.
„Zeit?! Wo sollen wir die denn hernehmen, wir sind ja jetzt schon in Verzug!“ entgegnete der erste wieder aufgebracht. „Sofort, habe ich gesagt, also los jetzt!“
„Gut, ich kümmere mich darum und sage Ihnen gleich Bescheid.“
„Ich warte in meinem Büro.“ verabschiedete sich wieder der Ältere und verschwand in der entgegengesetzten Richtung.
Alex konnte sich nur wundern, in welchem harten Ton der erste mit dem zweiten Wissenschaftler gesprochen hatte. Offenbar waren die beiden nicht gleichgestellt.
Nervös blickte ihm der jüngere Mann in seinem weißen Kittel entgegen. „Was machen sie denn hier? Sollten sie nicht vor der Türe wachen?“
„Ich muss nur eben schnell ins Waffenlabor. Wo finde ich das?“ fragte Alex ganz offen und nahm wie zufällig seine MP von der Schulter, entsicherte sie und richtete ihren Lauf auf den Wissenschaftler.
„Hey, Moment mal! Wer sind sie! Sie sind nicht Kyle Horpers!“
„Richtig erkannt! Wo ist das Waffenlabor?“ wiederholte Alex seine Frage. „Wenn sie versuchen, mich auszutricksen, garantiere ich für gar nichts, verstanden?!“ setzte er drohend hinzu. Er hatte wirklich nicht die Absicht, diesen unbewaffneten Mann zu erschießen, schon allein deshalb nicht, weil das vermutlich eine enorme Aufmerksamkeit erregen würde, aber das brauchte er dem Mann ja nicht zu sagen. Notfalls hatte er auch noch seinen Bolzenwerfer halbwegs griffbereit am Gürtel, der allerdings durch die Uniform gut verdeckt und daher auch etwas schwerer erreichbar war.
„Gut... bitte nicht schießen... ich bringe sie hin.“ erklärte der Mann zögernd ohne Alex' MP aus den Augen zu lassen und deutete den Gang hinunter, in die selbe Richtung, in der sein Kollege kurz zuvor verschwunden war. Dann ging er zögernd voraus, während er sich beinahe ständig umdrehte.
„Gehen sie einfach weiter, als wäre ich nicht da!“ zischte ihm Alex zu und drehte sich auch einmal prüfend um, bevor er dem Mann in einigen Metern Entfernung folgte.
Tatsächlich brachte ihn der Wissenschaftler kurz darauf an eine breite Sicherheitstüre mit der Aufschrift 'Advanced Weapon Development'.
„Öffnen!“ drängte Alex und fuchtelte drohend mit seiner Waffe.
„Das... das kann ich nicht.“ stammelte der Mann und starrte mit ängstlich aufgerissenen Augen auf die MP. „Ich... ich habe den Türcode nicht und auch keine Berechtigungskarte für dieses Labor.“
Prüfend blickte ihn Alex an, kramte umständlich ein Multitool unter der Uniform heraus, ohne den Wissenschaftler dabei aus den Augen zu lassen und knackte das Schloss.
Als sich die Türe zischend öffnete, deutete er in den dahinter liegenden Raum und befahl dem Mann, voraus zu gehen.
„Hier ist es. Nur noch die Leiter hinauf, dann sind sie da.“ erklärte der Mann und schien schon wieder verschwinden zu wollen.
„Nach ihnen.“ sagte Alex ruhig und deutete mit dem Kopf auf die Leiter.
Unschlüssig blickte der Mann auf die immer noch geöffnete Türe, dann auf Alex und griff schließlich nach der Leiter. Als er beinahe oben war, hielt er einen Augenblick inne und spähte zurück.
„Nur keine Dummheiten machen!“ mahnte ihn Alex drohend und kletterte hinter dem Wissenschaftler die Leiter hinauf in die Obere Etage.
Obwohl der Mann kurzfristig den Eindruck gemacht hatte, Alex ins Gesicht treten zu wollen, um dann anschließend zu fliehen, geschah nichts dergleichen. Offenbar hatte er einen riesigen Respekt, oder sogar Angst vor dem Bionic, dass er es nicht wagte, Widerstand zu leisten oder gar zu einem Gegenangriff auszuholen.
Wenige Augenblicke später standen die beiden auf der oberen Etage in einem Gang, der alles andere als danach aussah, zu einem Waffenlabor zu führen.
„Dort vorne ist es.“ erklärte der Wissenschaftler und deutete auf eine weitere automatische Türe. Und tatsächlich, auch über dieser Türe prangte ein Schild mit der Aufschrift 'Advanced Weapon Development'.
„Danke für ihre Hilfsbereitschaft.“ antwortete Alex mit einem Hauch von Ironie und schickte den Mann mit einem gezielten Handkantenschlag ins Reich der Träume. Dann zerrte er den Bewußtlosen hinter eine der herumstehenden Kisten und machte sich auf den Weg in das Waffenlabor, in dem die Mag Rail bereits auf ihn wartete.
__________________
LG
Doschtle
Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin
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  #53  
Alt 02.08.2007, 02:10
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So, es geht weiter, hat ja lange genug gedauert!Hab durch den ganzen Arbeitsstress kaum mehr Zeit gefunden zu schreiben, und zu allem Überfluss hatte auch mein PC für ne Woche den Geist aufgegeben...
Jetzt gehts weiter mit New York!

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 1)

Verlassenes Lagerhaus, irgendwo in Manhattan:
Sie standen in Reih und Glied, so wie sie es in der Ausbildung gelernt hatten, doch hatte ihre derzeitige Betätigung nicht besonders viel mit ihrer Ausbildung zu tun. Das hier war die bittere Realität, und zwar äußerst bitter.
Ihr Anführer, besser gesagt der Gruppenführer, hatte zum Apell geladen. Einsatzbesprechung für den Großeinsatz der heute in New York geplant war. Noch wusste keiner von den Fusssoldaten näheres.
Der Befehlshaber Jo Jo Fine war noch nicht anwesend, doch er würde bald eintreffen. Sein Stellvertreter Johnny war bereits eingetroffen, ebenso einige aus der Führungsetage, die vermutlich längst bescheid wussten. Aber so wars ja schon immer. Diejenigen, die die Drecksarbeit erledigen durften, erfuhren es immer als Letztes. Darüber hinaus mussten sie in dieser versifften, feuchten und baufälligen Halle auf ihren Anführer warten. Der Geruch von Urin und Schimmel tat sein übriges, um das Wohlbefinden und die Motivation der Truppe zu drücken.
Nach einer halben Stunde Wartezeit, die locker als doppelt so lange empfunden wurde, trat er ein, braune Lederstiefel in Cowboy – Style, eine dunkelblaue Jeans, ein dazu unpassendes Hippy – Shirt aus dem vorigen Jahrhundert und zur Krönung eine Lederjacke a la Terminator. Ohne Zweifel, Jo Jo Fine hatte einen tollen Stil.
Seine längeren schwarzen Haare flogen etwas nach hinten, als er sich auf den Bretterhaufen, der eine Bühne darstellen sollte, an der hinteren Wand schwang, wo er seine Ansprache halten würde.

UNATCO – Hauptquartier, auf Liberty Island:
Die Einsatzbesprechung würde gleich beginnen, doch J.C. wollte zuvor noch einmal Reyes aufsuchen. Die Untersuchungen waren zwar abgeschlossen, aber J.C. wollte noch einige Medikits. Er selbst brauchte zwar so gut wie nie das Erste – Hilfe – Set, dank seiner Implantate, jedoch war damit zu rechnen, dass heute Abend in New York auch viele Unschuldige zu schaden kommen würden, und da waren die Medikits entscheidend bei Leben und Tod. Und eventuell musste man auch einen Gegner verarzten, wenn er einem noch etwas erzählen sollte. Doch solche Patienten starben nicht selten nach ihrer Aussage an einer Infektion. Nur war es so, dass man zur derartigen Zeit nicht mehr an einer Infektion sterben musste, zumindest nicht so schnell. J.C. war sich seines Glaubens recht sicher, das Ärtze (odere auch Agenten) einfach eine Spritze aufzogen, sie dann dem Delinquenden an eine unauffällige Körperstelle drückten und eine Überdosis verabreichten.
Reyes begrüßte J.C. wie immer freundlich mit einem kleinen Seitenhieb und war nur zu gerne bereit, ihm einige Medikits mitzugeben.
"Wissen Sie, J.C., Sie sind wirlich eine gute Ausnahme bei den Agents. Vielen muss ich die Medikits nachwerfen, damit sie sie annehmen. Diese Bionics und Mechs glauben, sie wären Gott oder so, bilden sich ein aufgrund Ihrer Implantate unverwundbar zu sein..."
"Keine Sorge Jamie, nach dem gestrigen und heutigen Tag denke ich das ganz bestimmt nicht mehr."

Und nach dem Einsatz in New York würde er das noch weniger glauben...
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Du wirst der sein, der du sein wirst. Wir sind das Ergebnis unserer Entscheidungen.
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  #54  
Alt 07.08.2007, 04:18
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So, der nöchste Teil, hat diesmal nicht so lange gedauert...

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 2)

Die letzten 10 Minuten erlebte er nicht vollkommen bewusst, irgendwie nicht wirklich. Er hatte sich sehr stark konzentriert auf das, was dieser Penner von Jo Jo Fine da von sich gegeben hatte, doch mit jedem Wort dass er aus dem Mund dieses ******kerls hörte, kam ihm das alles hier surreal vor. Was er da hörte, konnte unmöglich war sein! Es war einfach zu absurd, gefährlich und dämlich... Aber da der ganze Mist von Jo Jo Fine kam, konnte es wirklich den Tatsachen entsprechen...
Jimmy Reno drehte sich, nachdem Fine seine Ansprache gehalten hatte, um und ging in einen der Abstellräume in denen Konserven gelagert waren, er musste unbedingt seinen Partner kontaktieren. Jimmy war schon seit 6 Monaten in Fine's NSF - Zelle als Beobachter, oder besser gesagt als Spion. Er hatte bislang einige Verbindungen von Fine zu hiesigen Drogendealern entdeckt, aber da steckte noch mehr dahinter, da war er sich bis heute sehr sicher, und eben hatte es ihm dieser Fine bei seiner Ansprache bestätigt. Jimmy hatte diesen Typen ja schon immer für nicht ganz richtig im Kopf gehalten, aber dass er wirklich so verrückt war... Aber egal, wenn Jimmy die Informationen an seinen Partner weitergeben konnte, würde dieser Jo Jo am Ende des Tages aus dem Verkehr gezogen sein, auf die eine oder andere Art...

J.C. war im Besprechungsraum eingetroffen, wo sich bereits einige UNATCO - Agents und -Troopers eingefunden hatten, auch J.C.'s Freund William Anderson, Paul war nicht anwesend.
"Und William, auch noch kein Feierabend?"
"Tja, J.C., du kennst das ja, ich war zu hause und wollte mich gerade noch mal im Bett umdrehen nachdem der Wecker das erste Mal geklingelt hat und dann klingelt das Handy. Ich habs erst mal auf den Boden geschmissen, aber leider hat der verdammte Teppich den Fall gedämpft."
"Wir hätten was anständiges lernen sollen, dann hätten wir jetzt bessere Jobs."
"Ich wollte immer Barkeeper werden." meinte Will.
"Und ich Koch." erwiderte J.C. mit einem zwinkern.
Mittlerweile hatte sich Manderley eingefunden und betrat das Rednerpult. Er räusperte sich und wollte gerade mit der Lagebesprechung beginnen, als Paul durch die Tür hereingestürzt kam. Er lief nach vorne zu Manderley und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr, dabei übergab er ihm ein PDA. Manderley studierte kurz den Handheld, dann wandte er sich an die versammelten Einsatzteams.
"Meine Damen und Herren, soeben haben wir äußerst wichtige Informationen erhalten!"

Ob ihn schon jemand vermisste? Unwahrscheinlich, aber dennoch nicht unmöglich, er musste sich beeilen... Der Einsatz sollte bald beginnen, und das hieß, dass sie sich mit Waffen eindecken würden, die hier in dem Keller des Lagerhauses gebunkert waren. Waffen, ha! Wenn das eben wirklich simmte, sollten sie das komplette Waffenarsenal der New Yorker NSF - Zellen mitnehmen. Er hatte seine Nachricht geschickt, hoffentlich kam sie auch schnell an. Normalerweise war die Datenübertragung recht schnell, aber man konnte ja nie wissen, wie der Teufel manchmal so spielte...
Gerade als er sich auf den Weg aus dem Vorratsraum begeben wollte, traten zwei der Leibwächter von Jo Jo Fine in die Tür und versperrten ihm den Weg. Er fühlte, wie sich sein Magen zusammenkrampfte und wollte sich umdrehen um durch den Hinterausgang zu flüchten, doch dort standen bereits zwei von Jo Jo Fine's "speziellen" Freunden. Sie hatten allesamt keine Waffen in den Händen, aber sie trugen bestimmt welche, nicht so wie er. Er versuchte die Ruhe zu bewahren, doch das genlang ihm verständlicherweise nicht, da standen vier Typen, die bereit waren ihn fertig zu machen, da man wohl herausbekommen hatte, dass er ein Spitzel war. Sein Blick zeugte von Angst, ebenso seine Körperhaltung.
Nach wenigen Augenblicken trat Jo Jo Fine in den Lagerraum, er sah lächelnd zu Reno.
"Jimmy Jimmy, du hast mich schwer entäuscht... Ich hab dich immer für loyal gehalten."
"Ich war immer loyal, nur nicht einem verrückten ********* wie dir gegenüber!" Diese Worte klangen fester als er sich selbst zugetraut hatte.
Jo Jo's Lächeln erstarb. er trat drei schnelle Schritte auf Reno zu, der aber äußerst schnell reagierte und den Fausthieb der ihm ein paar Zähne gekostet hätte auswich und selbst zuschlug. Fine parierte den Schlag gekonnt und ließ zwei Tritte folgen, die Jimmy beide Kniescheiben prellten. Mit einem schmerzvollen Aufschei fiel Jimmy zu Boden und blieb liegen. Auf ein Zeichen von Fine hin kamen zwei der vier Typen heran und packten Jimmy unter den Armen um ihn halbwegs aufzurichten. Jo Jo lächelte mittlerweile wieder.
"Weißt du, Jimmy, diese Nachricht hier, die war nicht gerade sehr nett..." Fine hatte ein PDA hervorgeholt, auf dem die Nachricht, die Jimmy eben seinem Partner geschickt hatte, stand. 'Nein!' dachte Jimmy , 'Dieser Dreckskerl hat die Nachricht abgefangen...'
"Aber keine Sorge Jimmy, ich hab deinen Freunden eine andere Nachricht zukommen lassen, eine, die mehr in meinem Interesse ist."
Jimmy Reno konnte es nicht fassen. Nicht nur, dass seine Tarnung aufgeflogen und er geschnappt worden war, jetzt hatte dieser dreckige Fine auch noch eine Falle für die konstruiert, die ihm eine Falle stellen sollten... 'Alles umsonst' dachte er verzweifelt, 'Der Teufel hat wirklich mitgespielt...'
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Geändert von Mike Denton (18.09.2007 um 00:24 Uhr).
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  #55  
Alt 08.08.2007, 03:14
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Ging diesmal ziemlich schnell der nächste Teil, wird aber wohl nicht immer so schnell gehen in Zukunft

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 3)

Die Einsatzbesprechung hatte einige interessante Neuigkeiten gebracht, hauptsächlich durch die Informationen die Paul von einem seiner Informanten erhalten hatte.
Dieser Jo Jo Fine hatte offenbar vor, einige Banken um ihre Goldreserven zu erleichtern. Die Tatsache, dass Fine eine NSF - Zelle in einem heruntergekommenen Teil von New York befehligte, ließ das als schlechten Witz erscheinen, aber welcher Ganove würde schon in einem solchen Stadtteil Goldreserven von Großbanken vermuten? Genau deshalb wurde das Gold hier gelagert. Unterirdisch und verdammt gut geschützt, aber dennoch hatte Jo Jo anscheinend einen Weg gefunden, dort einzudringen. Nach den Informationen die Paul erhalten hatte, wurde das Personal der Bank dort unten infiltriertund heute hatten alle seine Maulwürfe Dienst. Der Plan sah vor, dass Jo Jo's Männer sämliche Wachleute in der Nähe des Tresorraumes erledigten und sobald der Angriff vom Eingang aus erfolgte den verbliebenen Sicherheitsbeamten in den Rücken fallen. Der Plan klang nicht schlecht, aber dennoch gab es noch zu viele Unwägbarkeiten, doch die schienen Fine und seine Leute nicht zu interessieren.
'Warum sollte sich auch ein Typ wie Fine um Probleme sorgen?' dachte sich J.C. 'Wenn
etwas schief ging, würde ja nicht er erschossen werden, sondern seine NSF - Trooper. Und bei dieser verrückten Aktion würden nicht wenige von ihnen sterben.' J.C. war von diesem Jo Jo Fine mehr und mehr angewidert. Er hoffte nur, dass dieser Kerl ihm heute vor die Mündung seines Maschinengewehrs lief...
Er rief sich selbst zur Ordnung, solche Gedankengänge brachten weder ihm noch dem Einsatz etwas... J.C. nahm nochmals die Akte von diesem Kerl zur Hand.

Jonathan Joseph Fine, 35 Jahre alt, als Kind einer griechischen Einwanderin und eines Amerikaners geboren in Brooklyn, Vorstrafen wegen Drogenhandel, Förderung der illegalen Prostitution, schwere Körperverletzung, Diebstahl und Nötigung, alles natürlich mehrfach..., verschiedene Anklagen wegen Mordes und versuchten Mordes, aber alle Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt.

'Die NSF beschäftigt wirklich vorbildliche Idealisten' dachte J.C. kopfschüttelnd. Nun, falls der heutige Einsatz erfolgreich verlaufen sollte, wäre dieser Kerl für den Rest seiner Tage weg von der Straße in einem Hochsicherheitsgefängnis verwahrt.
Die Einsatzteams waren mittlerweile zwei Blocks entfernt von dem geheimen Eingang der Goldlager eingetroffen. Es wurden neutrale Einsatzfahrzeuge verwendet, aber dennoch musste der letzte Weg zu Fuß zurückgelegt werden, da man die NSF nicht mit zu vielen Fahrzeugen verschrecken wollte.
J.C. hatte die Einsatzleitung von Paul übernommen, da dieser eine dringende Nachricht erhalten hatte, er musste sich nach seiner Aussage sofort mit jemandem treffen. J.C. störte das weniger, dafür tobten Gunther Herman und Manderley. Manderley war lediglich besorgt wegen des Gelingens des Einsatzes, lenkte aber schließlich ein, Herman war nur in seinem Stolz verletzt, weil man ihn einfach übergangen hatte was die Übernahme der Einsatzleitung anging.
J.C. hatte schon mehrere Einsätze geleitet und war bestens qualifiziert, auch wenn dass Herman nicht passte, und das ungeschriebene Gesetz, dass vorrangig Special Agents Einsätze leiten sollten war schon lange veraltet. Nicht der Rang, sondern das Können waren mittlerweile das Hauptkriterium.
Nachdem sich alle in einer Seitenstraße formiert hatten, wurde das weitere Vorgehen abgestimmt. Auf der Einsatzbesprechung wurde bereits festgelegt, dass man die NSF - Trooper in den ersten Bereich des Lagers vordringen lassen sollte, dort waren keine Wachen postiert, lediglich versteckt angebrachte Überwachungskameras. Dann würde man der NSF in den Rücken fallen und sie somit aus dem Konzept bringen da der Überraschungsmoment eindeutig auf Seiten der UNATCO lag.
Die Maulwürfe in der unterirdischen Anlage waren leider nicht mit Namen bekannt, daher hatte man die Bankmanager angewiesen, das Personal vorerst nicht aufzuklären, jedoch wurden die Überwachungskameras nun nicht zur Überwachung der Ein - und Ausgänge verwendet, sondern um die Angestellten zu überwachen. Sobald sich eine größere Gruppe bilden würde, griff ein neuer Sicherheitsdienst, der eiligst angeheuert wurde, ein.
Das einzige Problem war, unbehelligt zu dem Eingang zu kommen. Die offene Straße schied aus, da würde man sie sofort als UNATCO erkennen, daher blieb nur die Seitenstraße, die durch leerstehende Farbrikhallen fast völlig abgeschirmt war.
Die Truppen waren formiert und J.C. war über ein Headset mit UNATCO - Frequenz mit allen Teamleitern verbunden.
Der Einsatz konnte beginnen...

Zur gleichen Zeit war Paul auf den Weg zu einer offiziell leerstehenden Fabrikhalle einige Blocks entfernt. Er hatte eine weitere Nachricht von Jimmy erhalten. Paul sollte schnellstmöglich zu einer genannten Adresse kommen, es wäre äußerst wichtig und könnte nicht per PDA oder Telefon geklärt werden. Also übertrug Paul kurzerhand die Hauptleitung des Einsatzes an J.C., sehr zum missfallen von Manderley und Herman, aber das war ihm egal, J.C. war mehr als qualifiziert dafür. Außerdem könnte das hier eventuell maßgeblich zum Erfolg eines viel wichtigeren Einsatzes beitragen, falls Jimmy die Informationen hatte, die er vermutete. Und diese Informationen sollten wirklich nur von Hand zu HAnd weitergegeben werden, solange man keine absolut sichere Verbundungsmöglichkeit zur Verfügung hatte, und ein PDA oder Handy waren nun mal nicht hundert Prozentig sicher.
Die Frabrikhalle kam in Sicht und Paul beschleunigte seinen Schritt.

