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  #26  
Alt 27.10.2006, 14:33
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altes Eisen
 
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KAPITEL 1

Liberty Island
Nacht.

Das Ende und der Anfang

Seine Schritte schlugen hart auf den Betonboden auf und hinterließen ein dumpfes Hallen in der einsamen Stille als er die letzten Meter zurücklegte. Die Mag Rail behielt er im Anschlag, um rechtzeitig reagieren zu können. Wahrscheinlich war es unklug auf dem spärlich beleuchteten Weg zur Freiheitsstatue zurückzulaufen. Jenseits des Weges lauerte das tiefe Schwarz der Nacht und leckte nach den kläglichen Lichtfetzen. Er lief so schnell wie er konnte, doch versuchte er seinen Lauf zu kontrollieren. Sein Atem ging schwer in der kühlen Nachtluft und durchschnitt ihm die Lungen, so dass bei jedem Zug sich sein Gesicht zu einer Grimasse verzog. Wie ein Radar ließ er seinen Blick abwechselnd links und mal nach rechts schweifen. ‚Nur noch ein paar Meter, dann erreiche ich den ersten Container’. Seine Beine wurden trotz Muskelverstärkung immer schwerer. ‚Nur nicht nachlassen, nur nicht nachlassen’, dachte er beschwörend, Du bist kurz vor dem Ziel.’ Nochmals beschleunigte er seine Bewegungen. Mit jedem Fuß, den er in Richtung des Ziels setzte, wurde er unruhiger. ‚Ist schon merkwürdig, eigentlich müsste ich entspannter werden. Das Ziel ist nahe. Meine Gegner sind ausgeschaltet. Aber vielleicht habe ich ein paar übersehen.’ Vor ihm ragte der zwei mal fünf große Container herauf. Im Lauf drehte er sich um 180° und ließ sich ungebremst mit dem Rücken gegen die Wand prallen. Für einen Moment raubte ihm dies die Luft. Langsam rutschte er in die Hocke. ‚Du musst atmen, Alex, atme tief und ruhig.’ Er schloss kurz die Augen und konzentrierte sich auf die Atmung. Ein und aus, ein und aus. Allmählich wurde er ruhiger. Wie viel Munition hatte er noch.....10 Schuss.....das war nicht viel, würde aber reichen. Er schaute auf sein Interface und checkte seine Bioenergie. Sie war fast aufgebraut. ’Verdammt. Du bist soweit gekommen und zuletzt wirst Du eventuell doch noch erwischt. Wie komisch’ Alex musste urplötzlich kurz innerlich auflachen. ‚Oh mein Gott, jetzt werd bloß nicht hysterisch, Junge. Reiß dich zusammen. J.C. braucht dich. Paul braucht dich und die verdammte Menschheit braucht dich auch.’ So aktivierte er entschlossen die letzte Bioenergiezelle. Hatte er auch wirklich alle Gegner erwischt? Er zählte nochmals nach. Die Templer erledigt. Die Illuminaten....hier in dem Sektor auf jeden Fall.....nur die Anführer hatte er noch übriggelassen. Sie hatten ja schon so schön gefeiert, da wollte er sie nicht stören, zumal sie keine direkte Gefahr darstellten. Die Omar....nun ja......deren Repräsentant, seinen Freund Leo, hatte er angehalten auf sein Zeichen zu warten. Der konnte lange warten. Trotzdem wollte Alex kein Risiko eingehen. Auch wenn er dank seiner Augenimplantate eine enorm verbesserte Nachtsicht hatte, so konnte er einen Illuminaten oder Templer übersehen haben, welcher sich im Schutze der Nacht verdeckt hielt, um ihm im letzten Augenblick den goldenen Schuss zu verpassen. Nein, das Risiko sollte und wollte er nicht eingehen. Am besten er schickte eine Drohne los. Sie war eher zum Ausschalten von Bots und anderen elektronischen Gerätschaften gedacht, jedoch eignete sie sich ebenfalls hervorragend zum Auskundschaften der Umgebung, da Alex mittels dieser technischen Errungenschaft die zurückgelegte Strecke mit seinen eigenen Augen sehen konnte. Er brachte die Drohne auf den Weg und konnte sich nun selbst sehen, wie er vor dem Container hockte. Die Drohne surrte und schwebte den fahlen asphaltierten Pfad entlang. Alles schien wie ausgestorben zu sein. Keine Anzeichen, dass potentielle Gefahren noch auf ihn lauerten. Als sich die Drohne dem Eingang zur Freiheitsstatue näherte, tauchten die drei Bots und Tracer Tong vor ihm auf, die, wie vereinbart, den Eingang bewachten. Alex brach die Interaktion mit der Drohne ab und sprang auf die Füße. Zugleich fing er an sprinten. ‚Nur noch 50 Meter.’ Er beschleunigte abermals. 30, 20, 10 , 5. Alex lief an Tong vorbei und verlangsamte seine Schritte und trat in die Eingangshalle ein. Hier herrschte beschäftigtes Treiben von J.C.’s eisigen „Freunden“. Alles schien für ihn und Helios vorbereitet zu sein. Alex blieb am Eingang stehen und schaute sich die Szene an. J.C. stand in ca. 4 Meter Entfernung rechts von ihm. Paul stand etwas weiter entfernt zu seiner Linken. Als Paul seiner angesichtig wurde, strahlte er ihn an. Alex wurde es ein wenig warm ums Herz. Hier war wenigstens einer, der sich freute ihn zu sehen. Dann schaute er nochmals zu J.C. Sein Blick war kühl und etwas starr. Wie Paul, hielt er eine Mag Rail im Anschlag, um möglichst ohne Verzögerung schießen zu könne. Nun bemerkte auch J.C., dass es Alex bis zu ihnen geschafft hatte.
„Alex, du hast es geschafft. Ich wusste, dass Du es schaffen würdest. Komm es wird Zeit. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Helios wartet auf Dich.“ Und mit einem Nicken in Richtung Helios wies er ihm den Weg. Alex folgte seiner Kopfbewegung und erblickte eine Art Terminal. Jedoch tat er keinen einzigen Schritt. Er konnte sich einfach nicht rühren. Was war bloß auf einmal mit ihm los? Irgendetwas hielt ihn zurück, was ihn schon die ganze Mission hindurch hat zögern lassen. ‚Kann ich wirklich J.C. vertrauen? Paul sicherlich - aber er vertraut auf J.C. und folgt ihm bedingungslos. Was ist mit mir. Glaube ich ihm wirklich? Beide sind meine Brüder und ich möchte ihnen vertrauen und glauben. Aber - ’ Dieses kalte Nicken zu Helios ließ ihn zurückschrecken und erschaudern. Dies Kälte in seiner Stimme und seiner Haltung. Was wäre, wenn er genauso würde? Alex ließ die letzten Gespräche mit J.C. Revue passieren. Er gab sich einen Ruck und schritt auf das Terminal zu. ‚Ich hab keine Wahl. Es ist die einzig mögliche Alternative für die Menschen. Tue es für sie, nicht für dich. Jetzt werde ich auch noch edel.’ Innerlich verzerrte sich sein Mund zu einer Grimasse. Was war nur mit ihm auf einmal los? Er wusste es. Es war offensichtlich. Er hatte Angst. Alex stieg in das überdachte Terminal ein. Vor ihm war ein der Schalter. Er schaute ein letztes Mal zu J.C. und Paul, seinen Brüdern. Dachte an die arme Billie und an seine süße Klara. Dann drückte Alex den Knopf. Gleißendes Licht und ohrenbetäubender Lärm umgab ihm. Alles um ihn herum verschwamm in dieser schier unsäglichen Helligkeit. Plötzlich durchzuckte ein unerträglicher Schmerz seinen vom Kampf erschöpften Körper, so dass sich dieser aufbäumte. ’Oh mein Gott, tut das weh. Als ob mir jeder einzelne Nanobot einzeln herausgerissen wird.’ Dann so urplötzlich wie der Schmerz gekommen war, so verschwand er auch wieder. Zurück blieb nur noch das grelle weiße Licht, dass ihn umgab und – Stille. Er hörte rein gar nichts mehr. Sah nichts mehr und es schien ihm als spürte er auch nichts mehr. Nur noch Stille und Einsamkeit.
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  #27  
Alt 10.11.2006, 02:09
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So... Es hat seine Zeit gedauert, aber nun hab ich das Kapitel doch noch zu Ende geschafft! Viel Spaß beim Lesen, hoffe es enttäuscht nicht Freue mich auf (hoffentlich gute ) Kritik!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 9

Zum Glück war dieser Schacht etwas breiter als der Lüftungschacht, sonst hätte J.C. sich nicht umdrehen können. Da er nur noch wenig Luft in der Lunge hatte, verspührte er einen starken drang aufzutauchen, jedoch herrschten dort oben an der Wasseroberfläche noch Temperaturen jenseits der 100 Grad. Er musste noch warten. J.C. aktivierte die künstliche Aqualunge, mit deren Hilfe der verbliebene Sauerstoff besser genutzt werden konnte, so verdreifachte er seine Überlebenschance.
Der Schacht war etwa 5 Meter tief und J.C. befand sich fast ganz unten, da das Wasser weiter oben schon viel zu heiß war. Er spürte die Hitze hier unten zwar auch, aber es war noch zu ertragen. Zum Glück stieg warmes Wasser physikalisch nach oben, während Kaltes nach unten ging.

Der Zug fuhr immer noch geradewegs seinem Ziel entgegen, als die Erschütterungen anfingen. Erst waren es nur leichte Vibrationen, doch sie wurden zusehens stärker. Frank wurde immer unruhiger, war er dem Ziel doch schon so nahe... Er wusste, gleich kam die Passage überirdisch. Er wartete ungeduldig und sah nervös aus dem Fenster. Die Scheiben waren zwar stark getönt und von außen verspiegelt damit man nicht hineinsehen konnte, doch er würde es sofort sehen, wenn es heller werden würde, auch wenn die Sonne jetzt so früh am morgen noch nicht ganz aufgegangen war. Jetzt war es soweit.
Es konnte eigentlich nicht mehr viel schiefgehen, außer...
Einer der Bodyguards von stürzte in das Abteil in dem Frank mit seinem Chef Schach spielte, er hielt ein Funkgerät in Händen aus dem schrille Rufe kamen: „Zug sofort stoppen! Terrorangirff auf U – Bahn – Station! Zug sofort stoppen!“ Keine Sekunde später stoppte der Zug so apruppt, dass Frank und sein Chef aus ihren Sitzen geschleudert wurden.
Frank lag auf dem Boden, und er sah auch seine Ziele am Boden liegen.

Will rapelte sich langsam wieder auf nachdem die Explosionen verklungen waren. Es war alles in eine unangenehme und unatürliche Stille getaucht. Er durchdachte schnell alle Möglichkeiten. Sein Verstand brauchte nicht sonderlich lange, um zu wissen, dass J.C. nur eine Überlabenschance hatte, wenn er zur Zeit der Durchsage bereits auf dem Weg nach draußen war, auf welchem Wege auch immer. Will hätte nicht darauf gewettet, dass ein normaler Mensch so etwas überstanden hätte, aber J.C. war kein normaler Mensch. Er hatte Dutzende von kleinen und auch größeren Implantaten, und auch wenn Will nicht jede Funktion kannte, so wusste er, dass sie einem das Überleben sichern konnten, in gerade solchen Momenten. Darüber hinaus hatte J.C. einen unbändigen Lebenswillen den er mit seinem Wissen durch seine mehr als gute Ausblidung bei Major Sam Carter, ehemals General, in dem UNATCO – Ausbildungscamp behaupten konnte.
Er stand nun wieder auf seinen Füßen, jedoch bemerkte er, dass er leicht zitterte. Das war ihm jetzt egal, er musste wissen, was mit J.C. passiert war. Er lief zu Anna Navarre in Richtung des Eingangs der U – Bahn. Navarre lag noch auf dem Boden und schien leicht benommen zu sein.

Mittlerweile war er drei Minuten unter Wasser und er konnte beim besten Willen nicht länger die Luft anhalten. Die Aqualunge hatte den letzten Kubikmillimeter Sauerstoff in seinen eigenen Lungen ausgenutzt, aber es war vorbei, er musste auftauchen. Er hatte keine Ahnung, wie heiß es oben sein würde, jedoch war er sich sicher, dass der Weg durch den Lüftungsschacht kein Spaziergang werden würde. Er stieß sich von dem glitschigen Boden ab und tauchte langsam auf. Auf dem Weg nach oben spürte er schon, wie das Wasser unangenehm heißer wurde. Er wusste, seine Haut würde Blasen werfen, aber das war ihm im Moment egal. Nur noch ein kurzes Stück, seine Lungen gierten nach frischer Luft. Er tauchte auf und sog gierig die Luft ein, jedoch war hier nicht im entferntesten von frischer Luft zu sprechen. Die Hitze der Explosion hatte fast den ganzen Sauerstoff hier in dem Schacht verzert, und der Rest der Luft glich beim einatmen gasförmiger Lava. Bei jedem Atemzug brannten J.C.‘s Lungen, als würden sie mit heißem Blei ausgegossen.
Er wusste, er musste hier schnellstmöglich raus. Der Schacht hatte hier keine Leiter, also musste sich J.C. mit Armen und Beinen gegen die Seiten des Schachtes drücken und sich langsam nach oben schieben. Das hatte er sich schon unten im Wasser überlegt, würde jedoch überflüssig, als er sich den Schacht genauer ansah. Die enorme Hitze hatte die Metallwände des Schachtes verzogen, sie waren nicht mehr glatt und eben, sondern hatten Beulen und Einwölbunden. J.C. griff in eine der Nischen um festzustellen wie heiß das Metalll noch war, er verbrannte sich Mittel – und Zeigefinger. Er stieß einen Fluch aus und griff unter sein Spezialhemd und riss zwei Stoffstücke von seinem T – Shirt ab. ‚Na Toll! Kann ich mir schon wieder n neues Manowar – Shirt holen!‘ Er verband sich die Finger und Hände, etwas Schutz würde der Stoff vor dem heißen Metall bieten. J.C. machte sich nun auf den Weg. Es klappte sogar etwas besser als erwartet. Nach etwa einer halben Minute war er oben angekommen, doch kaum war er aus Unachtsamkeit mit einem Finger von dem der Stoff gerutscht war an die Metallwand gekommen, verfluchte er Special Agent Navarre.
Langsam tastete er sich weiter vor, schnell ging es leider nicht, da der Schacht hier oben wieder schmaler war, außerdem ließ die Hitze seine Schuhsohlen langsam aber sicher schmelzen und er blieb ständig kleben. Nach etwa 3 Minuten war auch dieser Teil hinter ihm und er stieg die deformierte Leiter hoch. Von der Pennerhütte war nicht mehr viel übrig, nur noch ein paar herumliegende Bretter, links neben ihm stand noch eine leicht verkolte Wand, relativ schräg. Er trat aus der Ruine der Pennerbehausung und ging zielstrebig in Richtung U – Bahn – Station.

Es herrschte mittlerweile ein geschäftiges Treiben nach der kurzzeitigen Letargie. UNATCO – Trooper waren nach unten gestürmt und sicherten die Station, oder besser gesagt das, was von ihr übrig war. Will stand in ständigem Funkkontakt mit dem Einsatzleiter, bisher keine Spur von J.C., dafür schon einige tote NSF – Trooper. Will Anderson wollte zuerst selbst mit nach unten, doch Navarre hatte ihn zurückgepfiffen. Er sollte den Einsatz von hier aus leiten.
Er wartete auf die nächste Durchsage, als er hinter sich ein Geräusch wahrnahm. Er drehte sich um und erblickte seinen Freund J.C. Doch wie sah er aus? Seine Haare, die ansonsten immer gut gestylt waren, hingen hier und da, nur nicht an der richtigen Stelle, sie klebten trocken an seinem Kopf. Sein Gesicht war zerkratzt und teils schwarz von Ruß. Die Jacke war zerschlissen und mit Brandlöchern übersät, ebenso sein Spezialhemd, von der Hose gar nicht zu reden. Seine Hände steckten in zwei Stofffetzen. Will lief auf seinen Freund zu und packte ihn an der Schulter.
„Man, J.C., ich dachte schon fast, du schaffst es nicht!“
„Hab ich zwischenzeitlich auch gedacht.“ Erwiderte J.C. ehrlich.
„Du siehst aus als hätte dich jemand auf dem Grill geröstet. Wie hast du das nur geschafft?“
„Lange Geschichte. Wo ist Special Agent Navarre?“ Die Wut in seiner Stimme konnte er nur schwerlich unterdrücken.
„Da vorne, bei der Station.“
J.C. lief in Richtung der Station, wo Navarre sein musste. Als er sie sah, verzog sich sein Gesicht zu einer wütenden Maske.
„Navarre!“
Agent Navarre drehte sich erstaunt um. Ihr Gesicht verriet Verwunderung, nicht nur ob des plötzlichen Auftauchens von J.C., sondern auch wegen seines Aussehens.
„Was ist denn mit Ihnen passiert?“
„Ich war auf ner Grillparty, verdammt! Können Sie keine Uhr lesen oder was? Oder ihr verdammtes Funkgerät einschalten?“
„Immer mit der Ruhe Agent Denton.“ Navarres Stimme hatte ihre natürliche Überheblichkeit nicht verloren, jedoch hielt Sie sie etwas zurück.
„Ruhe? Ruhe?!“ J.C. war jetzt wirklich ungehalten. „Sie haben mir da unten Feuer unterm Hintern gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes!“
„Mein Walkie Talkie war leider gerade woanders, und ich war der Meinung die Zeit war bereits abgelaufen.“ Ihre Stimme hatte etwas gleichgültiges. „Tut mir leid Agent Denton. Aber Sie haben es ja geschafft.“ Jetzt schwang Anerkennung in ihrer Stimme mit.
„Was nicht Ihr Verdienst war.“ Meinte J.C. wieder etwas beruhigter.
Navarre sah ihn missbilligend an.
„Wir müssen los und den Zug sichern.“ Ihr Tonfall war wieder militärisch professionell. Sie schritt davon. An ihre Stelle trat Will, der J.C. aufmunternt auf die Schulter klopfte.
„Was für eine blöde ********!“ meinte J.C.
„Wo du recht hast, hast du recht.“ Will fing an zu grinsen. „Vorhin hat Sie sich schön auf die Fresse gelegt.“
„So richtig heftig?“ fragte J.C. erwartungsvoll.
„So richtig heftig.“
Jetzt musste auch J.C. lächeln.
Nach einer Minute gingen auch sie los zu den Truppentransportern und fuhren zu der Stelle, wo der Zug seine Notbremsung hingelegt hatte.

Ende des Kapitels „Geiselnahme“

Geändert von Mike Denton (03.12.2006 um 04:23 Uhr).
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  #28  
Alt 05.12.2006, 03:27
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Das nächste Kapitel nimmt seinen Anfang, es wird wohl nicht ganz so umfangreich werden wie das vorherige, aber man weiß ja nie... Hier ist jedenfalls für den Anfang der erste Teil, viel Spaß wie immer und seid bitte gnädig

"Deus Ex – Nachspiel im Bahnhof" Teil 1

J.C. Denton und William Anderson saßen mit zwei anderen UNATCO – Troopern im hinteren Teil des Truppentransporters, vorne saß noch der Fahrer.
Mittlerweile hatte J.C. erfahren, dass alle Geiseln lebend aus der Station fliehen konnten. Vorhin war er dermaßen aufgewühlt, dass er die Geiseln fast vergessen hatte. Ebenso hatte er erfahren, dass auch zwei Terroristen überlebt hatten.
„Ich versteh nicht, wie das möglich sein soll.“ sagte J.C. kopfschüttelnd. „Ich bin nur mit Mühe und Not da rausgekommen und dass mit meinen Implantaten.“
„Terroristen haben ihre eigenen Tricks.Die könnten sogar uns noch was beibringen.“ meinte Will.
„Weiß man schon, ob in dem Zug alle überlebt haben?“
„Soweit ich weiß gab’s da keine Verluste, nur ein paar Prellungen durch die Vollbremsung.“
J.C. dachte wieder über die Beweggründe der Terroristen nach. Warum 12 Geiseln bei 12 Terroristen? Warum das alles nur um einen verdammten Zug in die Luft zu jagen? War diese Person in dem Zug wirklich so wichtig für die Ambrosia – Forschung? Und wenn ja, warum wollten die Terroristen diese Person töten? J.C. konnte sich noch so sehr das Hirn zermartern, er kam nicht auf die Lösung. Vielleicht konnte dieser ominöse Ambrosia – Forscher Licht ins dunkel bringen...

Er war wie paralysiert. Es war alles vorbei. Der Plan war fehlgeschlagen, absolut. Es musste einen Verräter geben, und falls dieser Verräter seine Identität kannte, war er ein toter Mann. Er dachte fieberhaft über einen Ausweg nach, doch es fiel ihm keiner ein.
Der Zug war an einer kleinen ehemaligen Bahnstation zum Halten gekommen, die seit der Umsrtukturierung vor drei Jahren nicht mehr im Betrieb war. Viele der Bodyguards waren ausgestiegen und sicherten die Station damit auch alle Anderen den Zug verlassen konnten. Sein Chef hatte seinen Laptop und einige Papiere zusammengepackt, er würde wohl gleich den Zug verlassen. Er schritt an die hintere Zugwand an der ein kleines Bücherregal und ein Gemälde hing, dass seltsamerweise nicht bei der Vollbremsung heruntergefallen war.
Er sah sich um und versuchte, nicht allzu aufgeregt zu wirken, was ihm aber nicht vollends gelang. Als er wieder zu seinem Chef sah, erkannte er plötzlich den Grund für die enorme Wandhalterung des Gemäldes. Es diente zum verdecken eines eletronischen Tastenfeldes und war mit einer Seite fest mit der Wandvertäfelung verbunden die sich aufklappen ließ. Sein Chef gab eine 7 – stellige Zahl ein, daraufhin glitt geräuschlos das Bücherregal einen halben Meter nach rechts und legte einen Tresor frei. An dem Tresor befand sich ein altertümliches Drehschloss mit Zahlenkombination. Ebenfalls eine 7 – stellige Nummer. Sein Chef holte ein paar Ordner heraus und legte sie zu den anderen Sachen auf den Tisch, dann ging er nochmals an den Tresor. Nun stockte Frank der Atem, als sein Chef sich zu ihm umdrehte, er hielt eine silbern glänzende Pistole in der linken Hand.

Der Truppentransporter in dem Will und J.C. unterwegs waren, hatte mittlerweile sein Ziel erreicht und die Beiden stiegen aus. Special Agent Navarre müsste bereits in der alten Bahnstation sein, sie war ein paar Minuten früher losgefahren.
J.C. sah sich um, hier sah es fast aus wie auf einem Militärstützpunkt in einem schlechten Film. Überall wo man hinsah UNATCO – Soldaten die ihre Waffen spazieren trugen, dazu dutzende schwarzgekleidete Typen mit schwarzen Sonnenbrillen die aussahen als würden sie den Präsidenten beschützen und dann noch mindestens 5 schwarze Limousinen, sicherlich gepanzert, mit getönten Scheiben.
Wo kommen die denn so schnell her? fragte sich J.C.
Will wollte sich mit dem leitenden Lieutenant unterhalten und verabschiedete sich erst mal von J.C. und wünschte ihm Glück mit diesem Professor oder Doktor, oder was der Kerl auch immer war.
J.C. hatte von einem anderen UNATCO – Agent gehört, dass sich die wichtige Person zusammen mit Anna Navarre in der Bahn – Station aufhielt. J.C. hatte sich einen Weg durch die Meute aus UNATCO – Troopern, Agents und diesen komischen Men in Black’s gebahnt bis zur Eingangstür der Station, als ihn plötz jemand am Arm packte.

