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  #1  
Alt 15.01.2006, 12:20
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Mike Denton Mike Denton ist offline
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OK, hier nun meine Story vom Kampf an der Area 51, viel Spass beim lesen!

Deus Ex – Area 51

Sie waren weit gekommen, aber nun waren sie in einer Sackgasse angelangt. J.C. und Paul waren bis zum Eingang der Area 51 vorgedrungen, die NSF – Trooper sowie einige von Morgan Everett’s Soldaten hatten den Weg freigekämpft, jedoch stießen sie nun auf erheblichen Widerstand. Nicht nur normale Majestic - 12 - Einheiten sondern auch Sondercommandos mit schwerer Bewaffnung.
Paul und J.C. waren langsam aber sicher mit ihrer Weisheit am Ende. Ihre Einheiten hatten bereits erhebliche Verluste erlitten. Und der einzige Ausweg war von den Feinden verstellt. Sie waren nun in einer zerstörten Fabrikhalle in die Enge getrieben, von allen Seiten kamen die Feinde. Es war klar, J.C. und Paul mussten auf Luftunterstützung hoffen, doch die würde nicht kommen, solange die Luftabwehrraketten nicht deaktiviert wären. Doch um dass zu schaffen, müssten sie sich bis in die Area 51 vorkämpfen.
Die Schüsse peitschten durch die Halle, es war fast nicht mehr möglich, ihnen auszuweichen. Jeder Person in der Halle schlug das Herz bis zum Hals, die Nerven waren bis zum zerreißen gespannt. Es schlugen bereits nur noch halb so viele Herzen in dieser Halle wie zu Beginn des Kampfes.
J.C. sah verzweifelt in die Halle. Es waren alles tapfere Männer und Frauen, sie alle waren bereit ihr Leben für die gerechte Sache zu opfern, aber es durfte nicht sinnlos sein, nein, es musste am Ende zum Sieg für die gute Sache reichen! Sonst wären alle Leben die bisher ausgelöscht wurden umsonst gewesen.
Paul lauschte in den Lärm des Gewehrfeuers, er hörte die Einschläge der Raketen gegen die Wände der Halle. Er machte sich keine Illusionen. Spätestens wenn die Wände einstürzen würden , wäre der Kampf verloren. Dann waren sie gezwungen nach draussen zu gehen wenn sie nicht vom herabstürzenden Dach der Halle erschlagen werden wollten. Und draussen würden sie dann erschossen werden. Warum musste nur alles so sinnlos Enden?
Der Lärm des Gewehrfeuers wurde nicht weniger, jedoch kam es J.C. so vor, als ob nicht mehr die Halle so stark unter Beschuss stand wie noch einige Momente zuvor. J.C. hielt sein Maschinengewehr im Anschlag und rannte zum hinteren Eingang der Fabrikhalle und spähte durch eines der Löcher in der Wand. Er traute seinen Augen nicht.

„Los, macht diese Schweine fertig!“ Carter’s Worte halten durch die Menge der UNATCO – Trooper und sie folgten seinem Befehl. Sie strömten durch das zerstörte Haupttor der Anlage und feuerten aus allen Rohren auf die Majestic – 12 – Trooper. Die Sondercommandos wurden mit ein paar Raketen ausgeschaltet. Der Überraschungsangriff verfehlte seine Wirkung nicht. Völlig überrumpelt und in Unterzahl wussten die Soldaten von Bob Page nicht, was sie tun sollten, so feuerten völlig sinnlos auf die heran stürmende Menge. Nach wenigen Minuten unfruchtbarer Gegenwehr ließen sie ihre Waffen fallen und ergaben sich. Der hintere Teil der Fabrikhalle, in den J.C. und Paul mit ihren Einheiten in die Enge getrieben wurden, war nun frei und Carter stürmte auf das Tor zu. J.C. trat aus der Halle.
„Major, wie kommen sie hier her?“
„Ich sagte ihnen doch, J.C., sobald ich die Jungs rausgebracht hab, helfe ich ihnen dabei Bob Page fertig zu machen. Ich hab mit ein paar Jungs im UNATCO – Hauptquartier etwas... aufgeräumt. Wir haben den Unterbau von Majestic – 12 gestürmt und die Zentrale von denen gesäubert. Dannach hab ich mich mit Tracer Tong in Verbindung gesetzt, er sagte mir, dass sie in Schwierigkeiten stecken.“
„Ist schon fast untertrieben. Wir dachten, dass der Atomsprengkopf hier aufräumen würde, doch haben sich einige hier in Atombunkern verschanzt und haben uns eine Falle gestellt. Wir haben viele Männer verloren.“
Carter unterbrach die Unterhaltung kurz um seinen Einheiten den Befehl zur Neuformierung zu geben.
„Tracer Tong hat mir geragt, dass man sie hier in die Enge getrieben hat. Als ich dass hörte, habe ich sofort ein paar Truppentransporter klarmachen lassen, und wir sind hierher geflogen. Jedoch mussten wir wegen der Luftabwehrraketen ein paar Meilen entfernt landen.“
„Ja, die machen uns auch Probleme. Wenn wir die deaktivieren, haben unsere Bomber freie Bahn und können die Area 51 zerstören.“
„Dann lassen sie uns dieses Problem am besten beheben.“
Mit diesen Worten trat Carter wieder zu seinen Männern und besprach das weitere Vorgehen, J.C. trat in die Halle und besprach sich mit Paul. Nun konnten sie die Area 51 stürmen, und nichts würde sie diesmal aufhalten...
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  #2  
Alt 02.02.2006, 23:54
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Ich glaube, die Überschrift sagt eingefleischten Spielern von Deus Ex, von welcher Begebenheit meine Story handelt. Viel Spaß beim Lesen!

Deus Ex – Paul, ein Verräter?

J.C. hatte sich durchgebissen. Er hatte die Tunnel hinter sich gelassen, war über den Helikopter – Landeplatz zum Flugzeughangar gekommen, und dass fast ohne Feindkontakt. Jedoch musste er einige Wachen betäuben und einige Geschütztürme deaktivieren.
Nun stand er nur noch wenige Meter von dem Flugzeug entfernt, indem der Terrorist Lebedev sitzen sollte. J.C. stand hinter einigen Fässern, die ihn vor den Blicken der Wachen bei der Gangway des Flugzeugs abschirmten.
J.C. dachte noch darüber nach, wie er am besten die beiden Wachen ausschalten konnte, als er hinter sich ein Geräusch vernahm. Noch ehe er sich umgedreht hatte, wusste er, was ihn aus dem Hinterhalt überrascht hatte.
„Scanne Umgebung.“ Diese Computerstimme kannte er nur zu gut. Es waren diese kleinen rollenden Abfalleimer, oder auch Sicherheitsbots genannt. J.C. machte sich keine Illusionen. In ca. 2 Sekunden würde er „Ziel erfasst“ von der Computerstimme sagen hören, und in dem Bruchteil einer Sekunde würde eine Rakete auf ihn abgefeuert werden. Es blieb nur eine Chance, und er hoffte, es würde gelingen. J.C. aktivierte das Implantat Selbstheilung und Beinmuskelverstärkung. Er wirbelte zum Bot herum, er war ca. 6 Meter entfernt.
„Ziel erfasst.“ Konnte J.C. noch sagen hören, bevor er leicht nach vorne 4 Meter in die Höhe sprang. Die Rakete flog unter J.C. ins Leere und in die nächste Hangarwand. Die Wachen würden jetzt natürlich aufmerksam werden. Als er schon wieder im Begriff war zu fallen, zog er blitzschnell sein Kampfmesser aus dem Gürtel. Es hatte eine Speziallegierung dass es äußerst scharf und hart machte.
Der Bot hatte reagiert und nach oben geschwenkt und feuerte Maschinengewehrsalven auf J.C. Jedoch reduzierte die Selbstheilung die Wunden auf geringfügige Kratzer. Mit einer Rakete wäre J.C. wesentlich schlechter fertig geworden, doch würde jetzt bei einer Raketenexplosion bei der mittlerweile geringen Entfernung auch der Bot vernichtet. Und das war gerade der Vorteil, wenn man es mit diesen Bots zutun hatte. J.C. kannte sie noch von der Grundausbildung bei der UNATCO. Sie hatten einen zu guten Selbsterhaltungstrieb. Zwar sollten sie um jeden Preis den Gegner vernichten, doch im Fall einer Selbstzerstörung sollten sie erst alle anderen möglichen Optionen versuchen. Was in diesem Fall Maschinengewehr hieß. Diese Grundeinstellungen waren bei den kleinen fahrenden Mülltonnen leider nicht zu ändern, ein Produktionsfehler wenn man so will.
Jedoch war der Bot mit seinem Selbsterhaltungstrieb genau ins Messer gelaufen, im wahrsten Sinne des Wortes. J.C.‘s Kampfmesser stieß tief in seine mechanische Befehlseinheit und ließ ihn seinen Dienst für immer quittieren.
Als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, zog er sein Maschinengewehr und wollte sich den Wachen zuwenden, die mittlerweile in seine Richtung laufen müssten, der Krach war nicht zu überhören. Sein Herzschlag erhöhte sich, als er einige Sekunden dastand, aber nichts hörte und auch niemanden sah. Kein Alarm, kein auftreten von Absätzen auf dem Betonboden, nichts zu hören von Wachen die Ihre Maschinengewehre luden und entsicherten. Er blickte sich nervös um, irgend etwas stimmte hier nicht, es war eindeutig zu ruhig.
Die Stille wurde von drei gleichzeitig gesagten Sätzen unterbrochen, jedoch waren die Sätze identisch: „Scanne Umgebung... Ziel erfasst!“
Er hatte die Schächte nicht gesehen, sie waren äußert gut versteckt. Die Schächte, in denen für Notfälle immer einige Sicherheitsbots in Reserve standen, und die bei Gefahr automatisch aktiviert wurden, auch bei einem stillen Alarm. Nun war es vorbei. Drei Bots gleichzeitig auszuschalten war nur mit einer EMP – Granate möglich, doch er hatte keine mehr. Mit dem gleichen Trick wie eben würde er keinen Erfolg haben. Erstens hätte dass Maschinengewehrfeuer von drei Bots ihn zu schwer verletzt, zweitens war seine Bioenergie schon zu stark aufgebraucht als dass er sich hätte wieder heilen können. Es war vorbei, drei Gegner im Rücken und nur ein Kampfmesser und ein Maschinengewehr in den Händen, wäre es doch nur eine EMP – Granate gewesen. Es war allerdings auch die Frage, ob er noch die Gelegenheit gehabt hätte, sich umzudrehen, zu zielen und sie dann so plaziert zu werfen, dass alle drei Bots von ihr deaktiviert worden wären. Nein, es war einfach zu Ende, und er wusste, er musste es akzeptieren.
„Ich habe die Bots angewiesen nicht zu feuern.“
Diese ruhige und coole Stimme war J.C. nur zu gut vertraut. Er drehte sich um und seine Vermutung wurde bestätigt. Es war sein Bruder Paul, zusammen mit den drei Bots und den Wachen bei der Gangway, die beiden Wachen hatten ihre Maschinengewehre auf J.C. gerichtet.
„Lass die Waffen fallen J.C.“ J.C. tat wie ihm geheißen. Einer der Wachen nahm die Waffen an sich. Er stand nun unbewaffnet und völlig perplex vor seinem Bruder der auch für die UNATCO arbeitete, so dachte er zumindest.
„Was ist hier los? Kannst du mir vielleicht erklären, was hier zum Teufel gespielt wird?!“
„Hör mir zu J.C.“ begann Paul beruhigend, „Hör mir gut zu. Ich bin Mitglied der NSF. Ich bin vor etwa drei Monaten übergelaufen.“
„Du... du bist übergelaufen? Vor drei Monaten? Und verdammt noch mal warum?!“ J.C.‘s erstaunen hatte sich in blanke Wut gewandelt.
„Damals vor drei Monaten bei meinem ersten Einsatz in Hongkong habe ich einen Mann getroffen Namens Tracer Tong.“
„Den Terroristenführer.“ Ergänzte J.C. trocken. „Der die Triaden jetzt gegeneinander aufgehetzt hat.“
„Das ist er bei weitem nicht, genau das Gegenteil. Er hat versucht die Triaden wieder zusammenzubringen. Er ist kein schlechter Mensch J.C., ich habe auch meine Zeit gebraucht, bis ich es akzeptieren konnte.“
„Was akzeptieren?“ wollte J.C. wissen.
„Dass ich mein ganzes Leben für die falsche Seite gekämpft habe. Wir haben bei der UNATCO zwar immer an die richtige Sache geglaubt, doch haben wir genau gegen sie gearbeitet!“
„Was erzählst du da für einen Dreck?!“ brüllte J.C. seinen abtrünnigen Bruder an.
„Die UNATCO ist nicht das, wofür wir sie halten. Sie gehört in Wirklichkeit einer anderen Organisation an, einer viel Größeren. Die haben nicht nur mit Terror – Bekämpfung zu tun, da gehts um alles.“
„Was soll dass heißen „Alles“?“
„Um die Kontrolle über sämtliche Bereiche, nicht nur über die sogenannten Terroristen wie die Leute von der NSF.“ Paul machte eine kurze Pause, „Du solltest mit Lebedev reden, er ist in der Maschine. Geh rein J.C., rede mit ihm und wenn du dann nicht überzeugt bist, kannst du gehen.“ Die Stimme seines Bruders hatte bei den letzten Worten einen schmerzlichen Unterton angenommen und sein Gesichtsausdruck schien von cooler Ausgeglichenheit zu schwerer Ratlosigkeit geworden zu sein. Paul wandte sich ab und die beiden Wachen taten es ihm gleich. J.C. stand nun einsam dort neben dem Flugzeug, indem der angebliche Terrorist saß, den er stellen oder nötigenfalls liquidieren sollte.