Die Truppen der UNATCO rückten vor, sechs 12er Teams, allesamt gut ausgerüstet würden es mit ca. 100 NSF - Troopern locker aufnehmen können, außerdem satnd eine Verstärkung von nochmals drei 12er Teams bereit.
Sie arbeiteten sich schnell voran, und J.C. war optimistisch. Wenn alles so weiterlief, würde nichts schiefgehen, doch je weiter sie in diese Seitenstarße vordrangen, umso seltsamer wurde sein Gefühl. Sicher, die Satellitenbilder hatten keinerlei Feinde ausmachen können hier in und um die Straße herum, da sie nach den Informationen die Paul erhalten hatte sowieso alle in einer alten, längst nicht mehr in Betrieb stehenden Feuerwache hier in der Nähe befanden. Die erste Überlegung war, die Feuerwache zu stürmen, doch das Zeitfenster war zu eng, da der Angriff der NSF auf das Goldlager jeden Moment beginnen konnte. Außerdem war die Möglichkeit, die NSF - Trooper in dem ersten Eingangsbereich des Lagers zu überaschen und dort einzuengen wesentlich erfolgsversprechender. Aber J.C.'s Zuversicht schwand aus irgendeinem seltsamen Grund immer weiter. War es irgendetwas hier in der Gegend? Ein Geräusch, ein Schatten hinter irgendeiner Mauer? Er wusste es nicht, vielleicht war es einfach nur die Aufregung. Dennoch beschloss er, dass es nicht schaden konnte, auch hier in der Seitenstraße auf Nummer sicher zu gehen und aktivierte sein verbessertes Hörvermögen, auch wenn das Implantat immer noch nicht einwandfrei funktionierte. Die ersten Geräusche, die ans ein Ohr drangen, beruhigten ihn wieder. Es war Vogelgezwitscher. Glücklicherweise hatte der Graue Tod noch nicht alle Tiere in der Gegend ausgerottet, auch wenn es nur drei oder vier Vögel in dem benachbarten Park waren... Er ging weiter, so wie alle anderen auch in dieser Seitenstraße und lauschte weiter, igrnedwelche seltsamen Geräusche? Nein, nur das Auftreten von Stiefeln auf dem Asphalt und die Atemgeräusche der UNATCO - Trooper und - Agents. Aber war da nicht noch etwas? Ein Geräusch, dass J.C. kannte. Und es wiederholte sich. Er kannte es, sogar sehr gut, sein Bruder Paul hätte es wohl gleich erkannt. J.C. wurde augenblicklich kreidebleich.
"Alle in Deckung! Das ist eine verdammte Falle!" J.C.'s Durchsage kam nur Augenblicke bevor die ersten Schüsse fielen. Das Geräusch, dieses verfluchte Geräusch, es war das Laden von Scharfschützengewehren. Die Sniper saßen in den verlassenen Lagerhäusern die hier überall standen.
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Geändert von Mike Denton (24.08.2007 um 02:35 Uhr).
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Alt 24.08.2007, 02:39
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Tja, nicht so schnell diesmal, aber ich hoffe das er gut geworden ist! Viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 4)

Die Fabrikhalle war nichts besonderes, sie sah genauso aus wie alle anderen hier in der Gegend. Abbröckelnder Putz, einige eingeschlagene Fenster, Graffitis...
Paul stand vor dem Tor, dass nicht verschlossen war. Er spähte durch den Spalt des nicht ganz geschlossenen Durchgangs. Es war niemand zu sehen. Er zog seine Pistole und schob das Tor ein Stück weiter auf. Während er eintrat sah er sich nach allen Seiten um, kein Anzeichen für die Anwesenheit von Jimmy Reno. Hier war nichts außer ein paar umgestürzten Regalen und alten Zeitungen die bei einem Luftzug durch die kaputten Fenster leise raschelten. Er befand sich in einem Vorraum, 10 Meter vor ihm gab es eine Tür zur Haupthalle.
Langsam und vorsichtig lief er weiter. Er hatte alle seine Sinne geschärft. Hätte er wie J.C. das Gehörimplantat gehabt, hätte er es auch aktiviert, doch dieses Implantat war immer noch in der Erprobung, und es funktionierte bei fast keinem Agenten einwandfrei.
Die Tür war wie das Tor nicht verschlossen, Paul schob sie langsam auf und sah in den Raum, wieder nichts zu sehen. Langsam aber sicher wurde er nervös, wo war nur Jimmy?
Paul ging durch die Tür und erstarrte fast. Es war ein grausames Bild das sich ihm darbot. Er konnte es zuvor nicht sehen, da er die Tür nicht ganz geöffnet hatte.
Er ging weiter in den Raum, der Tatsache bewusst, dass er womöglich in einen Hinterhalt lief, doch diesen Gedanken verdrängte er in den hinteren Teil seines Verstandes. Er hob die Pistole und ging weiter. Er blickte auf die leblosen Körper zu seiner Linken, er sah zu den Leichen zu seiner Rechten. Männer und Frauen in NSF - Uniform, ohne Gesichtsmasken. Sie lagen da, in Lachen ihres eigenen Blutes, dahingemetzelt, mit durchschnittenen Kehlen, Kopfschüssen. Ihre Gesichter zeugten von Entsetzen, der letze Moment ihres Lebens musste grausam gewesen sein. Es waren viele Tote, sehr viele. Er lief weiter, seine Schuhsohlen klebten am bereits gerinnenden Blut. Die Toten lagen links und rechts an den Wänden, es wurde ein Weg in der Mitte des Raumes freigelassen, doch auf diesem Weg lag jemand, etwa 10 Meter vor Paul. Ihn überfiel ein shrecklicher Gedanke und beschleunigte seinen Gang. Als er bei der Person ankam und sie auf den Rücken drehte, bestätigte sich seine schreckliche Vermutung.
"Jimmy!" stieß Paul hervor. Er packte ihn an den Schultern und hob ihn leicht an.
"Paul." Seine Stimme war sehr schwach. Man hatte ihn übel zugerichtet. Aus seiner Nase und den Mundwinkeln quoll Blut, seine Augen waren zugeschwollen. Auf seiner NSF - Uniform waren blutige Einschusslöcher zu sehen.
"Jimmy, halt durch!" Paul's Stimme klang verzweifelt. "Wer war das?" Paul ahnte es schon.
"Fine. Er und... seine Männer. Seine Führungsriege." Jimmy hustete und es quoll noch mehr Blut aus seinem Mund.
Paul sah sich um, es war immer noch niemand zu sehen oder zu hören.
"Paul, es tut mir so leid..." Das wahren die letzten Worte, die Jimmy Reno imstande war zu sprechen. Sein Kopf fiel zurück. Er hustete wieder, ein letztes Mal, bevor er in den Armen seines Freundes Paul Denton starb.
Paul sah seinen toten Freund einen Moment lang an, ehe plötzlich helles Scheinwerferlicht aufflammte. Die Lichtquelle war an der Decke montiert und blendete Paul stark.
"Ein Glück, dass du es noch rechtzeitig geschafft hast. Ich hatte schon Angst, der arme Jimmy stirbt, bevor er noch einen seiner Freunde sehen konnte!"
Die Stimme hallte durch den Raum, und auch wenn Paul ihren Besitzer nicht sehen konnte, so wusste er, dass es Jo Jo Fine war.
Das Licht wurde schwächer und Paul konnte jetzt mehr erkennen, mehr sehen, als er eigentlich wollte. Etwa 15 Meter von ihm entfernt stand Jo Jo Fine mit einem Maschinengewehr in den Händen, dass er auf Paul richtete. Er hatte ein selbstgefälliges Lächeln aufgesetzt.
Paul starrte ihn mit einer Mischung aus Wut und Hass an, was Fine's Lächeln nur noch breiter werden ließ.
"Paul Denton, einer der besten Special Agents der UNATCO, leider im Dienst ums Leben gekommen."
Jo Jo Fine legte sein Lächeln ab, sein Gesichtsausdruck verriet nur noch grimmige Entschlossenheit als der den Abzug des Maschinengewehrs betätigte.
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Geändert von Mike Denton (27.08.2007 um 03:21 Uhr).
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Alt 27.08.2007, 04:52
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Wieder ein Stück, diesmal wieder schneller!
Ist aber mit viel Schlafentzug gezahlt, wollte eigentlich schon vor 2 Stunden schlafen gehen

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 5)

Die Falle war schneller zugeschnappt, als sich viele der UNATCO - Trooper versahen. Sie waren zwar alle gut ausgebildet und Vollprofis, aber jede Situation war anders, und den Ernstfall konnte man nun nicht immer haarklein proben. Daher war die allgemeine Unruhe nicht gerade gering, als die ersten Schüsse fielen und mit ihnen einige der UNATCO - Trooper in den Staub der Straße.
Agent Denton sah sich schnell um und erblickte die Läufe der Scharfschutzengewehre an den Fensetrn zweier sich gegenüberliegender Fabrikhallen. J.C. machte eine erneute Durchsage: "Abbruch! Alle Mann zurückziehen!" J.C. selbst rannte zu dem Eingang einer der Hallen und schlug dabei einige Haken, damit er ein nicht so einfaches Ziel abgab. Er aktivierte auf dem Weg zu der Tür bereits die Kraftverstärkung in seinem rechten Arm. Ein schneller Schlag und die Tür zerbarst in tausende Splitter durch die J.C. hindurch spurtete. Es war nur ein Versuch auf gut Glück was er hier tat, aber es blieb ihm keine andere Wahl.
Er rannte die Treppen hoch und kam an eine weitere Tür, doch diese stand offen und J.C. sah in einen breiten Raum, er musste früher eine Art Tagungsraum gewesen sein. Das Zimmer hatte eine lange Fensterfront mit 7 Fenstern, und alle Fenster waren geöffnet. Jede Öffnung bot zwei Scharfschützen Platz.
J.C. wusste, wollte er alle ausschalten, brauchte er Hilfe. Er erinnerte sich an das Headset und schaltete eine komplette Verbindung ein.
"An alle: Sofort Blendgranate in der Gasse zünden, wiederhole: sofort Blendgranate in der Gasse zünden!"

Unten in der Gasse herrschte ein extremes Durcheinander. Keiner wusste genau, was er tun sollte. Einige flüchteten zurück aus der Gasse, andere wollten nach vorne, wieder andere liefen wie wild umher. Es gab nur zwei, die J.C.'s Durchsage wahrnahmen und angemessen reagierten. William Anderson und Lance Davis. Ohne lange über J.C.'s Anweisung nachzudenken nahmen sie ihre Blendgranaten und zündeten sie. Natürlich würde das die Flucht aus der Gasse für ihre Kollegen extrem erschweren, doch J.C. wusste, was er tat, da waren sich die Beiden sicher. William vertraute seinem Freund und Davis hatte bislang nur Gutes von Agent Denton gehört, sowhl dienstlich als auch privat.
Die Blendgranaten explodierten und ein greller Lichtblitz breitete sich in der Seitenstraße aus, wer nicht die Augen im richtigen Moment schloss wurde jäh seiner Sehfähigkeit beraubt.

J.C. vernahm die Detonationen und aktivierte sein Augenimplantat. Es hatte neben der Nachtsichtfunktion auch einen Filter für zu helles Licht. Das würde die Wirkung der Blendgrananten zwar nicht völlig neutralisieren, aber er würde auf jeden Fall mehr sehen als seine Widersacher. Er sprang aus dem Treppenhaus in den Raum mit seiner Schrotflinte im Anschlag. Von den Terroristen feuerte keiner mehr aus den Fenstern, alle hatten sie die Hände vors Gesicht geschlagen, jammerten und schrien. J.C. hielt sich nicht lange auf, er feuerte einen Schuss nach dem anderen ab, bis sich keiner mehr von ihnen rührte. Dannach eilte er zum Fenster und sah hinunter, es befanden sich immer noch etliche UNATCO - Trooper in der Gasse, die ebenfalls nichts mehr sahen, sie waren potenziellen Angreifern schutzlos ausgeliefert. J.C. dachte schnell nach, hatte er doch einen Fehler gemacht? Noch ehe er diesen Gedanken weiter verfolgen konnte, hörte er erneut Schüsse. Er sah, dass noch einige Scharfschützen in dem gegenüberliegenden Gebäude schossen. Er schnappte sich ein Scharfschützengewehr und legte auf die Sniper an. Es waren insgesamt noch 5 Wiedersacher die aus dem anderen Gebäude feuerten. Warum sie ncith geblendet waren, wusste J.C. nicht und es war ihm im Moment egal, er hatte sie ausgeschaltet.
Die Nachwirkungen der Blendgranaten ließen nun nach und die restlichen UNATCO - Trooper liefen aus der Seitenstraße, dafür rannten die Teams die in Bereitschaft standen in die Straße. J.C. instruierte sie, die Gebäude zu durchsuchen. Er selbst lief zu einem der Einsatzwagen, er musste einen vorläufigen Bericht abgeben. Manderley würde nicht sehr erfreut sein.

In dem Moment, als Fine seine Waffe abfeuerte vollführte Paul eine schnelle Rolle nach links, sodass die Kugeln aus der Waffe nur Jimmy Reno's Leiche durchlöcherten. Das ließ Paul's Wut und Hass Gemisch nur noch größer werden. Wut wegen Jimmy's Tod und Hass wegen dem was Jojo Fine war, ein kaltblütiges Monster!
Paul sprang nach dem erfolgreichen Ausweichversuch auf die Beine und wirbelte herum. Er hatte keine Zeit,. selbst auf Fine zu schießen, musste zuerst einen sicheren Paltz finden. Er rannte nach hinten Richtung Tür, während Fine weiter auf ihn schoss, jedoch fand keine Kugel ihr Ziel.
Paul dachte schon fast, er könnte durch die geöffnete Tür verschwinden, doch JoJo hielt eine kleine Fernbedinung in der Hand und drückte einen Knopf, die Tür schwang zu und fiel klackend ins Schloss, so hatte Fine wohl auch all jene hier eingesperrt, die er dannach ermorden ließ. Paul hätte die Tür mühelos eintreten oder zertrümmern können wie sein Bruder es eben auch getan hatte, doch fehlte ihm dazu die Zeit.

Paul stolperte weiter, schnell in Bewegung in der Hoffnung, Fine würde ihn auch weiterhin verfehlen. Er fühlte sich schlecht, weil er auf den Leichen dieser Menschen umhertrampelte, aber im Moment war ihm sein Leben wichtiger als deren Totenruhe.
Die Schüsse trafen Paul zwar nicht berdohlich, doch einige streiften seine Haut am Kopf und den Armen, das Blut begann zu fließen und seine Hoffnung hier als Sieger vom Platz zu gehen wurde langsam geringer.
Doch auch JoJo hatte sich verrechnet. Er hatte erwartet, Denton mühelos mit wenigen Schüssen zur Strecke zu bringen, was jedoch nicht funtktioniert hatte. So war nun das Magazin seines Maschinengewehrs leer. Er stieß einen Fluch aus nd warf es beiseite. Seine zweite Waffe, eine Uzi, hing an einem Riemen über seiner Schulter, doch ehe er sie auf Denton anlegen konnte, hatte dieser bereits die Kehrtwende realisiert und hatte nun seinerseits die Waffe auf Fine angelegt. Er rettete sich mit einem Hechtsprung hinter ienen Betonpfeiler, während Kugeln aus Pauls Revolver und seine Richtung flogen. Fine stieß erneut einen Fluch aus, wieder einmal war ihm seine Arroganz zur Falle geworden, er hatte geglaubt, Paul Denton ausschalten zu können und ihm dabei ins Gesicht zu lachen. Diese Rechung war gründlich daneben gegangen.
'****** drauf, dann eben auf die sichere Art!' dahcte sich Fine. Er nahm die Uzi in Anschlag und rannte los Richtung Ausgang, der durch eine Seitewand abgeschirmt und für Paul Denton nicht sichtbar war. Er gab eine Salve Schüsse ab und nahm die Fernbedinung zur Hand.
"Machs gut Denton!" brüllte er in Richtung Paul und verschwand hinter der Seitenwand. Paul hatte auch noch mehrere Male gefeuert, JoJo aber leider verfehlt. Doch das beunruhigte ihn nicht so sehr, wie das Geräusch das er nun vernahm. Er hatte lange genug mit Sprengstoff Erfahrung, um dieses Piepen zu erkennen, ein Zünder!
Paul wirbelte herum und sprintete durch die verschlossene Tür die hinter ihm war, dabei ging diese zu Bruch und verschrammte Paul das Gesicht. Er rannte mit unverminderter Geschwindigkeit durch den Vorraum der Halle und sprang durch die Öffnung des Tores, im gleichen Moment explodierte hinter ihm der Sprengsatz und ließ Stichflammen aus allen Öffnungen des Gebäudes schiessen.
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Geändert von Mike Denton (18.09.2007 um 00:37 Uhr).
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  #58  
Alt 15.09.2007, 22:52
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Was lange währt wird endlich... naja, beurteilt es selber
Wie immer, viel Spaß beim Lesen und seid bitte gnädig mit eurer Kritik

DEUS ES INVISIBLE WAR
Mako Ballistics Teil 2

Nur noch wenige Schritte trennten Alex von seinem Ziel, nur noch wenige Augenblicke und er würde die sagenhafte Mag Rail sein Eigen nennen.
Lin-May Chen meldete sich über den Infolink: „Alex, denken sie daran, Dr. Patton darf nicht weiterleben! Die Zukunft einer ganzen Generation steht möglicherweise auf dem Spiel, wenn die Daten der Mag Rail in die falschen Hände gelangen!“
Alex sah darin kein Problem, denn obwohl er unnötige Gewalt verabscheute, war ihm wohl bewusst, dass dieser Schritt leider unumgänglich war. Entschlossen öffnete er mit gezogener Waffe die letzte Türe, die ihn noch vom Waffenlabor trennte und stand plötzlich dem Entwickler der Mag Rail gegenüber – zumindest wies ihn sein Ausweis am Kittel als diesen aus.
Außerdem entdeckte er seitlich, im Halbschatten einen einsatzbereiten CC-75, sowie einen SSC-Soldaten, die allerdings keinerlei Notiz von dem unerwarteten Besucher nahmen.
„Was machen sie denn hier und wer sind sie?“ wurde Alex von dem überraschten Dr. Patton begrüßt.
„Ich weiß aus zuverlässigen Quellen, Dr. Patton, dass ich hier den Prototypen der Mag Rail finden kann.“ antwortete Alex, als wäre das die selbst verständlichste Sache der Welt.
Ein stolzes Glitzern funkelte in den Augen des Mannes im weißen Kittel. „Oh ja, sie haben Recht. Sie möchten sie sehen?“
„Deshalb bin ich unter anderem hier.“ sagte Alex ungerührt und entsicherte seine MP.
„Wie darf ich das verstehen?“ entgegnete der Wissenschaftler und schielte nervös auf Alex's Waffe. Unbewusst wich er einige Schritte zurück und wandte hilfesuchend seinen Blick in Richtung des SSC-Soldaten, der davon allerdings nichts mitbekam oder zumindest keinerlei Handlungsbedarf sah.
Allgemein schien der Kerl seinen Job ein wenig zu locker zu nehmen, denn Alex bezweifelte, dass er ihn überhaupt registriert hatte. Vielleicht hatte er sich aber auch durch Alex's Uniform täuschen lassen und hielt ihn für einen neuen Kollegen, der sich ein wenig im Ton vergriffen hatte.
Wie dem auch sei, Alex konnte es nur Recht sein, denn eine Konfrontation mit einem SSC-Soldaten und einem CC-75 konnte unter Umständen böse enden!
„Ich bin nicht nur hier, um mir die Mag Rail anzusehen, ich werde sie auch mitnehmen und weil wir gerade dabei sind, die Entwicklungsdaten gleich dazu.“ erklärte Alex mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete.
„Ähm, nun, das ist etwas...“ stotterte der Mann und versuchte vergeblich den SSC-Soldaten in der Ecke auf sich aufmerksam zu machen.
„...ungünstig?“ beendete Alex dessen Satz mit einem drohenden Unterton.
„Nein, natürlich nicht. Ich muss nur eben nach oben in mein Büro. Nur von dort aus kann ich den Sicherheitsschalter freigeben und sie können die Waffe aus der Panzerglasvitrine herausnehmen.“ erklärte er und wandte sich bereits zum gehen, als er sich noch einmal umdrehte: „Und tun sie sich und vor allem mir den Gefallen und gehen sie dann. Ich werde auch keinen Alarm auslösen.“
„Alex, denken sie daran, er muss sterben!“ meldete sich noch einmal Lin-May Chen über Infolink zu Wort. Vermutlich hatte sie das Gespräch belauscht!
„Gerne, nach ihnen.“ forderte Alex Dr. Patton auf, voraus zu gehen, ohne Miss Chen zu beachten.
„Nun, das geht so aber nicht.“ versuchte der Wissenschaftler den Bionic daran zu hindern, ihm zu folgen. „Während ich die Entriegelungstaste betätige, müssen sie den unteren Schalter drücken, nur so läßt sich die Vitrine öffnen.“
Damit hatte Alex nicht gerechnet. Wenn er den Wissenschaftler tötete, kam der Bionic nicht ohne fremde Hilfe an die Mag Rail und die Entwicklungsdaten heran. Wenn er ihn am Leben ließ, hätte das unter Umständen fatale Folgen für die Zukunft. Aber vielleicht konnte er Dr. Patton erledigen, sobald er sich im Besitz der Mag Rail befand?
„Die Daten können sie solange hier an diesem Terminal abrufen, ich gehe inzwischen schon einmal hinauf in mein Büro. Sagen sie Bescheid, wenn sie soweit sind.“ erklärte der Wissenschaftler und noch bevor Alex etwas erwidern konnte, war dieser bereits durch eine Glastüre verschwunden und eilte die dahinter liegende Treppe hinauf.
Wieso wurde Alex das Gefühl nicht los, in einer Falle zu stecken? Ein etwas beklemmendes Kribbeln lief über seinen Rücken, während er sich dem Terminal näherte. Ein Blick über die Schulter verriet ihm, dass weder der SSC-Soldat, noch der CC-75 Notiz von seinem Handeln nahmen.
Alex lud die Daten aus dem Terminal ohne dabei aufgehalten zu werden. Alles lief glatt, beinahe zu glatt, wie er fand. Nachdem er das erledigt hatte, schritt er wie zufällig auf die Glastüre zu und versuchte sie unauffällig zu öffnen. Verriegelt! Dr. Patton hatte anscheinend Lunte gerochen und sich vorsichtshalber eingeschlossen! Alex fluchte leise in sich hinein und wandte sich der Glasvitrine mit der Mag Rail zu. Er nickte dem Wissenschaftler durch ein großes Fenster, etwas oberhalb der Sicherheitstüre zu und betätigte den roten Knopf.
Einen Augenblick später öffnete sich die Vitrine und ein Mechanismus klappte die Halteklammern auseinander. Die Mag Rail lag frei zugänglich nur wenige Zentimeter vor Alex und wartete scheinbar nur darauf, dass er sie an sich nahm.
Alex registrierte, wie sich der SSC-Soldat spannte und der Sensor des CC-75 rot leuchtend seinen Dienst aufnahm. Offenbar hatten ihn die beiden nun endlich entdeckt und ahnten vermutlich bereits, dass die Kombination Bionic – Mag Rail für sie unter Umständen unangenehme Folgen haben konnte.
Alex nahm die Waffe an sich und wandte sich noch einmal dem Sicherheitsfenster zu, durch das er Dr. Patton immer noch sehen konnte. Angeblich konnte die Waffe durch Wände schießen, ob das auch für Panzerglas galt? Diese Situation schrie geradezu danach, das einmal auszuprobieren.
Vorher wollte es Alex allerdings erst einmal auf die einfachere Weise versuchen.
„Dr. Patton? Könnten sie bitte noch einmal herunterkommen und mir die Funktionen der Waffe erklären?“ rief Alex dem Wissenschaftler zu und untersuchte die Mag Rail gespielt laienhaft.
„Seien sie mir bitte nicht böse, aber solange jemand mit der Mag Rail herumhantiert, bleibe ich lieber hier oben. Das halte ich für sicherer.“ erklärte Dr. Patton und winkte ablehnend ab. „Aber es gibt sowieso nicht viel zu erklären, Mister...“ erst jetzt schien ihm aufzufallen, daß Alex sich immer noch nicht vorgestellt hatte. Doch nach einer kurzen Pause fügte er schulterzuckend hinzu: „Der obere Abzug, der rote Hebel, betätigt die Primärfunktion, d.h. die normale Munition. Der untere Abzug, der blaue Hebel, ist für die Sekundärfunktion, also für die EMP-Geschosse zu verwenden.“
„Aha.“ machte Alex und drehte die Waffe scheinbar hilflos hin und her. „Stimmt es, dass sie auch durch Wände schießen kann?“
„Ja, das stimmt.“
„Auch durch Sicherheitsglas?“ hakte Alex noch einmal nach und noch bevor der Wissenschaftler antworten konnte, drückte Alex ab!
Plötzlich ging alles blitzschnell!
Sowohl der SSC-Soldat, als auch der CC-75 eröffneten das Feuer und während sich ersterer schützend hinter einen der Arbeitstische zwischen ihm und Alex warf, ratterte der Combat-Bot um diesen herum, um ein besseres Schussfeld zu bekommen.
Der Bionic hechtete hinter der Glasvitrine in Deckung und jagte dem CC-75 eine EMP-Ladung mit der Mag Rail auf den Sensor, woraufhin der Roboter Funken sprühend die Orientierung kurzfristig verlor und einen Augenblick das Feuer einstellte. Diesen Moment nutze Alex, um ihm dem Rest zu geben. Eine weitere EMP-Ladung traf den CC-75, der sofort seinen Dienst quittierte und scheppernd zusammenbrach.
Der SSC-Soldat lag nach wie vor auf dem Boden hinter dem Arbeitstisch und feuerte ungezielte Schüsse in Richtung Vitrine.
Es schien geradezu, als wollte ihn sein Gegenüber hinter seiner Deckung festnageln. Alex konnte ihn zwischen den Schüssen reden hören. Er forderte Verstärkung an!
Sollten weitere Soldaten das Labor betreten, sah es nicht sonderlich gut für den Bionic aus, dann außer der Vitrine, die dann allerdings von beiden Seiten aus angreifbar war, gab es hier kein Versteck, geschweige denn, einen zweiten Ausgang!
Nun hieß es also: Jetzt oder nie! Doch diesmal musste sich Alex sicher sein, dass sein Plan auch wirklich funktionierte und er nicht ein weiteres Mal vor einer verschlossenen Türe scheiterte. Er feuerte auf die Eingangstüre, die bereits nach dem zweiten Schuss aus ihrer Verankerung kippte und den Weg frei gab.
In diesem Moment fiel ihm ein, dass er sich ja im Besitz der Mag Rail befand und sich sein Aktionsradius dadurch deutlich vergrößert hatte. Alex zielte auf den Tisch, hinter dem sich der Soldat verschanzt hatte und feuerte!
Ein leises Ächzen war zu hören, dann Stille. Auch die Schüsse endeten abrupt.
Vorsichtig schob sich der Bionic hinter der Vitrine hervor und schlich auf den Arbeitstisch zu, den er soeben beschossen hatte. Kurz darauf atmete er erleichtert auf. Er hatte den Soldaten durch den Tisch hindurch getroffen und getötet.
Alex richtete sich auf. Durch die große Scheibe des Büros etwas oberhalb der Glastüre konnte er Dr. Patton bewegungslos auf dem Boden liegen sehen. Ob er ihn getötet hatte oder sich dieser nur tot stellte, konnte Alex von seinem Standort aus nicht beurteilen, doch nachdem er den Soldaten problemlos durch den Arbeitstisch hatte töten können, ging er davon aus, dass er auch den Wissenschaftler eliminiert hatte.
„Ist er tot?“ meldete sich Lin-May Chen wieder über Infolink zu Wort.
„Ich glaube schon, aber ich kann es nicht überprüfen, er hat sich in seinem Büro eingeschlossen.“ erklärte Alex etwas entnervt. Er hasste diese Totalüberwachung und würde am liebsten den Infolink in die nächstbeste Tonne werfen, doch das Entfernen dieser Einheit hätte möglicherweise für ihn gesundheitliche Schäden zu Folge, die nicht so ohne weiteres durch ein oder zwei Medikits oder sein Regenerationsimplantat zu beheben wäre. Also musste er wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und damit leben. Die einzige Möglichkeit, halbwegs so etwas wie Privatsphäre zu bekommen war, eine Art 'bitte nicht stören'-Modus zu aktivieren, wie es sich auch während seines Schlafes automatisch einschaltete. Damit war er zwar weder unabhörbar, noch unerreichbar, doch jeder 'Anrufer' hielt sich in der Regel an diese Anweisung und ließ ihn während dieser Phase in Ruhe. Es sei denn natürlich, es handelte sich um einen Notfall, dann konnte er sogar mittels des Infolinks geweckt werden.
Aufgeregte Stimmen und Schritte machten Alex darauf aufmerksam, dass die Verstärkung des SSC-Soldaten bereits im Anmarsch war. Schnell verließ er das Labor auf dem selben Weg, auf dem er es betreten hatte und konnte sich gerade noch zwischen den großen Kisten im Gang verstecken, als der erste Soldat seinen Kopf über den Rand der obersten Leitersprosse streckte.
„Alles scheint ruhig zu sein.“ raunte dieser seinem Kollegen zu, während er sich vollends nach oben hievte und sofort seine Waffe in Anschlag nahm. Der zweite Soldat folgte ihm auf dem Fuße.
Alex hielt die Luft an, als sie an ihm vorbei kamen. Keiner der beiden schien auch nur in Erwägung zu ziehen, dass der Bionic das 'Advanced Weapon Development' bereits verlassen haben könnte.
Kaum waren die Soldaten im Labor verschwunden, schälte sich Alex aus seiner Deckung und sprang mit einem gewaltigen Spung über den Gang unterhalb der Leiter und landete etwas unsanft auf einem schmalen Mauervorsprung auf der gegenüber liegenden Seite, direkt neben dem Gitter eines Lüftungsschachtes.
Gerade als er es geöffnet hatte und in den dunklen Schacht klettern wollte, hörte er das unverwechselbare Klackern eines Spiderbots. Wieder musste er sich daran erinnern, sich nun im Besitz der Mag Rail zu befinden und machte dem kleinen, aber durchaus gefährlichen Roboter mit seiner neuen Errungenschaft den Garaus!
Wie er auf diesem Weg ins Biolabor kommen würde, wusste er selbst noch nicht, doch über den normalen Weg würden vermutlich trotz seiner Tarnung zu viele Soldaten und vielleicht auch Wissenschaftler ihr Leben lassen und Alex hatte für diesen einen Tag bereits genug Menschen getötet!
__________________
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Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
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  #59  
Alt 18.09.2007, 02:32
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Ein weiteres Stück, aber des Kapitel wird wieder so lang... Hoffe mal, es ist net zu mühsam des alles zu lesen