„Hier geht’s nicht weiter.“ Sagte eine tiefe, fast mechanisch klingende Stimme.
In J.C. kochte die Wut von vorhin wieder hoch. Dieser Kerl hatte eine ähnlich hochmütige Art wie sie Navarre so häufig an den Tag legte.
„Hör mal zu Blackman, ich hab mir vorhin den Arsch für euren Boss aufgerissen und bin fast zweimal draufgegangen damit du und deine dunklen Kumpels überhaupt noch was zu beschützen habt! Also will ich wenigstens sehen, für wen ich mein Leben riskiert hab, verdammt!“
Der Bodyguard stand ungerührt da und sah J.C. durch seine schwarze Sonnenbrille in die Augen. „Kein Durchgang.“ Kalt und ohne jede Gefühlsregung.
J.C. wurde es langsam zu dumm. Er aktivierte die Kraftverstärkung in seinem linken Arm, der Arm der festgehalten wurde und wschickte sich an sich loszureißen und dem Kerl einen Kinnhacken zu verpassen.
„Mike! So lassen Sie den guten Mann doch durch!“ Diese Stimme zog J.C.‘s Aufmerksamkeit auf sich. Dem Bodyguard erging es genauso und augenblicklich ließ er J.C. los. Dieser deaktivierte die Kraftverstärkung und drängte sich an dem Türsteher vorbei durch die Tür und schritt langsam in die Eingangshalle. Der Kerl verfolgte J.C. noch eine Weile mit den Augen.
J.C. ging etwa 10 Schritte bis zu der Person die mit einem kurzen Satz diesen Halbaffen zur Reason gerufen hatte. Es war ein Mann im mittleren Alter wie J.C. vermutete, etwa 1,90 Meter groß mit einem seltsamen Implantat an der linken Seite seiner Stirn, dass sich über seinen Nacken und Hals anscheinend noch weiter auf seinen Körper erstreckte. Er hatte mittelbraune Haare und blaue Augen. Insgesamt war er vom Alter her schwer einzuschätzen, J.C. vermutete etwas zwischen Mitte 30 bis Ende 40.
Anna Navarre stand bei dem Mann und sah J.C., zum wiederholtem Male heute, missbilligend an. Ihr Gegenüber hengegen machte ein freundliches Gesicht.
„Darf ich vorstellen“ sagte Special Agent Navarre etwas gepresst zu ihrem Gesprächspartner gewand, „Agent J.C. Denton, einer unserer fähigsten Agenten.“ Sie drehte sich zu J.C. „Und das ist Professor Doktor Bob Page, der weltweit führende Forscher auf dem Gebiet Ambrosia.“
„Freud mich sehr, sie kennenzulernen!“ begrüßte Page J.C. mit einem Handschlag.
„Die Freude ist ganz auf meiner Seite.“

Geändert von Mike Denton (13.01.2007 um 03:49 Uhr).
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  #29  
Alt 07.12.2006, 22:25
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DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 7

Billy war tot! Erst jetzt wurde es Alex so richtig bewusst, was er getan hatte! Er hatte Billy erschossen! Sekundenlang starrte er auf die Leiche in seinen Armen, aber es kam ihm wie eine Ewigkeit vor.
Es war nicht das erste Mal, dass er einen Menschen getötet hatte und jedes Mal war es aus reiner Notwehr geschehen, aber diesmal kannte er diesen Menschen. Und er hatte sie nicht nur gekannt, er hatte sie auch sehr gemocht, beinahe so, wie eine Schwester.
In diesem Moment fiel Alex etwas auf: Was hatte Tracer Tong gesagt? Nur wer Denton-Gene besaß, war in der Lage das Domizil zu betreten! War Billy also mit ihm verwandt? War sie tatsächlich so etwas wie seine Schwester gewesen? Er musste unbedingt mit J.C. reden! Er wollte endlich die Wahrheit wissen, die ganze Wahrheit!
Mechanisch hängte er sich seine Mag Rail wieder über die Schulter und hob Billy behutsam auf. Das Scheppern des auf den Boden fallenden Maschinengewehrs riss ihn einen Augenblick aus seinem Dämmerzustand und er blickte sich suchend nach dem Ausgang um. Mit steifen Schritten betrat er den Tunnel und fand sich kurze Zeit später in der Halle wieder, in der seine Odyssee durch J.C.s Erinnerungen begonnen hatte.
J.C. schwebte nach wie vor in der Lichtsäule, doch diesmal ‚stand’ er aufrecht, voller Kraft und Elan und blickte dankbar auf Alex hinunter.
Vorsichtig legte Alex Billy direkt vor der Lichtsäule ab.
„Sie hat dich also gefunden.“ Stellte J.C. unnötigerweise fest.
„Du wusstest, dass sie mich verfolgt hatte?“
„Ja, ich habe sie gesehen, aber ich war noch zu schwach, um mit ihr reden und sie möglicherweise aufhalten zu können. Es tut mir leid um sie.“ Antwortete J.C. mit seiner seltsam metallisch klingenden Stimme aus der Alex vergeblich irgendwelche Gemütsregungen herauszuhören versuchte.
„Sie wollte mich um jeden Preis aufhalten und...“ Alex stockte und blickte betroffen auf Billys Körper auf dem Boden.
„Ich weiß. Ich habe euch gesehen. Mach dir keinen Vorwurf, Alex, es musste sein.“
„Es hätte erst gar nicht soweit kommen dürfen! Es wäre auch nicht soweit gekommen, wenn wir die Wahrheit gewusst hätten!“ Alex’s Trauer wandelte sich in Wut und er funkelte J.C. zornig an. „Wieso hat uns niemand gesagt, wer wir wirklich sind? Wieso wurde nur immer so ein Geheimnis über unsere Herkunft gemacht, über unsere Eltern und Geschwister? Erzähl mir die Wahrheit, J.C.! Ich will es jetzt und hier wissen! Alles!“
„Du kannst mir glauben, Alex. Wenn alles so gelaufen wäre, wie wir uns das vorgestellt hatten, wäre alles ganz anders gekommen.“
„Wen meinst du mit ‚wir’?“
„Helios und mich. Es hätte damals bereits alles so geschehen können, wie wir es nun, Jahrzehnte später umsetzen werden: Die Fusion der gesamten Menschheit zu einer gigantischen Einheit. Es wird keine Kriege mehr geben, Alex, die Menschen werden miteinander im Einklang leben, mit dem Wissen und der Erfahrung aller! Es wird ein Leben sein, wie man es sich besser nicht wünschen könnte!“
„Ich weiß, das hat mir Tong schon erzählt, aber er hat mir nicht erzählt, dass Billy meine Schwester war!“
„Nicht deine Schwester, Alex. Eher so etwas wie eine nahe Verwandte. Ihr beide habt Denton-Gene, meine Gene, Pauls Gene und das macht uns alle miteinander zu Verwandten.“
„Und was ist mit meinen Eltern? Wer waren sie? Meine Adoptiveltern haben es mir nie erzählt.“
„Das was ich dir nun sage, wird dich sicherlich sehr schockieren und eigentlich möchte ich das nicht, aber du hast ein Recht darauf, es zu erfahren. Eines Tages wirst du es möglicherweise sowieso herausfinden und dann wird der Schock für dich nicht minder schwer werden, fürchte ich.“
„Sie sind tot, nicht wahr?“
„Nein Alex, nicht tot, sie sind nicht existent.“
„Das verstehe ich nicht. Was meinst du mit ‚nicht existent’?“
„Keiner der Dentons hat ‚Eltern’, Alex. Wir wurden künstlich ‚hergestellt’ wenn ich es so ausdrücken kann....“
„Also ich weiß ja nicht, was du bist, aber ich bin eindeutig ein Mensch und Menschen kann man nicht mal eben so ‚herstellen’! Menschen werden geboren und sie haben Eltern und vielleicht Geschwister...“ unterbrach ihn Alex und starrte noch einmal auf Billys leblosen Körper.
„Ja, natürlich hast du Recht, Alex. Irgendwann einmal gab es einen Mann und eine Frau, aus deren Genen wir alle abstammen, aber wir wurden nicht geboren, wir wurden regelrecht gezüchtet, mehrfach genmanipuliert und in einer Nährlösung aufgezogen.“
„Das ist nicht wahr! Das kann nicht wahr sein!“
„Ich wusste, dass es dich schockieren würde, Alex, aber überlege einmal ganz genau: Was weißt du über deine Kindheit?“
„Nur das, was mir meine Adoptiveltern darüber erzählt haben. Ich hatte an meinem zwölften Geburtstag einen schweren Unfall und erlitt dadurch Amnesie, die alle Erinnerungen bis zu diesem Zeitpunkt aus meinem Gedächtnis gelöscht hatte.“
„Siehst du? Genau das hatte ich gemeint! Du warst bis einschließlich deinem zwölften Lebensjahr in dieser Nährlösung, du hattest also so gesehen überhaupt keine Kindheit! Alles, was dir deine Adoptiveltern über deine angebliche Vergangenheit erzählt hatten, wurde ihnen vorgegeben. Sie hatten sich vertraglich dazu verpflichtet, dir deine wahre Herkunft zu verschweigen und dir sämtliche Zweifel zu nehmen! Hast du nicht manchmal seltsame Träume? Träume, in denen du unter Wasser stehst und weiße Gestalten stumm an dir vorbeiziehen?“
„Ja, die habe ich? Woher weißt du das?“
„Das sind ein paar letzte schwache Erinnerungen an dein Leben im Glastank. Man hat versucht, all diese Erinnerungen nach deiner ‚Geburt’ zu löschen, aber im Unterbewusstsein ist noch so manches aus deiner ‚wahren’ Kindheit verborgen, das nur noch schemenhaft in deinen Träumen Gestalt annimmt.“
Ungläubig starrte Alex J.C. an. „Das kann doch gar nicht sein! Ich habe doch Bilder gesehen! Bilder von mir als kleinen Jungen, Bilder auf denen ich meine ersten Schritte mache, Bilder von meinem ersten Schultag,...“
„Waren auf diesen Bildern auch deine Adoptiveltern drauf? Oder Schulkameraden oder sonst irgendwelche Menschen, die du nach deiner angeblichen Amnesie wiedergesehen hast?“
Alex überlegte einige Minuten und schüttelte dann langsam den Kopf. „Nein, ich glaube nicht. Auf den Bildern, die ich von mir gesehen habe, war ich meistens alleine drauf oder mit Leuten, die vor meiner Amnesie gestorben oder weggezogen sind. Ich habe keinen von ihnen später noch einmal persönlich kennen lernen können.“
“Das waren manipulierte Fotos, Alex. Sie haben die Bilder retouchiert und dir für echt verkauft.“
Alex starrte J.C. fassungslos an. Es war, als hätte ihm jemand einen Eimer voll eiskaltem Wasser über den Kopf gegossen! Das konnte doch alles nicht wahr sein! Sein ganzes Leben eine einzige Lüge?!
„Aber wieso? Ich meine, was sollte das alles überhaupt? Und was war mit meiner Ausbildung bei Tarsus? Erst dort wurde ich durch diverse Operationen und hartem Training zu dem, was ich heute bin.“
J.C. gab ein Geräusch von sich, das wie ein abfälliges Lachen klang. „Die Operationen? Das harte Training? Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das ein ‚normaler’ Mensch so ohne weiteres überstanden hätte! Du kannst mir glauben, Alex, du bist etwas ganz Besonderes! Genau wie Paul und ich auch, vielleicht sogar noch ein wenig besser! Wir sind sozusagen nur die Prototypen, du bist das ausgereifte ‚Modell’. Mit deinen Fähigkeiten, Alex, bist du allen Menschen haushoch überlegen, mach dir das mal begreiflich! Du bist kein Ungetüm, Mutant oder etwas, wofür man sich schämen müsste. Ganz im Gegenteil, Alex, du kannst stolz darauf sein, zu sein, was du bist!“
Alex lief ein kalter Schauer über den Rücken. „Ja, aber zu welchem Preis, J.C.? Sie haben mir meine Kindheit gestohlen, sie haben mein Leben auf einer Lüge aufgebaut! Das alles, um etwas ‚Besonders’ zu sein?!“ das Wort >Besonderes< schleuderte er J.C. entgegen, als wäre es ein Schimpfwort. „Ich wusste schon immer, dass ich anders war, als die anderen Kinder in der Akademie. Ich war wohl der einzige, der niemals krank wurde, wenn die halbe Klasse längst mit dicken Nasen in ihren Betten schwitzten, ich war der Klassenbeste, schrieb die besten Noten, ohne je Bücher zu wälzen oder Computer zu studieren. Auch im körperlichen Training übertraf ich die anderen um Längen! Während sie längst keuchend und erschöpft auf dem Boden kauerten, legte ich erst richtig los!“ Alex hatte sich in Rage geredet. „Meinst du, somit macht man sich Freunde? Immer der Beste zu sein? Irgendwann hab ich angefangen, absichtlich Fehler zu machen, mich dumm und ungeschickt angestellt, bis sie mich zum Schulpsychiater geschickt haben! Nur um Freunde zu finden! Und was ist passiert? Ab diesem Zeitpunkt war ich nicht nur der ‚Alleskönner’ sondern der ‚verrückte Alleskönner’! Kinder können manchmal sehr grausam sein, J.C., weil sie es noch nicht besser wissen. Ich will nicht nachtragend sein, aber eines will ich dir sagen: das war wirklich eine sehr einsame Zeit, J.C.!“
Alex wandte den Blick von der Lichtsäule und kniete sich neben Billy. „Bis sie kam. Sie war meine einzige Freundin. Sie war genauso gut wie ich und genauso einsam. Wir taten uns zusammen, freundeten uns an und jetzt ...“ Alex unterdrückte seine Tränen. Er wollte sich vor J.C. keine Blöße geben und hielt den Blick gesenkt. „Ich habe den einzigen Menschen getötet, der je zu mir gehalten hat!“ flüsterte er und strich ihr liebevoll eine Haarsträne aus dem Gesicht.
J.C. nahm unerwarteter Weise Anteil an Alex Trauer, zumindest hatte es den Anschein, denn er ließ ihm diesen Augenblick des Abschieds und wagte es nicht, ihn anzusprechen.
Langsam richtete sich Alex wieder auf und blickte J.C. direkt ins Gesicht. Seine Trauer war Entschlossenheit gewichen und er sah aus, als wollte er die ganze Welt in Angriff nehmen!
„Wenn du möchtest, kümmere ich mich um ihre Beerdigung. Das ist das Mindeste, was ich für dich tun kann.“ Bot J.C. an.
Alex wagte es nicht, Billys Leichnam noch einmal anzublicken, aus Angst, sich wieder von seiner Trauer überwältigen zu lassen. Langsam nickte er. „Ja, das wäre nett.“ Wieder sachlich fügte er hinzu: „Wo geht’s hier raus? Ich habe noch etwas zu erledigen.“
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Alt 13.12.2006, 00:29
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So, kurz und bündig die Vorrede, der nächste Teil, bittesehr: (hoffe es gefällt )

"Deus Ex - Nachspiel im Bahnhof" Teil 2

Der Anruf war vor 5 Minuten eingegangen, der Anruf der seine Hoffnungen zerstört hatte.
Es war alles perfekt! Dachte er. Nein, natürlich nicht... Wäre alles perfekt gewesen, dann hätte es geklappt.
Ihm jagten tausend Gedanken durch den Kopf, die Planung des Auftrags; die Leute die ihn ausführen sollten; die Mittel zur Ausführung des Auftrags... und er dachte an Frank. Er war sein Freund und hatte sich freiwillig gemeldet für die Durchführung in dem Zug. Er hatte gewusst, dass sein Freund mit Sicherheit in den Tod ging, aber wenn nicht er, wer dann? Frank war als persönlicher Sekretär von Bob Page am einfachsten an Bord des Zuges zu schleußen, da Page selbst wollte, das Frank mitkam. Natürlich hätte man Frank auch ersetzen können, eine vorgetäuschte Magenschleimhaut – Entzündung, ein plötzlich einsetzender starker Kopfschmerz... Aber Frank wollte nicht, dass einer seiner Kollegen sterben musste.
Er schob diese Gedanken beiseite und dachte an das Wesentliche: Wie konnte der Plan auffliegen?
Er sah auf und blickte in sein Gesicht. Der Spiegel warf ihm seinen ratlosen Blick zurück. Seine Hände, die auf den Rändern des Waschbeckens gestemmt waren, begannen zu schmerzen. Sieh dich nur an!
Er sah noch einen kurzen Moment in den Spiegel, dann drehte er sich weg und verließ den Toilettenraum. Er hatte wieder sein dienstliches Gesicht aufgesetzt, kühl und abgeklärt. Er musste auf jeden Fall normal wirken, falls seine Kollegen hier bei der UNATCO auch nur das geringste ahnen würden, wäre er ein toter Mann.
Eine letzte Feststellung, wer Schuld am scheitern des Planes war, manifestierte sich in seinem Kopf: Ein Versager oder ein Verräter...

„... und genau da liegt das Problem. Wenn man bei der Herstellung des Ambrosia auch nur um wenige Nanogramm falsch liegt, dann ist die gesamte Prozedur gescheitert und man kann alles in den Ausguss kippen. Deshalb werden immer nur sehr kleine Mengen auf einmal hergestellt.“
J.C. hörte interessiert zu. Er unterhielt sich seit einigen Minuten mit Bob Page, der anscheinend wirklich ein sehr kluger Kopf war. Auch wenn J.C. nicht alles verstand, musste er zugeben, dass Page sich für einen Wissenschaftler äußerst verständlich ausdrücken konnte. Wenn er andere Wissenschaftler im Fernsehen sah oder im Radio hörte, bildete sich in seinem Kopf lediglich ein großes Fragezeichen. BEI Page verstand er zumindest das wesentliche. Die Herstellung des Ambrosia war ein außerst komplizierter Vorgang, bei dem hunderte verschiedene Grundstoffe zum Einsatz kamen, und die Mischung musste Hundertprozentig passen. Was er auch hier nicht verstand waren Dinge mit Gen – Sequenzen und Elemententeilung... Aber das musste er auch nicht verstehen. Immer wenn Bob Page mit so etwas anfing, widmete sich J.C. mit seiner Aufmerksamkeit seiner Umgebung. Überall wo man hinsah, Men in Black, UNATCO – Trooper und – Agents. Diese Men in Black – Halbaffen, oder auch Bodyguards genannt, sahen irgendwie alle gleich aus. Inmitten all dieser Leute liefen allerdings auch ein paar normale Menschen herum, J.C. tippte auf persönliche Angestellte von Bob Page, die Dinge verrichteten, wofür diese MiB’s zu blöd waren. Arrogante Sekretäre, schwule Friseure, kleine Maniküre – Mädchen und so weiter... Aber Mädchen, oder gar Frauen waren überhaupt keine vorhanden. Seis drum, irgendeine Funktion haben bestimmt alle diese Leute. Auch dieser Typ, den J.C: gerade ins Auge gefasst hatte: ein Mitt – Dreißiger, gut gekleidet und augenscheinlich noch recht mitgenommen von der ganzen Sache. Er wirkte hektisch und sah sich immer wieder um, so als ob er glaubte, jemand verfolge ihn. Sein dunkelbraunes Haar war zerzaust, wohl auch weil er ständig mit seinen Händen durchfuhr. Jetzt dämmerte es J.C., der Mann suchte verbissen nach jemandem.
Während er noch darüber nachdachte, wen er wohl suchen könnte, sah er in J.C.‘s Richtung und sein Blick gefror. Seine Gesichtszüge wurden grimmiger und er drehte sich in seine Richtung und lief auf Agent Denton zu. Er konnte gut sehen, wie der Mann mit seiner rechten Hand in seine Jacke griff.
Für J.C. lief alles in Zeitlupe ab. Wie seine eigene Hand unter die Jacke glitt und nach der Waffe im Schultergurt tastete... Verdammt! Die Waffe hatte er in der U – Bahnstation bei der Explosion verloren.
Die Hand des Mannes kam langsam wieder hinter der Jacke zum vorschein, J.C. erkannte einen silbernen Pistolengriff.
J.C. tastete weiter, nach der Pistole die immer an einer Spezialhalterung seiner Jacke hing. Diese Waffe bekam er zu fassen, riss sie hervor während er wieder nach vorne auf den Mann blickte.
Dieser war jetzt noch etwa 10 Meter entfernt. Sein Kontrahent hatte die Waffe bereits komplett gezogen und in die Richtung von J.C. gerichtet.

Geändert von Mike Denton (10.01.2007 um 02:59 Uhr).
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Alt 25.12.2006, 22:34
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DEUS EX - INVISIBLE WAR
Shackleton-Eisplatte 1

Seinen richtigen Namen kannte kaum jemand, alle nannten ihn einfach nur ‚Shark’! Das kam ihm sehr gelegen, denn dieser Name verschaffte ihm eine gewisse Art von Autorität, wenn nicht sogar Macht. Die wenigen, die wussten, warum er so genannt wurde, lebten nicht mehr und er würde einen Teufel tun und dieses Geheimnis lüften. Denn die Ursache war weit weniger spektakulär, als die Auswirkung, die sein Spitzname auf seine Mitmenschen ausübte.
Insgeheim grinste er in sich hinein, als ein Kollege ehrfürchtig vor ihm zur Seite trat und ihn ohne Probleme passieren ließ.
Genaugenommen hatte er in diesem Sektor nicht das geringste verloren, aber wen interessierte es schon? Wenn Shark etwas wollte, bekam er es auch – meistens jedenfalls!
Aufmerksam überprüfte er die Regale im Waffenlager, nahm sich eine der MP’s, genügend Munition, um eine halbes Heer zu vernichten und steckte noch eine kugelsichere Weste ein. Nicht, das er diese benötigt hätte, denn er konnte sich ohne Übertreibung zu den besten Schützen seiner Abteilung zählen, aber es war nun mal eben Vorschrift, sobald man in ein sogenanntes feindliches Einsatzgebiet geschickt wurde, welches in seinem Fall Antarktis hieß.
„Sind sie fertig, Colonel?“ sprach ihn plötzlich eine männliche Stimme zögernd an.
Ohne den Mann zu beachten, blickte sich der Colonel noch einmal in der Waffenkammer um und schritt dann seelenruhig auf die Türe zu.
„Ja, bin ich. Ist der Hubschrauber bereit?“
„Alles startklar, Sir! Und die, äh Männer auch!“
„Das Team, Struffi! Team heißt das, nicht Männer!“ korrigierte ihn sein Vorgesetzter.
„Ja, Sir, natürlich!“ etwas leiser fügte er hinzu: „Und ich heiße Strouwler, Chief Warrant Strouwler, nicht Struffi!“
„Haben sie etwas gesagt? Wenn ja, reden sie lauter, oder lassen sie es bleiben, verstanden?“
„Jawohl, Sir, ich werde es mir merken.“
Gehorsam begleitete der Chief Warrant den Colonel zum Helikopter, wartete geduldig, bis er eingestiegen und der Hubschrauber gestartet war und sah ihnen nach, bis sie im Nebel der tief hängenden Wolken verschwunden waren, dann warf er wütend seine Mütze in den Schnee und fluchte lautstark über die Arroganz seines Vorgesetzten. Als er sich wieder beruhigt hatte, hob er seine Dienstkappe auf, schüttelte sie sauber, setzte sie auf und ging zurück in die Kaserne.
Unterdessen befand sich der Hubschrauber bereits oberhalb der dichten Wolkendecke und der Pilot hatte nun auch durch die Scheibe wieder gute Sicht.
Die Sonne stand bereits tief am Horizont und Colonel Shark rechnete fest damit, erst bei absoluter Dunkelheit in seinem Einsatzgebiet anzukommen.
Die Basis befand sich nahe der Südküste Neuseelands und somit würde der Flug in die Antarktis nur wenige Stunden dauern. Diese Zeit nutzte der Colonel, sich geistig und mental auf seinen Einsatz vorzubereiten. Ein einziger Bionic hielt sich in diesen Gebiet auf. Einer! Na, mit dem würden sie ja wohl fertig werden, wenn das nicht schon längst die Kälte erledigt hatte! Er machte nicht den Fehler, diese modifizierten Mutanten, oder wie man sie auch immer nennen mochte, zu unterschätzen, denn er war sich sehr wohl bewusst, dass diese über Fähigkeiten verfügten, von denen ein normaler, von Gotteshand geschaffener Mensch nur träumen konnte! Jedoch war dieser Bionic allein, allein gegen elf der best ausgebildetsten Soldaten, oder wie es eigentlich hieß: Ritter, die der Templerorden jemals hervorgebracht hatte!
‚Unterschätze ihn nicht, Edward!’ ermahnte er sich in Gedanken selbst und überprüfte noch einmal seine Ausrüstung: Eine MP der neuesten Generation, ausreichend, wirklich ausreichend Munition, ein Nachtsichtgerät mit Wärmebildoptik, zwei EMP-Granaten, eine Spiderbotgranate und eine Gasgranate. Außerdem eine kugelsichere Weste und einen der neuen, angeblich ebenfalls kugelsicheren Panzeruniformen, die ihn gleichzeitig gegen die Kälte der Antarktis schützen würde. Da er allerdings trotz seiner inzwischen beinahe legendären Fähigkeiten als Soldat und Colonel die Aktion nicht alleine durchführen konnte, war er auf die Mithilfe seines Teams angewiesen. Nacheinander begutachtete er seine Leute und deren Waffen und setzte sich schließlich mit gemischten Gefühlen wieder auf seinen Platz. Die Ausrüstung der Männer war in Ordnung, die Moral war es nicht! Etwa die Hälfte der Leute, genauer gesagt die Leute von Captain McTowell schienen mehr als zuversichtlich zu sein, den Bionic ‚mit Links’ zu erledigen, die andere Hälfte, die von Captain Crysor hatte schlichtweg Angst vor dem Einsatz. Er nahm sich vor, den beiden Hauptmännern nach seinem Einsatz mal tüchtig den Marsch zu blasen! Sie sollten ihren Leuten Respekt vor den Bionics lehren, nicht Angst oder, was fast noch schlimmer war, falsche Überlegenheit!
Er sah sich schon allein auf weiter Flur: McTowells Männer, in ihrem Übereifer ins offene Messer laufend, Crysors Männer auf der Flucht! Na, das konnte ja heiter werden!
Sie hatten das Meer bereits passiert und unter sich konnte der Colonel die weiße Unendlichkeit der antarktischen Eislandschaft ausmachen. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern und sie hatten ihr Ziel erreicht: die Shackleton Eisscholle. Mit barschem Ton wies er sein Team an, die Panzeruniformen anzulegen und sich bereit für den Einsatz zu machen. Auch er bereitete sich vor und bereits eine halbe Stunde später setzte der Helikopter zur Landung an.
Das Bild, das sich den Männern bot, als sie ausgestiegen waren, ließ auch das letzte Fünkchen Zuversicht in Crysors Leuten erlöschen und sie waren drauf und dran, wieder in den Hubschrauber zu steigen! Doch dieser hob bereits wieder ab, um sich in der Nähe einen sicheren Landeplatz zu suchen und dort auf weitere Anweisungen zu warten.
Colonel Shark wies sein Team an, die Leichen der stationierten Kameraden nebeneinander neben der Außenbasis abzulegen. Um deren Abtransport würden sie sich später kümmern.
Die Wut und Entschlossenheit von McTowells Männern steigerte sich bei dieser Aktion noch weiter und der Colonel hatte zu tun, die Meute unter Kontrolle zu halten.
Nachdem sie die aktuelle Situation und den Zustand der Außenbasis untersucht und analysiert hatten, versammelte der Colonel sein Team in einem der zerstörten Räume der Basis und berief eine Lagebesprechung ein.
„Wie man unschwer erkennen kann, hat hier jemand ganze Arbeit geleistet!“ fing er ernst an und bedachte McTowells Männer mit einem finsteren Blick. „Was allerdings nicht bedeuten muss, das dies ALLES dieser Bionic verursacht hat. Immerhin hat es hier anscheinend auch nur so von Greasels gewimmelt, die wiederum unsere Kameraden bereits erledigt haben könnten, bevor der Mutant hier überhaupt eingetroffen ist. Somit hatte der Bionic vermutlich leichtes Spiel, indem er nur noch die, na sagen wir mal, nicht gerade sehr intelligenten Greasels erledigen musste, die unseren Leuten entkommen sind und somit beinahe widerstandslos die Basis einnehmen konnte.“ Damit versuchte er nun Crysors Leute zu beruhigen.
„Sir?“ fing einer der Männer an und hob zögernd die Hand. „Darf ich etwas fragen?“
„Das tun sie doch bereits, Sergeant.“ Erwiderte Shark grinsend. „Was möchten sie wissen?“
„Nun, wenn die Greasels unsere Männer getötet haben und der Bionic die Greasels getötet hat, wer hat denn dann die Selbstschussanlagen zerlegt?“
„Gute Frage. Da ich nicht davon ausgehe, dass das unsere Kameraden selber gewesen waren und ich das auch den Greasels nicht zutraue, muss es wohl der Bionic gewesen sein.“
Die Männer sahen sich gegenseitig vielsagend an.
„Jetzt mal langsam, meine Herren! Jedes etwas geschicktere Kind könnte so etwas! Man braucht dafür nur ein paar Multitools oder eine gute Deckung. Selbst eine einzelne EMP-Granate würde ihre Wirkung nicht verfehlen!“
Ein leises Raunen ging durch die Menge, das allerdings sofort verstummte, als der Colonel seinen Männern einen mahnenden Blick zuwarf.
„Wir werden folgendermaßen vorgehen, meine Herren.“ Fuhr Shark fort und sah sein Team scharf an. „Ich teile nun drei Gruppen ein. Gruppe A bleibt hier und sichert uns den Rückzug, beziehungsweise fungiert als letzte Barriere für den Bionic. Sie werden also voraussichtlich am wenigsten zu tun bekommen. Sollten allerdings alle anderen scheitern, liegt es am Ende nur noch an ihnen, ob die Mission scheitert oder nicht! Ich setzte von ALLEN, also auch von ihnen einen hundertprozentigen Einsatz voraus, es geht hier immerhin um mehr als um ein paar einzelne Menschenleben!“
Der Colonel blickte prüfend in die Runde bevor er fort fuhr: „ Gruppe B kommt mit mir und Gruppe C bis zur zweiten Außenbasis. Auch dort werden wir erst einmal die Lage prüfen und gegebenenfalls die Pläne noch einmal umändern. Ich gehe aber davon aus, dass es dort auch nicht deutlich besser aussieht, als hier. Dort wird Gruppe B ebenfalls alles daran setzen, den Bionic aufzuhalten und auszuschalten! Ich werde schließlich mit Gruppe C bis zum Domizil vorstoßen, um dort auf den Bionic zu warten. Leider ist es uns nicht möglich, diesen Schlupfwinkel zu betreten, aber für diesen Fall haben wir schon mal unsere Geheimwaffe vorausgeschickt. Billy Adams, eine der neuen Rekrutinnen und ebenfalls eine Mutantin hat sich als echten Glücksgriff erwiesen. Sie ist in der Lage das Domizil zu betreten und hat die Aufgabe, sowohl Alex D., als auch J.C. Denton auszuschalten. Sollte sie ihre Aufgabe erledigt haben, erlegen wir sie, falls nicht, hat uns diese Aufgabe mit Sicherheit längst Alex D. abgenommen.“ Erklärte er achselzuckend.
„Sir?“
„Ja, Sergeant, wieder eine Frage?“
„Ja, Sir, eigentlich zwei.“ Fing er zögernd an. „Alex D. ist der Bionic, den wir eliminieren sollen?”
„So ist es.“
„Und Billy Adams soll nun auch eliminiert werden, obwohl sie uns geholfen hat?“
„Natürlich, Sergeant, sie ist ein Bionic! Haben sie etwa irgend ein Problem mit meinen Befehlen?“
„Nein, Sir, natürlich nicht.“ Erwiderte er kleinlaut und senkte den Blick.
„Sonst noch irgendwelche Fragen?“
„Ja, Sir.“ Meldete sich ein anderer.
„Nur zu!“
„Die Gruppeneinteilung... wer...“
„Keine Angst, dazu komme ich jetzt.“ Unterbrach ihn Shark und teilte drei von Crysors Leuten für den Bereich A, zwei von Crysors und zwei von McTowells Leuten für den Bereich B und die letzten drei McTowell Männer und sich selber für den Bereich C ein. Kurz darauf verschwanden die Gruppen B und C in einem künstlich eingebrachten Tunnel der ersten von zwei riesigen Schneewällen.
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Alt 13.01.2007, 03:46
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So, der dritte Teil is nun fertig, wahrscheinlich ist es der Vorletzte! Aber ihr wisst ja, bei mir kann man nie so ganz sicher sein, am Ende schreib ich doch wieder zuviel... Aber jetzt erst mal das Stück hier, viel Spaß!