„Juan Ivanovich Lebedev?“
„Ich ergebe mich!“ sagte der Mann ruhig aber bestimmt.
„Wie bitte?“
„Die UNATCO tötet doch keine unbewaffneten Gefangenen.“
„Sie sind wohl kaum ein Gefangener. Dass ist ihr Flugzeug, ich bin selbst unbewaffnet und vor der Maschine stehen ihre Wachen. Ich bin eher der Gefangene als Sie. Mein Bruder sagte, ich sollte mit Ihnen reden.“
„Wenn Sie sich anhören wollen, was ich zu sagen habe?“
„Nun bin ich schon mal hier und hab nichts anderes zu tun.“
„Was hat Ihnen Paul bisher erzählt?“ wollte Lebedev wissen.
„Nur soviel, dass er und ich angeblich unser ganzes Leben lang an die richtige Sache geglaubt, aber für die falsche Sache gekämpft haben.“ Der Zynismus in seiner Stimme war nicht zu überhören.
„J.C., so schwer es Ihnen auch fallen mag es zu akzeptieren, Paul hat damit recht.“ Lebedev sprach ruhig und verständnisvoll, wie ein guter Vater der seinem kleinem Sohn erklären will, dass er etwas falsch gemacht hat. „Die UNATCO gibt vor, Terroristen zu bekämpfen, jedoch versucht sie nur Gegner von ihren wahren Zielen auszuschalten.“
„Und was sollen dass für wahre Ziele sein?“
„Zum einen die Eliminierung ihrer Widersacher, zum Beispiel der NSF. Sie haben die NSF im öffentlichen und politischen Ansehen zu einer Terrororganisation degradiert, obwohl die NSF 10 mal Rechtsschaffender ist als die UNATCO.“
J.C. verlor allmählich die Beherrschung. „Wie wollen Sie behaupten, die NSF sei rechtsschaffend?! Allein heute haben mindestens drei Dutzend NSF – Trooper versucht mich zu töten!“
„Und was haben Sie versucht J.C.? Im Auftrag der UNATCO? Sie haben sich lediglich verteidigt. Hat auch nur einmal ein Mann von der NSF versucht, Sie zu töten ohne dass Sie ihn angegriffen haben?“
J.C. musste für einen Moment inne halten. Nein, dass war nur eine plumpe Art, seine Meinung zu ändern. Die NSF war in Bereiche eingedrungen, wo sie nicht sein durfte, wo niemand sein durfte aufgrund der nationalen Sicherheit.
„Sie wollen mich lediglich beeinflussen, die NSF war die provozierende Seite, sie hat Gunther Herman gefangen genommen, die Freiheitsstatue belagert und die Ambrosia – Behälter gestohlen. Die NSF hat den Konflikt der letzten Tage heraufbeschworen!“
„So war es nicht J.C. Gunther Herman hat mit seinen Leuten ein NSF – Hauptquartier überfallen um einen ihrer Kommandanten zu entführen. Da er die dortige Truppenstärke falsch eingeschätzt hatte, wurde sein Trupp im Kampf eliminiert, Herman wurde festgenommen und sollte gegen einen der Unseren ausgetauscht werden. Doch dann haben sie ihn ja befreit und den Kommandanten doch noch in die Hände der UNATCO gespielt, oder besser gesagt, in die Hände des Majestic 12.“
„In wessen Hände?“ fragte J.C. irritiert.
„Majestic 12, dass ist die Vereinigung hinter der UNATCO. Die Stripenzieher, wenn man so will. Die Befehlshaber von Manderley.“
„Moment, mal einen Gang zurück schalten bitte!“ J.C. kam nicht mehr ganz mit. „Sie wollen mir also erzählen, dass die NSF sich immer nur verteidigt hat und die wahre Aggression von der UNATCO ausging, auf den Befehl einer Hintergrundorganisation namens Majestic 12?“ er sah Lebedev ungläubig an.
„Ob Sie es glauben wollen oder nicht, es ist die Wahrheit.“
„OK, dann nur mal angenommen, ich kaufe Ihnen das ab, wie passt da der Diebstahl der Ambrosia – Behälter ins Bild?“
„Wir wollten nur, dass das Ambrosia der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Dass hätte der Majestic 12 nämlich nie getan. Das Ambrosia wäre den Reichen und Mächtigen vorbehalten gewesen, und natürlich den Begünstigten der Partnerorganisationen.“
„Wer wiviel Ambrosia bekommt liegt aber in den Händen der Politiker.“
„Der Majestic 12 hat die Politik weitestgehend in der Hand. Und die Politiker, die man nicht kontrollieren kann, werden liquidiert, und meist hängt man es der NSF an.“
„Wenn Sie dabei wirklich an das einfache Volk gedacht haben, wieso haben Sie dann das Ambrosia nicht auf der Straße verteilt? Dass hätte dem einfachen Leuten doch am ehesten geholfen.“
„Was glauben Sie, wie Vielen diese Menge geholfen hätte?“
„Ca. 800 bis 1000 Menschen.“
„Sehen Sie? Dass ist gerade mal ein Tropfen auf den heißen Stein bei einer Millionen – Metropole wie New York. Wir hatten etwas besseres damit vor.“
„Und dass wäre?“
„Einer unserer führenden Wissenschaftler hatte vor, die Gen – Sequenz des Anti – Virus zu entschlüsseln damit wir dass Ambrosia reproduzieren könnten. Dann hätten wir beliebig viel Ambrosia herstellen und an die Bevölkerung verteilen können, nur damit dieser Plan gelingt, mussten wir sichergehen, dass wir auf jeden Fall eine große Menge Ambrosia bekommen würden. Zwei von den drei Behältern haben Sie ja bereits entdeckt und ihre Freunde von der UNATCO haben sie abgeholt. Dieser letzte Behälter hier in dieser Maschine ist unsere letzte Hoffnung.“
J.C. ließ sich noch nicht beirren. „Die Vermutung der UNATCO geht dahin, dass Sie und Ihre Partner lediglich ihr eigenes Leben sichern wollen und deshalb das Ambrosia entwendet haben.“
„Überlegen Sie doch J.C., falls das wirklich der Fall wäre, hätte ich es mir doch schon längst selbst verabreicht. Sie können den Behälter im Laderaum nachprüfen, er ist noch randvoll! Ebenso ist mein Blut frei von Antikörpern, was beweist, dass ich es nicht genommen habe.“
„Das lässt sich ja alles nachprüfen. Wenn Sie nichts dagegen haben nehme ich Sie dafür mit ins UNATCO – Hauptquartier.“ ‚Wenn ich nur selbst schon wüsste, wie ich dass anstellen will.‘
„J.C., auch wenn Sie mich in Gewahrsam nehmen, bitte, tun Sie mir einen Gefallen.“
Jetzt kam bestimmt wieder die alte Bitte nach einem Messer oder Strick, damit man selbst sein Leben in Ehre beenden konnte und sich nicht der Schmach des Verhörs aussetzen musste. Jedoch fragte J.C. mit angemessener Sachlichkeit: „Und was wäre dass für ein Gefallen?“
„Falls ich im Gewahrsam der UNATCO umkommen sollte, nehmen Sie Kontakt zu Tracer Tong auf und richten Sie ihm von mir aus, er war mir immer einer der besten Freunde.“
Das irritierte J.C. Die letzten Gefallen die man solchen Gefangenen immer tun sollte, waren meist Beihilfe zum Selbstmord, eine verblendete Stellungname in der Zeitung, dem Fernsehen und dem Internet, oder einfach jemanden Umbringen. Aber dass man einfach einem alten Freund einen Gruß ausrichten sollte, dass war J.C. neu.
Plötzlich drang lautes Gewehrfeuer von draußen in die Maschine. J.C. blickte sich rasch um und erspähte Agent Navarre in der Eingangstür des Flugzeugs.
„Gute Arbeit Denton!“ lobte sie J.C. „Wir haben dass Rollfeld übernommen und Sie haben Lebedev gestellt.“
„Es war mehr Zufall als kalkuliert.“ Gab J.C. zu.
„Nun seien sie nicht so bescheiden J.C., sie haben es an den Bots und den NSF – Einheiten vorbei geschafft. Dass war schon eine Leistung für sich.“
J.C. zögerte kurz. „Und an meinem Bruder. Paul ist übergelaufen.“ Seine Stimme klang geknickt.
Anna Navarre erstarrte fast. „Woher wissen Sie dass J.C.?“
„Er hat es mir selbst gesagt.“
Agent Navarre musste nach Luft schnappen. Dass änderte die Sachlage ganz gewaltig. Der Plan würde sich dadurch erheblich verändern.
„Dass... ist einfach unglaublich! Es tut mir leid für Sie.“
„Schon in Ordnung.“ Sagte J.C., obwohl gar nichts in Ordnung war. „Ich bringe Lebedev zur UNATCO.“
„Dass mach ich schon, gehn sie ruhig schon zum Helikopter.“
„Danke Anna.“ J.C. trat langsamen Schrittes zum Ausgang der Maschine. Die Sache mit Lebedev war vorbei, und seine wirren Ausflüchte ebenso. Er würde sich nun keine Gedanken mehr um Lebedev machen, sondern nur noch um Paul. Warum war er übergelaufen? Hatte ihm dieser Tracer Tong in Hongkong mit seinen hanebüchenen Geschichten die Lebedev eben ihm erzählt hatte wirklich den Verstand vernebelt? Nein, dass war nicht möglich, Paul war kein dummer kleiner Junge mehr, er war ein kluger erwachsener Mann.
J.C. kam aus dem grübeln nicht heraus bis zu dem Moment, als er aus der Maschine trat und einen einzelnen Schuss aus dem Inneren des Flugzeuges vernahm. Er machte auf der letzten Stufe kehrt und rannte zurück in dass Zimmer in dem er Navarre und Lebedev zurück gelassen hatte.
Anna stand dort über Lebedevs leblosen Körper gebäugt der am Boden auf dem Rücken lag, auf seiner Brust war ein kleines Einschussloch zu sehen, unter ihm zeichnete sich eine Blutlache ab. Anna hielt einen Revolver in der linken Hand, sie war Linkshänderin. Neben der Leiche lag eine kleine Magnum – Pistole.
Anna wandte ihren Kopf von Lebedev zu J.C. Er konnte ihren Blick nicht deuten.
„Er hatte eine Pistole gezogen.“ Sagte Anna nach einigen stillen Sekunden die J.C. wie eine halbe Ewigkeit vorkamen.
„Ja“ drückte J.C. tonlos hervor, „Da kann man nichts machen.“ Er konnte die Bestürzung in seiner Stimme kaum verbergen. „Aber war es wirklich nötig, ihn gleich zu erschießen?“
„Sie hatten doch ohnehin den Auftrag ihn zu liquidieren, oder?“ sagte Navarre vorwurfsvoll.
Ja, aber nicht um jeden Preis. Wenn er keine Gegenwehr leistet und sich ergibt, wäre er immer noch ein wichtiger Zeuge gewesen.“
„Es waren Sekunden, entweder er oder ich!“ Anna’s Stimme zitterte leicht.
„Schon gut, ich mache Ihnen ja keine Vorwürfe.“
„Die wären auch nicht gerechtfertigt. Schließlich war er ein Terrorist!“ nun hatte Anna sich wieder gefangen.
„Ja“ sagte J.C. „Ja dass war er.“ Nachdenklich und mit einem letzten Blick auf Lebedev verließ J.C. den Raum. Seine Gedanken kreisten rund um Lebedev und Anna. Er war gerade dabei das Flugzeug erneut zu verlassen, als er sich noch einmal umwandte und auf die Treppe blickte, die in den Laderaum führte.
‚Nein!‘ dachte er sich nach kurzem zögern, ‚Lebedev war ein Terrorist, er hat dass Ambrosia für seine privaten Zwecke entwendet und nicht um anderen zu helfen!‘ J.C. trat nun energisch aus der Maschine, den letzten Anflug von Zweifel ließ er im Flugzeug zurück. Es gab keinen Grund, den Ambrosia – Behälter zu überprüfen, es lag auf der Hand dass Lebedev sich selbst geimpft hatte. Die Unschuldsbeteuerung vorhin sollte J.C. lediglich verwirren und ihn ablenken, damit er ihn hätte erschießen können, genau wie er es bei Navarre versucht hatte. Lebedev war ein Terrorist, und Ende!