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 6)

Die allgemeine Aufregung hatte sich etwas gelegt, was jedoch nicht bedeutete, dass sich die Situation verbessert hatte.
Rekapitulierte man den Einsatz, so konnte man zu dem Gedanken kommen, resignierend aufzugeben: 23 tote UNATCO-Trooper, 31 Schwerverletzte, 12 Leichtverletzte unter denen sich auch William Anderson befand.
J.C. saß in einem Einsatzwagen und sprach mit Manderley über sein Infolink während er über den eingebauten Computer des Fahrzeugs nach Antworten suchte, warum dieser Einsatzz so dermaßen schiefgegangen war.
Manderley war, wie erwartet, äußerst aufgebracht. Sobald die Meldung von diesem Einsatz an die FEMA und somit auch ans Weiße Haus ging würde man Manderley die Hölle heiß machen. Es würde in Washington einige Leute geben, die bei der UANTCO dafür Köpfe rollen sehen wollten, und Manderley würde dafür sorge tragen wollen, dass seiner nicht dabei war.
Agent Denton machte sich keine Illusionen, wenn dieser Einsatz so deendet werden sollte, würde er als Einsatzleiter der Sündenbock sein. Doch dabei machte sich J.C. weniger Sorgen um seine Karriere, als um die Tatsache, dass viele gute UNATCO - Trooper heute ihr Leben verloren hatten und sie keinen Anhaltspunkt hatten, wo sich die Drahtzieher dieses Hinterhalts befanden.
"Agent Denton, verzeihen Sie bitte die Störung." Es war Lance Davis, der J.C. sein Gespräch mit Manderley unterbrechen ließ.
"Ja, Private Davis?"
"Ich wollte Sie davon in Kenntnis setzen, dass drei der Scharfschützen überlebt haben. Einer ist schwer verletzt, die anderen Beiden werden überleben."
"Sind die Beiden vernehmungsfähig?"
"Einer der Beiden ja, der Andere ist ohnmächtig."
J.C. verabschiedete sich schnell von Manderley und stieg aus dem Wagen aus. Der Sniper wurde behandelt, mit auf dem Rücken gefesselten Händen und verschnürrten Beinen.
Als J.C. den Mann in NSF - Uniform sah, packte ihn ein starkes Gefühl. Seine Wut über all die Toten profizierte sich auf diesen einen Mörder. Seine Schritte wurden schneller, nur noch wenige Meter bis zu der Trage auf der dieser Kerl lag, als Denton gestoppt wurde. Eine Hand legte sich auf seine Schulter.
"J.C., bleib ruhig, ok?" Es waren die beruhigenden Worte von Will Anderson, sein linker Arm war geschiehnt. Anscheinend hatte er in den Gesichtszügen seines Freundes dessen Verfassung gelesen. "Es ist nicht deine Schuld. Und der Kerl wird dafür büßen was er getan hat."
Er entspannte sich wieder leicht. "Danke Will, ich werd ruhig bleiben."


Es brannte fruchtbar in seinen Augen und seiner Nase, der Qualm der explodierten Fabrikhalle war schwarz und vermutlich giftig. Paul aktivierte sein Regenerationsimplantat dass auch Vergiftungen heilen konnte. In dieser Halle waren einige alte Fässer gelegen, in denen sich wohl noch Chemikalien befunden hatten.
Er lag auf dem Rücken und rang nach Luft. Ein heftiger Hustenanfall nahm ihn gefangen. Nach einigen Sekunden versuchte er sich aufzurichten. Bei jeder Bewegung schmerzte sein Körper. Nicht nur der Durchbruch der Holztür hatte ihn verletzt, auch die Wucht der Explosion hatte in getroffen, und damit auch eine Menge harter Bruchstücke der Mauern der Halle. Zum Glück funtionierte das Implantat gut.
Als er wieder auf den Beinen stand fiel ihm siedend heiss ein, dass Fine noch hier sein konnte. Paul wollte seine Pistole ziehen, doch die hatte er bei der Explosion verloren. Sein Maschinengewehr hatte er im Wagen gelassen, so blieb ihm nur sein Kapfmesser.
Er schärfte seine Sinne und aktivierte sein Augenimplantat, um durch den dichten Qualm sehen zu können, es waren keine Bewegungen auszumachen, außer den einfallenden Ruinen der Halle.
Er vernham ein Motorengeräusch, dass sich rasch entfernte. War das Fine? Vermutlich. Dennoch behielt Paul das Messer kampfbereit während er sich auf den Weg zu seinem Wagen machte.
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  #60  
Alt 02.10.2007, 01:50
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Der nächste Teil, aber immer noch net der Letzte
Viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 7)

"Und, sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?" Diese Worte ließen Ben Michaels' Kopf herumfahren, neben der Trage auf der er lag stand ein UNATCO - Agent, er wirkte ruhig, aber nicht gerade freundlich.
"Was meinen Sie damit?" fragte Michaels uninteressiert und wandte seinen Blick wieder von dem Agent ab. Von diesen UNATCO - Typen waren sowieso alle gleich.
J.C. packte Micheals am Hinterkopf und drehte ihn wieder in seine Richtung.
"Pass mal auf, du verdammter Haufen Sch..., du hast heute mit deinen Kumpels einige meiner Kollegen gekillt, wenn du nicht ein klein wenig kooperierst, wirst du in Heaven's End verotten." Heaven's End war der härteste Knast der U.S.A., brutal und gut überwacht. J.C. hielt zwar weniger als nichts von diesem Gefängnis und den Methoden dort, den Willen der Gefangenen zu brechen, aber diesem Kerl damit zu drohen, empfand er als volkommen gerechtfertigt.
"Ein Knast ist so gut wie der Andere." erwiderte er gleichgültig. "Außerdem werdet ihr mich sowieso nie wieder rauslassen. Da bin ich in Heaven's End wohl am Besten aufgehoben, dort ist die Lebenserwartung wenigstens nicht so hoch."
J.C. fühlte seinen Zorn, der eben erst verflogen war, wieder aufflammen. Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein?! Erst schließt er sich der NSF an, dann tötet er unschuldige UNATCO - Trooper und jetzt wird er auch noch unverschämt.
"Also, sind Sie fertig mit mir, Mr. Superagent? Ich soll dann gleich ins Krankenhaus gebracht werden, ich muss operiert werden." Diese Worte, arrogant und kalt, ließen J.C. für einen Moment fast jegliche Selbstbeherrschung verlieren, doch dann rief er sich Will's Worte ins Gedächtnis. Er besann sich und überlegte kurz, ob der Entschluss, den er in dem Moment der Wut gefasst hatte, wirklich durchführbar war. Ja, dass war er. Er konnte es mit seinem Gewissen vereinbaren, also zog er sein Kampfmesser und eine Rolle Spezialklebeband aus seiner Jacke. Dieses war eigentlich zum Fesseln von Gegnern gedacht, doch es funktionierte auch so einwandfrei.
Ehe es sich Ben Michaels versah, hatte er ein Stück des Klebebands auf seinem Mund, das jeglichen Laut unterdrückte, nur einige leise stöhnende Laute waren zu vernehmen.
"Das Krankenhaus können Sie sich sparen" sagte J.C. mit kalter Stimme und drückte ihn auf die Bahre, sodass er die bereits gefesselten Hände von Michaels darunter fixieren konnte.
"Die Operation kann ich auch gleich hier durchführen" mit diesen schneidenden Worten hob Agent Denton das Messer in Michaels Blickfeld und führte es zu seinem Bauch. J.C. konnte hören wie sich seine Atmung beschleunigte, Schweißperlen erschienen auf seiner Stirn. Durch seine Ohrimplantate hörte J.C. den erhöhten Herzschlag.
"Wissen Sie, dass die alten Naturvölker es als eine Ehre ansahen, ohne Narkose operiert zu werden? Sie waren der Meinung, dass der Schmerz die Seele läutert, und je größer der Schmerz, umso stärker die Läuterung." J.C. durchschnitt langsam das Hemd des Snipers, dabei blieb ein dünner roter Streifen auf Michaels Brust zurück. Keine ernsthafte Verletzung, wäre nicht einmal nötig gewesen, sie zu nähen. Doch J.C. erkannte, dass die Angst seinen Kontrahenten nun vollends gepackt hatte. Die arrogante Mir-doch-egal Mentalität war ihm anscheinend eben verloren gegangen.
"Ich frage mich nur, wieviele Schmerzen bei Ihnen nötig sind, um Ihre Seele gründlich zu reinigen." Eine Pause, dann: "Lieber ein paar zuviel statt ein paar zu wenig."
Michaels schüttelete verzweifelt den Kopf, er wollte etwas sagen.
J.C. riss das Klebeband von Michaels Mund. "OK, und jetzt beantwortest du mir ein paar fragen."

Schnell, dass musste er nun sein, wenn er Fine noch erwischen wollte. Paul hörte den Wagen auf der Straße vor sich und er war sich sicher, dass es Fine war. Es war nicht viel los auf den Straßen seit der Graue Tod ausgebrochen war und die NSF hier in New York quasi ihre Hauptzentrale aufgemacht hatte.
Jetzt kam der Wagen in Sicht, Paul erkannte ein Cabrio. Am Steuer saß eine Person, die Fine sein musste. Er drückte aufs Gas und kam ihm immer näher. Paul kannte diese Gegend gut, hier in der Nähe hatte er einen geheimen Unterschlupf. In knapp 1 Kilometer Entfernung waren die Tunnel auf denen der Transrapid fuhr.
Fine's Auto hatte wohl nicht genügend PS, er schaffte es nicht Paul abzuschütteln.
Der Tunnel kam ins Blickfeld, Fine fuhr zielstrebig auf ihn zu. Paul drückte nochmals aufs Gas, er war Fine mittlerweile nahe genug um auf ihn zu schießen, er nahm sein Maschinengewehr zur Hand. In dem Moment, als er sie auf Fine richete, sah er den Durchgang des Tunnels. Paul erstarrte mitten in der Bewegung. Fine wollte ihn gar nicht abschütteln, er wollte, dass Paul ihm folgte.
Paul trat hart auf die Bremse, die Reifen fingen an zu qualmen. Während sich seine Geschwindigkeit verringerte sah er, wie die NSF-Trooper die in dem Tunnel standen ihre Waffen auf ihn anlegten, es waren Raketenwerfer. Fine hatte seinen Wagen in eine Seitenstraße gefahren. Paul hatte keine Wahl, er musste aus dem Wagen raus, also öffnete er bei etwa 80 km/h die Tür und sprang. Einen Augenblick später schlugen zwei Raketen in Paul's Wagen, während er sich selbst auf dem Asphalt überschlug. Als er zum Liegen kam schmerzte sein ganzer Körper von unzähligen Prellungen und Abschürfungen. Er aktivierte sein Regenerationsimplantat und sprang auf. Bei jedem Schritt schmerzten seine Beine, doch er musste weg von der Straße, ehe die NSF - Trooper auf ihn schießen konnten. Er rannte in die nächstbeste Seitenstraße und kletterte eine Feuerleiter hinauf. Er hörte Schritte hinter sich, Fine's Leute verfolgten ihn.
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Alt 07.10.2007, 04:30
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Nächstes Stück, wieder etwas kürzer, aber ich halt mich ran =)
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Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 8)

Er flüchtete in den dritten Stock eines Abrisshauses durchs Fenster, kurz nachdem er in dem Gebäude war, schlugen bereits mehrere Kugeln in das Mauerwerk ein.
Paul aktivierte sein Infolink und nahm Kontakt zu J.C. auf. Er musste ihn unbedingt über Fine informieren. Als der Kontakt stand fing er sofort an zu sprechen, doch nach wenigen Sekunden begann die Verbindung schwächer zu werden, um kurze Zeit später zusammenzubrechen. Paul flcuhte leise für sich selbst, während er nochmals versuchte Kontakt aufzunehmen, ohne Erfolg.
Paul lauschte nach seinen Kontrahenten, sie kamen ebenfalls über die Feuerleiter hoch.
Er wandte sich zur Tür und lief in den Flur der direkt an das Treppenhaus anschloss. Über die Treppe hörte Paul auch Schritte, sie hatten ihn in der Falle!
Er sah sich rasch um, die einzige Fluchtmöglichkeit schien der Fahrstuhl rechts den Gang runter zu sein, der jedoch längst außer Betrieb war. Es blieb ihm keine andere Wahl, er rannte auf die offen stehende Lifttür zu. Da das Haus schon lange nicht mehr am Stromnetz hing musste er die Tür per Hand schließen, was dank seiner Implantate kei großes Problem war.
Das wahre Problem waren die NSF-Trooper, die nun sein Stockwerk erreicht hatten und auf ihn schossen. 2 Kugeln streiften seinen linken Arm und zerrissen seine Jacke. Sie rannte auf ihn zu während sie weiterschossen, mittlerweile waren auch die Gegner von der Feuerleiter dazugekommen. Paul zählte insgesamt 10 Widersacher, ehe er die Tür komplett geschlossen hatte. Es schlugen mehrere Kugeln in die Metalltüre, vermochten sie aber nicht annäherend zu durchdringen.
Paul entspannte sich leicht, wusste jedoch, dass die jetzige Sicherheit nicht von langer Dauer sein würde.
"Aufbrechen. Dann macht ihn kalt. Ich mach mich auf den Weg zur Basis." Die Stimme verstummte um kurz darauf hinzuzufügen: "Er hat kurz bevor ich sein Infolink blockiert hab ne Durchsage an seinen Bruder gemacht, diesen J.C. Denton. Falls der Kerl hier auftaucht, tötet ihn." Eine kurze Pause. "Schön langsam."
Die Stimme war bei diesen Worten erfüllt von gehässiger Schadenfreude, die Paul auf's Äußerste erzürnte.
Der Zuhälter, einer von Fine's Führungsriege, der diese Worte gesprochen hatte, ging über die Treppe nach untenund setzte sich in seinen Wagen. Bevor er losfuhr rieb er sich die Nase, die ihm J.C. Denton am Tag zuvor gebrochen hatte. Die andere blessierte Stelle schmerzte noch mehr als die Nase. Er hoffte inständig, dass dieser andere Denton noch auftauchen würde, uns seine Leute ihn auch, wie seinen Bruder, um die Ecke brachten. Bei diesem Gedanken musste er Lächeln, die zwei Dentons an einem Tag erledigt, das wäre eine großartige Leistung!

J.C. hatte soeben wichtige Informationen von dem Sniper erhalten, doch er fühlte sich dennoch miserabel. Er hatte seine eigenen Grenzen überschritten. Zwar wurde die Folter von Terroristen im allgeminen tolleriert, wenn auch nicht offiziell angeordnet.
J.C. war egal, was geduldet war oder nicht, er hegte persönlich einen groll gegen Folter, hatte es aber dennoch getan. Er stand im Konflikt mit seinem Gewissen.
Ehe sich J.C. weiter den Kopf zerbrechen konnte, aktivierte sich sein Infolink under vernahm die Stimme von seinem Bruder.
"J.C., ich war an Fine dran, seine Leute sind-" Da brach die Übertragung apprupt ab. Paul's Stimme klang gehetzt. J.C. versuchte Kontakt mit Paul aufzunehmen, vergebens. Er war beunruhigt. Seine Gewissensbisse schob er fürs Erste beiseite, er nahm mit seinem Infolink Kontakt zum UNATCO - Hauptquartier auf.
"Alex, empfängst du mich?" J.C.'s Stimme war etwas schneller als sonst.
"Hi J.C.! Klar und deutlich, was kann ich für dich tun?"
"Ich brauche dringend eine Standortbestimmung für meinen Bruder."
"OK, warte einen Augenblick... ****, Paul's Infolink ist gestört, ich krieg kein Signal rein."
"Geh die Infolink - Log's durch, Paul hatte gerade Kontakt zu mir aufgenommen, sag mir, wo er da war."
"Moment... In der Nähe der Transrapidbrücken in der Korbin - Street, Nr. 8, ein altes Abrisshaus."
"Danke Alex."
'Verdammt!' war das Erste was J.C. in den Sinn kam. Es passte zusammen, die Info's von dem Sniper stimmten, wenn Fine wirklich in dieser Gegend war.
Agent Denton lief zum Eihnsatzfahrzeug und machte eine Funkdurchsage, er wollte wissen, wie der Status in einem anderen Teil von New York war.
"Agent Denton, wir haben keine Informationen aus diesem Teil der Stadt."
"Und weshalb nicht?" wollte J.C. gereizt wissen.
"Es sind dort keine UNATCO - Trooper vor Ort."
"Warum?!" J.C. schrie fast in das Funkgerät.
"Wir haben alle verfügbaren Kräfte hierher abgezogen wegen des geplanten NSF - Angriffs auf das Goldlager."
J.C. wurde kreidebleich. Fine hatte die gesamte UNATCO hinters Licht geführt. Der Sniper hatte ihm berichtet, dass er selbst keine anderen Instruktionen erhalten hatte, als hier mit den anderen Snipern dem UNATCO - Aufgebot aufzulauern, doch der Sniper hatte zufällig ein Gespräch mitgehört in dem Fine von einem Einsatz in einem anderen Teil von New York gesprochen hatte. Das alles hier mit dem Goldlager war nur ein Ablenkungsmanöver, mit dem praktischen Nebeneffekt, dass das UNATCO - Aufgebot dezimiert wurde.
Jetzt war ein anderer Teil New York's völlig ungeschützt und die UNATCO - Einheiten hier waren nicht 100 prozentig kampfbereit.