"Deus Ex - Nachspiel im Bahnhof" Teil 3

Jetz stand er kurz davor. Seine Nerven waren bis zum zerreißen gespannt. Frank hatte seine Entscheidung getroffen, er würde seinen Auftrag ausführen. Er hatte diese Tatsache einem glücklichen Zufall zu verdanken.
Als Bob Page vor etwa 15 Minuten vor ihm stand mit der Pistole hatte er sein Leben bereits als beednet angesehen. Jedoch gab Bob Page keinen Schuss auf Frank ab, sondern legte ihm freundschaftlich die andere Hand auf die Schulter. „Ich bin froh, dass wir das hier alle lebend überstanden haben Frank. Wir sehen uns in der Station.“ Mit diesen Worten steckte Page die Pistole in die Innentasche seiner Jacke, nahm die Akten vom Tisch und verlies den Zug, zum Glück, sonst hätte er sich gefragt, warum sein Privatsekretär wie angewurzelt dastand und apatisch die Wand anstarrte. Frank hatte es noch nicht richtig realisiert, seine Tarnung war noch intakt. Der Verräter hatte seine Identität anscheinend noch nicht verraten, oder er kannte sie nicht. Aber darauf konnte sich Frank nicht verlassen, er musste seine Optionen durchgehen. Fliehen wäre wohl das beste gewesen, aber die alte Bahnstaion war bestimmt zu gut gesichert. Was sollte er tun? Abwarten und hier dumm rumstehen bis ihn die MIB’s doch noch abführten oder gleich erschießen würden, oder versuchen schnellstmöglich abzuhauen? Er dachte noch einen Moment nach, bis ihm eine Zahlenreihe in den Sinn kam. Zuerst wusste er gar nicht, weshalb, bis ihn eine Sekunde später die Erkenntnis wie ein Hammer traf. Er hatte sich die Safekombination gemerkt! Seine Nerven mussten wirklich blank liegen, anders war diese Konzentrationschwäche nicht zu erklären. Auch wenn Page das Wichtigste aus dem Safe mitgenommen hatte, so könnte immer noch etwas nützliches darin sein. Er trat eilig an das Bild und klappte es beiseite, er gab den Code für das Bücherregal ein den er sich ebenfalls gemerkt hatte. Der Safe ließ sich ebenfalls problemlos öffnen.
Frank durchsuchte eilig den Safe nach etwas Nützlichem. Einige Dokumente über das Ambrosia und – er konnte es kaum glauben – eine zweite Waffe! Bob Page hatte anscheinend eine Vorliebe für kleinkaliebrige silberne Pistolen.
Frank machte sich auf den Weg nach oben, die Pistole war sicher verwahrt in der Innentasche seiner Jacke. Die Dokumente hatte er mit dem kleinen Handscanner eingelesen und an seinen Kontaktmann geschickt. Jetzt musste er Bob Page suchen gehen.
Oben angekommen streifte er durch die Korridore der alten Bahnstation. Überall waren Leute, UNATCO, MIB’s und ein paar von Page’s anderen Angestellten.
Wie sehr sich Frank gewünscht hatte, dies zu tun, mit einer geladenen Pistole auf Bob Page zugehen und ihn erschießen, jedoch war das bisher nicht möglich. Sämtliche Angestellten von Bob Page mussten, abgesehen von den Bodyguards, unbewaffnet sein. Alle wurden, bevor man sie zu Bob Page ließ, abgetastet und durchsucht. Auch die Schuhe und die Unterwäsche. Eine Waffe reinschmuggeln? Nie im Leben. Page mit einer ausgefallenen Nahkampftechnik das Genick zu brechen fiel ebenfalls flach, da er in diesem Bereich bestens bewandert war, und er drehte niemandem lange den Rücken zu wenn es nicht einer seiner Bodyguards war, aus Prinzip.
Frank wurde langsam unruhig, da er Bob Page nicht ausfindig machen konnte. Er bemühte sich, ruhig zu bleiben, jedoch wurden seine Bewegungen immer hektischer. Langsam aber sicher zog er Aufmerksamkeit auf sich.
Da erblickte er endlich Bob Page, er stand in Gesellschaft eines UNATCO – Agents der augenscheinlich durch die Mangel gedreht wurde, so sah er jedenfalls aus. Eine Frau stand noch in unmittelbarer Nähe, sowie zwei Bodyguards hinter Page. Frank hatte freies Schussfeld.
Wenn Page tot ist, werde auch ich sterben. Sie werden mich keine Sekunde später erschießen. Vielleicht sterbe ich sogar noch vor Bob Page, in einem endlosen Kugelhagel.
Mit grimmiger Entschlossenheit zog er die Waffe und richtete sie auf Bob Page.

Sein Blick war auf die Pistole gerichtet, sein Verstand arbeitete auf Hochtouren. Kleines Kaliber, aber eine gute Waffe, vermutlich äußerst Präzise. Er hatte schon realisiert, dass dieser Angrff nicht ihm, sondern Bob Page galt.
J.C. musste blitzschnell reagieren, da sein Gegenüber schneller zum Schuss kommen würde als er selbst. Er aktivierte die Regeneration und machte einen Hechtsprung in Richtung Bob Page, währenddessen feuerte er seinen ersten Schuss ab. Kaum hatte sein Körper den von Bob Page berührt, schlug auch schon etwas hart auf seine Brust, J.C. erkannte den Schmerz als Projektil, das sich unerbittlich in seine Haut bohrte. Seine schusssichere Weste konnte das Geschoss nicht ganz aufhalten, jedoch fing augenblicklich das Regenerationsimplantat an zu arbeiten. Es pumpte Schmerzmitel und Nanoroboter in seinen Blutkreislauf, die den angerichteten Schaden reparieren sollten.
Bob Page hatte die ganze Sache noch gar nicht richtig mitbekommen, auch seine Bodyguards standen wie erstarrt da und regten sich nicht.
Page wurde von J.C. hart auf den Boden gestoßen. J.C. kam auch auf dem Boden zum Liegen und feuerte noch drei weitere Schüsse ab, fast zeitgleich schlug noch eine Kugel nur wenige Zentimeter vor seinem Kopf in den Boden ein.
J.C.‘s Blick ruhte auf dem Mann, der von vier seiner Kugeln getroffen worden war. Er wirkte überrascht, sein Gesichtsausdruck ließ jedenfalls darauf schließen. Er sah an sich hinunter, kurz darauf brach er zusammen. Er warf J.C. noch einen Blick zu, den J.C. nicht deuten konnte.
Nachdem er in die Knie gegangen war erwachten die MIB’s aus ihrer Erstarrung und packten ihn an den Armen, jedoch störte ihn das nicht mehr, Frank war bereits tot.

Geändert von Mike Denton (13.01.2007 um 03:50 Uhr).
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Alt 13.01.2007, 21:44
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So, hier mal wieder etwas von mir
Viel Spaß und seid gnädig mit eurer Kritik

DEUS EX - INVISIBLE WAR
Shackleton-Eisplatte 2

Von dem eisigen Wind bekamen die Männer in ihren Panzeruniformen kaum etwas mit. Die Isolierung funktionierte nahezu perfekt und sie konnten sich außerdem sicher sein, bei einem eventuellen Angriff so gut wie unverwundbar zu sein. Das einzige Manko, das diese Schutzanzüge hatten, war die schlechte Sicht! Die Sehschlitze waren zugunsten der Sicherheit sehr schmal ausgefallen, zudem behinderte das dichte Schneetreiben die Gruppe am zügigen Vorwärtskommen.
Immer darauf bedacht, dem ‚Feind’ – im Klartext hieß dieser Alex Denton – jederzeit in die Arme laufen zu können, führte Shark seine Männer durch die unwirtliche Landschaft.
Gleich im ersten Tunnel entdeckte das Team bereits den nächsten Hinweis auf den Bionic: Die Selbstschussanlage war lahmgelegt worden! Shark entdecke die Überbleibsel einer EMP-Granate, was seine Laune ein wenig besserte.
‚Wenn dieser Bionic in diesem Tunnel eine EMP-Granate aktiviert hatte, kann man davon ausgehen, dass seine eigene Bio-Energie ebenfalls stark gelitten haben muß.’ Ging es ihm durch den Kopf und er hoffte inständig, dass Alex Denton nicht allzu viele Reserven eingepackt hatte.
Nach dem sie den Schneewall durchquert hatten, wurden sie auf der anderen Seite von deutlich besserem Wetter überrascht. Der Sturm hatte sich annähernd gelegt, was vermutlich daran lag, dass der riesige Schneewall ihn praktisch von diesem Bereich aussperrte.
In einiger Entfernung konnten die Männer die zweite Basis erkennen. Doch diese Basis bestand nicht, wie die erste aus einem massiven Bau, hier waren einfach nur zwei Container in den Schnee gestellt worden, die den dort Stationierten vor dem Wetter Schutz, sowie ihnen eine vorübergehende Bleibe bieten sollten.
Auf den ersten Blick sah hier alles relativ normal aus, jedoch beschlich Shark ein ungutes Gefühl, als er in der Ferne den riesigen Kampfroboter bewegungslos im Schnee stehen sah. Wieso bewegte er sich nicht? Vorsichtig schoben sich die Männer näher an die Basis und somit auch auf den Roboter zu. Selbst von den Männern der Basis fehlte jede Spur!
Kurz bevor sie die Container erreicht hatten, wurde einer von Sharks Männern auf ein Geräusch aufmerksam: ein gequältes Stöhnen drang aus Richtung einer der Schneewehen herüber.
„Sir!“ flüsterte der Mann seinem Vorgesetzten zu. „Ich glaube, ich habe gerade etwas gehört.“
In den Panzeruniformen war es nicht gerade einfach, die Männer auseinander zu halten, zudem waren die Namensschilder und Rangabzeichen verschwindend klein ausgefallen, zusammen mit der erschwerten Sicht, war es praktisch unmöglich, seinen Gegenüber zu identifizieren. Aber das war im Moment Sharks kleinstes Problem.
„Gehen sie hin und sehen sie nach, was es war, ich gebe ihnen Deckung, Soldat. Nehmen sie den da mit.“ Erklärte er kurzerhand und wies auf einen weiteren Uniformierten. Dann beobachtete er, wie die beiden Männer auf eine Schneewehe zugingen und sicherte gleichzeitig mit den anderen des Teams die Umgebung.
„Sir!“ rief einer der beiden Soldaten kurz darauf über die Schneewehe hinweg. „Sir, wir haben Marcel gefunden!“
Bis auf einer gebrochenen Nase, die inzwischen eine tief dunkelblaue Färbung angenommen hatte, und starken Kopfschmerzen fehlte dem Soldaten nichts. Nach einigen weiteren Minuten hatten Sharks Männer auch die beiden anderen Soldaten gefunden, die sich in einem verhältnismäßig ähnlich guten Zustand befanden. Shark wurde sofort klar: dieser Bionic war kein Killer! Aber er war seinen Männern deutlich überlegen und würde sich nicht aufhalten lassen. Doch genau das hatte Shark vor! J.C.s Plan, die Menschheit zu vereinen, alle zu willen- und seelenlosen Hüllen zu machen musste um jeden Preis verhindert werden! Selbst wenn er es nicht schaffen sollte, Alex einzuholen und die Wiedererweckung J.C.s zu verhindern, so hatte er noch eine Option, die J.C.s Pläne durchkreuzte: Er musste alle ‚geeigneten’ Dentons eliminieren und soweit er informiert war, gab es nur zwei, die in der Lage waren, mit J.C. und Helios zu fusionieren und gemeinsam die große Vereinigung durchzuführen: Alex und Billy. Und Billy war eine Templerin! Sie würde ihnen also garantiert nicht in den Rücken fallen! Nichts desto Trotz würde auch sie sterben müssen, schon allein aus dem Grund, weil sie auch eine Bionic war! Allerdings war das Shaks Sekundärziel. Im Augenblick zählte nur, dass sie Alex so schnell wir möglich einholten, damit er J.C. erst gar nicht ‚erwecken’ konnte!
Einerseits von dieser Eile angetrieben, andererseits vorsichtig genug, um nicht leichtsinnig in einen möglichen Hinterhalt zu geraten, machte er sich kurze Zeit später mit dem letzten Team, dem Team C, daran, auch zweiten Schneewall zu durchqueren.
Sharks Männer stießen kurz darauf auf einen weiteren Beweis, dass Technik in den falschen Händen äußerst gefährlich werden konnte: Die Selbstschussanlage im zweiten Tunnel war zwar noch intakt, jedoch umprogrammiert worden! Sie eröffnete sofort das Feuer, als der vorderste der Männer in die Schusslinie kam! Gerade noch rechtzeitig konnte er zurückspringen, wobei er einen anderen von den Beinen riss. Fluchend trat Shark gegen die Eiswand und sah zu, wie sich die Männer gegenseitig wieder auf die Beine halfen. Sie hatten unglaubliches Glück gehabt, dass niemand verletzt worden war!
Auf diesem Weg kamen die Männer unmöglich weiter, wenn sie nicht, wie bereits ein Kollege des stationierten Teams erfahren musste, ebenfalls durchsiebt werden wollten! Es blieb ihnen also nichts anderes übrig, als zur zweiten Basis zurück zu gehen und das Geschütz erneut umzuprogrammieren oder abzuschalten. Shark hatte sich für letzteres entschieden, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden.
Nachdem sie auch das erledigt hatten und all ihre Hoffnungen, Alex noch einzuholen, nun gänzlich zunichte gemacht worden waren, setzten sie ihren Weg fort.
Jenseits des zweiten Schneetunnels erwartete die Männer wieder deutlich schlechteres Wetter. Das Schneetreiben schien sogar noch stärker zu sein, als bei der ersten Basis, zumindest kam es den Männern nach dem annähernd windstillen Bereich bei den Containern so vor.
Bereits nach wenigen Metern fielen sie beinahe über einen bewusstlosen Templer, der völlig eingeschneit auf dem Boden lag.
Der Mann hatte einen Betäubungspfeil im Luftloch am Rücken: die einzige verwundbare Stelle der Panzeruniform! Shark hatte über diesen Umstand Bescheid gewusst, seine Kollegen nicht und waren dementsprechend verunsichert. Wie allerdings Alex Denton an diese Information gekommen sein konnte, war ihm ein Rätsel, denn selbst Billy Adams und sogar einige ‚Insider’ waren in dieses Geheimnis nicht eingeweiht worden.
„Sir, gibt es noch mehr... ähm, Schwachstellen an dem Anzug, von dem wir wissen sollten?“ hakte einer der Männer vorsichtig nach.
„Seien sie beruhigt, Soldat, das ist die einzige! Aber ich kann ihnen versichern, ich werde ihnen den Rücken frei halten!“
Da sich das Betäubungsmittel noch nicht lange im Blutkreislauf befand, war es praktisch unmöglich, den Bewusstlosen zu wecken. Shark befahl ihn hinter den Versorgungskisten in der Nähe des Tunnelausgangs abzulegen, um ihm den bestmöglichen Schutz bei einem eventuellen Kampf zukommen zu lassen.
Wenig später, kurz bevor sie das Domizil erreicht hatten, fanden sie noch einen weiteren Soldaten in der selben Situation wie der erste: Pfeil im Luftloch und halb eingeschneit. Auch ihn ließ Shark hinter den Kisten verstecken. Und obwohl er sich beinahe sicher war, Alex hier nicht mehr anzutreffen, ließ er den Bereich gründlich durchsuchen. Immerhin bestand die Möglichkeit auch ihn noch unter dem Schnee zu finden, sollten die beiden bewusstlosen Soldaten noch zu einem Gegenangriff in der Lage gewesen sein, doch sie fanden nichts.
Shark konnte nicht sagen, wie er sich den Eingang des Domizils vorgestellt hatte, aber so jedenfalls nicht: Es gab keine Tür in herkömmlichen Sinne, nur eine kleine Plattform, gerade groß genug, damit sich ein Mensch darauf stellen konnte, und eine Art Bedienfeld ohne Tasten, jedoch mit einem Handabdruckscanner.
Die Männer gaben sich keiner Illusion hin, von ihnen würde es niemand schaffen, in das Domizil zu gelangen! Nichts desto trotz stellte sich einer der Soldaten, Jason Howard, auf das Podest und legte seine Hände auf den Scanner. Doch beinahe im selben Augenblick bereute er seine Entscheidung! Sharks Warnschrei kam viel zu spät!
Es begann mit einem Flimmern, das an einen Schneesturm erinnerte. Dazu mischte sich ein immer stärker werdendes, schmerzhaftes Ziehen das sich durch seinen gesamten Körper zog, als wollte ihn etwas der Länge nach zerreißen! Jason zitterte am ganzen Körper, unfähig sich zu bewegen und starrte wie gebannt auf seine Handschuhe, die sich allmählich rot färbten! Rot von Blut, sein Blut!
Howard riß den Mund auf, um zu schreien, doch der Laut, den er von sich gab, klang mehr nach einem Gurgeln, ein Röcheln!
Entsetzt beobachteten die anderen Soldaten das gruselige Schauspiel. Es sah gerade so aus, als würde Jason sich gegen eine unsichtbare Macht wehren, die ihn durchschüttelte und ihn gleichzeitig fest hielt. Das Flimmern wurde stärker und gleichzeitig wurde auch ihr Kamerad wilder durchgeschüttelt. Er schien allen physikalischen Gesetzen zu trotzen, denn er wurde weder durch die Stöße seines unsichtbaren Gegners vom Podest geschleudert, noch brach er der Schwerkraft folgend zusammen. Alle waren sich einig, dass Howard längst tot sein musste!
Doch Jason war noch nicht tot, auch wenn er das schon selber glaubte! Er konnte nichts mehr sehen, da sich alles in seinem Kopf drehte und er hatte das Gefühl, in einem Tornado zu stecken und durch die Luft geschleudert zu werden. Ob er noch Arme und Beine besaß war ihm gänzlich unbekannt, fühlen konnte er nichts dergleichen mehr! Selbst, dass er sich mehrfach übergeben und längst Blase und Darm entleert hatte, hatte er nicht einmal gemerkt. Nur dieses ständige Zerren und Reißen, dieses Drehen und Schleudern. Er hatte vollkommen die Orientierung verloren und kam sich vor, als würde sich sein Körper langsam in einzelne Atome auflösen. Plötzlich war alles vorbei und er schien zu schweben. Nach einer Weile schlug er hart auf dem Boden auf und blieb regungslos liegen!
Das Flimmern wurde nun so stark, dass die Männer den Eindruck bekamen, schemenhafte Umrisse eines Menschen erkennen zu können. Gerade als sich die Konturen deutlicher abzeichneten, hob Howard ab! Er flog wie ein Geschoss in den Himmel hinauf, schnell und rotierend, bis er den Blicken der Männer entschwand.
Von den Soldaten hatte noch nie jemand so etwas oder etwas auch nur im entferntesten Vergleichbares jemals gesehen. Wie grotesk anmutende Statuen starrten sie in ihren weißen, starren Panzeruniformen in den Himmel hinauf, soweit es ihnen überhaupt möglich war und hielten Ausschau nach ihrem Kameraden, doch das dichte Schneetreiben machte ihre Bemühungen zunichte.
Als sie sich schließlich von ihrem Schrecken der letzten Augenblicke erholt hatten, wandten sie sich ratlos an Shark, als erwarteten sie von ihm eine Antwort auf dieses makabere Schauspiel.
Der Colonel hatte sich als erstes wieder gefangen und richtete seinen Blick sofort wieder auf das Podest, auf dem kurz zuvor noch die undeutlichen Umrisse eines Mannes zu sehen gewesen waren. Doch dort war nichts mehr! Selbst das Flimmern hatte aufgehört. ‚Wo steckt Alex Denton und was ist mit ihm geschehen? Hat ihn Jasons Aktion ebenfalls getötet? Oder hat er sich gar aufgelöst? Wir müssen das herausfinden! Sofort! Er darf uns nicht noch einmal entkommen!’ ging es ihm durch den Kopf, während er seine Leute in die Realität zurückrief und neue Befehle gab.
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  #34  
Alt 26.01.2007, 02:37
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Puh, habs doch noch geschafft! Hier der letzte Teil des Kapitels! Viel Spaß und seid bitte gnädig bei der Kritik !