Geändert von Mike Denton (20.03.2006 um 02:33 Uhr).
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  #3  
Alt 19.02.2006, 02:37
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So, nun meine Story im Battery Park, wo J.C. das NSF - Quartier aushebt, viel Spaß, hoffe sie gefällt euch!

Deus Ex – Battery Park

J.C. war drin. Der NSF – Stützpunkt im Battery – Park war nicht sonderlich gut gesichert. Die beiden Wachen am Eingang waren schnell mit Betäubungspfeilen außer Gefecht gesetzt, und die Tür zu dem angeblichen „Reisebüro" war auch schnell mit einem Dietrich geöffnet. Nun war er nur noch wenige Schritte von dem Computer entfernt, der sämtliche Terrorziele in dieser Gegend in sich verbarg.
Er Schritt langsam auf den Computer zu, den Blick immer wachsam im Raum schweifend, da der Raum einige Möglichkeiten bot für einen Hinterhalt. Er hatte seine Pistole im Anschlag, seinen Vorrat an Betäubungspfeilen hatte er bereits aufgebraucht.
Er sah zu den Aktenschränken, die teilweise umgekippt waren. Ohne Zweifel, hier hausten sehr ordnungsbewusste Menschen. Die leeren Aktenordner die nicht mehr gebraucht wurden lagen auf dem Boden verstreut, die wo noch Nützliches enthielten waren auf einem wackligen alten Holztisch gestapelt.
J.C. erwartete jeden Moment einen Hinterhalt, und wie auf Kommando kam plötzlich heftiges Störfeuer auf. Anscheinend hatte sich ein NSF – Trooper hinter den Aktenschränken versteckt. J.C. warf sich zu Boden, so heftig, dass er sich dabei fast die Nase brach. Sein Puls war sofort auf 180, seine Sinne achteten auf alles was um ihn herum geschah. Er rollte sich unter einem umgekippten Aktenschrank, der auf einen anderen Aktenschrank gestürzt war an die Wand.
Er richtete sich an der Wand auf, der Aktenschrank bewahrte ihn vor dem Entdeckt werden.
Plötzlich erstarb das feindliche Feuer, anscheinend war sich sein Gegenspieler nicht sicher, wo sich J.C. befand. Diese Gelegenheit nutzte J.C. Er nahm einen der leeren Aktenordner vom Boden und warf ihn in Richtung Tür. Sofort begann der NSF – Agent damit, in Richtung Tür zu feuern, darauf hatte J.C. spekuliert. Damit hatte sein Gegenspiler seine Position verraten.
Er zog seine Stealth – Pistole und entsicherte sie, nun war J.C. beidhändig bewaffnet. Geduckt lief er an der Wand entlang auf seinen Gegner zu. Er lief keine Gefahr entdeckt zu werden, da der NSF – Trooper genau in die entgegengesetzte Rcihtung sah, nämlich zur Tür in deren Richtung er feuerte.
J.C. war an der Wand entlang nun in den Rücken seines Gegenspielers geschlichen, er war nur noch wenige Meter von ihm entfernt. J.C. erhob seinen rechten Arm um dem Mann mit dem Pistolengriff K.O. zu schlagen, doch wie einem inneren Impuls folgend drehte sich der Mann plötzlich herum. Er trug eine typische NSF – Uniform, jedoch ohne Gesichtsmaske. Sein Blick verriet Panik. Er riss die Pistole hoch die er mit beiden Händen umklammert hielt, doch J.C. war schneller. Er traf ihn vier mal, zweimal aus jeder Pistole. Ein Schuss ins Herz, einer in die Lunge und zwei Schüsse in die Magengegend. Der NSF – Mann brach tot zusammen. Obwohl es ein Terrorist war, fühlte sich J.C. nicht gut. Er hatte gerade das Leben eines Menschen beendet. Er blickte in die leeren aufgerissenen Augen seines Opfers. J.C. drehte sich um und ging zu seinem eigentlichen Ziel, dem Computer. Er war eingeschaltet und nicht gesichert, lediglich der Monitor war ausgeschaltet. Ein paar schnelle Tastendrücke und J.C. war in den Aufzeichnungen die er suchte. Er las in jedem Ordner einige Zeilen, jedoch waren die meisten nicht mehr aktuell. Die Terroranschläge die dort beschrieben wurden, waren bereits geschehen, beziehungsweise wurden erfolgreich vereitelt. J.C. öffnete einen Ordner nach dem anderen, aber er fand nichts was ihn weiterbrachte.
‚Soll der ganze Stress etwa umsonst gewesen sein?!‘ dachte sich J.C. Just in diesem Moment stieß er auf einen Ornder in dessen erster Zeile ein Datum stand, dass noch nicht vorüber war. Er las sich den Bericht durch, und mit jeder Zeile wurde sein Gesicht weiser. Der Bericht enthielt Hinweise auf ein Zugattentat, dessen Ziel es war, eine wichtige Person des öffentlichen Lebens zu töten. Was J.C. jedoch Schweiß auf die Stirn trieb, war das Datum, der Anschlag sollte heute stattfinden, in 20 Minuten in der U – Bahn des Battery – Parks...