Die NSF - Trooper hatten nicht sonderlich viel Mühe mit den Aufzugtüren, sie waren zwar dick, aber nicht mehr so fest in ihrer Verankerung. Zwei Männer hantierten mit Brecheisen und öffneten die Tür Zentimeter um Zentimeter. Vier andere der NSF - Trooper hatten sich aufgestellt mit ihren Maschinengewehren im Anschlag, sie waren bereit zu schießen, sobald sich die Türen komplett geöffnet hatten, der UNATCO - Agent hatte keine Chance.
Metall rieb an Metall, nun hing die Tür doch etwas, möglicherweise hielt auch der Mann in dem Fahrstuhl dagegen, doch das sollte ihm auch nicht helfen, falls das der Fall war. Die Brecheisen waren kurz davor, sich zu verbiegen, doch da glitten die beiden Türhälften in die Wand und gaben das Innere des Fahrstuhls frei. Die Beiden Türöffner sprangen schnell zur Seite um die Schussbahn freizumachen. Die Schützen blickten in den Fahrstuhl, in dem sich niemand befand, der UNATCO - Agent war verschwunden. Alle Augen richteten sich auf den Innenraum des Lifts, in dem, neben einigen leeren Zigarettenpackungen und Staub noch etwas war. Sie alle sahen mit weiten Augen auf das rot blinkende Licht einer LAM an der Liftrückwand, ehe sie einen Sekundenbruchteil später detonierte.
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Geändert von Mike Denton (07.10.2007 um 22:54 Uhr).
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Alt 11.10.2007, 22:34
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So, weiter gehts, viel Spaß beim Lesen

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Mako Ballistics Teil 3

Der Lüftungsschacht endete bereits nach wenigen Metern oberhalb einer Deckenklappe, durch die Alex wieder zurück auf den Gang zurück springen konnte. Doch aufgeregte Stimmen von unten hielten ihn davon ab. Offenbar hatten die beiden ersten Soldaten, die an Alex's Versteck vorbei gelaufen waren, weitere Einheiten angefordert. Die Situation spitzte sich zu.
Der Bionic konnte im Augenblick weder vor noch zurück und war, wenn er nicht in einem Kugelhagel enden oder ein Blutbad anrichten wollte, zur Untätigkeit verdammt. Gleichzeitig lief ihm die Zeit davon. Ava Johnson würde wohl nicht ewig auf ihn warten!
Alex ärgerte sich, nicht mehr Betäubungspfeile eingesteckt zu haben. Die fünf, die er noch hatte, würden wohl kaum für die aufgebrachte Meute dort unten ausreichen, selbst wenn jeder Schuss ein Treffer war.
Ein Knacken und Rauschen war von unten zu hören, wie von einem altmodischen Funkgerät. Dann etwas, das wie eine verzerrte menschliche Stimme klang, die Alex allerdings nicht verstehen konnte.
„Verstanden!“ antwortete einer der Männer direkt unter ihm. „Wir halten die Augen nach ihm offen.“ woraufhin noch einmal ein kurzes Klacken aus dem Gerät drang und somit das Gespräch beendet wurde. „Er hat Horpers' Uniform gestohlen! Kyle lag betäubt in der Nähe des Haupteingangs! Also haltet die Augen offen, Männer!“ erklärte der Mann kurz darauf seinen Leuten.
Alex' Tarnung war also aufgeflogen! Somit konnte er die, wie er fand, unpraktische Uniform auch gleich wieder ablegen und hatte so deutlich besseren Zugriff zu seinen anderen Waffen, die er ja der Tarnung wegen unter der 'geborgten' Kleidung tragen musste. Aber selbst das war für den Bionic momentan nicht möglich, denn abgesehen von den beengten Platzverhältnissen, würde er auch viel zu viel Lärm verursachen, würde er versuchen sich in diesem Lüftungsschacht umzuziehen.
Es blieb ihm also augenblicklich nichts anderes übrig, als zu warten, bis die Soldaten abgezogen waren.
Gerade als es anfing unbequem zu werden, teilte der Befehlshabende seine Männer in Zweiergruppen ein und ließ sie ausschwärmen.
Alex atmete erleichtert auf, wartete einen Moment und öffnete schließlich die Abdeckung des Lüftungsschachts. Vorsichtig spähte er in den unter ihm liegenden Gang. Keine Menschenseele war mehr zu sehen.
Schnell, aber leise ließ sich Alex durch die Öffnung gleiten und sprang geschmeidig wie eine Katze in den Flur unter sich.
Er entdeckte nur wenige Meter vor sich einen Abstellraum mit diversen Gegenständen, die ihm sicherlich noch nützlich sein würden: Ein Medikit, ein Munitionsmagazin, ein Multitool, sowie den Arbeitskittel eines Putzmannes.
Alex wechselte seine unnütz gewordene SSC-Uniform gegen den Kittel aus und verließ die Abstellkammer. Das würde ihm zwar auf Dauer auch nicht tarnen, ihm aber möglicherweise ein wenig Zeit einräumen, die er dringend nötig hatte.
Wer konnte schon wissen, ob oder wann Ava mit ihrem Helikopter entdeckt würde und wie viel Zeit Alex dann noch blieb, von diesem Ort zu verschwinden. Möglicherweise würde er hier festsitzen, falls die Hubschrauberpilotin flüchten musste.
Besser, er dachte darüber erst gar nicht nach und erledigte seine Aufgaben schnellstmöglich, um dann noch rechtzeitig wieder im Helikopter zu sitzen, bevor dieser wieder abhob.
Der Bionic suchte die Gänge nach dem Biolabor ab. Hin und wieder konnte er in einigen Metern Entfernung ein paar der SSC-Soldaten entdecken, die allerdings von ihm keinerlei Notiz nahmen. Entweder, seine Statur und Haarfarbe ähnelte dem Putzmann dermaßen, dass die Männer keinen Verdacht schöpften, oder sie kannten die Leute des Reinigungstrupps schlichtweg nicht.
Wie dem auch sei, Alex erregte keinerlei Aufmerksamkeit und genau das war es, worauf es im Augenblick ankam.
Suchend ging er weiter und erspähte kurz darauf einen Aufzug mit der Aufschrift „Biolabor“. Er zögerte einen Moment, blickte sich noch einmal prüfend um und betrat schließlich den Lift. Es gab nur zwei Knöpfe: Basis und Biolabor. Alex drückte den oberen Knopf und fuhr hinauf.
Es dauerte keine zwei Sekunden, da öffnete sich die Schiebetüre erneut und Alex sah sich gegenüber zwei Wissenschaftlerinnen, die sich angeregt unterhielten:
„....hat er gesagt, aber ich glaube ihm kein Wort!“ meine die erste energisch.
„Jetzt beruhige dich, bitte. Warum sollte er dich anlügen? Welch einen Grund sollte er haben?“
Erst jetzt schienen sie Alex entdeckt zu haben und blickten ihn überrascht an.
„Was wollen sie denn jetzt schon hier? Wir stecken noch mitten in der Arbeit, sie können hier noch nicht putzen.“
„Ehrlich gesagt, hatte ich das auch gar nicht vor.“ lenkte Alex schmunzelnd ein. „Ich suche Dr. Leila Nassif.“
„Dr. Nassif, soso.“ machte die erste wieder. „Haben sie denn heute einen Termin bei ihr?“
„Nein, ich komme unangemeldet.“
„Tja, dann können sie auch gleich wieder gehen, sie ist nämlich nicht hier.“ erklärte die Angesprochene, wieder etwas unwirsch.“
„Was soll das heißen, sie ist nicht hier? Wo ist sie denn?“ entgegnete Alex nun auch nicht mehr ganz so freundlich.
„Genau das, was ich gesagt habe: Nicht hier! Und nun entschuldigen sie uns, wir haben zu tun.“ Somit drehte sie sich um und stieg eine kurze Treppe hinunter, um sich dort an einen der Schreibtische zusetzen.
Auch die zweite Frau machte Anstalten, ihrer Kollegin zu folgen, hielt dann allerdings kurz inne und drehte sich noch einmal um.
„Bitte entschuldigen sie die unfreundliche Art meiner Kollegin, sie hatte heute eine kleine Auseinandersetzung mit dem Projektleiter Direktor Cornicy. Wenn sie etwas über Dr. Nassif wissen möchten, fragen sie bitte ihn. Ich denke, er wird noch am ehesten wissen, wo sie ist und wie sie sie erreichen können. Sie finden ihn gleich im oberen Büro, nur die Treppe hinauf, dann links.“ erklärte sie und folgte ihrer Kollegin an den Arbeitsplatz.
Bevor sich Alex auf den Weg nach oben machte, wartete er, bis die beiden SSC-Soldaten, die durch das Biolabor patrouillierten, ihm den Rücken zudrehten, dann beeilte er sich die Treppe hinauf und huschte beinahe geräuschlos in das obere, deutlich kleinere Labor und wäre beinahe noch mit einem Medbot zusammengestoßen, der durch den Raum schwebte und just in diesem Moment am Eingang vorbei kam.
„Immer langsam mit den jungen Pferden, guter Mann.“ begrüßte ihn ein vollbärtiger Wissenschaftler im weißen Kittel schmunzelnd. „Haben sie sich verlaufen, oder möchten sie tatsächlich zu mir?“
„Tja, eigentlich weder noch. Ich suche Dr. Leila Nassif.“
„Oh.“ machte Direktor Cornicy nur und kratzte sich an seinem Bart. „Sie ist bereits abgereist, aber vielleicht kann ich ihnen auch helfen, Herr...?“
„Sehr freundlich, aber ich glaube nicht, dass sie das können. Wo ist sie denn hin, Dr. Nassif meine ich.“
„Ich fürchte, das darf ich ihnen nicht beantworten.“ entgegnete der Projektleiter stirnrunzelnd und zupfte sich unsicher am Bart. „Nach all den Anschlägen in letzter Zeit sind die Sicherheitsmaßnahmen sehr verstärkt worden und es ist uns leider verboten, interne Informationen und Aufenthaltsorte unserer Mitarbeiter nach draußen weiterzugeben. So leid es mir tut.“
„Aber ich komme von Tarsus! Auch ich entkam nur knapp dem Anschlag in Chicago.“ Alex starrte den Wissenschaftler entschieden an und überlegte, wie er an diese Informationen kommen konnte. Er wollte diesem sympathischen Mann nicht drohen, aber wenn es nicht anders ging, würde ihm wohl nichts anderes übrig bleiben.
„Wie sagten sie noch gleich, war ihr Name?“ hakte Direktor Cornicy nach.
„Denton, Alex Denton.“
„Oh, Denton, ähm, ich meine natürlich Herr Denton. Einen Moment bitte.“
Schon verschwand der Mann im Kittel durch eine Glastüre, nachdem er einen Zahlencode in ein Tastenfeld eingegeben hatte, in einem dahinter liegenden Büro. Nach wenigen Minuten erschien er wieder und Alex konnte deutlich die Anspannung spüren, die der Projektleiter ausstrahlte. Sein Augenimplantat ermöglichte ihm nicht nur verbesserte Nachtsicht, sondern auch Infrarotabtastung, die Alex augenblicklich aktivierte. Direktor Cornicys Temperatur war stellen weise deutlich gestiegen, was auf seine extreme Nervosität zurückzuführen war.
„Entschuldigen sie die Verzögerung, Herr Denton, aber ich musste natürlich erst einmal ihre Identität überprüfen.“
„Das verstehe ich.“ nickte Alex und blickte dem Wissenschafler ungeduldig an. „Und? Verraten sie mir jetzt, wo ich Dr. Nassif finden kann?“
„Ja, natürlich. Dr. Leila Nassif ist in Europa, genauer gesagt, London. Wenn sie noch einen Augenblick Zeit haben, kann ich ihnen die genaue Adresse der örtlichen Tarsus Akademie geben.“
Alex registrierte ein weiteres Ansteigen der Körpertemperatur des Wissenschaflers. Seine Hände mussten geradezu klitschnass geschwitzt sein und die Schweißtropfen auf seiner Stirn waren auch ohne Infrarotabtastung deutlich erkennbar.
„Nein, nicht nötig.“ erklärte der Bionic scharf und nahm die Mag Rail von der Schulter.
„Oh, wie ich sehe, haben sie die Mag...“ weiter kam er nicht, Alex hielt auf den Wissenschafler an und starrte ihm entschlossen ins Gesicht. „Und nun zur Abwechslung mal die Wahrheit! Wo ist Dr. Nassif?!“
Der Projektleiter starrte ihn ängstlich an und versteifte sich.
Alex hörte hinter sich das Entsichern einer MP und noch bevor er zur Seite hechten konnte, hämmerten bereits die Schüsse aus der Waffe! Der Schütze verfehlte ihn, traf jedoch Direktor Cornicy, so dass dieser schwer verletzt zusammenbrach!
Noch während seines Sprunges drehte sich der Bionic um die eigene Achse, riss die Mag Rail nach oben und feuerte auf den SSC-Soldaten!
Auch dieser brach schwer verletzt zusammen, brachte aber seine Waffe noch einmal in Anschlag, um ein weiteres Mal auf Alex zu feuern, traf ihn diesmal aber am Oberschenkel, dass auch der Bionic kurz darauf zu Boden sank.
Alex aktivierte sein Selbstheilungsimplantat, musste aber schnell feststellen, dass seine Bioenergie nicht mehr ausreichte, ihn vollständig zu heilen. Auch fehlten ihm im Augenblick sogar die wenigen Sekunden, eine neue Energiezelle einzusetzen.
Die Schmerzen verschlimmerten sich merklich und waren bald kaum mehr zu ertragen.
Dieser Schutzmechanismus, den jeder normal gezeugte Mensch besitzt, den Schock, hatte man bei dem Bionic zugunsten der Selbstheilung buchstäblich 'weggezüchtet'. Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als die Zähne zusammen zu beißen und sich eine halbwegs geeignete Deckung zu suchen, um wenigstens soviel Zeit zu gewinnen, um sich eine neue Energiezelle einzusetzen.
Just in dem Moment, als er glaubte, etwas Geeignetes gefunden zu haben, trat der zweite SSC-Soldat mit gezogener Waffe durch die Türe!
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  #63  
Alt 17.10.2007, 05:35
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War wieder mal kreativ, hoffe auf gefallen!

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 9)

Ein ruhiger Tag war es heute, keine Straßenkämpfe rivalisierender Gangs, kaum Passanten die sich den Grauen Tod wegholen wollten, noch nicht mal Penner waren heute zu sehen. Aufgrund dieser Tatsachen war es an der Zeit, eine kleine Pause einzulegen.
Simon Perry holte seine Packung Lucky's raus und steckte sich eine der letzten drei Zigaretten an. Er musste wirklich damit aufhören, zweieinhalb Päckchen am Tag waren einfach zuviel... Auch wenn man die Erkrankungen die vom Rauchen ausgelöst wurden heutzutage gut behandeln konnte war es extrem schädlich, mittlerweile straben mehr Menschen am Grauen Tod als an Lungenkrebs, doch das Raucehn schwächte das Immunsystem und man wurde somit anfälliger für den Grauen Tod.
Aufgrund dieser Überlegung paffte er die erste Hälfte der Zigarette nur, um dann doch wieder tief zu inhalieren.
Er musste zugeben, als Mitarbeiter des Katastrophenschutzes schob er manchmal eine sehr ruhige Kugel, an solchen Tagen wie heute, aber er hatte es auch schon ganz anders erlebt... einmal bekam er einen Ziegelstein an den Kopf, er wurde zig Male getreten, geschlagen und angespuckt. Daher sollten ihm seine Ruhepausen wirklich vergönnt sein.
Gerade als die Zigarette zu Ende war wollte er über seihn Funkgerät einen Lagebericht von seinen Kollegen anfordern, als er plötzlich Schritte hörte, und nicht gerade wenige, einen Moment später hörte er gedämpfte Schüsse, wie aus einer Pistole mit Schalldämpfer, direkt um die Häuserecke.
'Oh Gott!' dachte er bei sich. Er drückte sich schnell in den nächstbesten Hauseingang um nicht entdeckt zu werden als plötzlich eine große Gruppe von NSF - Troopern um das Haus herum kam. Perry traute seinen Augen kaum. "*******!" sagte er leise zu sich selbst. 'Das müssen Dutzende sein, verdammt!' Alle waren mit Maschinengewehren bewaffnet und trugen die typischen Helmmasken der NSF.
Von seinem Versteck aus konnte er beobachten, wie sich die große Gruppe von schätzungsweise 80 bis 100 Mann (oder auch Frauen) aufteilte und in kleineren Teams verschiedene Geschäfte ansteuerte.
Perry hatte nicht die geringste Ahnung, wass die NSF in diesen alten, längst leerstehenden Gebäuden wollte, jedoch konnte es nichts Gutes sein. Er nahm sein Funkgerät zur Hand und stellte die Notfallfrequenz ein. Es sollte wohl doch kein so ruhiger Tag werden...

J.C. lief umher wie ein Frettchen, er konnte keinen Moment still stehen, es war einfach alles zu sehr in Aufruhr. Die UNATCO - Trooper formierten sich neu, oder zum indest versuchten sie dies. Die Teams waren zerissen, Teammitglieder waren verwundet oder tot und man versuchte verzweifelt, einen Lagebericht aus einem anderen Teil New Yorks zu bekommen.
J.C. hatte eine Sattelitenabtastung angeordnet, jedoch war das Signal des Satteliten seit etwa 20 Minuten gestört, nur der Sattelit der für die Abtastung von den gewissen Teil von New York benötigt wurde. Er konnte kaum fassen, dass Fine die ganze Sache anscheinend akribisch vorbereitet hatte.
Ferade als er wieder einen vergeblichen Versuch unternahm, mit seinem Bruder in Kontakt zu treten, hörte er ein Rauschen in dem Funkgerät eines Einsatzfahrzeuges. Er ging zu dem Wagen und nahm das Sprechteil des Funkgerätes. Die Durchsage war auf der Notfallfrequenz des Katastrophenschutzes hereingekommen, die Frequenz wurde von der UNATCO mitgehört. Eine Stimme drang aus dem LAutsprecher des Funkgeräts, sie klang leicht verängstigt.
"Hört mich jemand? Ich gehöre zum Katastrophenschutz, Abteilung Aufruhreinheit. Ich muss einen großen NSF - Aufmarsch melden."
J.C. konnte es nicht glauben, dass er ein so gewaltiges Brett vor dem Kopf gehabt hatte. Die Aufruhreinheiten! Sie gehörten nicht zur UNATCO und waren auch nicht den Polizeibehörden unterstellt. Es gab zwar nur eine HAndvoll dieser Einheiten in New York, und wenn es hart auf hart kam, brauchte der Katastrophenschutz immer Unterstützung von Seiten der UNATCO oder der Polizei, doch jetzt war dieser Typ ein Geschenk des Himmels!
"Wie ist Ihr Name und wo befinden Sie sich? Sagen Sie mir, was Sie genau beobachtet haben." J.C. bemühte sich, beruhigend auf den Mann einzureden, obwohl er selbst alles andere als ruhig war.
Nach einem kurzen Gespräch bat J.C. den Mann auf dieser Frequenz zu bleiben und auf weitere Anweisungen zu warten.
J.C. rief die Teamleiter zusammen und besprach sich mit ihnen. Jetzt bestand keinerlei Zweifel mehr, der Angriff der NSF hatte begonnen. Und nun kannten sie auch den genauen Standort. Keine Fünf Minuten später waren einige Einsatzwagen bereit sich auf den Weg zu machen. J.C. war ebenfalls dabei, er hatte trotz der wichtigen Informationen ein flaues Gefühl im Magen, auch wegen seinem Bruder. Aber jetzt war das Wichtigste, die NSF aufzuhalten, sie waren vermutlich gerade dabei, ihren Einsatz durchzuführen.
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Alt 01.11.2007, 16:50
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So, hier nun der 4. und letzte Teil von Mako Ballistics. Wie immer, viel Spaß beim Lesen