Deus Ex - Nachspiel im Bahnhof Teil 4

„Tolle Bodyguards!“ murmelte J.C. Jetzt wo der Kerl keine Bedrohung mehr ist stürzen sie sich auf ihn wie ein paar Assgeier auf ihre Beute. Aber J.C. musste zugeben, dass er diesen Ort auch als sicherer angesehen hatte als er tatsächlich war.
Gerade als sich J.C. und Bob Page aufrappelten kamen eilig Sanitäter und Ärzte herangestürmt. Hatten die sich auch in dem Zug versteckt? Fragte sich J.C. Hat Bob Page seinen gesamten Hofstand dabei oder was?! J.C. bedeutete den Ärzten, dass ihm nichts fehlte, obwohl seine Brust immer noch schmerzte, außerdem hatte er sich die rechte Wange aufgeschürft.
„Aber... Sir, was ist mit dem Projektil?“ wollte einer der Sanitäter wissen und deutete auf das blutige Einschussloch auf J.C.‘s Brust.
J.C. griff unter seine – nicht vollkommen – kugelsichere Weste und ergriff das Projektil das mittlerweile von den Nanorobotern aus seiner Haut herausgeschoben worden war. Er drückte es dem Sanitäter in die Hand. Diesem klappte der Mund auf und er starrte J.C. leicht geschockt an.
„Gute Arbeit, weitermachen.“ Mit diesen Worten ließ er den Sanitäter stehen. J.C. wollte zu dem Terroristen, den er soeben erschossen hatte, als ihn eine Hand an der Schulter packte.
„So warten Sie doch, Agent Denton! Sie haben mir gerade zum zweiten Mal das Leben gerettet! Ich werde mich persönlich für Ihre baldige Beförderung einsetzen.“
„Danke Mr. Page, aber das ist nicht nötig. Ich habe nur meine Pflicht getan.“
„Eine Kugel für mich abfangen und den Attentäter unschädlich machen...“
„... Ist genau meine Pflicht.“ Wiederholte J.C.
Bob Page musterte J.C. und lächelte. „Irgendwie werde ich mich erkenntlich zeigen, Agent Denton, ob Sie wollen oder nicht.“
„Wenn Sie meinen.“ J.C. wandte sich wieder in Richtung des toten Terroristen. Er sagte zu Page, er solle ihn sich gleich ansehen, ob er ihm gut Bekannt war. Page hatte von dem Anschlag lediglich die Schüsse mitbekommen, den Terroristen hatte er noch keine Sekunde gesehen.
Als sie bei dem Terroristen ankamen betrachtete ihn J.C. stumm. Seine Kugeln hatten ihn zweimal in den Bauchbereich getroffen, die beiden letzten Kugeln. Die Erste ging in die linke Schulter, die Zweite ins Herz. Die leblosen Augen waren halb geöffnet. Irgendwie machte er auf J.C. einen sympatischen Eindruck, wäre da nicht das Wissen, dass es sich um einen Terroristen handelte.
J.C. sah zu Bob Page. Dieser stand wie vom Donner gerührt mit weit aufgerissenen Augen da.
„Oh mein Gott!“
„Erkennen Sie ihn, Dr. Page?“
„Das ist Frank. Frank Brown, mein Privatsekretär. Darüber hinaus war er mein Vertrauter.“
„Wer hatte direkt mit ihm zu tun? Welche anderen Angestellten hatte er selbst?“
„Nur eine handvoll anderer, handverlesener Leute.“
„Handverlesen von wem?“
„Von mir... und Frank.“
„Waren davon auch welche im Zug?“ J.C. schärfte wieder alle seine Sinne und legte seine rechte Hand an den Griff seiner Waffe. Vielleicht war die Gefahr noch nicht ganz gebannt. Er sah sich leicht nervös um.
Nach kurzem Überlegen erwiderte Page: „Nein, ich denke nicht. Frank hatte mir heute morgen mitgeteilt, dass sich ein paar nicht wohl fühlten, beziehungsweise andere Termine wahrnehmen mussten.“
Warum alle Maulwürfe opfern, wenn auch einer reicht. Dachte sich J.C.
„Können wir herausfinden, wo sich diese Leute zur Zeit befinden?“
„Wenn Sie sich an meine Sekretärin wenden, sie wird die Adressen sofort für Sie raussuchen wenn sie an einen Computer kommt.“ Dr. Page hatte sich wieder einigermaßen beruhigt. Aber seine Aufregung war ja nur zu verständlich. Vor nicht einmal zwei Minuten hatte er erfahren, dass sein Vertrauter und Privatsekretär ein NSF – Terrorist war und dass vermutlich noch mehr Spione in seinem direkten Umfeld lauerten.
Bob Page’s Sekretärin wurde zu einem mobilen Computerterminal gebracht, sie schloss kurz ihren Hand – PC an und keine Minute später hatten J.C. und die anderen UNATCO – Agents die Adressen sowie die möglichen geschäftlichen Aufenthaltsorte der mutmaßlichen NSF – Spione.
J.C. fragte sich wieder, warum man eine normale Sekretärin und dann noch einen persönlichen Privatsekretär brauchte. Diese Menschen leben echt im Überfluss! Aber Unsereiner kann dass wahrscheinlich gar nicht verstehen. Leute wie dieser Page gaben vermutlich soviel Credits wie er im Monat verdiente für ein Mittagessen aus, und J.C. verdiente im Durchschnitt gar nicht mal schlecht.
J.C. schüttelte diese Gedanken ab und machte sich auf den Weg zu einem Einsatzwagen der ihn zurück zur UNATCO bringen würde. Er vermutete, dass dies noch ein langer Tag werden würde. Und er sollte recht behalten.

Ende des Kapitels "Nachspiel im Bahnhof"

Geändert von Mike Denton (17.02.2007 um 01:33 Uhr).
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  #35  
Alt 15.02.2007, 15:52
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Lange hats gedauert und da ich euch nicht noch länger warten lassen will, hier noch ein weiterer Teil der Shackleton-Reihe.


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Shackleton-Eisplatte Teil 3

Alex stand auf dem Beamer, legte die Hände auf den Scanner und wurde sogleich in das schneetreibenähnliche Flimmern gehüllt.
Doch anstatt auf die zweite Plattform gebeamt zu werden, erlebte Alex die Hölle: Alles um ihn herum drehte sich wie verrückt, er verlor die Orientierung und hörte jemanden schreien, als säße dieser in seinem Kopf! Schweiß brach ihm aus und er keuchte schwer. Vergeblich versuchte er die Hände von dem Scanner zu reißen, doch sie schienen wie festgeklebt zu sein! Eine unsichtbare Kraft ergriff seinen Körper und riß ihn herum, doch auch sie vermochte nicht, ihn von der Plattform zu katapultieren. Hilflos war Alex den unbekannten Mächten ausgeliefert, die mit seinem Körper spielten und die physikalischen Gesetze außer Kraft zu setzen schienen. Ein Blick in die Runde ließ ihn schemenhafte Gestalten wahrnehmen, die ihn anstarrten! Seine Hände fingen an zu bluten und sein Magen rebellierte!
Plötzlich erfasste ihn eine irrsinnige Druckwelle und er wurde vom Sockel geschmettert! Benommen kam er auf dem kristallklaren Boden des Domizils auf und blieb einen Moment orientierungslos liegen.
„Was ist passiert?“ wandte er sich an J.C. der ihn kühl, aber auch ein wenig besorgt anblickte.
„Ein Unbefugter stand auf der Plattform.“ Erklärte J.C. trocken. „Jetzt nicht mehr. Der Weg ist nun frei, Alex, beeile dich, aber sei vorsichtig. Vermutlich kam er nicht alleine!“
Noch ein wenig benommen, rappelte sich Alex auf und stellte sich erneut auf die Plattform. Zögernd und mit einem prüfenden Blick auf J.C., der ihm aufmunternd zunickte, legte er seine Hände erneut auf den Scanner. Noch einmal umflimmerte ihn das unwirkliche Schneetreiben und kaum einen Atemzug später stand er bereits außerhalb des Domizils auf der zweiten Platte.
Mit einem Blick erfasste er die Situation: drei Templer in ihren schneeweißen Panzeruniformen hatten Aufstellung genommen, doch ihre Aufmerksamkeit galt nicht ihm, sondern offenbar etwas, das sich weit über ihren Köpfen im dichten Schneetreiben befand. Ohne weitere wertvolle Sekunden zu vergeuden, nutzte Alex die allgemeine Verwirrung und suchte Deckung hinter einigen Schneewehen links der Templer. Erst von dort versuchte er die Ursache für das eigenartige Verhalten der Ordensbrüder herauszufinden, was ihm allerdings nicht gelang.
Gerade als Alex sich weiter auf den Schneewall mit seinem Tunnel zuarbeiten wollte, vernahm er einen dumpfen Aufschlag wenige Meter von ihm entfernt im Schnee etwa mittig zwischen ihm und den Templern. Erkennen konnte er kaum etwas, denn das, was da vom Himmel gefallen war, war beinahe ebenso weiß, wie der Schnee, nur zwei rote Handschuhe erinnerten ihn an seine eigenen Hände, die er sich kurz zuvor auf unerklärliche Weise auf dem Beamer verletzt hatte.
Ob es einen Zusammenhang zwischen seinen blutenden Händen und den Handschuhen des Templers gab? Alex ging davon aus, dass der leblose Körper im Schnee der Unbefugte von der Plattform sein musste und sich dieser ebenfalls seine Hände am Scanner verletzt hatte, denn dass ausschließlich Alex’ Blut aus dem Domizil gebeamt wurde, erschien ihm etwas weit hergeholt, doch unmöglich war es sicherlich nicht.
Alex würde das wohl nie herausfinden, denn eine bessere Gelegenheit zur Flucht konnte es kaum geben und er musste diese einmalige Chance nutzen!
Noch bevor sich Alex auf den Weg machen konnte, kamen bereits die drei anderen Ordensbrüder zu ihrem buchstäblich vom Himmel gefallenen Kameraden gelaufen, um sich um ihn zu kümmern.
‚Die sind vorerst beschäftigt.’ Dachte Alex und beeilte sich, den Tunnel zu erreichen, der durch den Schneewall führte.
Doch er hatte sich zu früh gefreut. Kaum hatte er die Distanz überwunden, stand er zwei weiteren Problemen gegenüber: Die beiden Templer, die er auf dem Hinweg erfolgreich außer Gefecht gesetzt hatte, waren gerade dabei, aus dem Reich der Träume zurückzukehren. Noch bedeuteten sie kaum eine wirkliche Bedrohung, doch unterschätzen durfte sie Alex auf keinen Fall! Vorsichtig versuchte er sich an ihnen vorbeizuschleichen, doch einer der beiden hatte den Bionic bereits bemerkt und fingerte ungeschickt und noch deutlich benommen nach seiner MP!
Nun war es höchste Zeit zu verschwinden! Alex spurtete los und ehe der Templer seine Waffe in Position bringen konnte, war er bereits im Tunnel verschwunden.
Hinter sich hörte er das schwere Keuchen und Fluchen der Ordensbrüder, die sich offenbar bemühten, die Verfolgung aufzunehmen. Was ihnen in ihrem Zustand allerdings nicht gelang!
Trotz aller Eile und seinen Verfolgern im Rücken, begann Alex nicht den Fehler, kopflos durch den Tunnel zu rennen. Zügig, aber auch auf alles gefasst durchquerte er den eisigen Durchgang und hatte bald dessen Ende erreicht. Vorsichtig spähte er durch den gläsernen Einsatz der Türe, öffnete sie schließlich und schlich gebückt weiter.
Er durfte die Templer keinesfalls unterschätzen und rechnete fest damit, dass es in diesem Bereich noch mehr von ihnen gab, die ihren Kollegen den Rücken sichern und Alex die Flucht vereiteln sollten.
Denn eines war klar, die Templer waren nicht zufällig hier! Sie wollten sowohl J.C. als auch Alex um jeden Preis aufhalten! Billy war für sie nur ein Mittel zum Zweck gewesen und Alex war sich sicher, dass der Orden das Risiko, sie nach getaner Arbeit am Leben zu lassen, nicht eingegangen wäre! Sie war für die Templer nichts weiter als der passende Schlüssel, um die Tür des Domizils zu öffnen und das gesamte Vorhaben J.C.s zum Einsturz zu bringen. Und da ihr Schlüssel nun nicht mehr verfügbar war, waren sie praktisch gezwungen, den zweiten Schlüssel unschädlich zu machen!
Vermutlich wussten sie längst, dass ihr Plan fehlgeschlagen, Billy erfolglos und Alex entkommen war, was sie in höchste Alarmstufe versetze und Alex zu noch größerer Vorsicht zwang. Denn sollten sie ihn erwischen, hatte er nichts mehr zu lachen!
Kriechend, beinahe auf dem Bauch robbend arbeitete sich Alex weiter. In einiger Entfernung konnte er die beiden Container stehen sehen, doch Templer waren keine zu sehen. Er verfluchte sich selber, kein Biotarnfeld-Implantat bei den Omar gekauft, oder sich wenigstens eine weiße Tarnuniform vor seinem Sprung durch das Porta Nigra besorgt zu haben, denn auf dem weißen Schnee war sein dunkelgrauer Anzug schon von weitem auszumachen!
Die Türe des vorderen Containers öffnete sich und zwei Templer traten heraus. Mit ihren Waffen in Anschlag und permanent die Umgebung absuchend, näherten sie sich dem Eistunnel und somit auch Alex. Sie mussten von ihren erwachten Kollegen auf der anderen Seite des Tunnels gewarnt worden sein!
Tief duckte sich der Bionic auf den Boden und robbte hinter die nächstbeste Schneewehe. Seine Chancen standen nicht gerade rosig, unbemerkt aus diesem Gebiet zu entkommen! Die Angst, entdeck zu werden, trieb ihn vorwärts.
Es war eine Sache, einem ahnungslosen Templer im dichten Schneetreiben einen Betäubungspfeil in den Rücken zu schießen, eine ganz andere, zwei alarmierten Ordensbrüdern in ihren Panzeruniformen über den Weg zu laufen!
Alex erkannte die Gefahr zu spät! Noch bevor er die Bewegung in seinen Augenwinkeln bemerkte und reagieren konnte, rammte ihn etwas Weißes von der Seite, presste ihm eine Hand auf den Mund und drückte ihn tief in den Schnee.
„Keinen Laut und beweg dich nicht, ich tu dir nichts!“ raunte ihm eine flüsternde Stimme zu.
Alex erstarrte.
„Alles in Ordnung Larry?“ rief einer der beiden Templer vor dem Eistunnel zu ihnen herüber.
„Ja, alles klar, ich bin nur hingefallen, geht schon einmal voraus, ich komme sofort nach.“ Antwortete die Person, die sich inzwischen halb auf den bewegungslosen Bionic gelegt hatte.
Nach einigen Minuten wandte sie sich wieder leise an Alex. „Okay, sie sind weg.“
Zögernd drehte sich Alex zu ihr um und sah sie misstrauisch an. „Was ist das für eine Masche, die du hier abziehst?“ fragte er lauernd.
„Keine Masche, ich bin eine Freundin von Billy. Hast du sie gesehen?“
Erst jetzt fiel Alex auf, dass die Stimme hinter der weißen Uniform zu einer Frau gehörte. Ihr Name allerdings klang gar nicht weiblich.
„Ja, ich habe sie gesehen.“ Fing Alex an und versuchte Blickkontakt zu seinem Gegenüber herzustellen, was aufgrund des Helmes allerdings unmöglich war. „Sie ist tot.“ Erklärte er betroffen und sein Blick wurde für einen Moment leer, als ihn erneut die Trauer übermannte.
„Hast du sie....?“ Larry unterbrach sich selber und Alex konnte trotz ihrer Uniform beinahe sehen, wie auch sie trauerte.
Ohne ein Wort zu sagen, nickte er und rechnete beinahe damit, dass sich diese Templerin für seine Tat rächen würde, was sie allerdings nicht tat.
„Das war abzusehen.“ Meinte sie seufzend, richtete sich auf und sah in die Runde. „Die Luft ist rein, wir sollten von hier verschwinden, bevor meine Kollegen misstrauisch werden und zurückkommen. „Komm, schnell!“
„Warum?“ wollte Alex immer noch misstrauisch wissen.
„Weil dich meine Ordensbrüder töten, wenn sie dich erwischen.“
„Ich meinte nicht, warum wir von hier verschwinden sollen, sondern warum hilfst du mir?“
„Für Erklärungen ist jetzt keine Zeit, ich sage dir später alles, was du wissen willst und jetzt komm endlich!“ drängte sie und zog ihn hinter sich her.
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Alt 18.02.2007, 01:09
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Und schon gehts weiter:


DEUS EX - INVISIBLE WAR
Shackleton-Eisplatte Teil 4

Shark zuckte merklich zusammen, als etwas wenige Meter von ihm entfernt in eine hohe Schneewehe einschlug.
‚Jason!’ War sein erster Gedanke und er lief sofort zu der Einschlagstelle. Tief im hohen Schnee eingesunken fand er schnell den leblosen Körper des Sergeanten. Mit seinen blutroten Handschuhen und der sonst tadellos weißen Panzeruniform gab er ein makaber abstraktes Bild ab: Die Arme schützend um den Kopf geschlungen, die Beine standen in einem unnatürlich aussehenden Winkel nach hinten ab. Jason lag auf der Seite und wirkte wie tot und Shark befürchtete schon das Schlimmste, als der Verletzte ein leises Stöhnen von sich gab.
Sofort setzte der Colonel einen Notruf an die Außenbasis ab, um einen Rettungshubschrauber anzufordern, dann begann er vorsichtig den Schnee um den Sergeanten zu entfernen, wobei ihm seine beiden anderen Begleiter tatkräftig halfen.
Als einer der beiden Anstalten machte, den Verletzten aus seiner Schneegrube zu ziehen, gebot Shark sofort Einhalt.
„Nicht anfassen! Vielleicht ist seine Wirbelsäule gebrochen, dann machen sie mehr kaputt, als sie ihm helfen. Lassen sie das lieber die Sanitäter tun, die haben die entsprechende Ausrüstung dabei!“
Sofort ließ der Angesprochene Jason Howard los und fuhr damit fort, den Schnee rund um den Verletzten wegzuschaufeln, um ihn für die Hilfsmannschaft besser zugänglich zu machen.
Per Funk meldete sich einer der beiden Templer vom Tunnelausgang, die offenbar aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht waren.
„Colonel, Sir, der Bionic ist entkommen!“
„Wiederholen sie das, Soldat!“ hakte Shark ungläubig nach.
„Alex Denton ist soeben hier vorbeigekommen und in den Tunnel gelaufen! Er war zu schnell, wir konnten ihn nicht aufhalten! Die Betäubungspfeile haben uns.... es ... es tut mir leid, Sir, wir sind wohl noch zu sehr angeschlagen.“ Fing er schuldbewusst an zu stottern.
„Schon gut, Soldat. Ich werde die zweite Basis informieren, weit wird er nicht kommen. Kommen sie und ihr Kollege hierher, ich brauche zwei Leute die sich um Jason kümmern, bis der Hubschrauber hier ist.“
Shark stecke einige Leuchtstäbe rund um Jason herum in den Schnee und machte sich mit seinen beiden verbliebenen Soldaten sofort auf den Weg zum Eistunnel, ohne auf das Eintreffen der beiden anderen Soldaten, oder gar auf das des Rettungshubschrauber zu warten. Er musste Alex Denton unbedingt einholen, er durfte ihn auf keinen Fall ein weiteres Mal entkommen lassen!
Das Schneegestöber wurde immer dichter und die Sicht immer schlechter, so dass die drei Templer für ihren Weg deutlich länger brauchten, als erwartet. Shark trieb seine Männer unbeirrbar weiter und musste sich nach einigen Minuten eingestehen, dass sie sich in dem dichten Schneetreiben ein wenig verlaufen hatten.
Auch die beiden noch nicht wieder ganz hergestellten Soldaten, die noch ein wenig mit den Folgen der Betäubungspfeile zu kämpfen hatten, brauchten für ihren Weg länger, als normalerweise. Dennoch fanden sie den schwerverletzten Jason Howard dank der Leuchtsignale mit schlafwandlerischer Sicherheit.
Gerade als Shark endlich den Durchgang gefunden hatte, kamen ihm zwei Männer aus der Gruppe B entgegen, die er über Alex’ Flucht informiert hatte.
„Colonel, Sir. Haben sie ihn?“
„Was macht ihr denn hier? Ihr solltet doch den vorderen Tunnel sichern! Wenn er uns jetzt entkommt, mache ich euch beide höchstpersönlich dafür verantwortlich! Haben sie mich verstanden?!?“ fuhr er die beiden wutentbrannt an und scheuchte sie zurück. „Wo ist Larry?“
„Sie ist gestolpert und kommt sofort nach, Sir.“ Klärte ihn einer der beiden auf und beeilte sich durch den Tunnel, als hätte er Angst, Shark könnte ihm in den Hintern beißen, wie ein angriffslustiger Hund.
„Das kann sie sich schenken. Ich hoffe nur, sie hatte wenigstens den richtigen Durchblick und sichert inzwischen den Ausgang.“
Wie von Shark erwartet, fand er Larry nicht an diesem Ende des mittleren Bereiches, was ihm ein wenig Hoffnung gab, Alex Denton doch noch einzuholen.
Die drei stationierten Templer pattroulierten wieder pflichtbewusst um die Container und kamen den fünf Soldaten entgegen, als sie sie erblickten.
„Sir, Alex Denton ist hier nicht vorbeigekommen. Anscheinend hat er sich in Luft aufgelöst.“
„Wohl kaum, Soldat!“ widersprach der Colonel. „Ich halte es aber für wahrscheinlich, dass Denton einen Biotarnanzug oder entsprechende Implantate besitzt! Ausschwärmen und nach Spuren suchen, durch albernes im Kreis laufen, werden sie ihn kaum finden!“ fuhr er den Mann gereizt an. „Ist Larry zum anderen Tunnel gelaufen?“
„Ja, sie wollte sich dort mit Charles auf die Lauer legen.“
‚Kluges Mädchen.’ Dachte Shark und setzte mit seinen Leuten den Weg fort. Bald konnten sie über ihren Köpfen den Rettungshubschrauber hören, der sich schnell näherte, einen Augenblick in der Luft schwebte, als wäre sich der Pilot nicht ganz sicher, wo er landen könne und flog dann in nördlicher Richtung weiter, um den schwerverletzten Jason zu bergen und in ein Krankenhaus zu fliegen.
Bald erreichten die fünf das andere Ende des Bereiches und trafen dort auf Charles Dawn. „Keine besonderen Vorkommnisse, Sir. Hier ist Denton nicht durchgekommen.“
„Sind sie alleine, Dawn?“
„Ja, Sir. Die anderen sind zu dem nördlichen Tunnel gegangen, um Denton dort abzufangen.“
„Und Larry?“
„Larry ist zur Versalife-Basis gegangen, um Verstärkung zu holen. Sie hatte Angst, der Bionic könnte unseren Funk abhören und dadurch gewarnt werden.“
„Gut, Dawn, halten sie die Stellung. Falls ihnen auch nur das Geringste auffällt, sofort Meldung an mich, verstanden?“
„Natürlich, Sir.“
Sharks anfängliche Zuversicht, Alex Denton noch einzuholen, wurde von Minute zu Minute kleiner. Ausgerechnet an Crysors Männern hingen nun all seine Hoffnungen, den Bionic doch noch zu erwischen.
‚Die werden sich doch garantiert in der Basis verbarrikadieren, sobald sie nur denken, Alex könnte an ihnen vorbeilaufen.’ Dachte er entmutigt.
Wenig später hatten die fünf Männer den Tunnel betreten und machten sich anfangs überhaupt keine Gedanken, als sie gedämpft das Wummern von Rotorblättern hörten. „Der Rettungshubschrauber fliegt zurück, kein Grund zur Besorgnis.“ Erklärte einer der Soldaten, als einige seiner Kameraden unruhig wurden.
„Da bin ich mir nicht so sicher.“ Meinte Shark und drängte sich an den Männern vorbei. „Das scheint mir eine kleine Maschine zu sein. Das ist viel zu leise für den Rettungshubschrauber.“
Als auch noch Schüsse zu hören waren, hielt den Colonel nichts mehr. Ohne Rücksicht auf seine Kameraden quetschte er sich an ihnen vorbei und rannte schließlich durch den Tunnel. Erst an der Türe hielt er an, spähte vorsichtig heraus und setzte schließlich seinen Weg fort.
Crysors Männer feuerten wie wild auf den kleinen Helikopter der sich bereits wieder in der Luft befand und schnell an Höhe gewann.
„Ist Denton entwischt?“
„Jawohl Sir.“ Schrie einer der Männer, ohne mit dem Schießen aufzuhören.
„Stop! Nicht mehr schießen, sie sind schon zu weit weg!“ versuchte Shark sich Gehör zu verschaffen. „Wie konnte das passieren? Sie müssen doch den Hubschrauber gehört haben.“
„Natürlich, Sir, aber Larry sagte, das sei nur der Rettungshubschrauber.“
„Wo ist sie?“
„Wer Sir?“
„Larry, natürlich. Wo ist Larry?“
„Im Hubschrauber.“ Erklärte der Mann und deutete nach oben.
„Wie bitte?“ man konnte es zwar wegen der Panzeruniform nicht sehen, aber Shark war merklich geschockt.
„Ja, Sir, er sagt die Wahrheit, Larry ist im Hubschrauber.“ Bestätigte nun ein anderer Soldat.
„Dann hat Denton sie als Geisel mitgenommen?“
„Sah nicht so aus, Sir.“ Meldete sich der erste wieder zu Wort.
„Was soll das heißen? Sie wollen mir doch nicht sagen, dass sie freiwillig mitgeflogen ist?“
„Doch, Sir, genau das will ich damit sagen.“ Bestätigte der Soldat und zuckte zusammen, als rechnete er damit, einen Vulkan zum Ausbruch gebracht zu haben. Doch Shark blieb ganz ruhig.
„Ich brauche sofort einen Hubschrauber, wir nehmen die Verfolgung auf.“
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So, und weiter gehts:


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Shackleton Eisplatte Teil 5

Alex wusste nicht, was er von Larry halten sollte. Die Templerin zog ihn unbeirrbar hinter sich her, sicherte immer wieder die Umgebung, drückte ihn teilweise etwas unsanft in den Schnee sobald sie einen ihrer Kameraden erspähte und dachte sich jedes Mal aufs Neue glaubhafte Geschichten aus, was sie um alles in der Welt hinter den Schneewehen trieb, anstatt die Stellung zu halten und den Bionic abzufangen sobald er in Sichtweite kam. Und das würde früher oder später passieren, da waren sich die Templer einig.
Kurz bevor sie den zweiten Tunnel erreichten, hörte Alex einen Hubschrauber in der Nähe durch das Schneegestöber dröhnen. Es musste eine große Maschine sein, denn der Lärm war ohrenbetäubend! Kurze Zeit später entdeckte er das Fluggerät dicht über dem vorderen Schneewall schweben. Langsam schob er sich weiter auf die Container zu und war bald außer Sichtweite.
„Ist das eurer?“ wollte Alex von Larry wissen.
Sie nickte zaghaft. „Ja, das ist einer unserer Rettungshubschrauber, Jason ist schwer verletzt worden. Ich habe es vorhin per Funk erfahren.“
„Ihr haltet untereinander Funkkontakt?“ fragte Alex unsinnigerweise, denn dass das so sein musste, war ihm eigentlich längst klar geworden.
„Ja, die Funkgeräte sind in die Anzüge eingebaut. Wenn ich hier draufdrücke...“ sie deutete auf einen der Knöpfe an ihrem Handgelenk. „...aktiviere ich das Mikro. Empfang habe ich immer, solange ich mich innerhalb der Reichweite befinde.“
Alex nickte nur stumm und betrachtete sich Larrys Handgelenk etwas genauer. Drei Knöpfe in verschiedenen Farben waren in den Anzug eingearbeitet. Der blaue und größte von den dreien war für den Funk, falls Larry die Wahrheit gesagt hatte. „Wofür sind die beiden anderen Knöpfe gut?“ hakte er nach.
„Der Rote ist der Notruf. Er sendet ein Signal aus und die Kollegen können mich dann per GPS ausfindig machen, wenn mir etwas passiert und ich nicht mehr in der Lage bin, per Funk Hilfe anzufordern. Und mit dem Grünen schaltet man es wieder aus. Das ist alles.“ Erklärte sie achselzuckend.
Immer noch skeptisch blickte Alex die Frau an und ärgerte sich darüber, dass er ihr Gesicht nicht sehen konnte, um dadurch leichter feststellen zu können, ob sie tatsächlich die Wahrheit sprach.
„Aber nun lass uns weitergehen, wir sind noch nicht außer Gefahr!“ mahnte sie und trieb ihn weiter, auf den Tunnel zu.
Das letzte Stück war relativ leicht zu überwinden. Durch die vielen herumstehenden Kisten und Fässer hatten sie jede Menge Deckung und sie erreichten schnell die Tür zum vorderen Tunnel.
Annähernd geräuschlos zog Alex sie auf, während Larry ihren Kameraden, der vor der Türe Wache hielt, ablenkte.
Vorsichtig schlich der Bionic weiter, immer darauf gefasst, jeden Moment weiteren Templern zu begegnen, während Larry ihm den Rücken sicherte. Vor der zweiten Türe pfiff ihn die Templerin zurück. „Lass mich vorgehen, ich lenke sie ab. Gib mir fünf Minuten, dann lauf so schnell du kannst zum Helipad und rufe Ava, ich komme sobald ich kann nach.“
Immer noch skeptisch blieb Alex an der Türe stehen und sah Larry nach, die zielsicher auf die Außenbasis zusteuerte. Von seiner Position aus konnte er sehen, wie sie zu einem der pattroulierenden Templer zuging und einen weiteren zu sich herüberwinkte. Kurz darauf verschwanden die drei im Inneren der Basis und es dauerte nicht lange, da kam Larry – zumindest glaubte Alex, dass sie es war – alleine wieder heraus. Sie setzte ihren Weg fort und war schon bald hinter dem Gebäude verschwunden. Gerade als Alex sich bereit machen wollte, aus dem Tunnel zu schleichen, kam sie auf der anderen Seite der Basis wieder hervor, sah zu ihm herüber, hob kurz ihren Daumen nach oben und verschwand erneut im Gebäude. Das musste das Zeichen sein. Sie hatten zwar keines ausgemacht, aber Alex war sich sicher, dass er seine Deckung verlassen und zum Helipad laufen konnte. Larry würde ihre Kollegen im Gebäude ablenken, so war es ausgemacht.
Aber konnte er ihr wirklich trauen? Oder war das nur wieder eine dieser hinterhältigen Fallen, die die Templer so gerne stellten? Aber wozu dann dieser Aufwand? Alex wäre vermutlich alleine nie soweit gekommen, wie jetzt und wenn Larry ihm nicht geholfen hätte, wäre er vermutlich längst tot.
Langsam schlich Alex aus dem Tunnel und beeilte sich, zu dem Helipad zu kommen. Natürlich nicht, ohne permanent seine Umgebung im Auge zu behalten und auf alles gefasst zu sein. Doch offenbar hatte Larry nicht zuviel versprochen, denn er begegnete auf seinem Weg keinem einzigen Templer. Nur eine Selbstschussanlage machte ihm noch das Leben schwer. Falls sie losfeuerte, wären auch die Templer im Inneren des Gebäudes gewarnt und genau das musste unter allen Umständen vermieden werden!
Alex überprüfte sein Inventar. Eine einzige EMP-Granate hatte er noch und somit nur diesen einen Versuch. Hinter einigen Fässern fand er Deckung. Vorsichtig spähte er darüber hinweg und schleuderte die EMP-Granate auf die Selbstschussanlage zu. Die Granate flog viel zu weit, prallte gegen die Wand hinter dem Geschütz und kullerte wieder ein Stück zurück, bevor sie detonierte. Die Selbstschussanlage war zwar nicht zerstört aber sichtlich angeschlagen. Es würde einen Moment dauern, bis ihre Schaltkreise wieder einwandfrei funktionierten und genau diesen Augenblick musste Alex ausnutzen, um an dem Geschütz vorbeizukommen! Wie von Furien gejagt rannte er los und vergaß in seiner Eile sämtliche Vorsicht! Doch er hatte Glück und erreichte das Helipad ohne weitere Zwischenfälle. Die Stromversorgung hatte er ja bereits kurz nach seiner Ankunft wieder in Gang gesetzt und somit musste er nur noch das Signal senden, damit Ava landen konnte. Schnell huschte er in den Anbau neben dem Helipad und sendete das Signal für den Hubschrauber.
Es dauerte nur wenige Minuten, da konnte er bereits das monoton beruhigende Geräusch der Rotorblätter hören, die die Luft durchschnitten und sich seiner Position langsam aber zielgenau näherten.
Ungeduldig blickte sich Alex um, als er den Hubschrauber im Schneetreiben ausmachen konnte. Auch die Templer würden den kleinen Helikopter hören, selbst wenn dieser deutlich leiser war, als ihr eigener Rettungshubschrauber. Von Larry allerdings fehlte jede Spur.
‚Wo bleibt sie nur?’ dachte er ungeduldig und drehte sein Gesicht aus dem künstlich geschaffenen Schneesturm, den die Rotorblätter des Hubschraubers verursachten.
„Alex steig ein.“ Forderte ihn Ava auf, doch der Bionic wollte noch auf Larry warten.
„Wir nehmen noch jemanden mit.“ Erklärte er der Pilotin.
„Billy?“ wollte Ava wissen.
„Nein, Larry.“
Gerade als Alex Zweifel bekam, dass Larry überhaupt noch auftauchen würde, eilte sie die Treppe zum Helipad hinauf.
„Los, schnell, wie müssen verschwinden, sofort!“ schrie sie ihm atemlos entgegen und kletterte hinter ihm in den Hubschrauber, der beinahe im selben Augenblick abhob.
Ein Kugelhagel donnerte gegen die Tür des Helikopters, kaum dass sie sie geschlossen hatten, doch verletzt wurde dabei niemand. Schnell hatten sie an Höhe gewonnen und waren bald außerhalb der Reichweite der Maschinenpistolen.
„Ich habe eine nicht besonders gute Nachricht für euch.“ Meldete sich Ava zu Wort.
„Heraus mit der Sprache!“ forderte sie Alex auf.
„Die Templer haben den Tank getroffen, wir verlieren Treibstoff!“
Alex sog hörbar die Luft ein. „Und das bedeutet im Klartext?“
Eine kurze Pause entstand. „Übers Meer schaffen wir es noch, aber dann müssen wir runter, den Tank flicken und neu betanken. Ich versuche einen entsprechenden Landeplatz zu finden.“
„Du meinst, einen Flughafen?“ wollte nun Larry wissen.
„Ja, zum Beispiel. Eine einfache Tankstelle täte es aber auch, sofern man dort landen kann.“
„Äh, eine Tankstelle? Bekommt man denn dort Kerosin?“
Ava lachte. „Nein, Kerosin brauchen wir nicht. Dieses Schätzchen fliegt mit ganz einfachem handelsüblichen Benzin, alternativ mit Strom, aber leider hat die Batterie auch schon bessere Tage gesehen und lädt nicht mehr so, wie sie sollte. Übrigens Larry, wenn du nicht unbedingt darauf bestehst, dass uns deine Freunde verfolgen, wirf besser deinen Sender über Board!“
Alarmiert griff Alex zu seiner Waffe und blickte Larry scharf an.
„Das war also dein Plan! Mich in Sicherheit wiegen, um dann heimlich die Kameraden hinterher zu lotsen!“ fuhr er sie an.
„Nein, Alex, glaub mir, das kann nicht sein!“ Verteidigte sich Larry überrascht. „Ich habe das Notsignal nicht aktiviert. Sie können nicht wissen, wo ich bin.“
„Dann scheint das dein Anzug wohl soeben automatisch gemacht zu haben, denn ich registriere eindeutig ein Sendersignal, das von deiner Uniform abgegeben wird!“ widersprach ihr Ava.
Ohne eine weitere Sekunde zu verlieren, nahm Larry den Helm ab, kämpfte sich aus ihrer Panzeruniform, riss die Türe auf und warf alles über Board, bevor sie die Luke wieder schloss. Zum Vorschein kam ein erstaunlich hübsches Gesicht mit frechen graublauen Augen und einem zerzausten schwarzen Kurzhaarschnitt. Die Templerin trug auch unter dem Panzer eine Uniform, die allerdings beinahe hauteng anlag und ihre weiblichen Formen positiv zur Geltung brachte.
Alex erwischte sich dabei, wie er sie deutlich länger musterte, als es seine gute Erziehung eigentlich erlaubte und blickte schnell in eine andere Richtung. Natürlich war auch Larry sein Blick nicht entgangen und lächelte geschmeichelt, während sie sich wieder an ihren Platz setzte und sich brav anschnallte.
„Ist das Signal jetzt weg, Ava?“ erkundigte sie sich bei der Pilotin.
„Ja.“
„Es tut mir ehrlich leid, Alex, ich wusste wirklich nicht, dass sich der Notruf automatisch einschalten kann.“ Beteuerte sie glaubhaft.
Erst jetzt blickte Alex sie wieder an, steckte seine Waffe, die er immer noch in der Hand hielt, zurück in die Halterung und nickte nachdenklich.
„Okay, ich glaube dir. Diesmal! Aber wenn du dir nicht bald eine überzeugende Erklärung einfallen lässt, warum du mir geholfen hast, steigert das deine Glaubwürdigkeit nicht besonders.“ meinte er wieder freundlich.
„Du hast Recht, Alex. Es wird Zeit, dir einiges zu erklären.“ Stimmte sie ihm zu. „Ich habe mich noch gar nicht richtig vorgestellt. Eigentlich heiße ich Clarissa, Clarissa Mako, aber alle nennen mich einfach nur Larry.“
„Mako, wie Mako-Ballistics?“
„Genau.“
„Hast du damit irgendetwas zu tun? Ich meine, ist es Zufall, dass diese Firma genauso heißt wie du?“
„Mein Urgroßvater hat diese Firma gegründet. Inzwischen hat sie mein Onkel übernommen, soweit ich weiß. Er hat sich mit meinem Vater dermaßen zerstritten, dass auch ich seit Jahren leider keinen Kontakt mehr zu ihm habe. Wer will auch schon einen Bruder, der sich den Templern verschrieben hat.“
Alex blickte sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Du scheinst ja wohl auch nicht gerade viel von dem Orden zu halten, was?“
„Genaugenommen gar nichts!“ erklärte sie ehrlich. „Aber was will ich machen, wenn mein Vater darauf besteht, dass sein einziges Kind in seine Fußstapfen tritt? Fehlt nur noch, dass er von mir erwartet, dass ich auch eines Tages Colonel werde.“
„Dein Vater ist Colonel?“ hakte Alex nach.
„Ja, Colonel Richard Mako, aber alle nennen ihn nur Colonel Shark.“
„Shark?“ Alex überlegte einen Moment, dann grinste er. „Mako, Makrelenhai. Daher kommt also dieser Spitzname.”
Larry sah ihn verblüfft an. „Du könntest Recht haben! Ich habe keine Ahnung, wie er zu diesem Spitznamen kommt. Ich dachte immer, weil er vielleicht so blutrünstig oder bissig ist – obwohl, so schlimm ist er eigentlich gar nicht, aber so gut wie ich kennt ihn ja auch kaum jemand.“
„Da siehst mal, so einfach kann man anderen Leuten Respekt einflößen, indem man einfach seinen Namen ein wenig.... abändert.“
„Das gibt’s doch gar nicht!“ sagte sie und schüttelte lachend den Kopf.
„Wir gehen jetzt runter.“ Meldete sich Ava zu Wort. „Ich habe einen Flughafen gefunden, auf dem wir Notlanden und die Tanks reparieren lassen können.“
__________________
LG
Doschtle
Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin
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  #38  
Alt 01.03.2007, 01:50
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Ich hab mal wieder was fabriziert, nach ner ganzen Weile Des erste Stück von J.C.'s Rückkehr zum UNATCO - Hauptquartier, nach der Sache mit dem Zug. Ich wünsch euch wie immer viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Hauptquartier Teil 1

J.C. war angekommen im Hauptquartier der UNATCO. Er wäre zwar lieber nach Hause in seine Wohnung, aber sein Bericht schrieb sich nicht von selbst und sein Waffenarsenal musste auch wieder aufgefüllt werden. Diese beiden Dinge hätten zwar bis zum nächsten Morgen warten können, aber Rayes nicht. „Sie gehen mir nicht nach Hause, bis ich mich vergewissert habe, dass Sie OK sind Denton!“ Mit diesen Worten hatte ihn der Oberarzt der UNATCO, Jaime Reyes, per Infolink zu sich zitiert, kurz nachdem die Ereignisse im Bahnhof erledigt waren. ‚Ja ja, so ist er.‘ Dachte J.C. und schmunzelte. ‚Jaime Reyes, immer besorgt um die Gesundheit seiner Patienten.‘
Eigentlich wollte er nur schnell ins Hauptquartier und sich abmelden, aber daraus wurde wohl nichts, naja, dann konnte er auch gleich die anderen Dinge erledigen.
Er schlenderte den Flur entlang und ging die Treppe runter, direkt in Jaime's Reich.
„Denton!“ begrüßte ihn Reyes gutgelaunt wie immer. „Schön Sie zu sehen!“ Er beäugte J.C.‘s rußverschmiertes Gesicht und seine zerschlissene Kleidung. „Wie ich sehe geht’s Ihnen wie immer schlecht. Was für ein Glück, dass Sie mich haben!“
„Allerdings Jaime, wenn ich Sie nicht hätte, würde ich jetzt zufrieden in meinem Bett liegen und in Ruhe schlafen.“
„Und nie wieder aufwachen, weil Sie an einer inneren Blutung oder einer Infektion gestorben sind.“
„Sie haben mir doch selbst gesagt, dass soetwas mit den neuen Implantaten unmöglich wäre?“
„Ach wirklich? Daran erinnere ich mich nicht.“ Meinte der Arzt kopfschüttelnd.
„Für einen angeblich so guten Arzt sind Sie ganz schön vergesslich Jaime. Oder ist das schon das Alter?“ J.C. neckte Reyes gerne mal.
„Na hörn Sie mal Denton!“ polterte Reyes gespielt beleidigt, „Ich bin nicht viel älter als Sie!“
„Ja, wenn man knapp 20 Jahre als nicht viel bezeichnet.“ J.C. zwinkerte Rayes zu.
„Nun gut J.C., Sie haben eine flinke Zunge, aber nächste Woche bei Ihrem Reflextest werden wir sehen, ob auch der Rest von Ihnen so flink ist.“
So ging es noch ein wenig hin und her bis die Untersuchung beendet war.
„Nun J.C., Sie sind, wieder einmal, kerngesund. Die Implantate haben Ihre Verletzungen restlos geheilt., aber...“ Reyes griff in die Tasche seines Arztkittels und zog zwei Energiezellen heraus, „...davon werden Sie bestimmt wieder welche brauchen.“
„Sie retten mir das Leben, Jaimi.“
„Oh, das weiß ich, J.C. Aber wenn wir mal eine neue Energiekrise haben, darf ich Sie wieder per Hand zusammenflicken.“ Reyes übergab J.C. die Energiezellen mit einem Lächeln. Es stimmte, ohne diese Energiezellen, sähe es wirklich schlecht aus für die Agents der UNATCO, da die Implantate die ihre Kraft verstärkten, Sinne schärften und Wunden heilten nicht ohne diese Bioenergie aus den Energiezellen funktionierten.
J.C. verabschiedete sich von dem Arzt. Jame Reyes, ein äußerst fähiger Arzt und schon seit 15 Jahren hier bei der UNATCO. Als J.C. ihn vor 5 Jahren kennenlernte, dachte er zuerst, wie denn dieser Witzbold seinen Job ernst nehmen konnte, aber diese Ansicht verlor J.C. schnell. Jaime konnte wirklich ein witziger Typ sein, aber sobald es ernst wurde, konnte er sich zu 100 Prozent auf seine Arbeit konzentrieren. Soweit J.C. wusste, war Reyes weder verheiratet noch fest gebunden, aber er hatte wohl desöfteren Frauenbekanntschaften.
J.C.‘s nächster Weg führte ihn in die Waffenkammer zu seinem alten Ausbilder Sam Carter. In dem UNATCO – Ausbildungscamp, in dem J.C. vor, während und nach seiner Teenagerzeit viele Jahre verbrachte, war er für J.C. fast so etwas wie ein Ersatzvater geworden seit seine Eltern... J.C. wischte diesen Gedanken beiseite. Er wollte jetzt nicht daran denken. Es reichte, wenn ihn diese Sache wieder in seinen Träumen heimsuchte.
Er beschleunigte seine Schritte und kam zur Waffenkammer, in der sich gerade zwei Personen angeregt unterhielten.

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  #39  
Alt 04.03.2007, 02:49
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Das nächste Stück is wieder fertig, ich hoffe wie immer auf gefallen

Deus Ex - Hauptquartier Teil 2

„...hätten Sie dabei sein sollen, Major Carter! Ich bin wirklich verdammt stolz, ein Teil der UNATCO zu sein.“
„Wie meinen Sie dass jetzt, Agent Sparks?“ wollte Major Carter von Special Agent Tony Sparks wissen.
„Na, wenn man so einen großen und tapferen Kampf für sein Land führt und die Feinde unseres Volkes zur Hölle schickt.“ Er redete, als hätte er gerade den Bürgerkrieg gewonnen.
„Wahrscheinlich haben Sie den Wahlspruch: ‚Erst schießen, die Fragen kann ich auch nachher stellen.‘ Oder?“ Carter klang alles andere als amüsiert.
Sparks machte ein gleichgültiges Gesicht ehe er ein schiefes Grinsen aufsetzte. „Manchmal ist diese Einstellung gar nicht so verkehrt.“ Sparks wandte sich ab und wollte gehen, drehte sich aber nochmals zu Major Carter um. „Übrigens, ich bin Special Agent.“ Seine Stimme klang nicht wenig überheblich.
„Schon klar, AGENT Sparks.“
Sparks ging mit einem missmutigen Blick zur Tür, nickte Denton kurz zu und machte sich auf zu seinem Büro, mit drei Schachteln Maschinengewehrmunition in den Händen.
J.C. grüßte sowohl Sparks als auch Carter.
„Sie haben Sparks ganz schön angefahren Major Carter.“ Bemerkte J.C.
„Tja, manchmal muss man Prioritäten setzen.“ Carter zwinkerte J.C. zu.
„Achten Sie nur darauf, dass er sich nicht wegen mangelnden Respekts bei Manderley über Sie beschwert.“ J.C. grinste.
„Dieser Sparks kann mich mal. Wenn er glaubt, er ist ein Volksheld, nur weil er ein kleines Lagerhaus voller argloser NSF-Trooper in einen Friedhof verwandelt hat, dann ist das sein Problem. Aber verdammt, J.C., wann fangen Sie endlich an, mich zu respektieren, und nennen mich endlich Sam?“
„Geben Sie mir noch etwas Zeit um mich daran zu gewöhnen.“
„Ich hab Ihnen schon vor einer halben Ewigkeit das Du angeboten, da können Sie mich doch wenigstens mit Sam anreden.“
„In Ordnung Maj-... ich meine Sam.“
„Na also, es geht doch J.C.“ Carters Tonfall wurde jetzt von millitärisch freundlich zu normal freundlich. „Wir kennen uns jetzt schon seit über 15 Jahren, in denen wir viel miteinander durchgemacht haben.“
„Oh, das ist wohl war.“ J.C. dachte mit einem Lächeln an seine erste Prüfung in dem UANTCO-Ausbildungscamp. Er hatte durch einen Hindernisparcour laufen müssen, war in einen Schlammgraben gefallen und hatte dann total verdreckt vor Carter salutiert, dabei hatten Carter zwei große Schlammspritzer ins Gesicht getroffen. Carter dachte offenbar an das gleiche, denn auch er lächelte.
„Ich bräuchte wieder einmal eine Standard – Schublade Sam.“ Eine Standard – Schublade wurde die Grundausrüstung eines UNATCO – Agents genannt.Diese beinhaltete eine FT – Pistole, ein Kampfmesser, eine LAM, sowie zwei Multitools und vier Dittriche, darüber hinaus einen Elektroschocker.
„Wie haben Sie es nur wieder geschafft, das alles zu verlieren J.C.?“
„Das ist eine lange Geschichte Sam, bei Gelegenheit erzähl ich sie Ihnen.“
„Das will ich doch hoffen!“ Carter ging zu einem nahegelegen Waffenschrank und schloss ihn auf, er zog eine der Schubladen heraus und stellte Sie vor J.C. auf die Ausgabefläche. „Ach ja, da fällt mir ein, wir haben da gerade etwas hereinbekommen.“ Carter drehte sich noch einmal um und legte eine Miniarmbrust neben die Standard – Ausrüstung. „Das neueste Modell. Nicht nur eine Nummer keliner als der Vorgänger, sondern auch mit einem größeren Pfeile – Sortiment. Die altbekannten Betäubungspfeile, dann die Sofort – tödlichen Giftpfeile, neu sind die Leuchtpfeile, und dann noch die brandneuen Selbstlader – Pfeile.“
„Selbstlader – Pfeile?“
„Ja, Sie schrauben einfach den Pfeil auf und befüllen Ihn mit etwas nach Ihrem Belieben. Zum Beispiel eine Nitro – Exum – Lösung, damit haben Sie eine kleine fliegende Bombe, oder eine Phosphor – Mischung, dann setzt der Pfeil beim Aufschlag einen grellen Lichtblitz frei, der die Gegner extrem blendet. Oder Sie befüllen den Pfeil mit Whiskey und sehen zu, wie Ihr Feind im Vollsuff zu Boden geht.“ Carter grinste.
„Haben Sie diese neue Armbrust auch Sparks angeboten?“
Carter machte ein ershrockenes Gesicht. „Oh, dass hab ich wohl glatt vergessen!“