Geändert von Mike Denton (01.03.2007 um 01:37 Uhr).
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  #4  
Alt 20.02.2006, 13:43
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So, jetzt hab ich endlich auch mal ein bisserl was geschrieben. Nachdem mich die Situation in der Anfangssequenz doch ziemlich beeindruckt hat, hab ich das mal versucht, ein wenig auszubauen:
Zur besseren Übersicht bzw. Abgrenzung zu DEUS EX 1 mach ich hier mal Farbe hin

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Chicago

Die Ruhe hatte irgendwie etwas Gespenstiges an sich. Gerade so, als hielt die Welt die Luft an, um in einem gewaltigen Orkan auszuatmen.
Alex hatte sein Training gerade beendet und befand sich auf dem Weg zu den Duschen, als die Stille plötzlich von dem durchdringenden Heulen des Alarms gestört wurde.
„Schon wieder Probealarm.“ Dachte Alex genervt und steuerte gelangweilt den Notausgang an.
Beinahe im selben Augenblick stürmten ihm eine handvoll Wissenschaftler entgegen, von denen ihn einer kurzer Hand am Arm packte und ihn mit sich riss! Alex verlor beinahe das Gleichgewicht, fing sich gerade noch und taumelte hinter dem Wissenschaftler her, der ihn unbeirrt hinter sich her in den Aufzug zerrte!
Immer noch völlig verwirrt stand er kurz darauf mit einem halben Dutzend Tarsus-Angestellten im Turbolift und fuhr mit ihnen nach oben. In den Gesichtern der anderen war die reine Panik zu lesen und langsam wurde es auch Alex mulmig. Offenbar handelte es sich keineswegs um einen Probealarm, aber was war geschehen?
Verwirrt fragte er einfach den Mann, der ihn immer noch am Arm festhielt: „Was ist denn hier los? Warum wurde Alarm ausgelöst?“
„Ein Attentat! Die.. die... es ist so schrecklich...!“ stotterte der Angesprochene und blickte wild um sich. „Raus...zum Hubschrauber!“ schrie er nur noch, als sich die Aufzugtüre öffnete und sich die kleine Gruppe auf dem Dach des Tarsus-Gebäudes wiederfand.
Und tatsächlich: Auf dem Dach standen zwei Hubschrauber mit laufenden Rotoren und warteten auf die Flüchtenden. Schnell sprang Alex mit den anderen in eines der Fluggeräte, während das andere bereits abhob. Kaum hatten sie die Türe geschlossen, startete auch ihr Helikopter und das keine Sekunde zu früh!
Mit einem gewaltigen Brausen, wie das eines enormen Wasserfalls zerbröselte die Tarsus-Akademie unter ihnen regelrecht, als sei sie aus Puderzucker! Aber nicht nur die Akademie, halb Chicago schien mit ihr dieses Schicksal zu teilen und jeder, der sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, zerfiel ebenfalls zu Staub!
Alex rieb sich irritiert die Augen. „Das kann nur ein schlechter Traum sein.“ Murmelte er verwirrt und versuchte, aus diesem scheinbaren Alptraum aufzuwachen, doch es war kein Traum, das war die reine Realität! Chicago mit all seinen Gebäuden, Straßen und Menschen zerfiel zu Staub! Und nichts und niemand konnte das verhindern!
Dieser unbekannte Wissenschaftler hatte ihm das Leben gerettet, das war unbestreitbar. Doch als Alex sich bei ihm bedanken wollte, konnte er ihn nicht in dem Hubschrauber entdecken. Hatte er es möglicherweise nicht mehr geschafft und war selber dem Attentat zum Opfer gefallen, oder saß er möglicherweise in dem anderen Helikopter? Alex würde das und die genaueren Details und Hintergründe des Attentates herausfinden, sobald sie wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten. Das hatte er sich fest vorgenommen! Doch gab es das überhaupt, Sicherheit? Wenn Attentäter es fertig brachten, eine ganze Stadt in Pulver zu verwandeln, wozu waren sie dann noch fähig?
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Doschtle
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  #5  
Alt 27.02.2006, 17:51
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Obwohl dieser Abschnitt der Geschichte jetzt nicht wirklich sehr spannend und ereignisreich ist, aber er gehört halt doch irgendwie dazu:

DEUS EX: INVISIBLE WAR
Seattle - Tarsus-Akademie

Ein Schrei riss Alex aus seinen Träumen! Was war geschehen? Wie kam er hierher?
Gleichzeitig mit den Erinnerungen kam auch die Erkenntnis, dass er von seinem eigenen Schrei aufgewacht war, was ihn keineswegs beruhigte.
Über das Attentat in Chicago hatte Alex immer noch nichts erfahren. Ganz im Gegenteil: Es schien sogar so zu sein, als wollte jeder, den er darauf ansprach, etwas verheimlichen, ja sogar abstreiten, dass es überhaupt einen Anschlag gegeben hatte!
Ohne auch nur den Hauch einer Information wurde Alex in ein Appartement gebracht, in dem er sich erst einmal richtig ausschlafen solle, wie man ihm riet. Alles weitere würde er zur gegebenen Zeit erfahren.
Pflichtschuldig hatte er sich in diese neue Situation ergeben und war wider allen Erwartungen tatsächlich eingeschlafen.
Immer noch verwirrt saß er auf der Bettkante, rieb sich die Augen und stand schließlich auf. Er musste unbedingt herausfinden, was geschehen war. Gründlich durchsuchte er als erstes sein Appartement und fand einige nützliche Dinge: eine Karte des Quartiers, Waffen, Munition, etwas Geld und ein Multitool. Als er die Gegenstände in seinen Taschen verstaut hatte, fiel sein Blick auf einen kleinen Holo-Projektor mit einer Nachricht, der auf dem Schreibtisch stand. Vielleicht würde er jetzt endlich erfahren, was geschehen war und schaltete das Gerät ein.
Die Mitteilung stammte von Leila Nassif, die ihn in Seattle herzlich willkommen hieß und ihn aufforderte, in den Trainingsbereich zu kommen, um sich mit den anderen Rekruten bekannt zu machen. Informationen über die Ereignisse in Chicago erfuhr er allerdings auch von ihr nicht. Enttäuscht verließ Alex sein Appartement, warf einen kurzen Blick auf die Karte, entdeckte erleichtert Billys Namen, verließ sein Appartement und machte sich auf den Weg zu ihrer neuen Unterkunft.
Eine plötzliche Explosion riss ihn beinahe von den Beinen und nur wenige Meter vor ihm brach ein Wachmann zusammen. Sofort zog Alex seine Waffe und drückte sich alarmiert in eine Nische an der Wand. Binnen kürzester Zeit füllte sich der Gang mit Rauch und Staub, dass man die Hand vor Augen kaum noch sehen konnte! Dann war alles wieder ruhig! Tödlich ruhig! Nachdem sich der Staub gelegt und der Rauch verzogen hatte, verließ Alex vorsichtig seine Deckung, vergewisserte sich, allein auf dem Gang zu sein und näherte sich dem Wachmann, der immer noch bewegungslos auf dem Boden lag. Ein Blick, ein kurzer prüfender Griff an die Halsschlagader und der schreckliche Verdacht wurde zur Gewissheit: Der Wachmann war tot! Neben ihm in der Wand klaffte dort, wo noch vor Kurzem ein Belüftungsschacht war, ein großes Loch, in dem allem Anschein nach die Bombe versteckt worden war. Alex bekam eine Gänsehaut. Wenn er nur wenige Augenblicke früher aus seinem Appartement gekommen wäre, würde er nun genau wie der Wachmann tot auf dem Boden liegen! Er hatte unbeschreibliches Glück gehabt!
Irgendwo in der Nähe öffnete sich eine automatische Tür und Alex ging sofort wieder in Deckung. Doch von dem Mann, der soeben um die Ecke bog, hatte er nichts zu befürchten. Es war ein weiterer Wachmann, der, von der Detonation alarmiert, nach dessen Ursache sehen wollte. Als er seinen toten Kollegen sah, blieb er wie angewurzelt stehen und sog hörbar die Luft ein.
„Was ... ist passiert?“ wollte er stockend von Alex wissen und kniete neben seinem Kollegen nieder.
„Eine Bombe, soweit ich das beurteilen kann.“ Erklärte Alex und deutete auf das Loch in der Wand. „Sie muss in dem Schacht versteckt gewesen sein. Wenn ich nur eine Sekunde schneller gewesen wäre, hätte sie mich auch erwischt!“
„Tot! Er ist tot!“ murmelte der Wachmann mehr zu sich selber und stand wieder auf. Erst jetzt blickte er Alex bewusst an. „Sie sind unverletzt?“
„Ja, mir fehlt nichts. Ich hatte unglaubliches Glück.“
„Ich werde Meldung machen. Bringen sie sich lieber in Sicherheit. Wer weiß, wozu diese Bastarde noch fähig sind!“
„Sie haben also einen Verdacht, wer das gewesen sein kann?“ hakte Alex nach.
„Das waren die Templer! Da bin ich mir absolut sicher!“ behauptete der Wachmann und drückte Alex einen Zettel in die Hand. „Das ist der Code für den Aufzug. Fahren sie hinunter in den Trainingsraum, dort werden sie die anderen Rekruten finden und sicher auch Leila Nassif. Sie wird ihnen sagen, was sie zu tun haben und wo sie in Sicherheit sind. Beeilen sie sich, bevor die Attentäter zurückkommen!“
Obwohl Alex viel lieber den Ereignissen auf den Grund gegangen wäre, befolgte er widerwillig den Rat des Wachmannes und machte sich auf den Weg zum Trainingsbereich.
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  #6  
Alt 02.03.2006, 23:18
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Nicht ganz nach Vorlage, aber das ist halt "künstlerische Freiheit"