DEUS EX – INVISIBLE WAR Mako Ballistics Teil 4

Wie angewurzelt blieb Stan Poker stehen und starrte fassungslos auf das Bild, dass sich ihm bot: Direktor Cornicy lag in einer immer größer werdenden Blutlache und es schien nur noch Sekunden zu dauern, bis auch noch der letzte Rest Leben buchstäblich aus ihm heraus geflossen war. Auch Stans Kollege gab kein deutlich besseres Bild ab. Auch dieser blutete stark aus einer tiefen Wunde an der Hüfte und fuchtelte dabei unkontrolliert mit seiner Maschinenpistole herum, so dass Poker Himmelangst wurde, von einer verirrten Kugel getroffen zu werden!
Der dritte Verletzte war ein ihm vollkommen unbekannter Mann im blauen Putzkittel, der sich verzweifelt bemühte, etwas aus seinen Innentaschen herauszufischen.
Stan aktivierte den Notruf an seinem Anzug und eilte zu Direktor Cornicy, der ihm am schwersten verletzt erschien. Der Projektleiter reagierte nur noch schwach auf den Soldaten, spuckte Blut und sank dann bewusstlos zusammen. Stan drehte in auf die Seite, damit er nicht an seinem eigenen Blut erstickte und musste mit ansehen, wie ein weiterer Schwall des Lebenssaftes aus ihm heraus floss!
'Der Medbot!“ Schoss es Stan durch den Kopf. Schnell erhob er sich und packte den medizinischen Roboter mit beiden Armen und schob ihn direkt über Direktor Cornicy. Der Bot war nicht darauf programmiert, am Boden liegende Personen zu verarzten, deshalb setzte Poker kurzerhand den Projektleiter auf. Der Bot reagierte und begann sofort mit einer kleiner Not-Operation, die zwar nicht ausreichen würde, Direktor Cornicy vollständig zu heilen, jedoch ihm soviel Zeit einräumen würde, bis ein echter Arzt sich um ihn kümmern würde. Dann legte Stan den verwundeten, jetzt narkotisierten Mann auf eine trockene Stelle am Boden, knüllte einen weiteren Kittel, den er an einem Kleiderhaken fand, zu einem Ball zusammen und legte ihn unter den Kopf 'seines' Patienten.
Gerade, als Poker sich mit dem Bot auf den Weg zu seinem Kollegen machte, nahm er eine Bewegung in den Augenwinkeln wahr: der unbekannte Mann stand vollkommen unverletzt neben ihm und hielt in beiden Händen eine Waffe, von der Stan glaubte, dass es sich um die Mag Rail handelte!
„Wie ... ist das möglich?“ brachte Poker zögernd hervor und starrte den Putzmann verwundert an.
„Sie meinen die Mag Rail? Die habe ich von Dr. Patton.“ erklärte Alex, als er Stans Blick folgte.
„Ich meine nicht die Waffe, ich meine sie! Waren sie nicht eben noch schwer verletzt dort drüben auf dem Boden gesessen?“
„Schwer verletzt ist stark übertrieben, mein Freund. Das war mit ein paar Handgriffen schnell erledigt.“ behauptete der Bionic abwinkend. „Hier ihr Kollege meinte es mit den Zugangsberechtigungen etwas zu genau und als er anfing hier wild um sich zu schießen, blieb mir nichts anderes übrig, als ihn aufzuhalten.“ freundschaftlich klopfte Alex dem SSC-Soldaten auf die Schulter. „Kümmern sie sich um ihn und machen sie sich um meine Gesundheit keine Gedanken, mir geht es wirklich gut. Ich muss nur mal eben in das Büro, wenn sie nichts dagegen haben.“ meinte Alex, als sei das die Selbstverständlichkeit des Tages und ohne auf eine Antwort des Soldaten zu warten, ging er auf das Büro mit der Glastüre zu, in dem Direktor Cornicy angeblich seine Identität überprüft hatte.
Poker war viel zu sehr mit seinem Kollegen beschäftigt, um auf Alex zu achten.
Der Bionic nahm seine handliche Mako-Pistole die mit einem Glas-Destabilisator ausgestattet war und zerschoss kurzerhand die alarmgesicherte Glastüre des Büros. Die Scheibe schien sich in Rauch zu verwandeln und sank, leicht wie Staub, zu Boden, wodurch auch kein Alarm ausgelöst wurde.
Weder Stan, noch der Geschützturm an der Decke des Labors nahmen von Alex' Machenschaften Notiz. Unbehelligt betrat der Bionic das Büro und entdeckte kurz darauf ein Holocom auf dem Schreibtisch am Fenster. Eine neue Nachricht wurde angezeigt und Alex aktivierte das Gerät.
Dr. Leila Nassifs Abbild erschien und richtete ihre Mitteilung an den Projektleiter: „Direktor Cornicy, ich reise nun ab nach Kairo. Bitte kümmern sie sich um alles weitere, bis ich zurück bin. Ich glaube, ich muss ihnen nicht sagen, wie wichtig die absolute Geheimhaltung aller Projekte ist, bis die Sache ausgestanden ist. Es dürfen keine Informationen nach draußen dringen, egal welcher Art. Ich danke ihnen, schönen Tag noch.“
Donna Morgan meldete sich über Infolink: „Gute Arbeit, Alex. Machen sie sich auf den Weg nach Kairo, ich denke, ihre Pilotin wird sie sicher dort hin bringen. Sollten sie wider erwartend doch noch einen anderen Piloten brauchen, geben sie mir Bescheid, ich werde mich umgehend um Ersatz kümmern.“
Noch bevor der Bionic etwas erwidern konnte, wurde die Verbindung getrennt. Alex verfluchte ein weiteres Mal den Infolink, der zwar allen anderen die Möglichkeit gab, ihn jederzeit zu erreichen, er selber aber stets erst eine Verbindung aufbauen musste, um mit anderen zu kommunizieren. Ähnlich dem Prinzip des Telefons konnte er Glück haben und seine Gesprächspartner erreichen, oder eben auch nicht.
'Das ist das Schicksal derer, die ihr Telefon im eigenen Kopf mit sich herumtragen.' dachte er grimmig und verließ das Büro.
Inzwischen waren zwei Sanitäter eingetroffen, die gerade dabei waren, Direktor Cornicy vorsichtig auf eine kurz über dem Boden schwebende Automatiktrage zu heben. Als er festgeschnallt war, hob die Trage ab und schwebte auf Hüfthöhe neben einem der Ersthelfer, der eine Art Fernbedienung in seiner Hand hielt. Verwundert blickte er Alex entgegen.
„Wer sind sie denn?“ offenbar kam ihm der Putzmann mit der High-Tech-Waffe doch etwas suspekt vor.
„Alex, aber das spielt keine Rolle, ich wollte zu Dr. Nassif, die aber leider, wie ich erfahren musste, nicht hier ist.“
„Ja, sie ist heute morgen abgereist. Konnte ihnen Direktor Cornicy nicht helfen?“
„Es ist etwas persönliches, das ich mit ihr besprechen wollte. Nun, dann muss ich wohl ein andermal wieder kommen.“ erklärte Alex schulterzuckend und machte bereits Anstalten, sich an den Sanitätern vorbei zuschieben.
„Einen Moment noch!“ hielt ihn der inzwischen verarztete SSC Soldat, der nun mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht auf einem der Stühle saß, auf. „Sie sind ein Bionic! Ich wüsste nicht, dass wir gen manipulierte Leute in der Putzmannschaft haben. Was wollen sie hier und wo haben sie die Mag-Rail her?“
„Sagte ich bereits: Ich wollte zu Dr. Nassif und die Mag Rail habe ich von Dr. Patton bekommen. Sie können ihn gerne fragen. Wenn sie mich nun entschuldigen wollen, ich muss weiter.“
„Nicht so schnell!“ rief ihm der andere hinterher und hielt nun seine MP wieder fest in beiden Händen, während der Lauf auf Alex zeigte. „Was wollen sie von Dr. Nassif? Wenn sie zu ihrem Team gehören würden, hätte sie ihnen sicher gesagt, wo sie erreichbar ist.“
„Ich wüsste nicht, was sie das anginge, aber wenn sie darauf bestehen: Es geht um sehr persönliche Dinge, ich habe ein paar Probleme mit einigen Implantaten, falls sie überhaupt wissen, was das ist.“ entgegnete Alex von oben herab, um den anderen ein wenig zu provozieren. „Und ja, sie sagte mir, dass ich sie hier erreichen kann, sollte ich Fragen oder Probleme haben. Hab ich ihre Neugierde nun endlich befriedigt oder wollen sie noch mehr über Dinge wissen, die sie eh nicht verstehen?“
Der Soldat starrte ihn an, als hätte er soeben eine Ohrfeige bekommen. Mit soviel Dreistigkeit hatte er nicht gerechnet und schon gar nicht, da er seinem Gegenüber die geladene MP vor die Brust hielt.
Alex ließ der verdutzten Mann einfach stehen und verließ das Labor ohne Eile und noch bevor der andere seine Sprache wieder fand, hatte der Bionic bereits den Aufzug erreicht. In dem Moment, als Alarm geschlagen wurde, fuhr er bereits in den Keller, um von dort aus über den Lieferanteneingang das Gebäude verlassen zu können. Doch noch war er nicht in Sicherheit! Kurz bevor der Lift unten hielt, fiel der Strom aus! Der Aufzug stoppte ruckartig, die leise Musik verstummte und es war plötzlich stockdunkel in der Kabine!
Der Bionic aktivierte sein Augenimplantat und blickte sich nach einem Notausstieg um. Ein Rucken ging durch die Kabine! Jemand zog den Lift manuell nach oben!
Nun war Eile angesagt! Alex öffnete einen Notausgang an der Kabinendecke und zog sich hinauf. Sorgfältig verschloss er von oben die Luke wieder und sprang die wenigen Meter von der Kabinendecke auf den Aufzugsschachtboden hinunter.
Er wartete, bis der Aufzug weit genug nach oben gezogen wurde, dass er an die Kellertüre herankam und aktivierte seine Kraftverstärkung in den Armen. Mit einem kräftigen Ruck drückte er die beiden Schiebetüren auseinander und zog sich hoch. In dem Moment kam der Aufzug von oben herunter und hätte ihn beinahe noch zerquetscht! In wirklich allerletzter Sekunde, zog der Bionic die Beine nach und kam keuchend, aber erleichtert auf dem Kellerboden zu liegen. Das Entsichern einiger MP's direkt über seinen Kopf ließ ihn einen Augenblick erstarren.
„Ja, was kommt denn da aus dem Schacht gekrochen? Ach, ein Mutant, sieh an!“
Langsam blickte Alex nach oben und starrte genau in die Mündung einer Maschinenpistole und ein äußerst grimmiges, aber auch entschlossenes Gesicht dahinter.
Abgesehen von diesem Soldaten standen noch zwei weitere mit schussbereiten Waffen über ihm und in allen Gesichtern konnte er die selbe Entschlossenheit erkennen! Es gab keinen Zweifel, die drei würde ohne mit der Wimper zu zucken abdrücken, sobald Alex auch nur eine falsche Bewegung machte. Der Bionic blieb liegen und wirkte nach außen völlig entspannt, doch sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. Alex hatte weder gesteigerte Lust darauf, von den dreien festgenommen zu werden, noch als Sieb zu enden, also war guter Rat teuer.
„Aufstehen und lass deine Hände dort, wo wir sie auch sehen können!“ befahl der Soldat der links neben ihm stand.
Scheinbar mühsam richtete sich Alex langsam auf und hielt die Hände gut sichtbar nach oben. Als dann einer der Männer anfing, ihn zu entwaffnen, hätte der Bionic am liebsten angegriffen, doch im selben Moment war ihm klar, dass das sein sicheres Todesurteil bedeutet hätte. Seinem Regenerationsimplantat fehlte noch das letzte Update und war somit zu langsam, um gegen drei Maschinenpistolen ankommen zu können.
Gerade als er glaubte, seine Felle davon schwimmen zu sehen, erreichte eine Funkmeldung einen der Soldaten: „Alle verfügbaren Leute aufs Dach, wir werden von einem Hubschrauber angegriffen!“
„Deine Freunde?“ wollte der Soldat vor ihm wissen und schlug ihm den Gewehrlauf in den Magen.
„Ich habe keine Freunde.“ stieß Alex keuchend hervor und drückte seine Hände unbewusst gegen die schmerzende Stelle.
Der Soldat rechts neben ihm besaß anscheinend einen besonders nervösen Zeigefinger, denn er nahm diese unbewusste Bewegung bereits als Bedrohung auf und eröffnete das Feuer!
Plötzlich ging alles blitzschnell: Die Kraftverstärkung seiner Arme war immer noch aktiviert und so drehte sich Alex einmal schwungvoll um die eigene Achse und schlug den Schützen kurzerhand nieder! Die anderen beiden fingen nun auch an zu feuern, doch sie waren nicht so einfach zu überrumpeln!
Blitzschnell deaktivierte der Bionic die Kraftverstärkung, um mehr Energie zur Verfügung zu haben, aktivierte die Regeneration und warf sich auf den Bewusstlosen. Er riss ihm die Maschinenpistole aus den schlaffen Händen und drehte sich auf den Rücken. Dann schoss er auf die beiden Männer, während er ungeschützt auf dem Boden lag und einige äußerst schmerzhafte und tiefe Wunden einstecken musste. Gerade als die Bioenergie bedenklich zur Neige ging und Alex wenig Hoffnung hatte, doch noch mit dem Leben davon zu kommen, brach einer der beiden Männer zusammen und der zweite ergriff, laut um Verstärkung rufend, die Flucht!
Schnell rappelte sich der Bionic auf, griff sich seine Waffen, die die Soldaten ein paar Meter entfernt einfach abgelegt hatten und schob sich in einen kleinen Abstellraum. Erst dort setzte er eine neue Bioenergiezelle ein, aktivierte erneut sein Regenerationsimplantat und atmete erstmal tief durch. Die Waffen waren schnell wieder an ihrem Platz, so dass Alex beide Hände frei hatte. Dann öffnete er einen Lüftungsschacht kurz oberhalb seines Kopfes, schlüpfte hinein und verschloss ihn von innen wieder sorgfältig.
Er hatte nicht die geringste Ahnung, wo dieser Schacht enden würde, doch momentan war ihm fast jeder Ort recht, solange er nur weit genug von diesem Keller entfernt war.
Noch einmal hatte Alex Glück: Der Abluftschacht endete nach einigen kleineren und größeren Kletterpartien im Innenhof des Gebäudes, unweit von der Stelle entfernt, an der er den Bau betreten hatte. Eine Feuerleiter etwa einen Meter über seinem Kopf würde ihn auf das Dach bringen, auf dem hoffentlich Ava noch auf ihn wartete. Ohne noch weitere kostbare Zeit zu verlieren, sprang der Bionic auf die Leiter und kletterte geschickt und schnell hinauf auf das Dach. Doch von dem Hubschrauber war weit und breit weder etwas zu sehen, noch zu hören.
Die Pilotin meldete sich über den Infolink: „Hallo Alex, da bist du ja endlich, dachte, sie hätten dich erwischt.“
„Das haben sie auch, aber ich konnte entkommen. Wo bist du?“
„Dicht über dir, ich musste das Tarnfeld und den Flüstermodus aktivieren, wollte sie ein wenig von dir ablenken und musste dann schnell verschwinden, als sie ihre Dachgeschütze auspackten
. Man sollte sich eben nie mit einem Waffenhersteller anlegen!“ lachte sie. „Okay, ich glaube, ich kann es riskieren, kurz zu landen. Bist du fertig, Alex?“
„Von mir aus kann's losgehen.“
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Alt 17.11.2007, 10:26
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So, wieder ein Teil fertig geworden, viel Spaß beim Lesen und seid bitte wie immer nachsichtig mit eurer Kritik

DEUS EX -INVISIBLE WAR
Kairo Teil 1 - Süd Medina

Ava setzte Alex auf einem Flachdach, das zu einem Helipad umgebaut worden war, in der Süd-Medina ab.
„Falls ich meinen Passagier auch hier nicht finde, werde ich hier auf dich warten, Alex. Sollte ich allerdings diesmal mehr Glück haben, gebe ich dir über Infolink Bescheid, damit du dich nach einem anderen Piloten umsehen kannst.“
„Ja, das wäre nett, danke dir, Ava. Bis dann.“ erwiderte der Bionic und kletterte aus dem Helikopter.
Sofort fiel Alex der seltsam stickige und abgestandene Geruch auf, der die Stadt einhüllte, als hätte man eine riesige Käseglocke über die Stadt gestülpt. Er war schon in einigen Großstädten gewesen und hatte überall verhältnismäßig schlechte Luft vorgefunden, doch nie empfand er es als so intensiv wie hier in Kairo.
Das Flachdach erwies sich als wesentlich größer, als auf den ersten Blick vermuten ließ, doch mit einem richtigen Helipad war es trotz alledem nicht vergleichbar. Ein paar Meter entfernt entdecke Alex eine defekte Piloten-Sendereinheit, sowie einige nützliche Gegenstände, die der Bionic, nach einem prüfenden Blick über das Dach, in seiner Tasche verschwinden ließ. Seine Vorsicht war unbegründet, denn der provisorische Landeplatz war menschenleer und auch von Überwachungskameras fehlte jede Spur.
Eine Leiter führte vom Erdgeschoss bis hinauf auf eine kleine Aussichtsplattform, die sich noch oberhalb des Helipads befand und Alex stieg zuerst hinauf. Vielleicht konnte er sich von dort oben einen besseren Überblick über die Stadt machen oder wenigstens weitere nützliche Gegenstände finden. Der Bionic war kein Dieb, zumindest sah er sich nicht als solchen, eher als einen Finder, der seinen Lohn darin sah, die Fundsachen zu behalten, statt sie bei einem Fundbüro oder einer Wachstation abzugeben. Außerdem erreichten manche Preise Spitzenwerte, wenn man sich beispielsweise Bioenergiezellen, Munition oder gar Implantate legal besorgen wollte. Und in Krisenzeiten wie diesen musste man sehen, wo man blieb!
Der Ausblick von dort oben fesselte Alex einen Moment, denn gerade in diesem Augenblick ging die Sonne auf. Die roten, wärmenden Strahlen breiten sich über den Dächern der Häuser aus, und die Zwiebeltürme der Moscheen und Minarette erstrahlten in ihrem goldenen Glanz. Doch noch etwas anderes wurde von den Sonnenstrahlen erhellt: eine dichte, grau violette Wolkendecke, die wie ein drohendes Unwetter über der Stadt hing; und es würde wohl nicht lange dauern bis die Sonne dahinter verschwunden und sich die warmen, gelben Sonnenstrahlen in ein diffuses Zwielicht verwandeln würden.
Alex riss sich von dem Anblick los und stieg die Leiter hinunter, die direkt auf der Straße endete.
Schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite entdeckte er einen etwas spärlich eingerichteten QueeQueg's-Kaffeeshop, dessen Verkäufer eine Atemschutzmaske trug. Überhaupt trugen fast alle Menschen hier Feinstaubfilter und Alex vermutete, dass das an der dunklen Nanostaubwolke über der Stadt lag.
Was war hier nur passiert und gab es keine Möglichkeit, die Luft zu säubern?
Der Bionic war kein wirklicher Kaffeefreund, doch nach dem langen, ermüdendem Flug, beschloss er, sich eine Tasse zu genehmigen.
„Einen Queequachino, bitte.“ sprach er den Verkäufer an.
„Kommt sofort.“ erwiderte dieser und stellte kurz darauf das bestellte Getränk vor Alex auf den Tresen. „Sind sie neu in dieser Gegend? Ich kann mich nicht daran erinnern, sie schon einmal hier gesehen zu haben und ich kenne hier in der Süd-Medina so gut wie jeden.“
„Ja, gerade angekommen.“ erwiderte Alex.
„Dann ein herzliches Willkommen in Kairo. Wenn sie Fragen zu diesem Stadtviertel und deren Bewohner haben, kommen sie zu mir, ich werde versuchen ihnen weiter zu helfen.“
„Sehr freundlich. Da fällt mir gerade ein, können sie mir sagen, wie ich in die Arcologie komme?“
„Oh, sie wollen in die Arcologie? Nun, normalerweise brauchen sie dafür einen Ausweis, aber ich kenne einen Schleichweg, der sie an der SSC vorbei, direkt in die Arcologie bringt: Sie gehen einfach hier die Straße runter und durch die Moschee. Auf der anderen Seite kommen sie an einen Aufzug, der bringt sie genau dort hin. Für alle Fälle gebe ich ihnen noch einen Stadtplan mit. Es ist hier manchmal etwas verwirrend, wenn man neu ist, sich zurecht zu finden.“ erklärte er und drückte Alex einen Datenwürfel in die Hand.
„Vielen Dank. Ist das ein besonderer Service, den sie ihren Kunden anbieten?“
„Ja, das heißt, ich hatte gehofft, sie könnten mir einen kleinen Gefallen tun.“ meinte der Verkäufer kleinlaut.
„Ich ahnte, dass es einen Haken gibt.“ erwiderte Alex schmunzelnd. „Was kann ich denn für sie tun?“
„Die Managerin von NG Resonance, Miss Whithers, ist momentan in Kairo und ich weiß aus zuverlässigen Quellen, dass sie sich in der Arcologie aufhält. Das Geschäft hier unten ist so schlecht, dass mein Bezirksleiter bereits drohte, dieses Café zu schließen und mich zu entlassen, sollte sich das nicht bald ändern!“ seufzte er.
„Und was hat das eine mit dem anderen zu tun und wie kann ich ihnen dabei helfen?“ hakte der Bionic nach.
„Nun, wenn NG Resonance bei ihrem Konzert für Queequeg's Werbung machen könnte, würde das meinen Laden und somit auch mich mit Sicherheit retten. Wie wäre es, wenn sie Miss Whithers Geld anbieten, sagen wir fünfhundert Credits und ich gebe ihnen als Gegenleistung ein paar Bioengergiezellen und eine Waffenmodifikation, die ich bei einem toten Omar gefunden habe?“
„Fünfhundert Credits ist eine Menge Geld, aber ich werde sehen, was ich für sie tun kann.“ antwortete Alex, bezahlte seinen Queequachino und lief die Straße in Richtung Moschee weiter.
Plötzlich stellten sich ihm ein paar Wegelagerer in den Weg.
„Hey, du, wir wollen hier keine Touristen!“ sprach ihn einer der drei gereizt an und schlug seinen Überwurf zur Seite, um seine MP zum einen dem ungebetenen Neuankömmling zu zeigen, zum zweiten im Bedarfsfall schneller heran zu kommen.
„Da bin ich aber froh, dass ich kein Tourist bin.“ entgegnete Alex trocken.
„Auch noch Witze reißen, was? Wenn du kein Tourist bist, was willst du dann hier?“
„Das ist bestimmt einer dieser feinen Pinkel aus der Arcologie, sieh dir mal seine Augen an, Hasan, der ist modifiziert!“ meinte der zweite und griff ebenfalls nach seiner Waffe.
„Dann hat er sicher auch genug Geld, um uns und unseren Familien Atemschutzmasken zu spendieren. Na, wie sieht's aus, Mutant?“ meldete sich nun wieder der erste zu Wort.
Als nun auch noch der dritte seine MP entsicherte, wurde der Bionic langsam etwas nervös, aber er ließ es sich nicht anmerken und blickte den dreien gelassen in die Gesichter.
„Hey Leute, ruhig Blut, ja!?“ versuchte er die drei mit einem kleinen Bluff zu besänftigen, denn er hatte keinerlei Lust auf eine Schießerei und noch weniger, dabei das Zeitliche zu segnen. „Ihr wisst genau, dass es für mich ein Leichtes wäre, euch zu beseitigen, aber ehrlich gesagt, wäre es mir lieber, wenn sich das vermeiden ließe. Vielleicht können wir die Sache auch friedlich lösen? Wie viel braucht ihr?“
„Hm.“ machte wieder der erste und kratzte sich nachdenklich am Bart. „Sagen wir zweihundert Credits?“
„Okay, einverstanden. Aber dafür lasst ihr ich ab sofort in Ruhe, verstanden?“ meinte Alex und reichte dem vordersten der dreien das Geld.“
„Geht klar, schau dich nur um, Fremder.“ erwiderte diesmal der dritte und steckte, genau wie seine beiden Kumpanen seine Maschinenpistole wieder unter seinen Überwurf.
Obwohl Alex augenscheinlich etwas Gutes getan zu haben schien, indem er den drei Wegelagerern Geld für Feinstaubfiltermasken gegeben hatte, wurde er das Gefühl nicht los, dass sie ihren neuen Gewinn für Drogen oder Alkohol ausgeben würden, statt für die Gesundheit ihrer Familien, so sie überhaupt welche hatten.
Wenigstens hatte er so seine Ruhe vor ihnen und er konnte seinen Weg ungestört fortsetzen.
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  #66  
Alt 20.12.2007, 03:23
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Zwei Monate hab ich nix von mir hören lassen,aber jetzt kommt wieder mal ein Teil,und es dürften in der nächsten Zeit noch ein paar werden,ich werd versuchen, dass Kapitel dieses Jahr noch zu beenden

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 10)

Die Einsatzwagen der UNATCO jagdten durch die Straßen von New York, es durfte keine Zeit vergeudet werden. Der Aufmarsch der NSF lag jetzt 10 Minuten zurück, und Gott allein wusste, wieviel Schaden sie bereits angerichtet hatten.
Ein beträchtlicher Imageschaden für die UNATCO war bereits entstanden, da man aus einem Teil von New York alle Trooper abgezogen hatte und diese nun schutzlose Zone von der NSF heimgesucht wurde. Die UNATCO - Fahrzeuge würden in wenigen Minuten vor Ort sein.

Simon Perry stand noch immer im Schatten des Hauseingangs und hatte beobachtet, wie sich alle NSF - Trooper in einige der alten Läden und Kellerwohnungen verzogen, was hatten sie nur vor?
Da fiel ihm ein, er kannte immer noch nicht den Grund für die Schüsse vorhin. Er rang einen Moment mit sich selbst, ehe er seine Furcht überwad und den Hauseingang verließ, um einen Blick in die Straße zu werfen aus der die NSF aufmarschiert war.
Als er um die Ecke blickte, sah er 2 seiner Kollegen leblos auf der Straße liegen. Sie lagen auf dem Bauch, jeder in einer Lache aus Blut. Nach dem ersten Schock wollte er sich vergewissern, ob sie wirklich tot waren, doch da hörte er ein Geräusch hinter sich. Er wirbelte herum und sah, wie sich einige Türen öffneten, durch die die NSF in die Läden gegangen war.
Fieberhaft überlegte Perry, wo er sich verstecken konnte. Die einzige Möglichkeit war ein alter Müllcontainer rechts in einer Nische. Er sprintete die 10 Meter zu dem Müllbehälter und sprang an seiner Front hoch. Als er den Rand zu fassen bekam zog er sich hoch und ließ sich hineifallen, er war zum Glück zur Hälfte gefüllt, sodass lediglich ein Rascheln zu hören war als Perry aufkam.
Schritte näherten sich, er hielt den Atem an.
Der Müllcontainer war an mehreren Stellen durchgerostet, durch die Löcher konnte Perry nach draußen auf die Straße sehen. Die NSF ging anscheinend den gleichen Weg zurück wie sie gekommen war, jedoch waren die Trooper im Vergleich zu vorher schwer beladen. Neben zusätzlichen Waffen trugen sie Rücksäcke, Sporttaschen und Koffer. Einige hielten auch durchsichtige Plastikbeutel in den Händen, in denen sich ein weißes Pulver befand.
'Herion, Koks, Speed oder Zyme' schoss es ihm durch den Kopf. Jetzt war es klar, diese NSF - Zelle machte im Drogenhandel, und gerade eben hatten sie einige ihrer Konkurrenten ausgeschaltet und deren Ware an sich genommen.
Nach ein paar Augenblicken folgten noch mehr NSF - Trooper, die gefesselte und geknebelte Frauen vor sich hertrieben. Die Frauen waren vermutlich illegale Prostituierte, sie wirkten alle noch sehr jung. Drogen und Prostitution, zwei einträgliche Gewerbe, und der Kopf der hießigen NSF - Zelle wollte sich die Konkurrenten in diesen Bereichen aus dem Weg räumen.
Als die NSF komplett abmarschiert war, kletterte Perry aus seinem Versteck. Sein Herz hämmerte noch wie wild und die Nerven waren ebenfalls noch zum zerreißen gespannt. Er sah sich um, seine Kollegen lagen noch dort wie vorhin.
Er drehte sie auf den Rücken und sah bei Beiden Einschusslöcher in der Brust. Er kannte Beide.
Obwohl er es für sinnlos hielt, fühlte er den Puls, Allan war tot, aber bei Edward war noch etwas! Ein erneuter Schock, aber diesmal ein positiver. Schnell nahm er sein Funkgerät zur HAnd und machte wieder eine Durchsage auf der Notfallfrequenz und forderte einen Notarzt an. Außerdem berichtete er, dass die NSF einige Drogen und circa 1 Dutzend Mädchen von hier mitgenommen hatte.
Kurz nach der Durchsage blickte er nochmals in die Straße wo sich die Gebäudebefanden, in denen die NSF ihre Beute gemacht hatte, aus mehreren der Häuser züngelten Flammen.

Es war nicht mehr weit bis zu den Tunneln, dannach war es nur noch ein Katzensprung.
Der UNATCO - Konvoi bog um einen Häuserblock und J.C. sah auf die Straßenschilder, hier in dieser Straße war das letzte Infolink - Signal seines Bruders. So sehr sich J.C. wünschte jetzt aus dem Wagen zu springen und seinen Bruder zu suchen, dass musste hinten anstehen. Er beherrschte sich und zwang seine Gedanken in eine andere Richtung: Jo Jo Fine. Zuhälter und Drogenboss. NAch dem heutigen Tag nur noch Knastbruder in Heaven's End...
Während J.C. in seinen Gedanken Fine bereits hinter Gittern mit einem orangenen Overall sah, näherten sich die Einsatzwagen weiter der Unterführung, als ein enormes Bremsgeräusch zu vernehmen war. Agent Denton war sofort wieder zurück aus seiner Gedankenwelt, und fast zeitgleich ertönte eine ohrenbetäubende Explorion, es war das Einsatzfahrzeug dass direkt vor dem von J.C. fuhr, den ersten Wagen des Konvois.
J.C. schob seine Fassungslosigkeit beiseite und suchte die Straße nach den Schuldigen ab. Er fand sie schließlich am Eingang des Tunnels, der verbarrikadiert war. Es waren NSF - Trooper, 6 Mann, zwei davon mit Raketenwerfern bewaffnet. Er machte sofort eine Durchsage an die anderen Einsatzwagen.
"Sofort in die Seitenstraßen ausweichen, wir stehen unter Raketenbeschuss!"
__________________
Du wirst der sein, der du sein wirst. Wir sind das Ergebnis unserer Entscheidungen.

Geändert von Mike Denton (14.01.2008 um 04:26 Uhr).
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  #67  
Alt 23.12.2007, 11:14
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altes Eisen
 
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So hab mal was zusammengeschrieben....ist noch nicht so richtig komplett...

J. C. schaute Alex nach, der in Richtung von Helios Terminal ging. Er wusste nur zu gut, wie es sein würde. Sein Magen verkrampfte sich etwas bei dem Gedanken daran. Er hatte gewusst, dass er sich auf seinen kleinen Bruder verlassen konnte und doch, war ihm nicht ganz wohl. Sein Blick schweifte kurz zu seinem älteren Bruder. Dieser bemerkte seinen Blick und schaute ihn tief an. Sie verstanden einander. Ein Weg zurück gab es nicht mehr.