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  #40  
Alt 18.03.2007, 03:14
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Der nächste Teil ist wieder fertig. Des Kapitel entwickelt wieder so eine Eigendynamik, ich kann nicht garantieren, dass es nicht zu lang wird Hoffe es gefällt trotzdem

Deus Ex - Hauptquartier Teil 3

Nachdem J.C. alles in der Waffenkammer erledigt hatte, machte er sich auf den Weg in sein Büro einen Stock höher. Zuerst wollte er noch Alex Jacobson einen Besuch abstatten, doch dann dachte er daran, dass er auch von seinem Büro aus über das Infolink mit ihm sprechen konnte während er seinen Bericht schrieb.
Er ging zur Treppe und kam an einem UNATCO – Trooper vorbei, der im Flur vor dem Aufgang eine angeregte Unterhaltung mit einer der Sekretärinnen führte.
„...wirklich, es war extrem gefährlich!“ er gestikulierte leicht unbeholfen mit den Armen, um seinen Worten nachdruck zu verleihen. Die Sekretärin betrachtete ihn fast schmachtend und hing sprichwörtlich an seinen Lippen. "Wenn einer von uns auch nur den kleinsten Fehler gemacht hätte, würde ich jetzt nicht hier stehen. Diese Mega – LAM’s haben eine enorme Sprengkraft und beim sichern der U – Bahn – Station befanden wir uns in akuter Lebensgefahr!“
‚Beim sichern der Station befand ICH mich in akuter Lebensgefahr, während DU wahrscheinlich dein Maschinengewehr in der einen, und eine Kippe in der anderen Hand gehalten hast!‘ J.C. war fast in Versuchung, den jungen Soldaten voll auflaufen zu lassen und ihn vor seiner Zuhörerin bloßzustellen. Sich auf diese Art groß zu machen mit den Verdiensten anderer... Aber er ließ es dann doch, sollte der junge Trooper ein bisschen angeben, er hatte ja auch seinen Dienst dort geleistet, nur eben bei weitem nicht mit einem solch hohen Risiko wie J.C. selbst. Sein Bruder Paul hätte diesen Grünschnabel nicht nur bloßgestellt, er hätte ihn regelrecht fertig gemacht. Paul hatte absolut nichts gegen die UNATCO – Trooper, und seien sie noch so jung, aber er hatte etwas dagegen, wenn Menschen extrem unter Realitätsverlust litten wie dieser Kerl, oder logen dass sich die Balken biegen. Außerdem hätte Paul ihn mit einem verschlagenen Grinsen darauf hingewiesen, dass Beziehungen zwischen Kollegen bei der UNATCO nicht gern gesehen wurden.
J.C.‘s Wut über den Soldaten war so schnell veraucht wie sie gekommen war, er warf noch einen kurzen Blick zu den Beiden und ging dann die Treppe hoch. Der Soldat mochte um die 25 sein, vermutlich erst 4 Wochen hier. Die Sekretärin wirkte in etwa genauso alt, vielleicht 2 bis 3 Jahre jünger. Sie war blond und hatte ihre langen Haare hochgesteckt, die blau gerandete Brille wirkte irgendwie deplatziert. Aber darüber musste sich der junge Soldat keine sorgen machen, dachte J.C., Heute Abend bei ihr oder bei ihm wird sie die hässliche Brille früh genug ablegen, genauso wie ihre Sekretärinnen – Uniform, und ihren Kriegshelden nach allen Regeln der Kunst sinnlich verwöhnen. J.C. gönnte es dem Trooper, würde er in seinem Leben doch noch bestimmt genug ******* sehen und ertragen müssen. Ja, J.C. gönnte es ihm wirklich, doch zeitgleich überkam ihn eine ungeheure Sehnsucht. Sehnsucht nach einer Person, die er schon lange nicht mehr gesehen hatte...
Denton war an seinem Büro angekommen und drückte den rechten Daumen in das kleine Feld neben der Türklinke. Ein leises Summen ertönte und die Tür schwang auf. Die Türklinke war nur vorhanden, falls der Strom ausfallen würde und eine manuelle Türöffnung nötig wäre.
J.C. betrat das Büro das er seit nunmehr 5 Jahren bewohnte und augenblicklich flammte Licht auf. J.C. setzte sich an seinen Schreibtisch, sein Computer fuhr hoch und öffnete die zuletzt verwendeten Dateien. J.C. tippte ein paar kurze Befehle in die holographiesche Tastatur. Er hätte auch die Spracheingabe benutzen können, aber er wollte sich ja mit Alex unterhalten.
Sein Infolink stellte die Verbindung zu Alex Jacobson’s Büro in wenigen Sekunden her, ein hellwacher und gut aufgelegter Alex meldete sich.
„Hey J.C., darf ich dir zu deiner Heldentat gratulieren? Hätte ja schon vorhin bescheid gesagt, aber wie du bestimmt gemerkt hast, hat dein Infolink was abbekommen. Die Übertragung über weite Strecken ist im Eimer.“
„Wenn ich ehrlich bin, hab ich noch nichts gemerkt. Ich dachte nur ich hab nichts von dir gehört, weil du dich ne Runde auf’s Ohr gelegt hast. Du bist immerhin schon seit etwa 40 Stunden im Dienst.“
„45 sind’s mittlerweile, aber keine Bange, ich bleib dir noch länger erhalten. Dieses neue Mittel dass mir Reyes gegeben hat, einfach spitze! Hundertmal besser als Kaffee – Essenz!“
„Du solltest lieber nicht so viel von solchen Medikamenten schlucken nur um besser drauf zu sein.“ J.C. musste ein kichern unterdrücken.
„Hey, du hast deine Implantate um besser drauf zu sein und ich eben meine Pillen.“
„Junkie!“ sagte J.C. gespielt giftig.
„Roboter!“, konterte Alex.
Jetzt musste J.C. breit grinsen, der gute alte Alex!
„OK, aber Spaß beiseite, schluck nicht mehr von dem Zeug als nötig.“
„Keine Sorge J.C., du weißt doch: Bevor ich von irgendwas abhängig werde was nichts mit Computern zu tun hat, quittier ich lieber den Dienst. Ich wird noch etwa 5 Stunden schufften, damit dein Infolink wieder rund läuft, dann geh ich nach hause, dann kannst du dich mit Cindy rumärgern.“
„Werd ich gerne tun, aber erst mal muss ich meinen Bericht fertig bekommen.“
„Ach ja, da fällt mir ein, Manderley will dich auch noch persönlich sprechen.“
„Und weshalb?“
„Keine Ahnung. Als ich ihm vorhin gesagt hab, dass ich dein Infolink richten muss, meinte er nur, du sollst dich dann bei ihm sehen lassen.“
„Gut, dan meld ich mich gleich bei ihm, machs gut Alex, ich komm später noch mal wegen dem Infolink vorbei.“
„Nicht nötig, das krieg ich auch hin solange du nur hier im Gebäude bist, aber komm ruhig mal so vorbei, würd mich freuen!“
„Alles klar, werd ich machen. Bis später!“ J.C. beendete die Verbindung und schickte seinen Bericht, den er eben beendet hatte, per interner Mail an Manderley und machte sich selbst auf den Weg.

Geändert von Mike Denton (17.04.2007 um 02:14 Uhr).
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  #41  
Alt 24.03.2007, 04:11
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Wieder ein Stück, und wieder nicht das Letzte. Muss mal sehen, dass ich des Kapitel zu nem guten Ende bringe, ehe es zu lang wird!

Deus Ex - Hauptquartier Teil 4

Bei Manderleys Büro angekommen, besser gesagt im Vorzimmer bei Manderleys Sekretärin, bemerkte J.C., dass er noch Besuch hatte. J.C. grüßte die Sekretärin, Denise Gardner, eine hübsche Frau Anfang 30.
„Wie geht’s Ihnen denn so, Miss Gardner?“
„Gut wie immer J.C., aber Ihnen geht’s angeblich nicht so gut.“ Sie musterte seine Kleidung.
„Hätte mich wohl umziehen sollen, nicht wahr? Ist nicht gerade die beste Aufmachung, wenn man zu seinem Chef gerufen wird.“
„Wenn er an Ihrer Kleidung anstoß nehmen sollte, weiß er Ihre Taten heute nicht zu würdigen.“ J.C. hörte wertschätzung in ihrer Stimme, gepaart mit einem anderen Unterton.
„Ich hoffe, dass das Mr. Manderley genau so sieht.“
„Machen Sie sich keine Sorgen J.C., er wird dass bestimmt ähnlich sehen.“
„Da fällt mir ein, haben Sie eigentlich die Einladung von meinem Bruder angenommen?“
„Denise machte ein abschätziges Gesicht. „Nein. Nichts gegen Ihren Bruder, J.C., aber es gibt andere Männer, mit denen ich mich lieber treffen würde.“ Sie sah ihn fast fordernd an.
J.C. wartete darauf, dass sie sagte: „Mit einem Mann wie Ihnen zum Beispiel.“ Jedoch kam kein weiteres Wort über Ihre Lippen, sie erwartete, dass J.C. den nächsten Schritt tat, doch das würde er nicht. Denise sah wirklich nicht schlecht aus, auch hatte sie eine nette Art an sich, aber dennoch würde er sie nicht einladen, einfach aus dem Grund, da sein Bruder etwas von ihr wollte. Sie hatte ihm zwar keine Hoffnungen gemacht, aber solange diese Sache nicht glasklar für Paul war, würde J.C. den Teufel tun und mit ihr ausgehen. So ein Typ war J.C. einfach nicht. Außerdem war er sich nicht wirklich sicher, ob er und Denise überhaupt zusammen passten. Sie war freundlich, aber angeblich konnte sie in einer Beziehung auch sehr herschsüchtig sein, dass hatte ihm zumindest sein Freund Will gesagt.
‚J.C., falls du mit dieser Frau was anfängst, lass es nicht weiter kommen, als bis zur Bettkante, also wenn du wieder aus dem Bett aufstehst. Sobald es fester wird, hast du nichts mehr zu lachen!‘ So hatte es ihm Will gesagt, nachdem er 3 Monate mit ihr zusammen gewesen war.
Ehe J.C. noch ein Wort mit Denise wechseln konnte, wurde die Tür von Manderley’s Büro geöffnet und ein Mann etwa mitte Dreißig trat heraus. Er trug einen schwarzen Mantel mit eigentümlichen Mustern, fast wie Trible. Er hatte sein mittelbraunes Haar nach hinten gegeelt und sein Blick ließ einen fast zu Eis gefrieren. Er hatte die gleiche Größe wie J.C. und sah ihm mit einem festen Blick in die Augen.
„Sie müssen Agent J.C. Denton sein.“ Die Stimme war so kalt und hart wie sein Blick.
J.C. hielt Beidem Stand und sprach mit ebenfalls fester Stimme: „Jawohl Sir, Agent J.C. Denton.“
„Wie ich hörte, haben Sie heute einige Heldentaten vollbracht, meinen Glückwunsch.“ in der Stimme waren keinerlei Emotionen zu hören.
„Ich habe nur meine Arbeit getan Sir.“
„Natürlich haben Sie das, nur weiter so, Agent.“ Er wandte sich zum gehen.
„Verzeihung Sir, ich habe Ihren Namen gar nicht verstanden.“
„Guten Tag Agent Denton.“ Der Mann drehte sich um und ging.
‚Arroganter Schnösel‘ dachte sich J.C. Sein Bruder Paul hätte es wohl etwas drastischer formuliert, etwa ‚Eingebildeter *****er!‘
J.C. verschwendete keinen Gedanken mehr an diesen seltsamen Kerl und klopfte an die Glasscheibe der Tür zum Büro seines Chefs. Ein freundliches „Herein!“ ertönte und er trat in das Büro.
Joseph Manderley saß an seinem Schreibtisch und sah einige Unterlagen durch, es lagen auch mehrere PDA’s an seinem Arbeitsplatz.
„J.C., was für eine Freude sie zu sehen!“ er hatte seinen dienstlichen Tonfall mit Anerkennung angereichert. „Darf ich Ihnen gratulieren zu Ihrem grandiosen Einsatz?“
„Ich würde ihn nicht gerade grandios nennen, Mr. Manderley.“ J.C. blieb wie immer bescheiden.
„Nun machen Sie aber mal halblang J.C. Man kann einen Einsatz nicht besser durchführen als Sie es getan haben.“
„Abgesehen von einigen Kleinigkeiten.“ Meinte J.C. und deutete auf seine Jacke.
„Selbstkritisch und kein bisschen überheblich, so mag ich meine Agenten.“
‚Dann sind Ihnen Anna Navarre und Gunther Hermann wohl nicht sonderlich sympatisch‘ dachte sich J.C. und musste innerlich grinsen.
„Verzeihung Mr. Mandrerley, aber können Sie mir sagen, wer da gerade bei Ihnen war?“
„Oh, dass war nur ein Mann von der FEMA, er ist für die UNATCO zuständig. Sein Name ist Walton Simons, etwas wortkarg, aber ansonsten ganz OK. Er führt das Verhör von den beiden NSF – Troopern, die bei der Sache in der U – Bahn festgenommen wurden.“
J.C. sah seinen Chef verwundert an. „Die FEMA schickt extra jemanden, um Gefangene zu verhören? Vertrauen die uns nicht mehr?“
„Nein nein J.C., es ist nur so, dass Simons sowieso hierher abkommnadiert wurde, um uns zu unterstützen. Sie werden ihm vermutlich noch öfter über den Weg laufen.“
‚Gott bewahre!‘ dachte J.C.
„Ich hatte eigentlich vor, mich selbst zum Verhör zu melden, Mr. Manderley.“
„Aber J.C.!“ sagte Manderley und machte eine wegwerfende Handbewegung, „Sie haben in dieser Angelegenheit schon mehr als genug getan. Sie haben sich einen Tag Urlaub verdient, den ich Ihnen hiermit für morgen gebe.“
„Vielen Dank, aber ich ziehe es vor, während dieser Zeiten im Einsatz zu bleiben. Ich würde nur gerne nach Hause gehen und mich etwas ausruhen, morgen komme ich wieder pünktlich zum Dienst.“ Seine Stimme war dienstlich Neutral, aber mit einem bestimmten Nachdruck.
Manderley seufzte. „Sie sind genauso stur wie Ihr Bruder, Agent Denton. Aber wenn die UNATCO noch mehr Agenten wie Sie und Paul hätte, müsste man sich keine Sorgen machen.“ Und nach einer kurzen Pause: „Dann gehen Sie nach Hause und schlafen sich aus, aber denken Sie bloß nicht daran, morgen vor 12 Uhr zu erscheinen, ich will, dass Sie gut ausgeruht zum Dienst antreten.“
„In Ordnung Mr. Manderley, vielen Dank!“
J.C. verabschiedete sich und ging. Da Manderley seinen Bericht nicht angesprochen hatte, dürfte damit alles in Ordnung sein. Jetzt, würde er noch kurz bei Alex Jacobson vorbei schauen, ehe er sich auf den Heimweg machte.

Geändert von Mike Denton (08.06.2007 um 22:58 Uhr).
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  #42  
Alt 31.03.2007, 04:16
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So, das nächste Stück vom Kuchen aber wider nicht das Letzte! Hoffe auf gefallen Leute, wie eh und je

Deus Ex - Hauptquartier Teil 5

„Hi Alex!“
„Hi J.C.! Schön dich zu sehn!“
„Und, was machen die Computer?“
„Nicht viel, bin eigentlich ziemlich unterfordert, trotz der 45 Stunden Dienst. Dein Infolink ist wieder OK, und übrigens, ich hab noch ne Verbesserung für dich.“ Alex machte eine verheißungsvolle Pause. „Ein ganz spezielles Bonbon.“
„Und...“ J.C. zog das Wort in die Länge, ehe er fragte: „Was genau ist es?“
„Also: Bisher konntest du ja lediglich mit anderen Bionics auf kurze Distanz und mit dem UNTACO – Hauptquartier auf längere Distanz kommunizieren.“
„Soweit das, was ich schon weiß, komm zum Punkt.“ J.C. spielte wieder mal den Ungeduldigen.
Alex zog die oberste Schublade seines metallenen Schreibtisches heraus und griff hinein. Als er seine Hand wieder hervorzog, hielt er ein etwa 1 – Cent großes Metallplättchen zwischen Daumen und Zeigefinger.
„Damit ist die Reichweite zu anderen Bionics wesentlich höher und du kannst mit mehreren Standorten Verbindung aufnehmen, Polizeireviere, Regierungsgebäude und so weiter, vorrausgesetzt, sie haben den passenden Empfänger, aber keine Sorge, innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen sind diese Empfänger überall serienmäßig wo sie gebraucht werden.“
Das waren doch wirklich gute Neuigkeiten. Damit würde der Datenaustausch wesentlich fließender ohne lange Wartezeiten vonstatten gehen.
„Aber das ist noch nicht alles J.C.“ meinte Alex bedeutungsvoll.
„Was? Noch mehr?“ fragte J.C. ungläubig.
„Allerdings.“ Alex legte wieder eine seiner Spannungspausen ein. „Mit diesem kleinen Schätzchen hier ist auch eine Kummunikation mit älteren Mech – Modellen möglich, so wie Herman und Navarre.“
J.C. dachte zuerst, er hätte sich verhört. Auf seine Nachfrage bejahte Alex es ihm aber nochmals. Nun war er allerdings tief beeindruckt. Bislang galt es als äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die Infolinks der neuen Bionictechnologie mit denen der alten Mech – Technologie zu syncronisieren. Da man bei den Nachfolgern der Mech’s, den Bionic’s, eine neue Datenübertragung verwendet hatte. Da man damals der Meinung war, dass die Mech’s nicht mehr lange im Dienst stehen würden, sah man keine Probleme. In Anbetracht dieser damaligen Tatsache waren die Mech’s Auslaufmodelle (J.C. war mehr als einmal in der Versuchung, Herman und Navarre diesen Ausdruck an den Kopf zu werfen). Doch die Mechs wurden permanent auf – und umgerüstet, was ihren Leistungsstand auf einem Level mit den Bionics hielt.
So hatte man jetzt das Problem mit den verschiedenen Datenübertragungsraten, womit Bionic‘s und Mech‘s nicht miteinander Kontakt per Infolink aufnehmen konnten. Der Nachteil hatte sich erst heute gezeigt, als J.C. auf das Funkgerät angewiesen war um mit Anna Navarre in Kontakt zu treten.
„Wie hast du das denn hinbekommen Alex?“ wollte J.C. wissen.
„Tja, war gar nicht so schwer. Wie sagt man doch: Da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht!“ Alex wandte sich an seinen Computer und tippte auf ein paar der Hologrammtasten, auf dem Bildschirm erschienen einige Diagramme, die J.C. nicht alle verstand.
„Weißt du, bisher wurde immer versucht, die eine Methode der Datenübertragung durch die andere zu ersetzen. Also, man hat versucht, einem Bionic die Mech – Übertragungsraten und - verschlüsselungen zu implantieren, und umgekehrt, hat nie funktioniert. Doch dieses kleine Ding hier macht das nicht. Einfach ausgedrückt: Es konvertiert alles was von einem Bionic gesendet wird in ein völlig neues Format und schickt es zum Empfänger, dort konvertiert das Schmuckstück alles wieder zurück, nur eben ins Mech – Format, und das ganze natürlich auch umgekehrt.“
„Und da entsteht keine enorme Zeitverzögerung?“
„Reaktionszeit etwa 1 Millisekunde.“
„Alex, du hast dich selbst übertroffen!“ sagte J.C. voller Anerkennung. „Nur wäre es sehr praktisch gewesen, wenn ich das schon heute in der U – Bahn gehabt hätte, dann würd ich jetzt nicht wie ein Grillhähnchen ausehen.“
Alex verdrehte die Augen. „Immer haben die Agents was zu meckern. Lass mich lieber mal das Ding gleich in deinen Roboter – Dickschädel einbauen.“
„Muss das nicht Reyes machen?“
„Dein Infolink – Modul liegt keine zwei Millimeter unter der Haut, ich muss nur einen winzigen Schnitt machen, deine Regeneration heilt den in 5 Sekunden.“
„OK, aber falls ich dran krepiere hau ich dir eine rein.“
„OK, abgemacht.“ Sagte Alex mit einem Lachen. Er holte ein Skalpell aus seinem Schreibtisch, desinfizierte es kurz in dem speziellen Gerät dass er auf seinem Schreibtisch stehen hatte und begann mit der „kleinen“ Operation.
„Hey, J.C., schalt die Selbstheilung sofort aus, sonst krieg ich deine Haut nicht kleingeschnitten, verdammt!“
J.C. lächelte. „Nur ein kleiner Spass Alex, nicht gleich aufregen.“
„Sei froh, dass du ein Bionic bist, bei den Mech’s müssen sie den halben Schädel auseinander bauen, weil das verdammte Infolink hinter der Schädelwand liegt. Reyes hat heute morgen schon Herman aufgerüstet, jetzt ist wahrscheinlich Navarre dran.“
„Reyes soll bloß nicht vergessen, das Gehirn wieder reinzusetzen, sonst wird Anna noch dümmer, falls das überhaupt möglich ist.“
Alex fing ungehemmt an zu lachen, J.C. stimmte mit ein. Die Wunde hatte sich bereits vollkommen geschlossen, als J.C. eine nur zu gut bekannte Stimme in seinem Kopf hörte.
„Falls Sie das gerade wirklich lustig fanden, würde ich Ihnen einen Psychiater empfehlen Agent Denton!“ Anna Navarre’s Stimme klang giftig, was durchaus verständlich war.
J.C. sah Alex entgeistert an. Dieser hatte offenbar seine Gedanken gelesen.
„Verzeihung Agent Navarre, ich habe gerade...“ begann J.C., doch Navarre fiel ihm ins Wort.
„Sparen Sie sich das und kommen Sie in mein Büro! Sofort!“
„Oh, sorry J.C.!“ sagte Alex schuldbewusst. „Das hatte ich ganz vergessen. Das Implantat aktiviert sich von selbst, wenn es zum ersten Mal eingesetzt wird und baut selbstständig eine Verbindung auf zum nächstgelegenen Implantat. Wirklich, das war keine Absicht.“ Alex klang wirklich geknickt.
J.C. sah einen Moment lang ziemlich belämmert drein, doch dann klärte sein Blick auf.
„Naja, wenigstens wissen wir jetzt, dass es funktioniert. Außerdem braucht sich Special Agent Navarre nicht künstlich aufzuregen, schließlich hat sie mich heute fast gekillt.“
Daruafhin lächelte Alex wieder.
J.C. verabschiedete sich und setzte seine Tour durch die UNATCO fort. Jetzt also noch ein Besuch bei Anna Navarre und sich einen Tadel abholen, bevor er Feierabend machen konnte...