DEUS EX – INVISIBLE WAR
Seattle – Tarsus-Akademie II

Nachdem Alex sich mit den anderen Rekruten Klara Sparks und Leo Jankowski bekannt gemacht hatte und weder aus ihnen, als auch aus Leila Nassif etwas über die jüngsten Ereignisse herausfinden konnte, sah er sich erst einmal im Trainingsbereich um.
Die Räumlichkeiten waren nicht gerade überragend, aber ausreichend um sich fit zu halten.
Gerade als er aus dem hinteren Bereich, in dem sich die Umkleideräume, Duschen, Toiletten und Spinde befanden, zurück zu den anderen Rekruten gehen wollte, hörte er einen Schuss! Instinktiv drückte er sich an die Wand neben dem Durchgang, zog seine Waffe, atmete noch einmal durch und spähte dann vorsichtig in die Sporthalle. In diesem Moment kam ein SSC-Posten um die Ecke und es hätte nicht viel gefehlt, da hätte er ihn erschossen! Im letzten Moment erkannte er seinen Irrtum und nahm die Waffe sofort herunter.
„Oh Mann, haben sie mich erschreckt! Was war das eben für ein Schuss?“
„Ein Suchender vom Orden ist hier eingedrungen! Bringen sie sich in Sicherheit, ich gebe ihnen Rückendeckung.“ Schlug der Posten vor, ohne auf Alex’ Frage einzugehen. Erst jetzt merkte er, dass es sich um eine Frau handelte.
„Kommt überhaupt nicht in Frage, mit dem werde ich schon fertig!“ behauptete Alex und bemerkte, dass die Frau eine Wunde am Arm hatte. „Sie sind verletzt!“ stellte er fest und wollte sich den Arm genauer ansehen.
„Das ist nur ein Streifschuss!“ behauptete sie und zog ihren Arm zurück. „Jetzt machen sie, dass sie rauskommen, ich kümmere mich schon um den Kerl!“
„Einen Teufel werde ich tun!“ blieb er stur, schob sie beiseite und betrat vorsichtig die Sporthalle.
Alles schien ruhig zu sein, nur ein kleines Detail verriet den Eindringling: Es war sein eigener Schatten, der sich hinter einem der Stützpfeiler auf dem Boden abzeichnete! Alarmiert schlich Alex näher, zog seinen Schlagstock und in dem Moment, als er zuschlagen wollte, entdeckte ihn das Ordensmitglied! Wie gelähmt starrte Alex in die Mündung dessen Waffe, unfähig sich zu bewegen! Doch auch sein Gegenüber hatte nicht mit ihm gerechnet und zögerte einen Moment zu lange! Schnell hatte sich Alex von seinem Schrecken erholt und stieß sich kraftvoll ab! Dabei riss er den Suchenden zu Boden, dass dieser seine Waffe verlor. Geschickt rollte sich der Eindringling ab, kam kurz darauf wieder auf die Beine und noch bevor Alex es verhindern konnte, griff er nach seiner Waffe. Ein Schuss ließ es in Alex’ Ohren klingeln, doch nicht etwa der Suchende hatte geschossen, es war der SSC-Posten! Stöhnend brach der Eindringling zusammen und noch bevor er auf den Boden aufschlug, war er bereits tot!
„Warum haben sie ihn getötet?“ wollte Alex anklagend wissen. „Er hätte uns sicherlich sagen können, was er hier wollte und wer sein Auftraggeber ist.“
„Na hören sie mal, junger Mann! Ich habe ihnen wahrscheinlich soeben das Leben gerettet und sie haben nichts besseres zu tun, als mir hier Vorwürfe zu machen?! Na, vielen Dank!“ entgegnete sie entrüstet. „Sie können ja mal versuchen, einen Suchenden zu verhören! Da kann ich ihnen gleich sagen, da werden sie kein Glück haben. Abgesehen davon ist doch klar, wer ihn geschickt hat: Der Orden! Und was er hier wollte ist auch klar: Die Einrichtung sabotieren und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch ein paar Tarsus-Mitarbeiter beseitigen!“
„Tut mir leid, ich wollte ihnen keinen Vorwurf machen, aber ich bevorzuge eben lieber die unblutigeren Methoden.“
„Sie sind ein echter Idealist, was? Na, vermutlich werden auch sie sich das bald abgewöhnen. Bisher ist es allen so gegangen.“ Meinte sie seufzend. „Tun sie sich selber einen Gefallen und passen auf sich auf. Hier wird mit scharfer Munition geschossen und wenn sie den nächsten Tag noch überleben wollen, sollten sie das auch tun!“
Mit diesen Worten verschwand sie durch den Durchgang zu dem Waschraum und ließ ihn einfach stehen. Ihre Worte schienen Alex noch den Ohren nachzuhallen, als er längst wieder auf dem Weg nach oben war.
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  #7  
Alt 20.03.2006, 02:54
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So, es hat ein bisschen sehr sehr lange gedauert, aber ich wollte die Story gleich komplett liefern, hat leider net geklappt
Hier hab ich jetzt erst mal den ersten Teil von der Geiselnahme in der U-Bahn, von voraussichtlich drei Teilen. Also, viel Spaß beim lesen, hoffe es passt.

Deus Ex – Geiselnahme: Teil 1

J.C. war, nachdem er die Informationen aus dem Computer des NSF – Quartiers gesehen hatte, mit einigen UNATCO – Troopern vor dem Eingang zur U – Bahn positioniert.
Jedoch waren sie zu spät, als dass sie die Station hätten sichern können. Es war eine Geiselnahme. Einheiten der NSF hatten sich in der U-Bahn Zentrale verschanzt und drohten, die Geiseln zu ermorden, insgesamt 10 bis 20 unschuldige Menschen. Irgendwie musste etwas durchgesickert sein von der Entdeckung der Informationen über das Attentat. Nun hatten die NSF – Trooper die U – Bahn – Station in ihrer Gewalt.
Die Treppe war mit Lam’s übersät, und der Fahrstuhl war unten blockiert. J.C. wusste, mit einfacher Diplomatie war es nicht getan.
„Anna, was gedenken Sie zu tun?“
„Na was wohl, Denton?“ gab Agent Navarre schroff zurück, „Wir haben keine Wahl. Runter zur U-Bahn kommen wir nicht, wegen der Lams. Andere Eingänge gibt es nicht. Wir können keinen Kontakt zur Bahn aufnehmen, da die NSF irgendwo hier in der Gegend einen Störsender deponiert hat, der sämtlichen Funkkontakt im Radius von 5 Meilen unterbindet.“
„Und das heißt?“ fragte J.C. ruhig, jedoch mit einer dunklen Vorahnung.
„Wir werden eine Rakete runter schicken die alle Sprengladungen und hoffentlich auch den Störschirm vernichtet.“ Navarre sprach davon, als plane sie ein Kaffee – Kränzchen.
„Hören Sie, Anna, dass können Sie nicht tun! Da Unten sind 10 bis 20 unschuldige Menschen!“ J.C. wollte dies nicht hinnehmen.
„Wenn Sie eine bessere Idee haben den Zug und die mehr als wichtige Person darin zu schützen, Denton, dann nur raus damit! Aber falls nicht, werde ich in 10 Minuten die Station sprengen.“
J.C. dachte kurz nach. „Geben Sie mir 15 Minuten Agent Navarre, ich werde eine Möglichkeit finden, dass ohne eine große Explosion zu Beenden.“
Navarre sah ihn mißbilligend an, schließlich sagte sie: „Ok, aber in 15 Minuten landet eine Rakete aus meinem GEP – Werfer dort unten!“
J.C. bedankte sich knapp und wandte sich einer kleinen Gruppe von Menschen zu, die etwas abseits standen. Es waren einige Penner, die sich neugierig um den Eingang der U – Bahn herumdrückten. Er nahm sich einen bei Seite und sprach mit ihm...

Geändert von Mike Denton (30.04.2006 um 04:39 Uhr).
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  #8  
Alt 30.04.2006, 04:22
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Sooo, puh, jetzt hab ich des nächste Stückchen geschafft! Hat lange genug gedauert. Ich hoffe, ihr fidnet es gelungen Also dann, viel Spass beim lesen!

Deus Ex - Geiselnahme: Teil 2
‚Dieser Denton!‘ dachte sich Special - Agent Navarre. ‚Ein paar Geiseln waren ein annehmbarer Preis für das Leben dieser Person in dem Zug. Es war eine Person, die enorm wichtig war im Bereich der Erforschung von Ambrosia, dem einzigen Mittel gegen diese gravierende Seuche. Ohne Zweifel, das Leben dieser Person war wesentlich wichtiger als das von ein paar Geiseln, dass wurde den Agenten in der Grundausbildung in der zweiten Woche begebracht. Die Lage sondieren, mögliche Lösungswege erarbeiten und wenn nicht alle Personen zu retten sind, abwägen, welche Personen am Wichtigsten sind.
Anna Navarre nahm ihr Funkgerät aus der Gürteltasche und wollte eine Durchsage an das Einsatzteam machen, als ihr das abnormale Rauschen im Gerät in Erinnerung rief, dass hier irgendwo ein Störschirm jeglichen Funkkontakt unterband. Wütend starrte sie das Gerät an und warf es in eine Ecke der Pennerhütten die hier standen. Sie stapfte in Richtung des Einsatzteams. ‚Soll doch dieser verdammte Denton machen, was er will, ich tue, was ich tun muss.‘

„Sie waren also da unten als die Leute von der NSF kamen?“ fragte J.C. einen der Penner.
„Und ob!“, gab ihm sein Gegenüber mit einer starken Bierfahne als Antwort. „Haben mich einfach gepackt und rausgeschmissen. Und dass, obwohl ich früher selbst bei der NSF war, nen hohen Posten hatte ich inne!“
‚Ein kleiner unbedeutender Handlanger wirst du gewesen sein, der damals nicht mal wusste, dass die kleine Firma für die er arbeitete unter dem Einfluss der NSF stand. Die NSF hatte vor anderthalb Jahren mehrere kleine Firmen infiltriert, ohne dass irgend jemand Verdacht geschöpft hatte. Das Pikante daran, es waren hauptsächlich Firmen, die Teile für die Waffenindustrie herstellten.
Vor sechs Monaten hatte die UNATCO von einem Informanten den Tip, dass bei einer dieser Firmen etwas mit der NSF laufen würde, daraufhin sah man sich dort mal etwas genauer um, und wurde fündig.
„Haben Sie gesehen, wie viele Geiseln die Terroristen haben?“
„Als ich unten war warteten etwa 10 Leute auf die U-Bahn, und fünf Kollegen von mir waren da, aber von denen haben sie auch drei Rausgeschmissen.“
‚Seltsam‘ dachte sich J.C., normalerweise nahmen sich Terroristen immer so viele Geiseln wie möglich, außer natürlich, sie verfolgten ein Ziel, dass man noch nicht erahnen konnte.
„Konnten Sie sehen, wie viele Terroristen es waren?“
„Zwölf, da bin ich mir sicher. Ein Terrorist war eine Frau, sie war nicht maskiert, aber sonst alle.“
Hätte es J.C. nicht besser gewusst, hätte er gedacht, die Terroristen würden fliehen wollen, dann hätte man allerdings nur so viele Geiseln genommen wie es Terroristen wären, für jeden Terroristen eine Geisel als Schutzschild. Aber da sie einen Bombenanschlag verüben wollten und es keinen Ausweg gab, war diese Idee abwegig. J.C. zermarterte sich den Kopf über das verfluchte Motiv dieser NSF – Trooper ausgerechnet zwölf Geiseln zu nehmen, als ihm bewusste wurde, dass es ihm in knapp zwölf Minuten herzlich egal sein konnte, weshalb dort unten zwölf Terroristen mit zwölf Geiseln saßen...