Beide schauten nach Alex, der mittlerweile im Terminal stand und sie anstarrte mit einem Blick, der sie nachdenklich stimmte. Aus der Ferne war eine Mix aus Skepsis, Vertrauen, Furcht und Entschlossenheit zu erkennen. Mit einem Ruck betätigte Alex den Schalter und J.C. sah, wie das der Lichtstrom ihn erfasste und seinen Körper verzerrte. Es schien eine Ewigkeit zu dauern. Die Brüder warfen hastig einen Blick zum Tor, ob nicht doch ein Feind überlebte hatte, aber Alex hatte ordentliche Arbeit geleistet.

„Wir haben es geschafft. Unser Ziel ist greifbarer Nähe“, sagte J.C. in seinem kühlen computerangehauten Ton. Er setzte gerade an, noch etwas zu erwidern als er jäh verstummte. Helios sprach zu ihm.

“J.C., wir haben ein Problem....“, setzte ihn Helios in Kenntnis.
„Und welches?“
„Wir können Alex nicht freilassen“.
„Was soll das heißen, Helios? So war es nicht geplant,“ sagte J.C. eisig.
„Ich weiß.....wir haben technische Probleme“. Helios zögerte untypisch für ein Computer. J.C. hatte dies schon häufiger gemerkt, sich aber nichts dabei gedacht. Aber zunehmend störte es ihn.
„Rück damit raus. Was ist los!“
„Alex’s Nanobots sind universell übertragbar, aber haben einen Code, der eine Terminierung der Naniten nach einer bestimmten Frist beinhaltet. Ich bin die Pläne noch mal durchgegangen, die wir bei Nassif gefunden haben.“
„Und das sagst Du mir JETZT!“, spukte J.C. aus, jetzt wo es zu spät ist? Verdammt Helios!“
„Es tut mir leid J.C., mir ist ein Fehler unterlaufen.“
„Pah.“
J.C. began vor Paul auf und ab zu laufen. Den Blick grüblerisch zu Boden gerichtet. Man konnte diese Mischung aus kalter Wut förmlich spüren. Paul zuckte innerlich bei jedem Richtungswechsel seiner Schritte leicht zusammen. Er konnte nur erahnen, wie es ist, mit Helios verbunden zu sein. Manchmal fragte er sich, wie weit diese Verschmelzung ging. Ob sie tatsächlich so tiefgreifend war. Er schüttelte sich unmerklich.

So ein elendiger Mist, dachte J. C. Wie konnte so etwas passieren Wie konnte es Helios passieren. Alex hatte ihm vertraut und nun musste der arme Kerl in Helios existieren wie er 20 Jahre lang zuvor. Das war nicht seine Absicht gewesen. Er hätte es seinem Bruder ersparen wollen. Aber nun war es zu spät. J.C. hielt mit seiner Wanderung inne.

„Wir brechen hier ab und ziehen uns zurück“, gab er im Kommandoton bekannt, ,, Paul kümmere Dich bitte um Alex’ Körper.“
„Sicher J.C.“. Paul gab zwei Leuten ein Zeichen, worauf diese flugs geschäftig im hinteren Teil der Statue verschwnden.

„Du hast zwei Möglichkeiten Alex“, fuhr Helios fort.
„Und die wären?“ Langsam wurde er wirklich ungehalten....immer diese Verzögerungstaktiken, und dass noch von einem Computer.
„ Wir erschaffen Dir eine Realität, in der Du leben kannst wie in der realen Welt. Du wirst keinen Unterschied bemerken. Du hast die Wahl zwischen der Fortführung Deines Lebens bevor Du Dich uns angeschlossen hattest oder einem Abbild der jetzigen Realität.“
Alex schwieg. Im Nichts schwebt er vor sich hin. Er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, aber in ihm kochte es noch und dennoch keimte eine Gleichgültigkeit in ihm auf, die ihn selbst erschrecken ließ. ‚Ich hab doch überhaupt keine andere Wahl. Super, ein Abbild der Realität.....sollte er jetzt zufrieden sein?
„Nun ja...Du kannst natürlich auch gewisse Parameter vorgeben, die Dir als wichtig erscheinen...“, fügt Helios vorsichtig hinzu,,,Du wirst keinen Unterschied feststellen...es wird für Dich sein, als ob nie eine Verschmelzung stattgefunden hätte.“
„Und welche Parameter wären das?“
„Du könntest Dir einen gewissen Verlauf oder Meilensteine festlegen, wie z.B. welchen Beruf oder die Beziehung zu speziellen Personen.“
Beim letzten Punkt wurde Alex hellhörig. Und ihm fielen Personen ein, die ihm wichtig waren...seine Brüder und vor allem Klara. Wie sehr wünschte er sich bei ihr zu sein....sie würde ihn vermissen und nach ihm suchten...und nichts unversucht lassen, um ihn hier raus zu holen. Was war, wenn er in dieser Realität war...er konnte glücklich sein mit ihr...aber was war mit seinen Erinnerungen? Es würde nie wirklich real sein.
„Was ist mit meinen Erinnerungen?“
Er wartete ungeduldig auf eine Antwort.
„Helios!“
Immer noch keine Beantwortung.
„H E L I O S“ schrie er in dieses Nichts, dass ihn einsperrte.
„Alex, wir müssen sie natürlich neu programmieren“.
Er fing an zu lachen. Immer lauter und lauter. Es war kein fröhliches Gelächter, sondern kalt und dunkel, dass menschliche Wesen hätte zusammenzucken lassen.


25 Jahre später. New York City. Empire Congress Centre.

Hastig lief sie über den synthetischen Marmorboden. In der Hand ihren Starbucksbecher mit Cafe Latte, in der anderen ihre Aktentasche. Bei jedem Schritt schlug die Tasche gegen ihr Bein und setze ihren Körper in Vibrationen, so dass auch der Kaffeebecher zu schwanken anfing, wie ein Boot auf hoher See. Schon wieder zu spät....was war bloß in letzter Zeit mit ihr los? Normalerweise war sie die Pünktlichkeit in Person. Nur noch wenige Meter trennte sie vom Ziel ihrer zweiwöchigen frühmorgendlichen Hektik. Sie sah wie sich die Türen öffneten und Leute im Geschäftslook den Aufzug verließen und eine neue Schar in ihm hineinströmte. Sie beschleunigte Ihre Schritte. Nur noch zwei Meter, dann hätte sie es geschafft. Sie stieß etwas unsanft zwei Herren aus dem Weg...schrie ein „Entschuldigung“ hinterher, aber ließ den Aufzug nicht aus den Augen....Gerade wollte sie den ersten Fuß in den Hyper setzen, als ein Tumult sie inne halten ließ. Sie drehte sich um und sah in etwa 5 Meter entfernt, wie ein Mann in Handschellen und eskortiert vom Freecorp sich auf einmal anfing zu wehren...und etwas in die Menschenmenge brüllte. Sie konnte es nicht genau verstehen...von hinten kam ein Mann und hielt etwas an den Gefangenen, der daraufhin sich aufbäumte und anschließen in sich zusammenfiel. Er ließ sich nun gefolgsam abführen....die Gruppe kam langsam in ihre Richtung...Sie konnte sich nicht bewegen, wie angewurzelt stand sich da. Als die Sicherheitskräfte in den nächsten Gang abbogen...konnte sie den Geruch von Waffen wahrnehmen...sie schüttelte sich...heutzutage war es wirklich selten geworden, dass das Freecorp ausrücken musste. Sie versuchte einen Blick auf den Aufrührer zu werfen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um über die Soldaten hinwegzuschauen...aber diese waren mit ihrer Ausrüstung selbst für sie zu groß...schließlich konnte sie durch einen Spalt den Mann erkennen. Als ob dieser ihren Blick gespürt hätte, drehte er seinen Kopf in ihre Richtung und schaute sie tief in die Augen...Es schien alles wie in Zeitlupe abzulaufen...nur sein Blick mit diese dunklen und trotzigen Augen schienen in Echtzeit zu funkeln. Plötzlich wurde er in eine andere Richtung gestupst und ihre Blicke verloren sich. Sie stand immer noch wie benommen da.
„Jane, was ist denn mit Dir los?“
Sie schüttelte sich und drehte sich zu der Stimme um und erblickte Agent Dun. Er musterte sie mit besorgter Mine von oben bis unten. Sein Blick verweilte auf ihrer Brust....irritiert dachte sie, dass es gar nicht zu ihm passte, dass er sie so ansah und besonders dort, wohin er gerade hinsah...er war verheiratet...Mistkerl.....schließlich folgte sie seinem Blick und ihr wurde klar, warum sein Blick dort wie angeheftet blieb...Verdammt, immer musste ihr so was passieren...hastig fummelte sie nach einem Taschentuch und fand in ihrer Jackentasche nur eine fusseliges Etwas. Hektisch wischte sie den verschütteten Kaffee von ihrem Mantel, der sich langsam der Erde hin bewegte.
„Öhm, ja, Agent Dun...alles in Ordnung....nur etwas Stress in letzter Zeit.“
„Wem sagen Sie das“, Seufzte Dun.
„Man sollte meinen die Rebellen wären ausgerottet, aber nach neuesten Berichten nimmt ihre Zahl immer mehr zu. Grund ist ihr Anführer...Alec..aber jetzt, wo er in unserer Verwahrung ist, wird auch diese Welle versiegen.“
Sie hatte schon von diesem Alec gehört. Seit 2 Jahren waren sie auf der Suche nach ihm. Auf irgendeine Weise war es ihm gelungen, sich dem System von Helios zu entziehen. Jedoch wurde er von einem seiner Anhänger verraten.
„ So wird’s sein. Sollen wir nach oben?“
„Sicher.“ Er betätigte den Scanner am Hyper. Sie standen schweigend nebeneinander bis die Türen sich öffneten.
Ebene 80, Agent Dun, Kennummer 4234..dachte Dun. Daraufhin ließ eine Computerstimme Access granted verlauten.

Ihm war übel und schummrig... dieses verdammte Freecorp und ihre Neuroschocks. Aber so leicht wurden sie ihn nicht los. Er versuchte sich zu orientieren, was ihm sehr schwer fiel. Sein Blick konnten nur die Umrisse von den Soldaten wahrnehmen...der Marmor am Boden war auch nicht besser....ihm wurde noch übeler....durch eine Spalte zwischen zwei Soldaten sah er eine junge Frau mit langen brünetten Haaren und großen blauen Augen. Er schaute sie tief in die Augen, um sich an ihnen festzuhalten...Alec konnte Erstaunen darin feststellen...Kurz blickte er auf ein Emblem auf ihrer Schulter und sein Blick verfinsterte sich...Aha, sie gehört dazu...Schade, ein hübsches Ding. Trotzdem konnte er sich nicht von losreißen..irgendwas war anders mit ihr. Ein heftiger Stoss von hinten entriss ihn von seinen Gedanken. Verdammte Soldaten...er fragte sich nur, warum es so lange dauerte...
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  #68  
Alt 14.01.2008, 04:25
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Erster Teil im neuen Jahr, ich hoffe natürlich auch dieses Jahr auf gefallen

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 11)

Einen Moment später fuhren die Einsatzwagen mit quitschenden Reifen in die Seitenstraßen,während weitere Raketen abgefeuert wurden. Ein weiteres Einsatzfahrzeug der UNATCO ging in Flammen auf.
Die Wagen standen noch nicht ganz, da sprangen die Eersten Trooper schon ins Freie, unter ihnen auch J.C. Er gab Anweisungen über das Headset und teilte allen mit,dass ein Feuergefecht bevorstand,dass sie schnell beenden mussten um zu ihrem eigentlichen Einsatzort zu kommen.
Auf der Straße und in den umliegenden Häusern schlugen weiterhin Raketen ein, man wollte sie anscheinend dazu zwingen, in den Seitenstraßen zu bleiben.
'Aber früher oder später gehen ihnen die Raketen aus, und dann sind sie fällig!' Diese Tatsache war nicht nur J.C. bewusst, jedoch auch die Tatsache,dass die Zeit gegen die UNATCO lief.
Die Luft war erfüllt vomRauch der Explosionen und dem Staub des zerbarsteten Mauerwerks der Häuser.
J.C. fühlte sich unweigerlich schuldig,weil er noch am Leben war, er hätte als Einsatzleiter in dem ersten Fahrzeug sitzen müssen. Jedoch hatte ihm ein übereifriger Teamleiter den Platz, sicherlich aus versehen, weggeschnappt und der Fahrer des Wagens hatte wohl gar nicht realisiert, dass er der Erste in der Gruppe war.
Vielleicht hätte er, wenn er in dem ertsen Wagen gesessen hätte, etwas tun können... Nein,dass war falsch. Der einzige Unterschied wäre, dass er selbst nun tot sein würde.
Die UNATCO-Trooper und -Agents erwiderten das Feuer, jedoch hatten sie nicht viel Gelegenheit, da die Männer der NSF ihren BEschuss mit Raketen und von MAschinengewheren nicht einen Augenblick einstellten.
J.C. dachte darüber nach, wie man die ganze Sache verkürzen konnte, als plötzlich ein Motorengräusch zu hören war. Er sah auf die Straße und erblickte ein Auto dass mit etwa 80 sie Straße entlangfuhr, Richtung Tunnel.
"Wer ist denn so verblödet und fährt mitten in einen Raketen - und Kugelhagel?!" sagte J.C. zu sich selbst. Niemand war so dämlich seiner Ansicht nach, und das war auch die Antwort, in dem Wagen saß niemand. Jeamanf hatte den Tempomat und die Lenkrandblockierung bei dem Auto eingeschaltet und ließ es nun direkt auf die NSF - Trooper zufahren.
'Keine schlechte Idee' dachte Agent Denton, 'Aber eine Rakete und das Auto ist keine Gefahr mehr.'
Und so war es auch, das Auto wurde von einem GEP - Geschoss getroffen und explodierte noch über 50 Meter von der Brücke entfernt, doch zeitgleich vernahm J.C. ein weiteres Motorengräusch, und es kamen weitere hinzu. Er sah in die Richtung, aus der das Auto gekommen war, es näherten sich noch ein halbes Dutzend weiterer Wagen mit ebenfalls um die 80 km/h in verschiedenen Abständen. Sie würden die Blockade, die aus Autowracks, Holzbrettern und Metallplatten bestand, wohl nicht durchbrechen können, aber für dieNSF - Trooper waren die Autos tödliche Geschosse wenn sie auf ihrem Posten blieben. Daher schossen sie auf die Wagen, verfehlten aber einige Male, die Nerven machten sich jetzt stark bemerkbar. Die UNATCO - Trooper hatten nun mehr Gelegenheit zu schießen.
Als zwei weitere Autos getroffen wurden erschien auf der Straße ein Feuerwehrauto, eines der großen Modelle. Es fuhr schneller als die Wagen zuvor und hielt sich nicht auf einer geraden Linie,sondern bewegte sich immer nach rechts und links,damit es ein nicht so leichtes Ziel war.
J.C. konnte nicht glauben,was er da sah, als eine Funkdurchsage seine Aufmerksamkweit beanspruchte: "Bereitmachen, Barrikade ist gleich beseitigt."

Das war vielleicht ein Tag! Ereignisreich und spannend. Dieses Feuergefecht mit der UNATCO war genau nach seinem Geschmack. Gut, es war wohl nicht zu erwarten, dass es für ihn und die anderen 5 zu gewinnen war, aber sie würden der UNATCO noch einige Verluste zufügen bevor sie flüchteten.
Jack Smith war nun seit fast 4 Jahren Mitglied der NSF, er war nur wenige Monate nach seinem Rauswurf aus der Armee eingetreten. Zuerst war es nicht sonderlich toll, erst die Pipifax - Ausbildung, dann psychlogische Gutachten, alles Bull****! Abgesehen von der Bezahlung war es bei der NSF nicht besser als in der Armee, bis zu dem Tag, als Jo Jo Fine ihn in seine NSF - Zelle holte. Hier in New York bei Fine war mehr die praktische Arbeit gefragt, und das sagte Jack sehr zu. Er gesatnd es sich schon vor einiger Zeit selbst ein, er war ein Adrenalin - Junky, doch das war ihm tausendmal lieber als Heroin oder Zyme.
Heute war einiges an Adrenalin für ihn da, doch es kam noch etwas dazu, eine Überaschung die ihm gar nicht gefiel.
Das erste Auto dass so unverhofft aufgetaucht war, stellte kein Problem dar, aber die Weiteren. Sie fuhren nicht gerade langsam, und sollte auch nur eines durchkommen, müssten er und seine Leute flüchten. Er schoss eines nach dem Anderen ab, als ihn eine Kugel ins Bein traf. Die UNATCO - Trooper hatten ihr Feuer verstärkt.
Jack knickte das verletzte Bein weg und er fiel zu Boden. Er rappelte sich auf und kniete sich hin. Da erblickte er noch eine schlimmere Überaschung, und sein Adrenalinspiegel schnellte noch weiter in die Höhe.
Das Feuerwehrauto hielt direkt auf ihn zu, es kam sehr schnell näher. Das Adrenalin berauschte ihn so sehr wie niemals zuvor, er legte den Raketenwerfer an und drückte ab. Schweißperlen tropften von seiner Stirn auf den GEP - Werfer, der keinen Schuss abgegeben hatte. Leer, er hatte vergessen nachzuladen.
Jack Smith blickte von der ncihtgeladenen Waffe auf das Feuerwehrauto. Durch die Windschutzscheibe sah er den Fahrer, das Gesicht war eine wütende Maske. Einen kurzen Augenblick später wurde er von dem Wagen erfasst und beim größten Adrenalinrausch seines Lebens an der Tunnelblockade zerquetscht.
Drei der fünf übrigen NSF - Trooper waren erschossen worden, die beiden Anderen hatten die Flucht ergriffen.
Das Feuerwehrauto riss die Blockade auseinander, es sprühten Funken und das Metall kreischte, der Tunnel war jetzt frei.
Die Einsatzkräfte der UNATCO waren sofort wieder in ihren Wagen und folgten dem Feuerwehrauto durch den Tunnel. Auch wenn noch ein wichtiger Einsatz auf dem Paln stand, so wollten sie wissen,wer ihnen den Weg freigeräumt hatte.
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Geändert von Mike Denton (06.04.2008 um 04:57 Uhr).
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  #69  
Alt 28.01.2008, 06:22
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Der nächste Teil,wieder mal nicht so lang,aber zumindest wieder etwas

Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 12)

Das Feuerwehrauto kam neben dem Renton - Hotel zum stehen.
Die Einsatzwagen fuhren die Straße weiter, sie durften keine Zeit mehr verlieren, nur Dentons Wagen hielt an. J.C. stieg aus und lief zügig auf den roten Wagen zu, der Fahrer war bereits ausgestiegen.
"Paul,was zum Teufel hast du dir dabei gedacht?!"

'Das war wirklich ein Tag!' Sowas hatte er wirklich noch nie erlebt. Ein großer NSF-Aufmarsch,ein erschossener und ein schwerverletzter Kollege und nun noch ein Dutzend brennende Gebäude.
Simon Perry hatte heute mehr gesehen als ihm lieb war, aber er wollte ja zum Katastrophenschutz, und das hier waren nun mal solche. Sein verletzter Kollege wurde mittlerweile medizinisch versorgt, laut der ersten Diagnose hatten die zwei Kugeln kein lebenswichtiges Organ verletzt, jedoch musste Edward Decker mindestens für einige Tage ins Krankenhaus.
Jetzt überlegte sich Perry, was er gegen Brände unternehmen konnte. Er hatte zwar schon die Feuerwehr per Funk gerufen, aber die würde noch eine ganze Weile brauchen, bis sie hier eintrafen...
Er lief umher und dachte nach, als ein lauter Knall zu vernhemen war,es war ein Geräusch als ob zwei LKW's gegeneinander geprallt waren,ein schreckliches metallisches Knirschen. Zuvor hatte er schon mehrere Explosionen gehört, doch dieses Geräusch war schlimmer und klang näher. Er ging eine Seitenstraße entlang und sah sich um mit seiner Psitole im Anschlag. Als er am Ende der Straße ankam erblickte er, was er am wenigsten erwartet hatte, ein Feuerwehrwagen! Er sah zwar etwas mitgenommen aus und es war keines der neuesten Modelle, aber es sollte seinen Dienst noch tun. Aber wo war der Fahrer?
'****** drauf!' dachte sich Perry und rannte zu dem Fahrzeug. Er stieg ein und fasste sein Glück kaum, der Schlüssel steckte. Der Motor sprang erst beim dritten Versuch an, begleitet von einem erleichterten Seufzer von dem Katastrophenschützer. Er manövrierte das Vehikel in die Seitenstraße und raste fast durch den schmalen Durchgang.
Kaum war das Feuerwehrauto zum Stehen gekommen sprang simon hinaus und suchte den Anschluss für den Hydranten. Er rief zwei seiner Kollegen hinzu die vor 5 Minuten eingetroffen waren und sich bis jetzt um Decker gekümmert hatten bis der Rettungswagen ihn ins Krankenhaus bringen würde. Es funktionierte alles wie es sollte.
Perry hielt einen der beiden verfügbaren Schläuche auf einen Brandherd und ließ dem Wasser freien Lauf, einer seiner beiden Kollegen tat dies ebenfalls, zusätzlich saß der andere Kollege in dem Fahrzeug und bediente die Wasserspritze die auf dem Dach des Wagens montiert war. Es war für die Drei ein erhebendes Gefühl.
Die Katastrophenhelfer waren sich natürlich bewusst,dass sie nicht alle Brände unter Kontrolle bekommen würden,aber doch würden sie den Schaden eindämmen und vielleicht noch einige Menschenleben retten, und das war schließlich ihr Job.