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Alt 04.04.2007, 17:19
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So, lange hats gedauert, aber nun hab ichs doch endlich geschafft.
Viel Spaß beim Lesen

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Shackleton Eisplatte Teil 6

Es dauerte nur wenige Minuten, als der große Transporthubschrauber über dem Helipad der Außenbasis schwebte und langsam zur Landung ansetzte.
„Colonel Shark.“ Rief ihm einer der Besatzungsmitglieder bereits von der geöffneten Türe aus zu, bevor der Hubschrauber überhaupt aufgesetzt hatte. „Colonel Shark. Wir müssen sofort in das nächste Krankenhaus fliegen. An Board können wir nicht viel für Jason Howard tun. Er schwebt in Lebensgefahr! Sie müssen mit einem anderen Hubschrauber die Verfolgung aufnehmen.“
Shark starrte ihn an, als wolle er ihm den Kopf abbeißen, holte Luft, um dem Mann deutlich zu machen, wer in diesem Trupp das Kommando hatte, hielt einen Moment inne und stieß die Luft seufzend wieder aus, ohne seinen Unmut kund zu tun.
„Sie haben Recht, Leutnant. Das Leben der Männer sollte immer an erster Stelle stehen. Bringen sie Howard ins Krankenhaus, der Bionic wird uns trotzdem nicht entkommen!“ lenkte er ein, während sich seine aufkeimende Wut wieder milderte. Über Funk forderte er einen anderen Hubschrauber an und hatte mehr Glück, als er erhofft hatte. Ein Tiger der neuesten Generation befand sich zufällig unweit auf einem Aufklärungsflug und wurde sofort zur Shackleton-Eisplatte abkommandiert.
Der große Transporthubschrauber war noch keine fünf Minuten in den dichten Schneewolken verschwunden, als der deutlich leisere und wendigerere Tiger auf dem Helipad landete. Der Sergeant, der neben Shark unterhalb der Landeplattform stand, stieß einen anerkennenden Pfiff aus. „Warum kleckern, wenn man klotzen kann.“
Ohne auf das Kommentar des Sergeanten zu achten, übertrug der Colonel das Kommando über seinen Trupp an den Hubschrauberkommandanten Chief Master Sergeant Myers und tauschte mit ihm kurzerhand den Platz. Da der Tiger ein Zweisitzer war, konnte er keinen seiner Männer mitnehmen.
„Holen sie diesen Mutanten vom Himmel, Sir!“ rief ihm Myers hinterher und noch bevor dieser den Helipad verlassen hatte, war der Tiger bereits wieder in der Luft.
„Das werden wir mit Sicherheit nicht!“ schrie er gegen das Motorengeräusch des Helikopters an, während er sich an den Piloten wandte. „Die Waffen werden auf keinen Fall eingesetzt, Sergeant, haben sie verstanden? Meine Tochter ist mit an Board, ihr darf nichts geschehen!“
„Jawohl, Sir. Nur verfolgen.“
„So ist es und nun geben sie Gas!“
„Welcher Kurs, Sir?“
Shark schaltete den GPS-Empfänger der Panzeruniform ein und starrte etwas enttäuscht darauf. „Wie ich beinahe befürchtet hatte, sie hat den Sender zerstört.“ erklärte er erstaunlich ruhig und deutete dem Piloten die ungefähre Richtung an, in der Ava mit ihrem Helikopter verschwunden war. Ohne zu zögern nahm der Pilot die Verfolgung auf.
Dann schälte sich Shark aus seinem Panzer und stopfte ihn achtlos hinter seinen Sitz. Er holte ein kleines handliches Gerät in der Größe einer Zigarettenschachtel aus seiner Uniformhosentasche und schaltete es ein. Sofort leuchtete der kleine Monitor, der beinahe die gesamte Fläche des Gerätes einnahm, auf.
„Ein weiteres GPS-Gerät, Sir?“ wollte der Pilot wissen.
„Damit liegen sie garnicht mal so falsch. Allerdings ist das hier High-Tech. Absolut Störungsfrei und mit herkömmlichen Geräten nicht zu orten.“
„Und den Sender hat der Bionic?“ wollte nun der Pilot ungläubig wissen.
„Nein, meine Tochter. Ein Geschenk zu ihrem sechzehnten Geburtstag. Eingebettet in einen geschmackvollen Anhänger an ihrer Halskette.“
„Aber wenn sie nicht verfolgt werden will, wird sie den Sender doch sicher über Board werfen.“
„Dazu müsste sie erst einmal wissen, dass sie einen mit sich herum trägt.“
Der Pilot warf Shark einen abschätzenden Blick zu. „Sie lassen ihre Tochter nicht gerne aus den Augen, oder?“
„Sind sie Vater, Sergeant?“
„Nein, Sir.“
Ohne ein weiteres Kommentar über die, seiner Meinung nach übertriebenen Aufsichtspflicht des Colonels abzugeben, ließ sich der Pilot durch die einsetzende Dämmerung lotsen. Avas Hubschrauber war in erster Linie für Personentransporte konzipiert, nicht um eventuelle Verfolger abzuhängen. Der Tiger als reiner Kampfhubschrauber hingegen war auf Geschwindigkeit und Wendigkeit getrimmt und abgesehen von seiner äußerst umfangreichen und effektiven Bewaffnung, einer der modernsten Helikopter seiner Art.
Es konnte sich nur noch um Minuten handeln, bis sie den Bionic eingeholt haben würden!
Sharks Signal wurde immer lauter und es dauerte tatsächlich nicht mehr lange, als sie in einiger Entfernung Avas Hubschrauber vor sich her fliegen sahen. Das Meer hatten sie längst hinter sich gebracht und es sah so aus, als wollten die Verfolgten zur Landung ansetzen.
„Was haben die vor?“ murmelte Shark gedankenverloren vor sich hin, ohne den Helikopter aus den Augen zu lassen.
Der Pilot, der den Colonel wegen des Motorengeräusches nicht gehört hatte, meinte: „Sieht so aus, als wollten sie landen, Sir. Was mag das zu bedeuten haben? Hier gibt es doch nichts außer ein paar Häusern und Felder.“
„Hmhm.“ machte Shark zustimmend, ohne sich aus seinen Gedanken reißen zu lassen. „Nicht ganz. Sehen sie diesen kleinen Privatflugplatz dort? Ich bin sicher, genau dort wollen sie hin.“ erklärte er und deutete nach vorne.
Der 'Privatflugplatz' entpuppte sich als nichts anderes, als eine brachliegende Wiese mit einer Windhose an einem Flaggenmast und einer angrenzenden Tankstelle.
„Entweder, sie haben vergessen zu tanken, bevor sie zur Shackleton-Eisplatte aufgebrochen sind, oder einer meiner Männer hat ganze Arbeit geleistet und deren Tank getroffen!“
Bereits wenig später setzte Avas Hubschrauber auf dem freien Feld neben der kleinen Tankstelle auf.
„Soll ich ebenfalls landen, Sir?“ erkundigte sich der Pilot.
„Nein, wir warten noch.“
Der Pilot 'parkte' seinen Helikopter rund zehn Meter über dem Boden, in Sichtweite der Tankstelle und wartete auf weitere Anweisungen, die jedoch auf sich warten ließen.
Etwas Unvorhergesehenes geschah: Ein Senkrechtstarter erschien auf der Bildfläche und landete unweit Avas Helikopters auf dem unbebauten Feld neben der Tankstelle. Der Pilot stieg aus und näherte sich dem Hubschrauber. Etwa zeitgleich stiegen sowohl Alex, als auch Larry aus der Maschine und blickten dem neu eingetroffenen Piloten entgegen.
„Die werden doch nicht etwa...“ Sharks Augen wurden groß. „Schießen sie!“
„Ähm, worauf, Sir?“ verwirrt starrte der Pilot zuerst Shark an, dann beobachtete auch er, wie sich die drei Personen dem Senkrechtstarter näherten.“
„Das Flugzeug! Schießen sie auf das Flugzeug, schnell. Sie dürfen auf keinen Fall einsteigen!“ schrie der Colonel diesmal deutlich aufgebracht.
Doch bis der Pilot seinen Helikopter in Position gebracht hatte, schließlich wollte er ja nicht die gesamte Tankstelle in die Luft jagen, waren die drei Personen bereits in den Senkrechtstarter eingestiegen!
„Sie Idiot!“ brüllte ihn Shark aufgebracht an. „Jetzt werden sie uns entkommen. Mit dieser Maschine wird ihr Hühnerschreck wohl kaum schritthalten können!“
„Das ist richtig, Sir.“ bestätigte er kleinlaut. „Aber sie haben doch noch den Empfänger. Wir bleiben einfach dran.“
„Ach ja? Und wie weit glauben sie, beträgt die Reichweite des Senders?“ fuhr Shark den Mann an. „Wenn uns der Bionic entkommt, mache ich sie persönlich dafür verantwortlich! Haben sie mich verstanden?!“
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Und weiter gehts, der nächste Teil, und es ist auch der letzte des Kapitels. Hoffe auf Gefallen!

Deus Ex - Hauptquartier Teil 6

Navarre’s Büro lag auf der selben Etage wie die Waffenkammer und der Gefangenentrakt. Er war schon fast bei Navarre’s Büro, und hatte sich bereits auf eine starke Zurechtweisung eingestellt (Anschiss wäre wohl das passendere Wort). Er stand vor der Tür, atmete noch einmal tief durch und klopfte an. Ein Navarre – typisches „Herein“ ertönte und J.C. trat ein. Navarre saß hinter ihrem Schreibtisch und sah ein paar PDA – Dateien durch. Nach ein paar Sekunden sah sie zu J.C. auf und bedeutete ihm, sich zu setzen.
Seltsam, dachte sich J.C., bisher war er wohl zwei dutzend Mal in Navarre’s Büro, und sie hatte ihn noch nie gebeten, sich zu setzen. Er tat es und wartete, dass Navarre loslegte.
„Ich glaube, ich habe Ihnen noch nicht gesagt, was Sie für eine gute Leistung heute gebracht haben.“ Ein anerkenneder Tonfall, der für Navarre recht untypisch war. „Einige Agents sollten sich ein Beispiel an Ihnen nehmen.“
Er konnte seine Verwunderung kaum verbergen. War das wirklich Navarre?
„Danke Special Agent Navarre.“ J.C. wusste nicht, was er sonst hätte sagen sollen. „Und ich möchte mich für die Sache vorhin entschuldigen, soll nicht wieder vorkommen.“ Seine Stimme klang reumütig, obwohl er es nicht sehr bereute.
Navarre tat so, als hätte sie den letzten Satz nicht gehört. „Nichts zu danken Agent Denton.“ Sie sah Ihn mit einem Blick an, den J.C. nicht einordnen konnte. „Ich wollte mich noch bei Ihnen entschuldigen, ich hätte genauer auf die Uhrzeit achten sollen. Schlussendlich habe ich den Erfolg des Einatzes, den Sie gesichert haben, gefährdet. Ich hoffe, dass dieser Vorfall unsere zukünftige Zusammenarbeit nicht beeinträchtigt.“
J.C. glaubte, dass er träumte. Nein, dass konnte unmöglich Navarre sein.
„Ich denke nicht, dass unsere Zusammenarbeit in irgendeiner Form beeinträchtigt sein wird. Machen Sie sich keine Sorgen.“
In Ordnung, Agent Denton. Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend, erholen Sie sich gut.“
„Danke, Ihnen auch noch einen schönen Tag.“ J.C. stand auf und verließ das Büro. Er wusste zwar nicht, was das eben zu bedeuten hatte, aber eines wusste er mit Sicherheit: Die Person in dem Büro konnte unmöglich Anna Navarre sein. Diese Anna Navarre die er kannte, hätte ihn nicht gebeten sich zu setzen, hätte ihn nicht im Traum anerkennend als Vorbild für andere Agents bezeichnet und niemals hätte sie sich bei ihm entschuldigt.
J.C. dachte angestrengt nach, was es zu bedeuten hätte, als er eine Person aus dem Gang der zu dem Gefangenentrakt führte, kommen sah, es war Walton Simons.
„Guten Abend Mr. Simons. Kommen Sie bei den Verhören gut voran?“
„Guten Abend Agent Denton. Keine Probleme soweit.“
„Haben Sie schon in Erfahrung bringen können, wie die beiden NSF – Trooper die Explosionen in der Station überlebt haben?“
„Ich muss weiter Agent Denton, einen schönen Abend noch.“
Kalt und Gefühllos, was war das nur für ein Typ?
J.C. stieg die Treppen hoch und verließ das Gebäude. Er dachte immer noch über Navarre nach, als ihm plötzlich klar wurde, weshalb sie so war. Manderley hatte sie zur Ordnung gerufen, nachdem er seinen und Will’s Bericht gelesen hatte. J.C. hatte Navarre nicht schlecht gemacht, und dachte das Gleiche auch von seinem Freund Will Anderson, aber die Tatsachen hatten sie dargelegt, woraufhin sich Manderley Navarre’s Verhalten selbst zusammenreimen konnte.
J.C. sollte es recht sein, auch wenn Navarre sich selbst wahrscheinlich keines Fehlers bewusst war. Er hoffte nur, dass Navarre’s Verhalten noch eine Weile so bleiben würde, aber er rechnetenicht wirklich damit.
J.C. ging zu dem UNATCO – Boot und ließ sich zurück zu seiner Wohnung fahren.
Als er in seiner Wohnung angekommen war und auf die Uhr sah, wurde ihm bewusst, dass er schon wieder fast 24 Stunden durchgearbeitet hatte. Im Vergleich zu Alex war das natürlich gerade die Hälfte, aber dafür hatte er heute auch mehrmals fast sein Leben verloren.
Jetzt wollte er nur noch eines: SCHLAFEN!

Ende des Kapitels "Hauptquartier"
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  #45  
Alt 17.04.2007, 16:14
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Ist etwas kurz geraten, aber ich dachte, pack ich das schonmal rein, damit ihr nicht so lange auf eine Fortsetzung warten müßt

DEUS EX - INVISIBLE WAR
Auf der Flucht Teil 1

„Wir werden verfolgt!“ wandte sich Ava an ihre beiden Passagiere. „Ich weiß nicht, wie sie uns gefunden haben, aber sie kommen immer näher!“
„Wie viel Treibstoff haben wir noch?“ wollte Alex wissen.
„So gut wie gar keinen mehr. Für eine saubere Landung reicht es noch, aber eine Flucht ist völlig ausgeschlossen. Uns sollte also möglichst schnell ein Plan B einfallen!“
„Solange ich hier im Hubschrauber sitze, wird mein Vater es nicht wagen, uns anzugreifen.“
„Das mag sein, Larry. Allerdings wird die Reparatur des Tanks sicher eine Weile dauern, vorausgesetzt, man kann uns überhaupt helfen. Das gibt deinem Vater auf jeden Fall genügend Zeit, um ebenfalls zu landen, auszusteigen und dich persönlich abzuholen.“ gab Ava zu bedenken.
„Der soll ruhig kommen!“ knurrte Alex und griff nach seiner Mag Rail.
Larry sah ihn bestürzt an. Offenbar wurde ihr erst jetzt bewusst, in welch unbequeme Lage sie sich gebracht hatte. Wenn es wirklich zu einem Kampf zwischen ihrem Vater und Alex kommen würde, wie würde sie reagieren? Konnte sie ein Blutbad verhindern? Sie wusste es selber nicht. Eigentlich war sie keine Befürworterin für die Machenschaften der Templer, aber sie war in diese Rolle buchstäblich hinein geboren worden. Sie wollte dem Bionic helfen zu entkommen, nicht aber ihren Vater zu töten! Denn auch, wenn sie mehr oder weniger von ihrem Vater gezwungen, oder zumindest mit Nachdruck überredet worden war, in seine Fußstapfen zu treten, teilte sie seine Überzeugung dem Orden gegenüber nicht. Natürlich gab es einige Templer und Ordensbrüder, worin es neuerdings ja keine Unterschiede mehr gab, da sich die beiden Interessengemeinschaften zusammengeschlossen hatten, die nicht so fanatisch an der Überzeugung des Ordens festhielten und alle 'Unreinen' der Welt vernichten wollten. Und genau zu diesen 'kulanteren' Templern zählte auch sie sich. War es die Schuld der Bionics, dass sie so waren, wie sie erschaffen wurden? Nein, dahinter steckte in erster Linie die Apostelgemeinschaft samt ihrer Tarsus-Fassade. Nicht zu vergessen die Firmen Versalife und MJ12, die ebenfalls von dem Vertrieb der Biomodifikationen profitierten. Wem also konnte man überhaupt noch Glauben schenken? Den Omar? Auch die Omar trieben regen Handel mit Schwarzmarktmodifikationen. Somit blieben nur noch die Templer, beziehungsweise der Orden übrig. Doch die Templer schlugen in genau das andere Extrem: Sie vernichteten alles und jeden, der auch nur so aussah, als könnte er oder sie modifiziert sein! Sie waren die offiziellen Gegner sämtlicher Bio- und Nanotechnologie und hielten sich selber für die Hüter der Reinheit aller Menschen!
Larry wusste, dass auch ihr Vater sich dafür hielt und dass er, ohne mit der Wimper zu zucken, Alex vor ihren Augen erschießen würde, wenn er die Gelegenheit dazu bekam. Aber Larry machte sich weit weniger Sorgen um Alex, als um ihren Vater. Alex wäre ihrem Vater im Zweikampf haushoch überlegen, jedoch hielt sie ihn keineswegs für einen schießwütigen Fanatiker, was sie wiederum von ihrem Vater nicht behaupten konnte.
„Wir bekommen Besuch.“ riß sie Ava aus ihren Gedanken und tatsächlich, unweit des Helikopters entfernt, setzte ein Senkrechtstarter auf der 'Landebahn' auf und sank erschreckend weit in dem aufgeweichten Boden ein!
„Aber... aber das ist doch...“ fing Alex an, als er den Piloten erkannte, der kurz darauf auf den Hubschrauber zu lief.
„Sid!“ riefen Alex und Ava wie aus einem Munde.
„Wer?“ wollte Larry wissen.
„Sid Black. Ein Pilot der mir noch einen Gefallen schuldig ist. Ich erkläre es dir später. Bereit zum Umsteigen?“ erklärte Alex optimistisch. Insgeheim hoffte er, das Sid sie auch wirklich mitnehmen würde. „Was ist mit dir, Ava? Kommst du mit?“
„Ich glaube nicht, dass mir von dem Colonel Gefahr droht. Außerdem muss ich mich um meinen Helikopter kümmern.“ lehnte sie dankbar ab.
„Na gut, dann mal los, bevor dein Vater doch noch landet und aussteigt.“ drängte Alex Larry. „Danke nochmal für deine Hilfe, Ava.“
„Keine Ursache, Alex. Passt auf euch auf.“
Larry hatte Sid beinahe erreicht, als Alex sie kurz darauf einholte. Etwa Zeitgleich kam der Kampfhubschrauber, in dem Colonel Shark saß, bedrohlich nahe.
„Na? Taxi gefällig?“ rief ihnen Sid zur Begrüßung grinsend entgegen.
„Kannst du Gedanken lesen? Los, schmeiß die Triebwerke an, wir haben's verdammt eilig!“ drängte Alex weit weniger fröhlich und lief, Larry hinter sich her ziehend auf den Senkrechtstarter zu.
Der Kampfhubschrauber hatte sie beinahe erreicht, als Alex und Larry eingestiegen waren und Sid die Maschinen angeworfen hatte.
Offenbar legte der Hubschrauberpilot auf einen Zusammenprall an, denn er hatte seine Maschine nur wenige Meter oberhalb des Senkrechtstarters in eine Schwebeposition gebracht und es sah nicht so aus, als wolle er etwas an diesem Zustand ändern.
„Du hältst mich nicht auf, mein Freund!“ murmelte Sid vor sich hin und blickte abschätzend nach oben. Dann hob seine Maschine ab! Der Abstand zu dem Kampfhubschrauber war zu gering, als daß Sid auf dieser kurzen Distanz die Triebwerke seines Jets vom Senkrecht- in den Waagerechtflug hätte ausrichten können, doch das war dem Jetpiloten offenbar egal. Mit einem ohrenbetäubendem Knall schrammte er an das Fahrwerk des Helikopters, hob ihn zusammen mit seiner Maschine an, als wäre das eine seiner leichtesten Übungen und schob schließlich seinen Jet mit einem Gänsehaut erregenden Geräusch unter dem Hubschrauber hindurch und drückte den Gashebel bis Anschlag nach vorne.
Alex und Larry wurden hart in ihre Sitze gedrückt und innerhalb weniger Minuten waren sie bereits in den tief hängenden Schneewolken verschwunden
.
Edit: Farbe vergessen
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Geändert von Doschtle (17.04.2007 um 16:18 Uhr).
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Alt 29.04.2007, 02:19
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Und das nächste Kapitel, is wieder genau das nach dem Letzten, aber zur Zeit fällt mir das zusammenhängende Schreiben der Kapitel irgendwie leichter als immer wieder eine andere Stelle der Story zu schreiben
Ich hoffe wie immer auf anklang

Deus Ex - Träume Teil 1

Die Autofahrt war schön. Ja, das war sie. Oder zumindest kam sie ihm schön vor. Er war schon immer gern im Auto mitgefahren, solange er denken konnte,bis zu diesem Tag.
Er saß neben seinem Bruder, der das Autofahren nicht so sehr mochte.
Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum Paul so ängstlich aussieht, dachte sich J.C.
Er sah aus dem Fenster und beobachtete die Vögel, die am Himmel ihre Kreise zogen, die Häuser und Bäume, die an dem Auto vorbei zu rasen schienen, die anderen Autos, die nach hinten verschwanden. Sein Vater fuhr heute schneller als sonst, das konnte J.C. an den Dingen sehen, die er am Fenster beobachtete.
Naja, wahrscheinlich sind wir nur zu spät dran. J.C. gab sich mühe, alles so zu sehen wie immer, doch er erinnerte sich, dass er sich vorhin auch verunsichert gefühlt hatte, so wie sich sein Bruder jetzt noch fühlte. Es war die Hektik ihrer Eltern, die J.C. nachdenklich gemacht hatte, und doch hatte er seine Bedenken vergessen, als er eingestiegen war und die vorbeihuschende Landschaft betrachtet hatte.
Während J.C.noch grübelte, hörte er plötzlich eine Art Knall, der ihn aus sämtlichen Tagträumereien riss. Der Wagen fing an zu schlingern und die gerade Fahrlinie war verloren, das Auto kam von der Straße ab und...
Er wusste, was als nächstes passieren würde, genau das, was auch fast in all den anderen Träumen passiert war, genau das, was vor über 20 Jahren passiert war. Und vielleicht war dieses Wissen der Grund, dass er, bevor er es noch einmal durchleben musste, immer zu dieser Stelle aus seinem Schlaf aufschreckte. Er wurde alle paar Tage von diesem Traum heimgesucht, jedes Mal das selbe, ein dunkles Stück seiner Vergangenheit, dass er nur zu gerne völlig vergessen hätte. Doch das war nicht möglich, er würde es immer wissen, das würde er. Jedoch war er seinem Unterbewusstsein dankbar, dass es ihn nicht dazu zwang, es noch einmal vollkommen zu durchleben.
Nun da er bereits wach war, stand er auf und ging in die Küche. Ein kaltes Glas Wasser und vielleicht ein kleiner Happen von den Nudeln die er sich vor dem Schlafen gehen gemacht hatte und er würde sich schon besser fühlen, hoffte er zumindest.
Als er an dem kleinen Tisch in seiner standardisierten Einbauküche saß, überkamen ihn wieder die Gedanken an seine Vergangenheit, und auch Gedanken speziell an diesen einen, immer wieder kehrenden Traum. Er wusste es zwar nicht genau, aber es kam ihm so vor, als träumte er es immer häufiger. War es früher immer zwei bis dreimal die Woche, so hatte er diesen Traum in dieser Woche bereits zum vierten Mal. In den Träumen war immer das Gleiche: Er und sein Bruder sind in ihrem Elternhaus, sie fühlen sich seltsam, vermuten dass die Eltern wegen irgendetwas, (möglicherweise) wegen der Arbeit schlecht drauf waren. Dann fuhren sie im Auto weg, dem Minivan, er hörte seine Mutter lachen. Er beobachtete die vorbeirasenden Autos und die Natur. Dann der Knall, als wäre etwas explodiert. Der wagen begann zu schlingern und – aus. Weiter hatte er den Traum nie geträumt.
'Immer nur soweit, außer gestern, da hat mich die UNATCO von einem sinnlos Nerven zehrenden Traum zu einem sinnvoll Nerven zehrenden Einsatz gerufen.'

Geändert von Mike Denton (30.04.2007 um 01:02 Uhr).
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  #47  
Alt 29.04.2007, 23:37
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So, wieder ein Teil fertig, wenn auch ziemlich kurz.
Viel Spaß beim Lesen

DEUS EX - INVISIBLE WAR
Auf der Flucht Teil 2

Hilflos musste Shark zusehen, wie der Senkrechtstarter samt seiner Tochter und dem Bionic in den Wolken verschwand. Doch so schnell wollte und würde er nicht aufgeben. Er hatte es in seiner militärischen Laufbahn nicht soweit gebracht, weil er sich von, auf den ersten Blick, ausweglosen Situationen entmutigen hatte lassen, sondern weil er gelernt hatte, zu kämpfen!
Die Reichweite des Minisenders im Anhänger seiner Tochter betrug bei guter Witterung knapp hundert Kilometer, was sich auf den ersten Blick sehr weit anhörte, in Anbetracht dessen, dass ein Jet in einer Stunde locker tausend Kilometer weit fliegen konnte, verschwindend gering wurde.
Der Tiger hingegen erreichte nicht einmal die Hälfte dieser Geschwindigkeit, was bedeutete, dass sie in spätestens zehn Minuten das Signal verlieren würden!
Doch noch ein weiteres Problem machte ihnen die Verfolgung schwer: Durch die Kollision mit dem Jet, hatte der Helikopter dermaßen schweren Schaden an seinem Fahrwerk erlitten, dass es weder eingefahren, noch eine komplikationsfreie Landung überhaupt gewährleistet werden konnte. Falls ihnen also unterwegs der Strom ausging und sie gezwungen waren zu landen, konnte das möglicherweise äußerst unsanft geschehen und außerdem ein Weiterflug unter Umständen ausgeschlossen werden.
All diese Negativnachrichten des Piloten ließen Shark allerdings nicht verzweifeln. Stur und fest entschlossen, sich dadurch nicht zum Aufgeben zwingen zu lassen, befahl er dem Piloten trotz aller Widrigkeiten die Verfolgung sofort fortzusetzen.
Wie erwartet riss das Signal knapp zehn Minuten später ab, doch der Colonel ließ seinen Piloten den Kurs beibehalten und hoffte darauf, auch irgendwann einmal ein wenig Glück bei ihrer Verfolgungsjagd zu haben.
Von der groben Richtung her hatte sie das Peilsignal zum afrikanischen Kontinenten geleitet und Shark überlegte fieberhaft, wohin sie ihre Reise wohl führen würde. Ehrlich gesagt, hatte er damit gerechnet, in die Vereinigten Staaten zurück zufliegen, doch es war mehr als offensichtlich, dass er sich darin getäuscht hatte. Wo wollten die beiden nur hin? Angestrengt dachte Shark nach. Er war sich beinahe sicher, dass der Bionic wieder zu Seinesgleichen wollte. Möglicherweise hatte er von J.C. einige Information erhalten, die für Tarsus von Nutzen sein würde.
„Tarsus-Akademie, Afrika, wo zum Henker willst du hin, Bionic?“ überlegte Shark laut. Der Pilot hatte seine Überlegungen über das Headset mithören können und blickte den Colonel für einen Moment verwundert an. „Sir?“
„Was ist denn, Sergeant?“ knurrte Shark deutlich unfreundlicher, als er eigentlich klingen wollte.
„Sir, soll das heißen, dass ich Kurs auf Kairo nehmen soll?“
„Kairo? Wieso Kairo?“ erkundigte sich der Colonel irritiert.
„Soweit ich weiß, gibt es in Kairo die einzige Tarsus-Akademie auf dem afrikanischen Kontinent.“
Nun war es Shark, der seinen Piloten verwundert ansah.
„Na dann, versuchen wir unser Glück, Sergeant. Schaffen wir es noch bis dort hin?“
„Non Stop, wenn sie möchten, Sir. Die Akkus sind annähernd randvoll, das reicht für eine ziemlich lange Strecke. Bis Kairo sollten wir es auf jeden Fall schaffen.“ behauptete der Pilot. „Wenn sie sich in der Zwischenzeit etwas ausruhen möchten, Sir, die Sitze lassen sich ein wenig kippen.“
Obwohl der Colonel noch ziemlich aufgedreht war und es kaum erwarten konnte, Kairo zu erreichen, um dort – hoffentlich endlich – den Bionic zu erwischen, musste er dem Piloten beipflichten. Es machte wenig Sinn, die Nacht gewaltsam wach zu bleiben, um dann wie gerädert am Ziel anzukommen und festzustellen, dass man kaum in der Lage war, die Augen offen zu halten, geschweige denn, einen Bionic dingfest zu machen. Und so kippte er den Sitz so weit es ging nach hinten und versuchte ein wenig zu entspannen. Das gleichmäßige Wummern der Rotorblätter ließen ihn bald einschlafen und so merkte er kaum, wie die Zeit verging und sie sich langsam aber sicher Ägypten näherten.
Selbst der Pilot würde nicht die gesamte Zeit über wach bleiben. Dank modernster Technik war es ihm möglich, seinen Hubschrauber per GPS-Steuerung, Autopilot, AVR (Automatic-Visual-Radar) selbständig Schlechtwetterzonen, Vogelschwärme und andere Hindernisse, wie Berge oder andere Flugzeuge umfliegen und ihn und seinen Passagier sicher an ihr Ziel bringen zu lassen.
Diese Technik war so ausgereift, dass der Pilot ruhigen Gewissens die Augen schließen und sich buchstäblich blind auf sein Fluggerät verlassen konnte. Selbst wenn der Pilot während des Fluges das Bewusstsein verlieren würde, wäre die Maschine im Stande, auch ohne sein Mitwirken selbständig am eingegeben Zielort zu landen, oder entsprechend, sobald sich die Stromversorgung dem kritischen Bereich näherte, einen geeigneten Landeplatz ausfindig zu machen und dort zu landen.
Und so nahm auch der Pilot nach einer knappen Stunde die Hände vom Steuerknüppel, kippte seinen Sitz in eine etwas bequemere Schlafposition und ließ sich von dem beruhigenden Motorengeräusch in den Schlaf dröhnen.