Geändert von Mike Denton (10.11.2006 um 02:15 Uhr).
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  #9  
Alt 28.05.2006, 03:25
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So...irgendwie kommts zur zeit immer im Monatstakt,ich hoff mal, dass ich die nächste Zeit mal wieder schneller was vorzeigbares zustande bringe
Hoffe ihr habt Spaß beim lesen, und seid wie immer net zu kritisch

Deus Ex - Geiselnahme Teil 3

Der Zug fuhr eine gemächliche Geschwindigkeit, zumindest für die heutige, schnellebige Zeit. Doch ihm kam es vor, als dauerte die Fahrt bereits Tage. Das Ziel war nahe, doch noch längst nicht erreicht. Wenn auch nur der geringste Fehler passieren würde... Sein Kontaktmann in der UNATCO hatte ihm mitgeteilt, dass ein äußerst guter Agent an dem Fall arbeitete, ein gewisser J.C. Denton. Es wäre gut möglich, dass er etwas herausfinden würde. Doch für diesen Fall war er ja hier im Zug. Er wusste, es war ein großes Opfer, zum dem er sich freiwillig gemeldet hatte, aber wenn der Plan dafür gelang, war es das wert.
Seine Aufgabe war es, die Telefonanlage des Zugs zu sabotieren. Somit war eine Kommunikation mit der Welt außerhalb des Zuges unmöglich, da sie die meiste Zeit unter der Erde unterwegs waren. Und dort funktionierten keine Handys. Jedoch gab es auch eine Teilstrecke kurz vor dem Ziel, die Überirdisch verlief. Für dieses Problem wurde ein Störsender in der U-Bahnstation durch die der Weg des Zuges führte deponiert. Es war an alles gedacht, jedoch konnte ein nur kleiner Fehler den ganzen Plan zunichte machen...
„Frank?“
Die Stimme seines Arbeitgebers riss ihn aus seinen Gedanken. „Ja?“
„Kommen Sie doch bitte mal.“
Frank stand aus seinem Sitz auf und trat zu seinem Chef, der einige Meter von ihm entfernt in einem der Luxussitze saß.
„Was kann ich für Sie tun, Sir?“
„Ich möchte Sie gerne zu einer Revanche einladen. Ich habe Ihnen noch nicht verziehen, dass Sie mich letzten Donnerstag bei unserer Schachpartie so schnell Matt gesetzt haben.“ Sein Chef lächelte ihn herausfordernd an.
Frank erwiderte das Lächeln. „Ich werde Ihnen gerne eine Chance bieten, sich zu revanchieren und mich Matt zu setzen.“ ‚Solange wir Sie dann in 15 Minuten für immer Matt setzen, Sie verdammter ******kerl!‘

J.C. zermarterte sich dass Hirn auf der suche nach einem Ausweg, aber es wollte ihm partout keiner Einfallen. Der Zeitdruck wurde von Sekunde zu Sekunde höher und das pausenlose Gerede des Penners, der einen Schwank nach dem anderen aus seinem Leben zum Besten gab half nicht wirklich dabei sich zu konzentrieren.
Eine Betäubungsgranate? Nein, die Wirkung würde zu langsam einsetzen, ein paar Geiseln würden sie bestimmt töten, außerdem hätte J.C. seinen Hintern darauf verwettet, dass zumindest ein paar der Gesichtsmasken der NSF – Trooper gleichzeitig Gasmasken waren.
„Aber wissen Sie was? Diese Kerle und dieses Weib vergraulen mich nicht! Ich geh da wieder runter!“
‚Der Trottel hat wohl noch nicht mitbekommen, dass der Weg nach unten mit Lam’s zugepflastert ist.‘
„Die denken sich wohl, sie habens hier mit nem Anfänger zu tun, aber ich kenn nen anderen Weg nach unten, meinen Schleichweg!“
J.C. dachte erst, er hätte sich verhört. „Sagten Sie gerade „Schleichweg“?“
„Na klar!“ prahlte der Penner. „Da kommt man ungesehen runter. Den Weg kennt keiner, außer mir!“

Geändert von Mike Denton (10.11.2006 um 02:15 Uhr).
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  #10  
Alt 30.06.2006, 01:56
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Tja, wie gesagt, irgendwie schaff ichs immer nur jeden Monat was reinzustellen, aber ich glaub, ich hab ganz fleißig geschrieben,und ich hoff natürlich wie immer, dass es euch gefällt Also, auf gutes lesen!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 4
Sie spielten gerade erst ein paar Minuten, und Frank hatte schon drei Bauern und einen Läufer verloren. Er konnte sich kaum auf das Schachspiel konzentrieren, zu groß war seine Aufregung und Anspannung wegen der bevorstehenden Ereignisse. Desto mehr Zeit verging, umso mehr Zweifel nagten an ihm. Nicht am Ziel seines Einsatzes, jedoch ob er ihn selbst hätte ausführen sollen. Es bedeutete seinen sicheren Tod. Aber hätte er den Auftrag nicht angenommen, hätte ein anderer seiner Kollegen seinen Platz hier in dem Zug einnehmen müssen. Und das wollte er nicht. Er wollte seine Kollegen, mit denen er seit der Ausbildung befreundet war, nicht in diesem Zug wissen. Und er hoffte inständig, dass alle seine Kollegen in der U – Bahn – Station sich in Sicherheit bringen konnten. Wenn alles nach Plan lief, dann dürfte es kein Problem sein, aber falls etwas zu früh nach außen drang, dann wäre alles in Gefahr.
„Frank, Sie sind ja gar nicht bei der Sache.“
Die Stimme seines Chefs riss Frank aus seinen trüben Gedanken. „Dass ist leider war.“ Gab er mit einer unbekümmert klingenden Stimme zurück. „Ich schätze mal, dass Sie heute zu Ihrer Wiedergutmachung für die letzte Niederlage kommen.“
„Das will ich doch hoffen!“ Sein Arbeitgeber machte ein nachdenkliches Gesicht. „Allerdings kann es auch sein, dass Sie mich hinters Licht führen.“
Frank blickte leicht erschrocken auf. Hatte er sich irgendwie verraten? Hatte sein Chef Verdacht geschöpft?
„Sie wollen mich vielleicht nur in Sicherheit wiegen um mich mit einer ausgeklügelten Taktik Matt zu setzen.“ Sein Chef lächelte ihn herausfordernd an.
Franks Gesichtszüge entspannten sich wieder. ‚Wenn du wüsstest wie recht du damit hast!‘
„Tja, ich werde den Teufel tun und Ihnen meine Taktik auf die Nase binden.“ Sagte Frank mit einem lachen.
„Dessen bin ich mir bewusst.“
Das Schachspiel setzte sich fort, und Frank verlor einen weiteren Bauern, jedoch brachte ihm der Verlust des Bauern einen Turm seines Gegners ein. Ein schneller Geistesblitz seines großen Schachwissens verschaffte ihm diesen guten Schachzug.
„Ich habe es doch geahnt!“ Frank’s Gegenspieler strich sich mit der rechten Hand über die Stirn, er überlegte seinen nächsten Zug.
Frank blickte wie beiläufig auf seine Armbanduhr. Nicht mehr lange, nur noch knappe 15 Minuten bis zum Ziel...