Die Einsatzwagen fuhren mit unverminderter Geschwindigkeit weiter ihrem Ziel entgegen, jetzt würde es bald soweit sein, die Konfrontation mir der NSF. Paul und J.C. saßen in dem letzten Wagen der Kollone, J.C. auf dem Beifahrersitz, Paul hintem im Wagen. Vorhin gab es ein kurzes Wortgefecht zwischen den Beiden, jedoch hate J.C. schnell eingesehen, dass Paul's Vorgehen zwar hitzköpfig war, ihnen aber den Weg auf schnellste Weise freigemacht hatte.
'Du hättest dabei krepieren können Paul!' hatte J.C. ihn getadelt.
'Und? Dafür hab ich doch diesen Job, um früher oder später im Dienst draufzugehen.'
J.C. fragte sich, was heute nur mit Paul passiert war... Sein Bruder wirkte im Vergleich zur Einsatzbesprechung aufgewühlt, verbittert und hart. Seine Augen waren kalt und dennoch wirkten sie feucht.
Obwohl sich J.C. Sorgen um seinen Bruder machte, es war jetzt wichtiger, die NSF zu stoppen. Nach den Informationen die J.C. erhalten hatte brannten bereits einige Gebäude in denen die NSF eingebrochen war. Nun gut, die Unterschlüpfe der Drogenbosse von New York dürften nach J.C.'s Meinung bis auf die Grundmauern niederbrennen, doch das Problem war, dass in den Häusern die brannten nicht nur die Drogenbosse residierten, sondern auch normale unschuldige Bürger.
Der Wagen fuhr eine scharfe Rechtskurve, nun waren sie angekommen, der Wagen stoppte und alle Insassen stiegen aus. Jetzt begann der Hauptteil der Schlacht auch für J.C. und Paul...
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  #70  
Alt 28.01.2008, 18:24
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So, bin auch mal wieder etwas zum Schreiben gekommen (wurde auch langsam wieder Zeit ) und hoffe, wie immer auf Gefallen Viel Spaß beim Lesen:

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Kairo Teil 2 – Moschee

Die Moschee war wirklich einfach zu finden und gerade, als er die Stufen vor dem Eingang hinaufsteigen wollte, wurde er von einer etwas mechanisch klingenden, aber irgendwie doch vertrauten Stimme angesprochen: „Alex? Meine Güte, wie freue ich mich, dich zu sehen!“
„Leo?!“ entgegnete der Bionic und starrte den Omar in seiner extraterrestrisch wirkenden Panzer-Uniform ungläubig an.
„Ja, ich bin's, Leo Jankowsky. Wie geht es dir, mein Freund und was treibt dich nach Kairo?“
„Äh... gut, danke der Nachfrage.“ antwortete Alex immer noch etwas verwirrt.
Leo hatte ihm zwar vor einiger Zeit erzählt, wie fasziniert er von den Omar war und dass er sich überlegte, bei ihnen 'einzusteigen', wie er sich ausdrückte. Doch dass er das tatsächlich in die Tat umsetzen würde, daran hatte der Bionic bislang gezweifelt. Und nun stand er leibhaftig vor ihm mit seiner fast schon unheimlichen Panzerung, verzerrter Stimme und seiner individuellen Identität weitestgehend beraubt.
„Was machst du hier, altes Haus?“ hakte der Omar noch einmal nach. „Schonmal darüber nachgedacht, bei uns mitzumachen? Ich kann dir sagen, wir haben Implantate, davon können andere nur träumen und dieser Panzer hier...“ dabei klopfte er sich auf die Brust, „ist für die meisten gängigen Geschosse nicht zu durchbrechen, ganz zu schweigen von der Feuer- und Strahlenfestigkeit. Auch die Isolierung sowohl gegen Hitze, als auch gegen Kälte ist phänomenal!“ schwärmte Leo.
„Aha.“ machte der Bionic wenig überzeugt. „Mag ja alles sein, Leo, aber ich habe andere Pläne.“
Obwohl Alex Jankowskys Gesicht nicht sehen konnte, spürte er, dass er dem Omar doch ein wenig zu sehr den Wind aus den Segeln genommen hatte in dessen Euphorie. Schnell versuchte er seinen Freund wieder ein wenig aufzubauen.
„Es freut mich allerdings sehr, wenn ich sehe, wie glücklich du bei den Omar bist. Es war für dich sicher die beste Entscheidung. Und, hey, kann ich auf deine ausgezeichneten Fähigkeiten zählen, wenn ich hier mal in Schwierigkeiten gerate, mein Freund?“ fügte Alex mit einem freundschaftlichen Knuff gegen die Schulter spaßeshalber hinzu, einfach nur, um Leo etwas aufzumuntern, nicht weil er ernsthaft damit rechnete, Probleme zu bekommen.
„Klar, auf mich kannst du zählen, Alex.“ erwiderte der Omar, klang aber immer noch etwas bedrückt.
„Alles in Ordnung, Leo?“ wollte der Bionic wissen. Denn er konnte sich nicht vorstellen, dass der selbstbewusste Omar sich durch eine doch eher unwichtige Bemerkung seinerseits dermaßen aus der Bahn werfen ließ.
„Naja, wie soll ich sagen? Ich geb's ja ungern zu, aber ich habe ein wenig Angst, Alex.“
„Wovor kann sich denn ein Leo Jankowsky fürchten?“ entgegnete der Bionic und blickte seinen Freund prüfend an, ob dieser ihn vielleicht auf den Arm nahm, was anhand des Helms natürlich unmöglich war herauszufinden.
„Ich habe letzte Woche einen schweren Eingriff über mich ergehen lassen müssen, um ein echter Omar werden zu können. Gegen die Neuerungen und Implantate ist absolut nichts einzuwenden, alles funktioniert bestens, doch die Nachwirkungen der Operation machen mir immer noch zu schaffen und das Schlimmste ist, es wird noch zwei weitere Operationen geben, bevor ich wirklich ein vollwertiges Mitglied der Omar bin.“ erklärte Leo beinahe etwas kleinlaut. „Ich wurde nicht genmanipuliert, wie es bei dir der Fall ist, Alex. Mein Körper rebelliert gegen die Nanobots in meinem Blut und ich befürchte, eines Tages wird mein Immunsystem schlapp machen und ich gehe an einem lächerlichen Schnupfen vor die Hunde! Einen Rückfahrschein gibt es jetzt, nach der ersten Operation auch nicht mehr, selbst die Omar können mich nicht wieder in einen 'normalen' Menschen umwandeln. Was soll ich nur tun, Alex?“
Dass Leo offensichtlich verzweifelt war, war nicht zu übersehen, doch auch Alex kannte trotz Genmanipulation die Nebenwirkungen der Modifikation und versuchte seinen Freund zu beruhigen.
„Leo, hör mir zu: Das ist normal! Alle, die zum ersten Mal Implantate und Nanobots implantiert bekommen, müssen da durch. Dein Körper wird sich daran gewöhnen, auch ohne Genmanipulation. Ich wurde von vornherein genmanipuliert, bei dir wird das ganze nun operativ verändert, das ist der einzige Unterschied zwischen uns beiden. Aber auch ich hatte mit den Nanobots und den Implantaten anfangs ein paar Schwierigkeiten. Das gibt sich mit der Zeit, glaube mir. Vielleicht dauert die Genesung bei dir etwas länger, da es sich ja um Operationen handelt, aber auch das wirst du problemlos überstehen.“ aufmunternd klopfte der Bionic dem Omar auf die Schulter und blickte ihm zuversichtlich ins Gesicht, auch wenn er dieses durch den Helm nicht sehen konnte.
Alex hatte genau genommen keine Ahnung, was bei den Operationen an Leo gemacht wurde, konnte sich zwar gut vorstellen, dass diese seinen 'natürlichen' Körper entsprechend an diverse Modifikationen anpassten, bezweifelte allerdings, dass Jankowsky auch nach allen drei Operationen mit ihm vergleichbar war. Außerdem hatte Alex die Nanobots, sowie einige andere Modifikationselemente bereits vor seiner Geburt eingepflanzt bekommen, was bedeutete, dass sich sein Körper von Anfang an an die 'Fremdkörper' gewöhnen konnte.
Der Bionic war davon überzeugt, dass die Omar genau wussten, was sie taten und dass für Leo alles gut werden würde und hoffte inständig, dass Leo ihm diese kleine 'Notlüge' abnahm und seine Angst vor weiteren Operationen verlor. Denn auch dadurch konnte eine Heilung unter Umständen verzögert werden oder gar scheitern.
Jankowsky nickte langsam und nachdenklich.
Da Alex sich nicht an Leos Mimik orientieren konnte, ob sich dieser nun besser fühlte, konnte er nur auf die Gestik und Körperhaltung achten und auf sein Gefühl vertrauen.
Der Omar richtete sich fast unmerklich auf, straffte die Schultern und blickte dem Bionic direkt ins Gesicht. „Ja, ich glaube, du hast Recht, Alex. Vermutlich habe ich mir zu viel Sorgen gemacht. Mir ist auch kein Fall zu Ohren gekommen, bei dem ein angehender Omar an seinen Modifikationen starb. Aber vermutlich hätten sie das auch nicht an die große Glocke gehängt.“ erwiderte er deutlich entspannter. „Danke, Alex, ich wusste, du würdest mich verstehen.“
„Keine Ursache, Leo. Wir sind doch Freunde.“
„Ja und ich hoffe, das bleibt auch in Zukunft so, egal für welche Partei du dich entscheidest.“
„Das hoffe ich auch. Aber nun muss ich weiter.“ erklärte der Bionic und deutete auf die Tür zur Moschee. „Ich habe noch etwas zu erledigen.“
„Ja, viel Erfolg, Alex, wir sehen uns.“

Nach dem Gespräch mit Leo fühlte sich Alex ein wenig schäbig. Was, wenn er sich irrte und Jankowskys Bedenken doch nicht so unbegründet waren und sein Körper im Begriff war, die Modifikationen abzustoßen? Jeder Mensch war anders und auch wenn es vermutlich bei den meisten Omar zu keinen nennenswerten Problemen kam, hieß das nicht automatisch, dass die Umwandlung bei allen Menschen komplikationslos klappte.
Der Bionic nahm sich vor, etwas mehr über die Omar in Erfahrung zu bringen, gerade die Umwandlung erweckte sein Interesse und er wollte zumindest soweit informiert sein, um bei seinem nächsten Zusammentreffen mit Leo besser vorbereitet zu sein.

Am Eingang der Moschee wurden, wie in den meisten öffentlichen Gebäuden und Clubs aus Sicherheitsgründen üblich, seine Waffen deaktiviert.
Alex hatte damit gerechnet, die Moschee gut besucht vorzufinden, doch mit Ausnahme von ein paar wenigen Gläubigen des Ordens von Lin May Chen war das Gotteshaus leer.
Der Bionic schenkte den Leuten nur bedingt Aufmerksamkeit und machte sich daran, die Moschee zu durchqueren, um zu dem Aufzug zu gelangen, von dem ihm der Quequecs-Verkäufer erzählt hatte, entdeckte er in der Gruppe Billie, die sich gerade mit Luminon Saman unterhielt. Als die beiden Templar den Bionic entdeckten, verstummte ihr Gespräch sofort und Alex wurde das Gefühl nicht los, dass die beiden etwas vor ihm verheimlichten.
„Alex!“ Billie lief ihm freudig entgegen und drückte ihn freundschaftlich. „Was machst du denn hier? Wie geht es dir, hab dich ja ne ganze Weile nicht mehr gesehen.“
„Danke der Nachfrage, mir geht es gut.“ antwortete Alex und erwiderte die freundschaftliche Umarmung, doch bei weitem nicht so herzlich. Obwohl er Billie schon deutlich länger kannte, als fast alle noch lebenden Bekannten und Freunde die er noch hatte, bekam er langsam den Eindruck, gerade ihr nicht mehr blind vertrauen zu können und auch, dass ihre Herzlichkeit nicht echt war. Auch von Luminon Saman war er nicht überzeugt. Der Kerl strahlte eine Glitschigkeit aus, die kaum zu übertreffen war. Alex wollte gar nicht wissen, womit dieser Kerl seine blütenweiße Weste wusch! Irgendetwas war an diesem aalglatten Kerl faul und Alex würde noch herausbekommen, was es war!
„Haben sie ein wenig Zeit, Alex? Ich würde mich gerne einen Augenblick mit ihnen unterhalten.“ sprach ihn der Templar auf einmal an.
„Ja, warum nicht.“
„Das ist sehr nett von ihnen. Darf ich sie bitten, mir in mein bescheidenes Büro zu folgen?“ Luminon bemerkte Alex' fragenden Blick zu Billie. „Natürlich darf Billie mitkommen, wenn sie möchte. Ich will ihnen ohnehin nur ein wenig über unseren Orden erzählen, um ihnen einmal einen Eindruck zu vermitteln, was wir eigentlich tun, daher wäre es vielleicht sogar von Vorteil, wenn sie mitkäme, denn dann könnte sie ihnen auch gleich ihre persönliche Meinung und Erfahrung mitteilen.“
„Ich habe nichts dagegen.“ meinte Alex achselzuckend und ging neben Billie hinter Saman quer durch die Moschee und eine Treppe hinauf.
Oben angekommen, bemerke der Bionic ein Fenster, von dem aus man annähernd die ganze Moschee überblicken konnte. Ein perfekter Arbeitsplatz, von dem aus Saman auch gleich seine 'Schäfchen' im Blick hatte.

Nach einem schier endlosen Vortag über die Vorzüge des Ordens, weltumgreifende Hilfsprojekte der Templar, die sich selbstlos um Katastrophenopfer kümmerten, sich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einsetzten und von Luminon Saman in den herrlichsten schillernden Farben beschrieben und geradezu perfekt in Szene gesetzt wurden, schwirrte Alex der Kopf. Er kam sich vor, wie bei einem Wahlkampf, in dem er der einzige, alles entscheidende Wähler für die absolute Mehrheit war.
Billie hatte in der ganzen Zeit kaum ein Wort gesagt und nur hin und wieder bestätigend mit dem Kopf genickt oder ein kurzes „Ja, das kann ich bestätigen.“ oder ähnliche Kommentare abgegeben. Doch das Leuchten in ihren Augen sprach Bände. Sie war wirklich davon überzeugt, sich für die richtige Seite entschieden zu haben.
Nachdem sich Luminon überzeugt hatte, dass Alex anscheinend keine weiteren Fragen mehr zum Orden hatte, ließ er die beiden Rekruten allein. Vielleicht würde Billie ihm ja noch den entscheidenden Ruck geben, um ihn für den Orden zu begeistern.

„Und, was denkst du nun über uns?“ hakte die rothaarige Frau mit den großen grünen Augen nach und blickte Alex erwartungsvoll an.
„Klingt ja alles ganz nett.“
„Nett?“ Billie starrte ihn fast enttäuscht an. „Sonst nichts?“
„Du musst verstehen, dass das alles etwas viel auf einmal war. Außerdem glaube ich, dass Luminon nicht nur einmal ziemlich heftig übertrieben und alles ein wenig zu golden ausgeschmückt hat. Klar, er will Anhänger anwerben und vermutlich ist das, was ihr macht auch alles sehr vorbildlich, doch überzeugt bin ich davon noch nicht. Ich kann dir nur eins versprechen: ich werde darüber nachdenken.“
„Ja, gut, Alex. Überlege es dir. Meine Wahl ist gefallen und es würde mich wirklich sehr freuen, auch dich hier im Orden bald willkommen zu heißen, doch es wäre falsch, wenn du von uns nicht überzeugt wärst. Ich akzeptiere deine Entscheidung, egal, wie sie ausfällt und hoffe, dass wir auch weiterhin Freunde bleiben werden.“
„Das werden wir, Billie. Aber nun muss ich gehen.“ sagte der Bionic und wandte sich bereits zum gehen.
„Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen, Alex.“ verabschiedete sich Billie, umarmte ihn noch einmal kurz und beide verließen anschließend das Büro.
__________________
LG
Doschtle
Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin
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  #71  
Alt 07.03.2008, 23:16
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Und weiter gehts mit Kairo, diesmal die Arcologie (Teil 1 von weiß noch nicht )

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Kairo Teil 3 – Arcologie 1

Die Arcologie hatte die Form einer riesigen gläsernen Pyramide, was allerdings erst in deren Innern auffiel, da der Blick auf das Gebäude durch umliegende Bauten Großteils verwehrt wurde.
Alex fuhr mit den Aufzug, nachdem er die Moschee verlassen hatte, nach oben und betrat beinahe schon zögernd die Arcologie. Die Pyramide erwies sich als deutlich größer, als der Bionic erwartet hatte und so blieb er einen Augenblick stehen, um sich erst einmal ein wenig zu orientieren.
Direkt vor ihm befanden sich zwei Gänge, von der der eine auf Ebene 108, der zweite auf 107 führte.
Alex nahm den linken Weg hinauf und fand sich in einer nur wenig besuchten Halle wieder, durch die ein SSC-Soldat patrouillierte.
Eine Tür zu seiner Rechten führte in die Corporate Suites, eine weitere mit der Aufschrift 'Arcology Air' zum Flugdeck und die Letzte am Ende der Halle mündete geradewegs in der 'Guard Station' der Arcologie.
Alex hackte in einem unbeobachteten Moment den Geldautomat und verschwand, noch bevor ihn die SSC-Einheit ernsthaft registriert hatte, zurück in dem Gang, aus dem er gekommen war.
Auf Ebene 107 war deutlich mehr los. Direkt vor Alex befand sich ein halbwegs gut besuchtes Pequod's Cafe. Ein Stück weiter erblickte der Bionic ein NG Resonance Hologramm und ging darauf zu.
NG erkannte den Bionic sofort wieder, als sie ihn sah, was Alex allerdings keineswegs überraschte. Immerhin handelte es sich bei ihr um eine künstliche Intelligenz, deren so genannte Echtzeit-Holo-Stationen miteinander gekoppelt und von einer zentralen Rechnereinheit gesteuert wurden.
Alex hatte schon seit langem den Verdacht, dass diese Einheiten zu nichts anderem dienten, als die Leute und die unmittelbare Umgebung auszuspionieren, eine Art sprechende, aber vor allem fragende Überwachungskamera.
Allerdings konnte man von ihr auch manch nützliche Informationen bekommen, wenn man es richtig anstellte.
„Hallo Alex, schön dich zu sehen. Was verschlägt dich denn nach Kairo?“
„Ich bin geschäftlich hier.“ behauptete Alex nicht ganz wahrheitsgemäß. „Was kannst du mir über die örtliche Tarsus-Akademie sagen?“
„Ich habe viele Fans dort. Es handelt sich zwar um eine Art Grundschule, das heißt aber nicht, dass die Mädchen nicht wissen, wie man feiert. Vermutlich werden einige von ihnen auf mein Konzert kommen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass sie sich durch einen der Lüftungsschächte hinausschleichen. Aber erzähle das nicht weiter, okay? Wie sieht es mit dir aus, Alex, kommst du auch?“
„Wenn ich es mir einrichten kann, vielleicht. Vorher habe ich aber noch einiges zu erledigen.“ antwortete der Bionic und versuchte das Gespräch wieder auf Tarsus zurück zu führen: „Was kannst du mir noch über die Akademie sagen?“
„Nunja, nicht viel. Es gehen Gerüchte über einige korrupte Beamte um. Vielleicht findest du ja etwas darüber heraus, es winkt auch eine saftige Belohnung für stichfeste Informationen.“
„Ich werde mich auf jeden Fall einmal umsehen. Bis später.“
Alex machte sich auf den Weg zu dem Cafe, bestellte sich einen Pequochino und kam mit dem Verkäufer ins Gespräch.
Auch dieser bat den Bionic, Miss Withers zu bestechen um für Pequod'z Werbung zu machen und auch er bot Alex als Gegenleistung eine Biomodifikation an.
Ob und für wen er Miss Withers bestechen würde, wusste er noch nicht, auch wenn ihn die Aussichten auf die Belohnungen doch schon sehr reizten.
Auch bei diesem Mann erfuhr Alex nichts über die Tarsus-Akademie, das er nicht bereits wusste und schließlich beschloss er, sich dort einfach mal auf eigene Faust umzusehen.
Nachdem er seinen Pequochino ausgetrunken und bezahlt hatte, ging er in den angrenzenden Bereich der Halle zu deren Rechten sich der Aufgang der Akademie befand, links führte ein schmaler Gang nach unten und am anderen Ende des Raumes gab es einen Templar-Recruting-Schalter.
Leo hatte ihn vor wenigen Stunden noch gebeten, die Augen und vor allem Ohren offen zu halten, was die Templar anging, er hatte das unbestimmte Gefühl, dass sie etwas im Schilde führten. Und genau das wollte Alex nun auch tun.
Beinahe zu langsam, um noch unauffällig zu wirken, schlenderte der Bionic auf die beiden Uniformierten zu und maß sie mit einem abschätzenden Blick.
Die Templar nahmen im ersten Moment gar keine Notiz von ihm, erst als er sich ihnen auf wenige Schritte genähert hatte, wurden sie auf ihn aufmerksam.
„Möchten sie mehr über die Reinheit erfahren, mein Freund? Möchten sie wissen, wie sie dazu beitragen können die Ordnung in der Gemeinschaft wieder herzustellen?“
„Sie reden von den Cyborgs?“
„Die Cyborgs sind keine Menschen, müssen sie wissen, sie sind replizierende Maschinen, die um ihren menschlichen Wirt herum wachsen. Sollen wir etwa zulassen, dass die Menschheit so endet?“ der Paladin starrte Alex entschlossen an. „Nein! Das dürfen wir nicht und das werden wir auch nicht. Und auch sie können ihren Beitrag dazu leisten, mein Freund. Helfen sie uns, diese menschenunwürdigen Kreaturen aufzuhalten und werden sie ein Paladin.“
Alex blickte den Templar einen Augenblick nachdenklich an, als würde er tatsächlich über dessen Angebot nachdenken.
„Welche Voraussetzungen müsste ich mitbringen?“ hakte er vorsichtig nach, denn nach seinen Informationen bekämpften die Paladine nicht nur Cyborgs, sondern jede Art von biomodifizierten Menschen.
„Nun, wie gesagt, es kann jeder etwas dazu beitragen, die Reinheit der Menschen zu erhalten und zu schützen. Sie scheinen mir in einer sehr guten körperlichen Verfassung zu sein, ein kurzer Gesundheitscheck von einem unserer Ärzte und sie können sich direkt in unserem Ausbildungszentrum anmelden.“ erklärte der Templar und legte bereits einen Datenwürfel mit den entsprechenden Adressen auf den Tresen. „Achja und dass sie natürlich selbst 'rein' sind, versteht sich von selbst. Sind sie doch, oder?“
Der Paladin blickte Alex nun prüfend in die Augen und der Bionic drehte den Kopf so, dass sich möglichst wenig Licht in seinen Pupillen brach, um sich nicht zu verraten. Denn so fortschrittlich und gleichzeitig nach außen geradezu unsichtbar die Technik auch war, die bei ihm eingesetzt worden war, an seinen Augen konnte ein geübter Beobachter genau erkennen, dass er einen biomodifizierten Menschen vor sich hatte.
„Ich werde es mir überlegen.“ erklärte Alex ohne auf die Frage des Paladin einzugehen und wandte sich zum Gehen.
„Überlegen sie nicht zu lange, die Cyborgs werden immer mehr.“ rief ihm der Templar noch hinterher.
Als Alex sich dem Aufgang der Tarsus Akademie näherte, meldete sich Donna Morgan per Infolink.
„Alex, wenn sie in die Akademie gehen, halten sie Ausschau nach Informationen über die Apostelgemeinschaft, ich muss wissen, in welchem Zusammenhang sie mit Tarsus steht. Außerdem werden zwei Schülerinnen vermisst. Versuchen sie Hinweise über deren Aufenthaltsort herauszufinden und reden sie mit ihren Mitschülern, vielleicht wissen sie etwas darüber.“
Bevor der Bionic noch etwas erwidern konnte, hatte Donna bereits wieder die Verbindung unterbrochen.
Alex fuhr mit dem Aufzug nach oben und ließ sich von der Frau am Empfang erst einmal nicht entmutigen, als sie nach seinem Besucherausweis fragte.
Er behauptete schlichtweg einen zu haben, sie wiederum machte keinerlei Anstalten, diesen auch tatsächlich sehen zu wollen und winkte ihn durch.
'Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.' dachte der Bionic, zuckte mit den Schultern und ging einfach hinein. Im Innern der Akademie wurde ihm schnell bewusst, warum die Frau am Empfang anscheinend so leichtfertig mit den Sicherheitsbestimmungen umgegangen war. Es gab beinahe mehr SSC-Soldaten als Schüler in dieser Akademie, da konnte man tatsächlich mal ein Auge zudrücken, wenn es darum ging, die Besucherausweise zu kontrollieren.
Doch trotz der starken Präsenz der Soldaten fand der Bionic schnell einige Schüler, die er nach ihren verschwunden Mitschülerinnen fragen konnte.
„Hallo, könnt ihr mir etwas über die vermissten Kinder sagen?“
„Sie meinen Jenny und Eeva. Das ist wirklich sehr ungewöhnlich, dass sie einfach verschwunden sind ohne ein Wort zu sagen. Wir wissen selber nicht, wo sie sein könnten, Mister. Werden sie sie suchen?“
„Ich gebe mir Mühe, allerdings brauche ich dazu soviel Informationen wie möglich. Das erhöht die Erfolgsaussichten.“
„Ja, klar.“ meinte nun das andere Mädchen. „Ich denke, sie sind bestimmt nicht freiwillig weggelaufen, das hätten sie uns gesagt und dass sie aus der Akademie geworfen wurden, halte ich für unwahrscheinlich, sie sind die besten Schüler aus unserer Klasse. Sie müssen sie finden, Mister, es ist bestimmt etwas Schlimmes passiert!“ flehte sie und war den Tränen nahe.
„Und dass sie sich einfach nur irgendwo versteckt haben, haltet ihr für ausgeschlossen?“
„Nun, es gibt hier Schüler, die ihre Lehrer und Mitschüler manchmal ein wenig ärgern, indem sie sich verstecken oder andere kleine Streiche aushecken, aber nicht Jenny und Eeva, die würden so etwas nicht tun.“ erklärte nun die erste wieder.
„Na dann mache ich mich mal auf die Suche.“ erklärte der Bionic und steuerte auf eine Türe zu, die von einer weiteren SSC-Einheit bewacht wurde.
„Das wird ja mal langsam Zeit, dass sie kommen!“ wurde er von der Frau ungehalten begrüßt. „Die Bestien verwüsten bereits das Büro und wir wissen nicht,wie wir sie aufhalten können.
„Ich verstehe nicht. Um was geht es denn überhaupt?“
„Na die Greasels!“ erklärte sie, rollte genervt mit den Augen und deutete auf den Raum hinter sich. „Oh mann, hat man ihnen denn überhaupt nicht gesagt, was sie hier tun sollen?“
„Tut mir leid, aber ich bin eigentlich nicht hier, um mich um irgendwelche Greasels zu kümmern, aber vielleicht kann ich trotzdem helfen.“ erklärte der Bionic entschuldigend. „Gibt es für diesen Raum einen Geschützturm?“
„Ja und das dazugehörige Terminal finden sie dort drüben.“ sagte sie und deutete auf einen Gang, der vom Hauptgang abzweigte. „Aber der zuständige Techniker hat das Passwort vergessen und nun können wir das Geschütz weder umprogrammieren, noch stilllegen, das heißt, wir kommen überhaupt nicht in den Raum hinein ohne Angst haben zu müssen, dass uns das Ding erschießt.“
„Darf ich einmal mein Glück versuchen?“
„Na klar, nur zu. Wenn sie es schaffen, die Greasels zu töten ohne dabei selber drauf zu gehen, gebe ich ihnen sechshundert Credits.“
„Also wenn das kein Ansporn ist...“ grinste Alex und machte sich auf die Suche nach dem entsprechenden Terminal.
Binnen kürzester Zeit hatte er den Geschützturm umprogrammiert, ließ es die Greasels töten und legte es dann lahm. Mit einem triumphierenden Lächeln schlenderte er zurück zu der Soldatin, die ihn nun anerkennend entgegenblickte.
„Das ging ja schnell! Machen sie so etwas öfter?“
„Eigentlich nicht, aber ich kenne mich mit solchen Terminals ein wenig aus.“ behauptete der Bionic nicht ganz wahrheitsgemäß und zwinkerte der Frau zu.
Während die Soldatin Alex das versprochene Geld gab, blickte sie ihn nachdenklich an. „Ich denke, ich muss mich bei ihnen für meine Unhöflichkeit entschuldigen. Sie konnten ja nichts dafür, dass die Greasels ausgebrochen sind und obwohl sie nicht der schon vor Stunden angekündigte Kammerjäger sind, haben sie mir sofort geholfen.“ meinte sie nun etwas kleinlaut. „Darf ich das mit einer Tasse Kaffee wieder gut machen?
Täuschte sich Alex oder wurde er gerade von dieser Frau angebaggert?
„Also wenn sie schon seit Stunden auf den Kammerjäger warten, der sie so schmählich versetzt, ist es nur natürlich, wenn sie die Geduld verlieren, ich hätte sicher ähnlich reagiert. Aber gegen einen Kaffee habe ich trotzdem nichts.“ ging er darauf ein in der Hoffnung, eventuell etwas mehr über die Akademie und deren Machenschaften von ihr zu erfahren.
„Okay, dank ihnen kann ich nun endlich Pause machen. Wie sieht es bei ihnen aus? Haben sie gerade ein wenig Zeit?“
„Von mir aus kann es losgehen.“ meinte Alex und verließ kurz darauf mit der Soldatin die Akademie.
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Alt 08.03.2008, 20:50
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Und schon gehts weiter