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Doch noch ein Flucht-Teil Viel Spaß beim Lesen und seid bitte gnädig bei eurer Kritik

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Auf der Flucht – Teil 3

„Was verschlägt euch beide eigentlich ausgerechnet in diese Ödnis?“ wollte Sid Black von seinen beiden unerwarteten Passagieren wissen. „Und wer waren diese Kerle in dem Tiger?“
„Ich wüsste nicht, was dich das...“ fing Larry an und erntete von Alex einen unsanften Rempler.
„Das ist eine lange Geschichte.“ versuchte der Bionic die Situation zu retten. Er kannte Sid. Nicht sehr gut und auch noch nicht lange, aber gut genug, um abschätzen zu können, was er wohl mit ihm und Larry machen würde, wenn sie seine Hilfe dermaßen undankbar quittieren würden. Und Alex hatte nun wirklich keine Lust, irgendwo in Südafrika, oder schlimmer noch, auf dem Meer, ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen zu werden.
„Wir haben einen langen Flug vor uns, also viel Zeit für eure Geschichte.“ erklärte Sid geduldig und warf Larry einen abschätzenden Blick zu, der alles andere als feindselig war. Es schien gerade so, als hätte ihr aufbrausendes Temperament erst so richtig sein Interesse an ihr geweckt. Alex registrierte diesen Blick mit einem ihm unverständlichen Missfallen. Was war nur los mit ihm? Er hatte keinerlei Ansprüche an Larry, es konnte ihm also egal sein, ob sich Sid für sie interessierte oder nicht. Aber es war ihm nicht egal und genau das verunsicherte ihn. Er glaubte nicht an die Liebe auf den ersten Blick, aber er musste zugeben, dass Larry eine äußerst attraktive junge Frau war und dass auch er, Alex, an ihr interessiert war. Er gab sich keiner Illusion hin, eine Templerin und ein Bionic hatten schon von Natur aus keine gemeinsame Zukunft, das war so sicher, wie das Amen in der Kirche. Trotz alledem musste er sich eingestehen, ein wenig eifersüchtig auf Sid zu sein, auch wenn Larry bisher keinerlei positive Notiz von dem Piloten nahm.
„Wenn du es genau wissen willst, Sid, das war mein eifersüchtiger Ex-Verlobter.“ log Clarissa ohne dabei rot zu werden. „Er konnte es nicht ertragen, dass ich die Verlobung gelöst habe und jetzt mit Alex zusammen bin.“
Während Sid's selbstgefälliges Grinsen aus seinem Gesicht schlagartig verschwand, musste Alex insgeheim schmunzeln. Das war mit Sicherheit nicht die Antwort, die Sid erwartet hatte, aber auch Alex hatte mit so einer, einerseits haarsträubenden, anderseits doch sehr reizvollen, Lüge nicht gerechnet.
Als er nun auch noch ihrem amüsierten Blick begegnete, ertappte er sich dabei, dass er sie wieder einmal viel zu lange angestarrt hatte. Um seine Verlegenheit zu vertuschen, lächelte er ihr zu, hob den Daumen und zog eine Grimasse, die Anerkennung ausdrücken sollte, aber irgendwie misslang. Beinahe im selben Augenblick kam er sich dabei unglaublich albern vor, so dass er sofort damit aufhörte und sich beinahe hilfesuchend an Sid wandte. „Wann werden wir denn schätzungsweise in Kairo ankommen?“ wechselte er schnell das Thema.
„Voraussichtlich morgen früh gegen sechs Uhr, wenn nichts dazwischen kommt.“
„Du meinst, falls uns der Sprit ausgeht?“ hakte Alex nach.
„Sprit?“ Sid lachte. „Nein, mein Freund, wir fliegen umweltbewußt mit Solarstrom. Und solange die Akkus nicht irgendwann einmal den Geist aufgeben, fliege ich euch ohne Zwischenstop einmal um den gesamten Globus, wenn es sein muss.“
„Was könnte uns also sonst noch aufhalten?“ ließ Alex nicht locker, einfach nur, um ein wenig Zeit zu gewinnen, bis sich die Situation entschärft und die Gemüter wieder beruhigt hätten.
„Wasser. Die Motoren brauchen Wasser für die Kühlung und auf längeren Strecken, wir haben immerhin fast zwölftausend Kilometer vor uns, kann sich der Motor schon mal aufheizen.“ erklärte Sid geduldig. „Naja und dass Wasser in den Wüsten von Afrika nicht besonders reichlich vorkommt, brauche ich dir ja nicht zu erzählen.“
„Wie sieht es überhaupt mit Verpflegung aus?“ mischte sich Larry in die Unterhaltung mit ein.
„Keine Sorge, Schätzchen, die ist gesichert. Wenn ihr beiden Hunger oder Durst bekommt, die Boardbar ist praktisch direkt hinter euch in den grauen Schränken verstaut.“ antwortete Sid und deutete ohne hinzusehen auf die beiden metallenen spindähnlichen Kästen, die offenbar nachträglich in den Senkrechtstarter eingebaut worden waren. „Und wenn alles wieder raus will, bis nach hinten durchgehen, da habe ich eine Toilette einbauen lassen. Wie du siehst, Süße, es ist alles vorhanden, was man so auf Reisen braucht.“
Diesmal war es Larry, die ihren Unmut über Sid's Anrede herunter schluckte, doch Alex kochte vor Wut. „Hör mal zu, Sid! Larry ist weder dein Schätzchen, noch deine Süße, haben wir uns verstanden?!“
Sid's Gesichtsausdruck konnte er nicht sehen, da der Pilot mit dem Rücken zu ihnen saß, aber Clarissa starrte ihn für einen Moment deutlich irritiert an, bevor sie ihn geschmeichelt anlächelte. „Du bist echt süß.“ flüsterte sie ihm zu und gab ihm einen schnellen Kuss auf die Wange, woraufhin Alex schlagartig das Blut in den Kopf stieg. Gottlob war der Innenraum des Jets nicht besonders gut beleuchtet, so dass Larry davon nichts mitbekam. Was war nur los mit ihm? Er kam sich vor, wie ein Teenager, der seinen ersten Kuss bekommen hatte. Larry war nicht die erste Frau, die ihn geküsst hatte und doch war es bei ihr irgendwie anders als bei seinen bisherigen, mehr oder weniger durch die Bank schief gelaufenen Beziehungen in denen die Mädchen, beziehungsweise jungen Frauen anscheinend nur herausfinden wollten, ob ein Bionic auch in anderen Bereichen bessere Fähigkeiten hatte, als andere Männer. Aber Liebe war damals wohl nie wirklich im Spiel gewesen, eher eine Art jugendliche Verliebtheit. Aber bei Clarissa war alles ganz anders. In seinem Bauch flatterten die berühmten Schmetterlinge, wenn er nur an sie dachte, seine Hände begannen zu zittern, wenn sie ihn ansah und ihm wurde schlecht bei dem Gedanken, sie vielleicht schon bald nicht mehr an seiner Seite zu haben. Was würde passieren, wenn sie in Kairo landeten? Alex wollte garnicht darüber nachdenken.
Larry saß direkt neben ihm, den Blick immer noch auf ihn gerichtet, als würde sie auf irgend etwas warten. Vielleicht ein Wort, vielleicht eine Geste, vielleicht aber auch ein Kuss.
Alex fasste sich ein Herz, zog sie liebevoll an sich und küsste sie innig. Beinahe rechnete er mit Gegenwehr oder zumindest mit Protest, doch nichts dergleichen geschah. Clarissa schmolz geradezu in seinen Armen und erwiderte seine Küsse leidenschaftlich.
„Ich störe euch ja nur ungern, Leute.“ meldete sich plötzlich Sid zu Wort, was die beiden Verliebten augenblicklich trennte. „Aber wir haben ein nicht zu unterschätzendes Problem, befürchte ich.“
„Welches Problem?“ hakte Alex ein wenig ärgerlich nach.
„Sieh es dir selber an.“ schlug er vor und winkte Alex auf den Copilotensitz. „Siehst du das da?“ fragte er, als sich Alex neben ihn gesetzt hatte, und deutete auf eine große Zahl von Lichtern vor ihnen am Himmel.
„Ja, was ist das?“
„Das sind Hubschrauber, um genau zu sein ein halbes Dutzend. Larry's Ex-Verlobter muss ziemlich einflussreich sein, dass er solch ein Geschwader so schnell mobil machen konnte.“
„Woher weißt du, dass das Templermaschinen sind?“
„Sie haben sich über Funk zu erkennen gegeben und mich aufgefordert zu landen, andernfalls würden sie uns unter Beschuss nehmen.“
„Sie bluffen!“ rief Larry von hinten. „Mein Va... äh, Verlobter, besser gesagt, Ex-Verlobter, würde nie zulassen, dass mir etwas passiert.“
„Sie hat Recht. Wenn er uns hätte abschießen wollen, hätte er es längst getan.“ bestätigte Alex.
„Hoffen wir mal, dass die das auch wissen.“ meinte Sid zweifelnd und deutete mit dem Kinn auf die schnell näher kommenden Helikopter. „Schnallt euch mal lieber an, ich werde hier wohl einige etwas gewagte Manöver fliegen müssen!“
Kaum hatten die beiden ihre Plätze wieder eingenommen und sich angeschnallt, schoss der Jet wie ein Pfeil nach oben, dass alle drei Insassen brutal in ihre Sitze gedrückt wurden.
„Nach oben können sie nicht schießen, wenn sie nicht ihre eigenen Rotorblätter in Gefahr bringen wollen.“ behauptete Sid und hielt den Kurs immer ein Stück höher, als der höchste der Helikopter.
Bald stellte sich Sid's Taktik als äußerst wirkungsvoll heraus. Die Hubschrauber blieben zurück und nach kurzer Zeit hatten sie bereits das Geschwader überflogen ohne auch nur einen einzigen Treffer eingesteckt zu haben.
„Alles in Ordnung bei euch?“ erkundigte er sich bei seinen Passagieren.
„Uns geht’s gut. Sind sie weg?“
„Ja, vorerst. Ich will aber nicht garantieren, dass uns noch mehr Überraschungen dieser Art erspart bleiben. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch ein wenig ausruhen, die Sitze lassen sich kippen, so dass ihr darauf schlafen könnt. Aber nicht auf falsche Gedanken kommen, ihr beiden Turteltauben.“ fügte Sid mit einem Augenzwinkern hinzu. „Wenn es noch einmal zu Problemen kommen sollte, wecke ich euch. Ruht euch jetzt ein wenig aus, die Nacht ist noch lang.“
Sid's Bedenken stellten sich als unberechtigt heraus. In dieser Nacht versuchten die Templer kein zweites Mal, sie aufzuhalten. Die Wüsten Afrikas waren großteils durch die Klimaerwärmung unbewohnbar geworden, so dass sich dort kaum noch Menschen aufhielten. Nur ein paar uralte, äußerst primitive und hartnäckige Stämme hatten der Hitze getrotzt und waren von den Steppen in die Berge gezogen, um sich in den dortigen Höhlen eine neue Existenz aufzubauen. Doch von Zivilisation fehlte in diesen Gegenden jede Spur und somit auch von militärischen Einrichtungen.
Der lange Flug über die schier unendlichen Wüsten erwies sich als äußerst holprige Angelegenheit. Durch die warmen Auf- und die kalten Abwinde wurde die Maschine teilweise ordentlich durchgeschüttelt und das, obwohl in der Nacht die Temperaturunterschiede weit unter den tagsüber üblichen Verhältnissen lag.
Auch Sid wurde allmählich müde und er aktivierte die vollautomatische Steuerung seines Jets, die wie bei allen Flugzeugen und auch Hubschraubern der neueren Generationen nicht nur in der Lage war, ihre Passagiere sicher an das eingegebene Ziel zu befördern, sondern auch Hindernissen auszuweichen und gegebenenfalls sogar selbständig zu landen. Er konnte es also bedenkenlos riskieren, einige Stunden zu schlafen, denn selbst wenn ein Funkspruch empfangen wurde, würde die Maschine ihn aufzeichnen und die Weck-Funktion aktivieren.
__________________
LG
Doschtle
Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin
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  #49  
Alt 03.06.2007, 03:33
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Mike Denton Mike Denton ist offline
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Nach ner halben Ewigkeit hab ich das Schreiben doch wieder angefangen Ich hoffe nur, das es wieder gefällt :haeh:

Deus Ex - Träume Teil 2
„Moment mal“ sagte J.C. leise zu sich selbst, Ich hab mir da gerade selbst widersprochen.

>>Ich weiß, was dann passiert, weil ich es immer wieder geträumt hab. Ich bin froh, dass der Traum immer an genau der Stelle abbricht, an der er eben abgebrochen ist.<<

Was war dass für ein Bull****?! J.C. schüttelte den Kopf, als wäre er benommen, er nahm das Glas Wasser und schüttete es sich ins Gesicht. Er rieb sich die Augen, bis sie schmerzten. Seine Gedanken überwarfen sich, was wusste er denn nun, verdammt?
Nach ein paar Minuten, oder auch weniger, wurden seine Gedanken allmählich wieder klarer. Natürlich hatte er den Traum schon weiter geträumt, auch häufiger aber nicht immer, nur wollte er es nicht, er verbannte diese Stelle soweit in sein Unterbewusstsein wie er konnte, es war einfach zu schmerzhaft. Aber warum waren seine Gedanken so durcheinander? Der anstrengende Tag? Der nicht gerade erholsame Schlaf? J.C. schob es hauptsächlich auf den Jahrestag, der in ein paar Tagen sein würde. 23. Mai. Dieses Datum würde er nie vergessen, der Todestag seiner und Paul’s Eltern.

Nachdem der Wagen ins schlingern geraten war, ergriff Paul die rechte Hand von J.C., das tat er immer, wenn er Angst hatte. J.C. hatte ebenfalls Angst, und ihre Eltern auch, das konnte man an den schreien und den gestikulierenden Händen erkennen. J.C. sah das Gesicht seiner Mutter kurz im Rückspiegel aufblitzen, das ansonsten wunderschöne Gesicht seiner Mutter war angstverzerrt. Sein Vater hatte beide Hände am Lenkrad, jedoch erlangte er nicht die Kontrolle über den Wagen zurück.
J.C. wusste nicht, wie lange der Wagen so weiter fuhr, er hatte sein Zeitgefühl verloren. Nach einer Weile kam der Wagen von der Straße ab, die Insassen wurden stark durchgeschüttelt, als sich der Wagen fast überschlug. Er hörte die verzweifelten Schreie seiner Eltern. Dann verschwamm alles, J.C. nahm die Dinge wie durch einen Nebelschleier war. Er musste sich den Kopf gestoßen haben, er fühlte sich benommen. Er nahm noch war, wie der Griff von seinem Bruder schwächer wurde und hörte wie seine Eltern nach ihm und Paul riefen, ängstlich, voll schmerzen. Die verzweifelten Stimmen seiner Eltern bohrten sich unvergesslich in seine Ohren, sie würden ihn für immer verfolgen. Dann wurde alles schwarz um ihn herum.

Soweit reichte seine Erinnerung an den Autounfall, der ihm und Paul die Eltern nahm. Soweit hatte er ihn manchmal geträumt, doch in der letzten Zeit brach er immer vorher ab. Ja, so war es. Jetzt war sich J.C. wieder sicher. Es musste wohl der Stress bei der Arbeit gewesen sein, weshalb er erst etwas durcheinander gewesen war. Und natürlich der nahende Todestag.
Er wischte diese Gedanken beiseite und aß den letzten Rest seiner Nudeln, dann ging er zurück ins Bett, vielleicht würde er ja doch noch etwas schlaf finden, wenn er sich lange geung hinlegen würde, hoffte er zumindest.
Nach einiger Zeit überkam ihn tatsächlich eine gewisse Müdigkeit, und er gab seine Hoffnung auf eine erholsame Nacht noch nicht ganz auf. Seine Gedanken glitten mehr und mehr in die Traumwelt ab, er hoffte nur inständig, in eine andere als zuvor. Er wollte in seinen Träumen kein Tod, Leid und Verzweiflung sehen, davon gab es genug in der realen Welt. Er wollte Liebe, Zuwendung und Freude in seinen Träumen. Vielleicht hatte er ja Glück, und er würde von Ihr träumen, ja, das würde seinen Schlaf extrem erholsam machen wenn er Sie in seinen Träumen sehen könnte. Doch am nächsten Morgen würde auch wieder die Sehnsucht kommen, doch das war ihm jetzt egal. Er richtete all seine Gedanken auf die Person, die er schon so viele Jahre nicht mehr gesehen hatte, und schlief mit Ihrem Bild vor Augen ein.

Geändert von Mike Denton (03.06.2007 um 03:45 Uhr).
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  #50  
Alt 08.06.2007, 15:44
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Das Ende und der Anfang – Teil 2

Immer noch befand er sich in diesem gleißenden Nichts. Es erschien ihm wie eine Ewigkeit und allmählich verlor Alex jegliches Gefühl für Raum und Zeit seitdem er mit Helios verbunden war. Irgendwie surreal kam es ihm vor und wie ein immerwährender Albtraum. Vielleicht war es ja auch nur ein böser Traum und Alex würde bald in seinem Zimmer im Tarsus Akademiegebäude erwachen. Er spürte nichts und auch seine Gedanken versiegten Stück für Stück. Eine gefährliche Gleichgültigkeit überfiel ihn und lähmten seinen Willen. Nach anfänglichen Widerstreben wurde er es leid. Er hatte gekämpft und vieles aufgegeben. Hatte er nicht das Recht sich auszuruhen? Wo verdammt noch mal war Helios? Oder war er tot? Sah so der vielgerühmte Sieg aus? Die Belohnung? ‚Alex reiß dich zusammen.’ schalt er sich. Aber wo –zum Teufel – war Helios? Oder J.C.? Er dachte, sie wären nunmehr eins.’ Obwohl Alex nichts spürte, so wurde es ihm eiskalt und dieser seit langen nagende Zweifel gewann wieder an Boden. Was wäre, wenn .....

So überlies er sich dem Nirvana. Losgelöst schwebte er vor sich ihn und lies sich treiben als eine ruhige weibliche Stimme nach ihm griff und der Stille ein jähes Ende bereitete.
„Alex....Alex, willkommen. Endlich bist du da. Wir haben so lange auf Dich gewartet. Wir sind ja so stolz auf Dich,“ begrüßte ihn die Stimme freudig.
„H...Helios?“ Ihm fiel es schwer die Worte zu formulieren. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl von seinem Körper entkoppelt zu sein.
„Ja Alex.“
„Warum hat es so lange gedauert? Warum meldest Du Dich erst jetzt und lässt mich in diesem verdammten Nichts hinvegetieren?“
„So lange war es nun auch wieder nicht. Gerade mal 0.5 ms.“ Helios lachte.
War wirklich nur so wenig Zeit vergangen? Es war ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen.
„ Obwohl....Du hast recht, für eine AI meiner Generation war es schon ziemlich langsam,“ sprach die Stimme besänftigend auf ihn ein, als ob sie seine Gedanken lesen konnte. „Allerdings sind Komplikationen bei der Verschmelzung aufgetreten und verschiedene Szenarien mussten zur Lösung erstellt werden.“
„Und welche?“ erkundigte sich Alex.
„Erst einmal kann ich Dich beruhigen. Diese Umgebung und Dein Befinden sind nur vorübergehend, bis sich meine Systeme auf Dich eingestellt haben und Du Dich für ein Szenario entschlossen hast.“
„Was für Szenarien? Jetzt rück endlich damit raus!“ Er konnte einfach nicht anders. Tief im Inneren spürte er Bekommenheit und das Gefühl des Verlustes. Als ob Helios dies geahnt hatte, nahm sie seine weiteren Befürchtungen vorweg.
„Alex – ich weiß, dass es nicht einfach ist. Gerade für Dich.“
„ Wie willst du wissen, wie es sich anfühlt. Du bist nur ein Computer, du hast keine Gefühle. Also hör auf diese einfühlsame Nummer abzuziehen.“ Alex spürte die Wut in ihm aufsteigen. Er hatte es langsam satt als Spielball für irgendeine „gute Sache“ zu fungieren. Alex hier, Alex da. Alex wir verstehen dich, Alex du musst uns helfen.....Aber ging es jemals wirklich um ihm selber?
„Es tut mir leid- oder ich verstehe „ erwiderte Helios in seiner Computerstimme, ,,wir dachten, es wäre so für die einfacher den Übergang zu vollziehen und Dein Schicksal zu akzeptieren:“
„Warte mal..Was für ein Schicksal? Was geht hier eigentlich vor! Verschmelzung gut, aber ich möchte wieder in mein wirkliches Leben zurück wie J.C.“
„Das ist leider nicht möglich“
„Wie nicht möglich. Verdammt! Rück endlich mit der Wahrheit heraus!“
Helios verstummte und eine eisige Stille kehrte wieder ein. Alex schwankte zwischen Wut, Angst und dem Gefühl des Verrats hin und her.
„HELIOS.“
Immer noch nichts. Er hasste es, dass er so hilflos in diesem Nichts war. Dass er nicht sein eigenes Schicksal in die Hand nehmen konnte.
„Alex, so war es geplant. J.C. und ich wollten Dich nach der Verschmelzung wieder zurück in Dein altes Leben lassen, da Du schon so viele Opfer für uns gebracht hast. Jedoch sind Komplikationen eingetreten.“
„Was für Komplikationen?“
„Nun, wir konnten Pläne bei Nassif sicherstellen. Darin wurden Deine Nanobots als selbstreproduzierend beschrieben und auf jeden übertragbar. Allerdings wurde ein Sicherheitsmechanismus eingebaut.“
„Wie sieht dieser aus?“
„Die Nanobots sind übertragbar. Jedoch haben sie eine eigene Kennzeichnung, wie die menschliche DNS. Nach einer bestimmten Frist in einem Körper mit anderer DNS findet ein Zersetzungsprozess statt. Die Nanobots hören auf sich zu reproduzieren und werden inaktiv.“
Alex glaubte sich zu verhören und er verstand, was Helios ihm sagen wollte.
„Es tut J.C. sehr leid, aber wir haben keine andere Wahl als Dich in meinem System zu lassen und Deinen Körper einzufrieren. Wir brauchen einen regelmäßigen Zustrom von Deinen Nanobots, um unser Ziel aufrechtzuerhalten.“
„Und wenn ich nicht will?“
„Du hast gar keine andere Wahl.“
„Dann seit ihr auch nicht anders als die anderen.....das ist doch gleichbedeutend mit lebendigen Tod!“
„Ganz und gar nicht. Wir haben Dir ja noch gar nichts vom Szenario erzählen können.“
„Dann schieß los!“
„Ich werde eine virtuelles Abbild der Realität für Dich erschaffen. Darin wirst Du leben können wie in der wirklichen Welt. Du wirst keinen Unterschied merken.“
„Na klasse.“

Geändert von Morgaine2005 (09.06.2007 um 13:17 Uhr). Grund: überarbeitete Version
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