Zur gleichen Zeit lief J.C. einem Penner am Rande der U – Bahn – Station hinterher. Er sollte J.C. seinen sogenannten Schleichweg nach unten zeigen. J.C. hatte nur noch 12 Minuten bis der Zug hier durchfahren würde, und nur noch 10 Minuten bis Special Agent Navarre die Station sprengen würde.
Sie standen nun bei einigen alten Pennerhütten und der Penner sah J.C. an und fragte:
„Also, wo ist mein Geld?“
J.C. griff in seine Rechte Manteltasche und zog einen Standard – Credit - Chip heraus, er war etwas kleiner als eine Telefonkarte, konnte aber genauso benutzt werden, vorrausgesetzt es war Geld drauf. Aus der rechten Tasche seiner Hose zog er seinen persönlichen Credit – Chip und einen sogenannten Cash – Cutter. Damit konnte man Credit’s, die virtuelle Währung dieser Zeit, von einem auf einen anderen Credit – Chip übertragen und natürlich auch das Guthaben auf den Chip’s prüfen.
J.C. zog den Standard – Chip aus dem Cash – Cutter und reichte ihn dem Penner.
„200 Credit’s, wie abgemacht.“
„Zeigen Sie mir das Guthaben auf dem Chip.“ verlangte der Penner.
J.C. seufzte. Dass diese Penner immer so misstrauisch sein müssen. Aber sie wurden wahrscheinlich schon oft genug hereingelegt, oder hatten andere hereingelegt.
J.C. steckte den Chip also nochmals in den Cash – Cutter und hielt ihn dem Penner hin.
„Und der Code?“ fragte der Penner.
„Kein Code, das ist ein Blanco – Chip.“ J.C. drückte ein paar Tasten.
Es huschte ein Lächeln über das Gesicht des Penners.
J.C. zog den Chip wieder aus dem Garät und hielt ihn dem Penner abermals hin.
„Also, wo ist der Weg?“ wollte J.C. mit wachsender Ungeduld wissen.
Der Penner ergriff den Chip und ließ ihn in seiner schmutzigen grünen Strickjacke verschwinden.
„Sie stehen direkt davor Kumpel.“
„Wie bitte?“ fragte J.C. ungläubig und blickte sich um. Er stand vor einer alten, halb zerfallenen Pennerbehausung.
„Sie haben schon richtig gehört“ versicherte ihm der Penner und trat einen Schritt in die Baracke. Er kniete sich hin und fummelte an einem zerrissenen Stück Teppich herum. Als er den Teppich beseite geschoben hatte, kam eine Metallplatte zum Vorschein. Während er auch diese versuchte wegzuschieben erzählte er: „Damals als man die alte Station erweitert hat, wurden technische Luftaufbereiter installiert, deshalb hat man die alten Lüftungsschächte mit Zement ausgegossen, aber den haben sie wohl vergessen oder so ein Fuzzi wollte früher Feierabend machen.“ J.C. musste seine Meinung über diesen Penner korrigieren, anscheinend hatte er sich seinen Verstand doch noch nicht weggesoffen.
Die Metallplatte bewegte sich kaum, nach kurzer Zeit beugte sich J.C. runter, aktivierte seine Kraftverstärkung im linken Arm und schob die Metallplatte mit einer Hand mühelos beiseite. Der Penner sah J.C. erstaunt an, dann begann er den Weg zu erklären. J.C. bat ihn, sich kurz zu fassen, da ihm die Zeit davon lief.
„Achten Sie auf die Schächte links! Da hat sich ne Menge Kondenswasser gesammelt. Wenn Sie da reinfallen ersaufen Sie möglicherweise.“ Mit dieser Warnung schloss der Penner seinen Vortrag. J.C. bedankte sich und stieg die kleine glitschige Metallleiter in die Dunkelheit hinab. Der Penner verdrückte sich schnell, vermutlich in Richtung des nächsten Kiosks oder Schanpsladen.
J.C. krabbelte auf allen Vieren durch den Lüftungsschacht. Er war feucht und die Luft abgestanden, außerdem war es stockdunkel. J.C. aktivierte die Restlichtverstärkung und der Luftschacht wurde in eine blau – grüne Heligkeit getaucht.
J.C. versuchte schneller voran zu kommen, aber der Schacht war für seine breiten Schultern doch etwas schmal. Darüber hinaus blieb er auch ständig mit seinen Waffen irgendwo hängen die seine Jacke ausbeulten.
Links und rechts waren immer wieder Schächte die anscheinend in eine endlose Dunkelheit hinab führten. Nach knapp einer Minute teilte sich der Schacht nach links und rechts. J.C. hielt sich rechts und nach einem kurzen Stück sah er einige Schachteln vor sich. Er schob sie vorsichtig aus dem Weg, dann sah er, was er sich erhofft hatte, die U – Bahn – Station.

Geändert von Mike Denton (16.07.2006 um 01:47 Uhr).
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  #11  
Alt 01.07.2006, 23:35
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So, wie verprochen, hier mal wieder ein bisserl was zu lesen
Ich hoffe es gefällt, bin aber auch für Tipps und Kritik offen

Seattle Tarsus Akademie III

Durch den Alarm waren sämtliche Sicherheitstüren verriegelt worden, so dass Alex nur noch der Weg zu dem Aufzug offen blieb.
Immer noch ein wenig irritiert von dem Angriff vor wenigen Augenblicken betrat er die Etage, in der sich die Quartiere der Rekruten befanden und fand ein heilloses Durcheinander vor. Offenbar war hier mehr explodiert, als diese eine Bombe, die auch beinahe sein Leben gefordert hatte. Überall in diesem Stockwerk schwelten Teile von Einrichtungsgegenständen und klafften teilweise riesige Löcher in Wänden und Türen. Das Chaos war perfekt!
Ein Geräusch ließ Alex innehalten. Ein Husten. Prustend und schnaubend bahnte sich ein Wachmann seinen Weg durch die Trümmer und versuchte vergeblich mit den Armen wedelnd den Rauch vor seinem Gesicht zu vertreiben.
Überrascht blieb er stehen, als er Alex erblickte. „Was machen sie denn noch hier? Verlassen sie das Gebäude bevor hier noch etwas einstürzt. Alle anderen wurden bereits evakuiert!“
„Was ist denn hier passiert? Noch eine Bombe?“
„Eine? Pah!“ der Wachmann machte eine abwertende Handbewegung. „Das war ein echtes Feuerwerk hier! Die haben ganze Arbeit geleistet, wollten wohl sicher sein, alle Rekruten zu erwischen. Gut, dass keiner von euch hier war, als das passiert ist!“
„Die?“ wollte Alex wissen. „Klingt ja gerade so, als hätten sie einen Verdacht.“
„Also wenn sie mich fragen.“ Fing der Wachmann an und fügte etwas leiser hinzu. „Aber mich fragt ja keiner und gesagt wird einem hier ja auch nie irgend was!“
„Mich interessiert schon, was sie denken.“ Hakte Alex vorsichtig nach.
„Ich bin ja davon überzeugt, dass das diese... diese Fanatiker waren, diese... diese religiösen Ordensbrüder, diese Templer!“ erklärte er aufgebracht. „Bringen sie sich lieber schnell in Sicherheit, möglicherweise schleicht hier noch einer von ihnen herum.“
„Lassen sie mich das erledigen und halten sie mir lieber den Rücken frei.“
„Wenn sie meinen.“ lenkte er ein. „Auf mich können sie zählen.“
„Danke.“
Alex durchsuchte systematisch alle Appartements nach nützlichen Gegenständen, ließ aber dabei nicht außer Acht, dass er noch auf unerwünschten Besuch treffen könnte. Bis auf ein paar Multitools und ein paar Müsliriegel fand er nichts, was sich gelohnt hätte mitzunehmen.
Plötzlich waren auf dem Gang Schritte zu hören und Alex dachte, der Wachmann sei ihm nachgelaufen, um ihm bei der Suche nach einem eventuellen Templer zu helfen, doch es war nicht der Wachmann und Alex hätte diesen Irrtum um ein Haar mit seinem Leben bezahlt!
Gerade noch im allerletzten Moment konnte er sich eng an die Wand drücken, als er den Suchenden vom Orden auf dem Flur erspähte! Hatte ihn der Fanatiker auch gesehen? Langsam zog Alex den Schlagstock aus der Halterung und spähte vorsichtig um die Ecke. Der Templer hatte seinen Weg bereits ein kleines Stück fortgesetzt, ohne von Alex Notiz genommen zu haben. Nach wenigen Augenblicken befand er sich auf selber Höhe mit ihm und ging unbeirrt weiter in Richtung des Liftes.
So leise wie irgend möglich schlich Alex hinter ihm her, holte aus und schlug ihm den Schlagstock mit aller Kraft über den Schädel.
Mit einem seufzenden Stöhnen kippte der Templer einfach um und blieb regungslos liegen. Alex überzeugte sich davon, ihn nicht umgebracht zu haben, durchsuchte ihn nach etwas Brauchbaren, fand alerdings nichts, schleifte ihn in das nächstbeste Bad und schloss ihn darin ein.
Noch einmal sollte ihm eine solche Fahrlässigkeit nicht passieren!
Zurück in seinem Appartement suchte er nach dem Durchgang, von dem Billy ihm erzählt hatte, nachdem sich die Sicherheitstüre hinter ihr geschlossen und Alex keine Gelegenheit mehr gehabt hatte, ihr zu folgen.
Kurz darauf hatte er das große Loch in seiner Badezimmerwand gefunden und kletterte neugierig hindurch. Er fand sich in einer Art Anschlussraum wieder, durchquerte ihn und öffnete vorsichtig die Türe. Es war niemand zu sehen. Nichts desto trotz setzte Alex seinen Weg mit äußerster Vorsicht fort und fand auch bald den Schrank mit den Implantaten, die Billy erwähnt hatte. Schnell setzte er sie ein und verließ auch diesen Raum durch eine weitere Türe. Eine Frau im weißen Kittel, die ihn an die Wissenschaftler in Chicago erinnerte, starrte ihn erschrocken an. „Alex! Was tun sie denn noch hier? Ich dachte, es seien alle Rekruten längst evakuiert worden.“
„Die Sicherheitstüren hatten da etwas dagegen.“ Erklärte er entschuldigend. „Wo geht’s hier raus?“
„Überhaupt nicht! Die Templer haben die Sicherheitscodes geknackt und das gesamte Gebäude in ihrer Gewalt! Die Selbstschussanlagen spielen verrückt und niemand kann sie umprogrammieren oder abstellen!“
„Das werden wir ja noch sehen!“ erklärte Alex entschlossen. „Haben sie eine Karte oder einen Plan, wo sich die Geschütze und die dazugehörigen Bedieneinheiten befinden?“
„Nein, leider nicht.“ Bedauerte sie aufrichtig.
„Tja, dann muss es auch so gehen.“ Entschied er und wandte sich der nächsten Türe zu.
„Warten sie, Alex! Gleich hinter dieser Türe befindet sich eine dieser Selbstschussanlagen. Es ist wohl besser, sie gehen dort wieder raus, von wo sie reingekommen sind.“
„Nein, da geht’s auch nicht weiter!“
Vorsichtig öffnete Alex die Türe und stellte sich genau unter das Geschütz, somit konnte es ihn nicht ‚sehen’ und er hatte die wohl beste Position eingenommen, es mit einem Multitool auszuschalten.
„So einfach geht das?“ wollte die Wissenschaftlerin verblüfft wissen. „Brauchen sie noch mehr Multitools, Alex?“
Diesmal war er es, der sie verwundert ansah. „Ja, gerne. Haben sie denn noch welche?“
„Natürlich. Moment, ich hole sie.“
Es dauerte wirklich nur einen Augenblick, als sie mit einer Hand voll Multitools zurückkam.
„Viel Glück damit.“ Wünschte sie ihm und reichte ihm vier dieser praktischen Werkzeuge.
„Vielen Dank, das werde ich brauchen.“
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  #12  
Alt 02.07.2006, 12:28
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Und gleich noch eins obendrauf