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Kairo Teil 4 – Arcologie 2

Die Soldatin hieß Salia und stammte ursprünglich aus Nord-Europa.
„Ich arbeite aber bereits seit acht Jahren hier in Kairo, bin sozusagen schon ein alter Hase.“ meinte sie schmunzelnd.
„Acht Jahre bereits? Ist das nicht ungewöhnlich für die SSC, ihre Soldaten so lange an einem Ort zu stationieren?“
„Ja, das stimmt, allerdings habe ich eine Ausnahmeregelung ausgehandelt. Mein Onkel ist aufgrund der Nanitwolke schwer erkrankt und braucht hin und wieder Hilfe. Er ist nicht ernsthaft pflegebedürftig, aber es sollte in regelmäßigen Abständen jemand nach ihm sehen und da er hier in Kairo sonst keine Angehörigen hat, hat mich die SSC von Versetzungen außerhalb der Stadt vorläufig freigestellt.“
„Soviel Humanität hätte ich dem Verein gar nicht zugetraut.“ erwiderte Alex anerkennend. „Wenn sie schon so lange hier sind, können sie mir vielleicht etwas mehr über die Akademie erzählen.“
„Sie als Vater eines der Schüler sollten doch umfangreich über die Schule informiert worden sein, oder etwa nicht?“
„Nun, um ehrlich zu sein, ich habe nicht ganz die Wahrheit gesagt. Meine Tochter besucht die Akademie noch gar nicht. Das habe ich nur gesagt, um mich dort ein wenig umsehen zu können. Man will doch immerhin wissen, in wessen Hände man sein Kind gibt.“
Langsam verstrickte sich Alex immer weiter in sein Lügengewirr und musste aufpassen, sich nicht durch eine Unachtsamkeit zu verraten.
Salia lachte und es klang wirklich echt. Sie war, während sie hier im Pequod'z mit Alex saß, regelrecht aufgetaut. Die Anspannung ihres Jobs, das pflichtbewusste Auftreten und der strenge Gesichtsausdruck waren in dem Moment von ihr abgefallen, als sie sich entspannt mit dem Bionic in diesem Cafe zusammen gesetzt hatte und nun vor ihrem Kaffee saß.
„Sie wissen, wie man die Leute an der Nase herumführt, um an Informationen zu kommen, nicht wahr?“ lachte sie. „Aber sie haben schon Recht, man will ja schließlich wissen, was mit seinem Kind geschieht, wenn man es auf eine Eliteschule wie Tarsus bringt. Hätte ich Kinder, würde ich vermutlich ähnlich handeln. Vielleicht nicht ganz so überzeugend wie sie, aber ich würde es zumindest versuchen.“
„Stimmt es eigentlich, dass in der Akademie zwei Mädchen verschwunden sind?“
Salia sah ihn nachdenklich an. „Woher wissen sie das denn jetzt schon wieder?“
„Ich habe mit einigen Schülern gesprochen, sie baten mich, ihre Freundinnen zu suchen.“
„Ja, es ist wahr, zwei der Mädchen sind seit gestern Abend verschwunden. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich noch innerhalb der Akademie aufhalten müssen, denn an mir und meinen Kollegen sind sie nicht vorbeigekommen, dafür kann ich garantieren. Ich kenne nämlich – im Gegensatz zum Direktor – auch die Geheimgänge, die die Mädchen hin und wieder benutzen, um sich aus der Akademie zu schleichen und habe gerade auf diese Schächte ein besonderes Auge geworfen. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Lüftungsschächte, durch die die Kleinen gekrochen sein konnten, aber die münden alle früher oder später in der Air-Condition-Anlage. Da kann also auch niemand hinaus.“
„Haben sie zufällig einen Plan über die Lüftungsschächte?“ wollte Alex nun geradeaus wissen.
„Nein, leider nicht, aber ich kann ihnen die Einstiege zeigen und ihnen sagen, wo sie hinführen. Vielleicht finden wir die beiden ja mit vereinten Kräften. Allerdings sollten wir uns dabei vor dem Direktor in Acht nehmen.“
„Wie meinen sie das?“
„Naja, ich weiß auch nicht, aber irgendwie ist mir der Typ nicht ganz geheuer. Einmal nach Dienstschluss habe ich gesehen, wie er sich mit einem Paladin getroffen hat. Es war reiner Zufall, da ich etwas in der Schule vergessen hatte und noch einmal zurück musste und dabei eine – nicht ganz offizielle – Abkürzung nahm. Leider habe ich von dem Gespräch nichts mitbekommen, denn als mich die beiden bemerkten, taten sie so, als würden sie sich nicht kennen und gingen jeder in eine andere Richtung davon.“
„Das ist allerdings eigenartig.“ sagte der Bionic nachdenklich.
„Ja und nicht nur das. Mit einigen meiner neuen Kollegen scheint auch etwas nicht zu stimmen. Normalerweise unterstehen SSC-Soldaten ihren eigenen Vorgesetzten, doch einige meiner Kollegen scheinen zu glauben, nur auf die Anweisungen des Direktors hören zu müssen. Gut, der Direktor hat eine Art „Aufsicht“ über uns, ist aber verpflichtet, alles an unseren Vorgesetzten weiter zu leiten und nicht, eigenmächtig irgendwelche Dienstpläne zu ändern, Wachen zu verdoppeln oder abzuziehen und aktiv in unseren Dienst einzugreifen. Ich lasse mich von ihm nicht herum schubsen, doch einige der neuen Soldaten tun genau das.“
„Vielleicht wissen sie es nicht besser?“
„Sie wurden schon mehrfach angehalten, nur auf die Befehle unseres Kommandanten zu hören und soweit ich weiß, wurde auch der Direktor mehrfach ermahnt sich aus den Dienstanweisungen herauszuhalten, doch es half nichts.“
„Das ist ja wirklich allerhand.“
„Nicht wahr?“ stimmte Salia zu. „Wenn sie schon nach den Mädchen suchen, vielleicht finden sie auch noch etwas über den Direktor und dessen Machenschaften heraus. Würden sie mich dann informieren, damit ich das an meinen Chef weiterleiten kann?“
„Lassen sie mich raten. Ihr Vorgesetzter ist der Commander aus Ebene 108, nicht wahr?“
„Sie kennen ihn?“
„Nicht wirklich, ich habe nur gesehen, dass es dort oben eine Guard-Station gibt und habe einfach die richtigen Rückschlüsse gezogen, weiter nichts. Wenn sie möchten, informiere ich ihn auch direkt, dann können sie sich den Weg sparen.“
„Ja, das können sie natürlich auch machen und wer weiß, vielleicht bekommen sie ja von ihm auch noch eine Belohnung.“
„Ich sehe schon, vor ihnen kann ich nichts geheim halten.“ grinste Alex und versuchte nun seinerseits ein wenig mit ihr zu flirten, um an weitere Informationen zu kommen. Natürlich war er sich bewusst, dass das ziemlich unfair von ihm war, doch der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. „Kennen sie eigentlich Leila Nassif?“
„Nicht persönlich, aber ich habe von ihr gehört. Sie muss ein ziemlich hohes Tier bei Tarsus sein, hält sich aber wohl primär in Seattle auf. Kürzlich war sie einmal hier, doch wo sie inzwischen ist, weiß ich nicht.“
„Sie war hier? Hier in der Akademie?“ Alex tat überrascht.
„Ja, das ist noch gar nicht so lange her, vielleicht ein oder zwei Tage.“
„Und nun ist sie wieder abgereist? Oder einfach nur irgendwo anders in Kairo unterwegs?“
„Die Machenschaften der Mitarbeiter von Tarsus liegen außerhalb meiner Zuständigkeit. Meine Aufgabe ist es einzig und allein, für die Sicherheit der Kinder und deren Lehrer zu sorgen, da kann ich nicht darauf achten, wann wer wohin reist oder auch nicht. Tut mir wirklich leid.“
„Na, schon gut, ich werde sie schon finden.“
„Woher kennen sie sie denn?“
„Ich bin ihr ein paar mal in Seattle begegnet, aber das ist schon wieder eine Weile her. Daher weiß ich auch, dass sie für Tarsus arbeitet und da ich schon mal hier in der Gegend bin, hätte es mich gefreut, sie mal wieder zu sehen. Aber wenn sie bereits abgereist ist, kann man wohl nichts machen.“ erklärte Alex betont gleichgültig und zuckte mit den Schultern.
„Wenn sie wollen, höre ich mich einmal nach ihr um. Vielleicht haben sie ja Glück und sie ist noch in Kairo.“
„Ja, das wäre wirklich sehr nett von ihnen.“ versicherte der Bionic und lächelte Salia dankbar an.
„Meine Pause ist nun leider schon vorbei. Sollten sie Probleme haben, in die Akademie zu kommen, lassen sie mich rufen, ich sorge dann dafür, dass man sie rein lässt.“ versprach sie, legte das Geld für die beiden Kaffees auf den Tisch und stand auf. „Sie melden sich bei mir, ja? Sie wissen ja, wo sie mich finden.“
„Mach ich, Salia, bis bald und danke für den Kaffee.“ meinte er, lächelte und winkte ihr kurz zu.
Alex konnte geradezu beobachten, wie sich Salia's Haltung änderte, je näher sie ihrem Arbeitsplatz kam. Ihr Gang wurde fester, ihr Körper straffte sich und wenn er ihr Gesicht hätte sehen können, hätte er festgestellt, dass sie nun auch wieder ihren pflichtbewussten, entschlossenen Gesichtsausdruck angenommen hatte, wie zu dem Zeitpunkt, als er sie das erste Mal in der Akademie sah.
Schmunzelnd schüttelte der Bionic den Kopf. 'Als hätte man einen Schalter umgelegt.' dachte er, stand ebenfalls auf und folgte ihr in einigem Abstand zu den Eingängen der Akademie.
Auf dem Hinweg hatte er hinter einem Mülleimer einen Lüftungsschacht entdeckt und er wollte nun sehen, wo ihn dieser hinführte – vorausgesetzt, er ließ sich überhaupt öffnen. Möglicherweise fand er bei dieser Gelegenheit auch noch einen Weg, die Templar zu beobachten oder zumindest zu belauschen, denn auch bei ihrem Schalter hatte sich ein Lüftungsgitter befunden.
Ein kurzer Blick in die Runde und der Bionic war sich sicher, nicht beobachtet zu werden. Schnell klappte er das Lüftungsgitter auf und schlüpfe hinein. Den Spiderbot, der in dem Lüftungsschacht patrouillierte hatte Alex schnell erledigt und bereits kurz darauf hatte er, wie vermutet, das Lüftungsgitter am Templarschalter erreicht.
Die beiden Uniformierten standen nach wie vor beinahe regungslos auf ihren Posten und warteten auf potentielle Rekruten. Alex befürchtete schon, sich auf eine längere Wartezeit in seinem Versteck gefasst machen zu müssen, als ein dritter Paladin auf die beiden anderen zu kam.
„Ist alles bereit?“ wurde der Neuankömmling von einem der Templar begrüßt.
„Noch nicht.“ erwiderte dieser. „In etwa einer Stunde sollen wir uns bereit halten. Die Omar haben eine Versammlung einberufen. Wenn wir dann zuschlagen, erwischen wir vielleicht annähernd alle, die sich momentan in Kairo aufhalten.“
„Das erleichtert die Sache ungemein. Wo findet die Versammlung statt?“
„In einem – wie sie denken – geheimen Kellerraum in der Nähe der Moschee. Ein perfekter Ort für einen Hinterhalt.“
„Na, da kann ja nichts mehr schief gehen. Wir warten dann wieder auf das Signal.“
„Bis später.“
Und schon verschwand der dritte Templar wieder.
'Ich muss sofort Leo warnen.' dachte Alex und kroch so leise wie möglich wieder aus dem Schacht heraus. Um nicht aufzufallen, lief er den breiten Quergang vor dem Augzug der Akademie bis zum Ende durch und erst dann durch den letzten Durchgang in die Halle. So schnell es ging, ohne Aufsehen zu erregen, eilte er zum Aufzug, der ihn in die Moschee brachte. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung, bis er die Omar und somit auch Leo erreicht hatte.
„Hallo mein Freund. Hast du es dir überlegt? Kann ich dich bald bei uns willkommen heißen?“
„Ich bin aus einem anderen Grund hier, Leo. Die Templar planen einen Hinterhalt, schon in einer Stunde.“
„Mach dir keine Sorgen, Alex, in einer Stunde sind wir nicht mehr hier. Unser Oberhaupt hat eine Besprechung einberufen um alle Neulinge willkommen zu heißen und uns weitere Informationen über die noch anstehenden Operationen und deren Folgen zu erläutern.“
„Aber genau darum geht es, Leo. Sie haben irgendwie herausgefunden, wo ihr euch trefft und wollen euch in einem Hinterhalt auflauern. Einer der Templar sprach von einem geheimen Kellerraum in der Nähe der Moschee.“
Leo sog hörbar die Luft ein. „Was sagst du da, Alex? Sie kennen unser Versteck? Das muss ich sofort melden!“
„Ja, Leo, tue das. Ich wünsche euch viel Glück. Leider muss ich jetzt wieder gehen. Du kommst klar?“
„Ja, mach dir keine Sorgen, mein Freund und noch einmal vielen Dank für deine Hilfe, du hast was gut bei mir.“ rief ihm Jankowski noch hinterher, als sich der Bionic bereits wieder auf den Rückweg in die Arcologie machte.
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  #73  
Alt 23.07.2008, 04:55
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So, nach einer Ewigkeit wieder der nächste Teil, zwar nicht der erste Entwurf, der verloren ging, aber eine (wie ich hoffe) dennoch annhembare Version . Bitte seid wie früher gnädig, auch wegen der späten Stunde


Deus Ex - Einsatz in New York (Teil 13)

Die quietschenden Reifen waren nicht zu überhören. Im ersten Moment konnte man denken, es gab einen Unfall, die Straße war blockiert und einige Raser waren gezwungen, ihren übliche Fahrweise abruppt zu unterbrechen. Jedoch war auf den Straßen in diesem Teil der Stadt nicht viel los, vor allem weil die Tunnel blockiert waren, zumindest sollten sie dass sein.
Dwayne Dickson war schon seit 15 Jahren bei der NSF, und er hatte schon sehr viel gesehen, aber was gleich kommen würde, sollte selbst ihn noch überaschen. Als ob der heutige Tag nicht schon genügend Überaschungen bereitgehalten hatte. Erst die Ansprache von JoJo Fine in der Lagerhalle, dann diese Aktion dass alle die Halle verlassen mussten die für die "New York Drugkeeper" - Einheit abkommandiert waren, und die seltsamen Dinge, die er vorhin beiläufig von dem Einsatzleiter gehört hatte. Er hatte sich mit seinem Stellvertreter unterhalten und gemeint, dass alle störenden Elemente aus der Gruppe entfernt wurden, darauf folgte ein Lachen dass Dickson gar nicht gefiel... Störende Elemente? Damit konnten eigentlich nur Diejenigen gemeint gewesen sein, die den Plan die Drogenbosse von New York zu beseitigen und sich ihre Ware anzueignen nicht einverstanden waren. Nun gut, es war verrückt, aber für ihn war es kein Problem, diese Drogendealer auszumerzen, er war der Überzeugung, dass die Drogen dannach als Schmerzmittel bei Verletzungen eingesetzt würden, und der Rest zerstört würde. So hielt es die NSF jedenfalls zu der Zeit, als er eingereten war.
Nun drehte er sich um und sah, was er nicht erwartet hatte:UNATCO - Trooper stürmten um eine Häuserecke mit ihren Maschinengewehren im Anschlag. Dass hatte er wirklich nicht erwartet.

Paul und J.C. als Einsatzleiter bildeten die Nachhut. Dies war zwar nicht üblich, aber heute war fast nichts so gelaufen, wie es üblich war. Die Beiden bogen wie ihre Kollegen um die Ecke, und ihnen bot sich ein Bild dass keiner von ihnen so schnell vergessen würde. Der Kampf war erst ein paar Sekunden alt, doch es herrschte bereits Chaos. Brennende Autos, Schüsse aus allen Richtungen, tote Menschen wohin man sah, flüchtende und schreiende Passanten die aus unerfindlichen Gründen auf den Straßen unterwegs waren.
Paul und J.C. zogen ihre Waffen und und versuchten einen Überblick zu bekommen. J.C. sah sich um, da fiel sein Blick auf Paul. Sein Blick war glaßig, hart und von wilder Entschlossenheit durchtränkt. Er riss seinen Arm hoch und drückte ab. J.C. folgte der Kugel mit seinem Blick und sah wie in Zeitlupe als sie ihr Ziel fand un der Brust eines NSF - Troopers. Der Mann wurde zurückgeschleudert. Erst als der Mann auf dem Asphalt aufgeschlagen war sah J.C. das Messer in dessen Hand, mit dem er gerade dabei war, einem kleinen Mädchen die Kehle durchzuschneiden. Das Kind stand weinend da, inmitten von Blut und Leichen.
Paul stand weiterhin da, die Hand mit seiner Waffe noch immer ausgestreckt, zielte er auf den nächsten Trooper, während sein Bruder in stummer Abstimmung auf das Mädchen zulief und packte, es hochhob und fest an sich drückte. Er hoffte inständig dass er mit seinem Körper und seinen Armen alle Kugeln anfangen konnte die das Mädchen hätten treffen können. Er lief wieder zu der Häuserecke und drückte das Mädchen einem UANTCO - TRooper in die Arme.
"Bringen sie Sie sofort in Sicherheit!"
"Aber Agent Denton, der Befehl-"
"Sofort!" J.C. 's Stimme war ungewöhnlich hart.
"Zu Befehl Sir!" Er nahm das Mädchen fest in die Arme und lief schnell um die Häuserecke. Als Denton die Beiden nicht mehr sah, widmete er sich wieder dem Kampf.
Die UNATCO hatte die NSF um einige Häuserzeilen zurückgedrängt, nun sah es besser für Denton und seine Leute aus. Der erste Eindruck hatte ihn doch getäuscht, der Überraschungsmoment und die Überzahl durch die eben eingetroffene Verstärkung zeigten Wirkung und machten den Fehler durch den unkoordinierten Angriff wieder wett, zumindest statistisch gesehen. J.C. machte sich wieder Vorwürfe, dass er nicht eingegriffen hatte, jedoch glaubte er mittlerweile, dass seine Leute auch tortz seiner Befehle losgestürmt wären, aufgrund der vielen toten Kollegen bei dem Hinterhalt.
Die NSF zog sich immer weiter zurück und mussten schwere Verluste hinnehmen. Der Einsatzleiter der NSF gab den Befehl, sich in eines der Gebäude zurückzuziehen, da die beiden Straßen auf denen sie hätten flüchten können bereits von der UNATCO versperrt war.
Die Brüder Denton konnten es kaum fassen, als sie sahen, wie alle NSF - Trooper sich in einem leerstehenden Waffengeschäft zurückziehen mussten. Der Einsatz war beinahe erfolgreich beednet, nun mussten nur noch ein paar Granaten in das Gebäude geworfen werden, und sie hätten es geschafft. Ein Gefüh der Erleichterung überfiel J.C., dieser Einsatz konnte doch noch zu einem guten Ende gebracht werden. Die UNATCO - Trooper sammelten sich und marschierten vorsichtig ihrem Ziel, dem alten Waffengeschäft, entgegen.
'Jetzt bloß nichts überstürzen' dachte sich J.C. Im Gefühl des sicheren Sieges wurden schon viele Schlachten verloren.
Sie näherten sich dem Gebäude an, J.C. und Paul inmitten ihrer Kollegen. Gleich würden sie aus ihrer Deckung in der Dunkelheit ins Licht der Straßenlaternen am Renton - Hotel kommen, das rechts an der Straße gelegen war. Links war eine alte Zuckerfabrik, die nächsten Monat endgültig geschlossen werden sollte.
Die vordersten UNATCO - Trooper hatten beriets ihre LAM's herausgeholt, um sie gleich einzusetzen. Ehe sie aber in Reichweite waren, fiel ein Trooper der ersten Reihe zu Boden, kurz daruaf folgte der Zweite.
J.C. brauchte einen Moment, um zu realisieren, was passiert war, und scholt sich selbst einen Narren.
"Alle in Deckung, Sniper!"
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Du wirst der sein, der du sein wirst. Wir sind das Ergebnis unserer Entscheidungen.
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Alt 03.08.2013, 08:38
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Craig Heffner als DX-Imitator:
Zitat:
Ein besonderes Missbrauchsszenario demonstrierte Craig Heffner am Modell Trendnet TV-IP410wn: Über eine Command Injection beendete der Hacker aus der Ferne den Prozess, der für das Streamen des Videobildes verantwortlich ist. Gleichzeitig lädt er ein Standbild des überwachten Raums oder Objekts auf die Kamera und zeigt es statt des Live-Bildes. Damit werden Angriffe möglich, wie sie aus Action-Filmen bekannt sind, bei denen Einbrecher der Wachmannschaft einen leeren Raum vorgaukeln.
http://www.heise.de/newsticker/meldu...z-1928831.html
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Heidin (mockingly): Builder bes help me, builder bes help me, oooh.
Hammerit: I hath not the time to bother with thee, pagan.
Sie reden miteinander. Geht doch. - Der Dieb
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