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Seattle – Tarsus Akademie IV

Alex lag auf dem Bauch und schob sich langsam vorwärts. In dem Stockwerk unter ihm pattroulierten zwei schwer bewaffnete Templer, von denen er auf keinen Fall entdeckt werden wollte. Irgendwo in der Nähe tackerte eine Selbstschussanlage scheinbar unkontrolliert hin und her und ‚suchte’ nach potentiellen Zielen.
Kurz bevor Alex die gläserne Abtrennung des Geländers erreicht hatte, schrabbte er mit seiner Pistole über den Boden, was ein schnarrendes Geräusch verursachte. Prompt blieb der Templer, der ihm am nächsten stand, stehen und lauschte. Alex erstarrte und wagte kaum zu atmen!
Der Suchende des Ordens schüttelte kurz darauf den Kopf, als wolle er sich die Erinnerung an das Geräusch aus den Ohren schütteln und setze seine Pattroullie fort.
Erleichtert atmete Alex aus und schob sich langsam wieder vom Rand des oberen Stockwerkes zurück. Als er einige Meter davon entfernt und somit nicht mehr Gefahr lief, entdeckt zu werden, richtete er sich leise auf und lief gebückt auf den Luftschacht zu, dessen anderes Ende nach seinen Vermutungen auf der anderen Seite des Raumes, in dem sich die Templer aufhielten, enden musste.
Leise hakte er die Verriegelung aus und öffnete das Gitter. Genau in dem Moment, als er hineinkriechen wollte, kam ihm ein sirrendes, springendes Etwas entgegen und verpasste ihm eine ordentliche Portion Stromschläge! Ein Spiderbot!
Beinahe hätte Alex einen Schrei losgelassen und sich dadurch verraten, doch er behielt trotz der Schmerzen und des Schreckens einen kühlen Kopf, zog eine EMP-Granate aus seiner Tasche, aktivierte sie und schleuderte sie dem Spiderbot entgegen. Ein Knistern erfolgte und das elektronische Insekt war lahmgelegt!
Alex widerstand dem Drang, seine Wut an dem unliebsamen Objekt auszulassen, da die Templer sicher aufmerksam werden würden, wenn plötzlich ein defekter Spiderbot durch den Raum geflogen käme, und kroch noch einmal in den Schacht. Diesmal hielt er aber ständig eine EMP-Granate einsatzbereit in der Hand, auch wenn ihn das beim Krabbeln behinderte.
Wider erwartend endete der Schacht keineswegs am anderen Ende des Raumes, sondern genaugenommen etwa mittig darüber! Stahlträger auf Höhe des oberen Geschosses bildeten im Abstand von etwa zwei Metern die Decke des unteren Labors. Alex war also von unten zu sehen, sobald einer der beiden Templer auf die Idee kam, nach oben zu sehen. Dieses Risiko musste er allerdings eingehen, wenn er auf die andere Seite des Raumes wollte. Vorsichtig und auf allen vieren kroch Alex auf dem Stahlträger weiter, als er plötzlich unter sich das tackernde Geräusch der Selbstschussanlage hören konnte! Schräg unter dem Geschütz in einer Nische befand sich auch die Bedieneinheit dafür. Doch wie konnte Alex dort hinkommen, ohne weder von den Templern, noch von dem Geschütz entdeckt zu werden?
Mit den Multitools hätte er problemlos die Selbstschussanlage lahm legen können, doch das wäre den Templern schneller aufgefallen, als es Alex gelungen wäre, sich in Sicherheit zu bringen und auf dem Stahlträger präsentierte er sich ja geradezu wie auf dem silbernen Tablett! Und da keiner der Stahlträger nahe genug an das Geländer des gegenüberliegenden Raumes führte, blieb ihm nur der Weg nach unten!
Aufmerksam beobachtete er die Templer und wartete auf eine passende Gelegenheit, von dem Stahlträger auf einen Schrank unter sich zu klettern.
Er musste eine Weile warten, kletterte dann schnell, aber leise nach unten und blieb einen Augenblick in der dunklen Ecke neben dem Schrank in der Hocke sitzen. Nach einigen weiteren Minuten konnte er sich auch dort hinauswagen und schlüpfte unbemerkt in die Nische, in der sich auch die Bedieneinheit der Selbstschussanlage befand.
Es dauerte nicht lange, da hatte er den Sicherheitscode geknackt und programmierte das Geschütz um.
Nur einen Bruchteil einer Sekunde später brach ein wahres Chaos in dem Labor aus! Das Geschütz feuerte auf die beiden völlig überraschten Templer, von denen sich einer in einem heldenhaften Hechtsprung in die Nische zu retten versuchte, um das Geschütz wieder umzuprogrammieren, dort allerdings von Alex nicht gerade freundschaftlich empfangen wurde! Der Templer war dermaßen mit der Situation überfordert, dass er den Schlagstock wohl kaum wirklich wahrnahm, als ihn dieser mit voller Wucht auf dem Schädel geschlagen wurde! Ächzend brach der Templer zusammen, fiel dabei allerdings aus der Nische heraus und wurde Opfer des Geschützes!
Vom zweiten Templer war nichts mehr zu sehen, doch die Selbstschussanlage feuerte nach wie vor auf eine Stelle am anderen Ende des Labors.
Alex hatte nun von dem Geschütz nichts mehr zu befürchten, wohl aber von dem zweiten Templer und wagte sich vorsichtig aus seiner Deckung.
Die Selbstschussanlage verstummte für einen Moment und tackerte dann wieder ‚suchend’ hin und her. Langsam näherte sich Alex der Stelle, auf die das Geschütz zuletzt gefeuert hatte und entdeckte den zweiten toten Templer, der sich erfolglos versucht hatte, hinter einem Schreibtisch zu verstecken, doch offenbar war ihm das nicht ganz gelungen und das Geschütz hatte das Möbel systematisch zerlegt und den Templer schließlich getötet!
Alex hatte keine Ahnung, wie viele Templer sich noch in den Laboren aufhielten, beschloss deshalb, weiter auf der Hut und auf alles gefasst zu sein.
Nachdem Alex zwei weitere Räume durchsucht und dabei zwei der begehrten Schwarzmarkt-Modifikationen gefunden hatte, erreichte er einen weiteren Raum, in dem ein Medibot in der Luft schwebte. Erleichtert ließ er sich von dem mechanischen Arzt die Verletzungen, die ihm der Spiderbot zugefügt hatte, versorgen und machte sich frisch gestärkt wieder auf, weitere Templer, Wissenschaftler oder wenigstens den Ausgang zu finden.
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Alt 08.07.2006, 21:22
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Ich hab da gestern Abend noch was "verbrochen". Ich finds ja bisserl langatmig, hab aber ehrlich gesagt auch keine Lust mehr, alles runterzukürzen, bis nix Gescheites mehr übrig bleibt. Aber lest selbst und viel Spaß dabei


DEUS EX - INVISIBLE WAR
Upper Seattle

Alex beschloss, sich erst einmal in der neuen Stadt umzusehen und ignorierte vorerst alle Befehle und Ratschläge von Kollegen und Vorgesetzten.
Nachdem er eine Weile durch Upper Seattle gelaufen war und sich von den merkwürdigsten Personen anquatschen lassen hat müssen, setzte er sich erst einmal in ein kleines Cafe und bestellte sich einen Kaffee.
„Sind sie neu hier? Ich habe sie noch nie hier gesehen.“ Fing der Cafe-Besitzer ein wenig Smalltalk an, nachdem er ihm das Heißgetränk an den Tisch gebracht hatte.
„Ja, bin gestern hier angekommen.“
Nach einigen weiteren Minuten sinnloser aber höflicher Unterhaltung lenkte der Cafe-Besitzer das Gespräch in eine völlig neue Richtung.
„Möchten sie sich gerne ein paar Credits verdienen?“
„Kommt darauf an. Um was geht es denn?“ wollte Alex wissen und nun erzählte ihm der Cafe-Besitzer von einem sogenannten Bohnenkrieg, den er sich mit seinem Konkurrenten in Lower Seattle lieferte. Alex hatte nur die Aufgabe, in dem Laden ein wenig ‚aufzuräumen’ wie sich der Cafe-Besitzer ausdrückte. Die Kaffeebohnen müssten verschwinden, genauer gesagt, vernichtet werden. Ein Flammenwerfer würde sich dafür besonders gut eignen und den bekäme er in Lower-Seattle bei den Omar.
Alex willigte ein, kassierte die Anzahlung und machte sich auf den Weg zum Inklinator.
Ein paar Wegelagerer hatten allerdings etwas dagegen und verlangten ‚Wegzoll’ um ihre ‚Unkosten’ zu decken.
„Und wenn ich nicht bezahle?“
„Dann müssen wir dich wohl ‚überreden’!“ lachte der Kerl und fuchtelte mit seiner Waffe herum.
Auf eine Schießerei konnte sich Alex nicht einlassen, da in regelmäßigen Abständen ein Sicherheitsbot seine Runde drehte und keinen Unterschied zwischen Opfer und Täter machen würde, um das Feuer zu eröffnen. Also musste er sich etwas anderes einfallen lassen.
Scheinbar eingeschüchtert kramte Alex in seinen Taschen, um den Eindruck zu erwecken, das Wegegeld bezahlen zu wollen. Doch in Wahrheit zähle er die Sekunden, die der Sicherheitsbot für seine Runde brauchte und kam zu dem Schluss, dass dieser jeden Moment wieder auftauchen müsste.
Schnell zog Alex seine Waffe und erledigte den Anführer der Straßengang. Noch bevor dieser tot zusammenbrach, warf sich Alex hinter eine der größeren Kisten und blieb bewegungslos dahinter liegen.
Es dauerte keine zwei Sekunden, bis die restlichen Gang-Mitglieder begriffen hatten, was passiert war und feuerten auf die Kiste, hinter der sich Alex versteckt hatte. Etwa gleichzeitig schwebte der Sicherheitsbot um die Ecke und eröffnete ohne Warnung das Feuer auf die Gangmitglieder!
Das Drama war bereits nach wenigen Augenblicken vorbei. Der Sicherheitsbot hatte die komplette Gang ausgelöscht, allerdings war er auch nicht ganz glimpflich davongekommen. Im Zickzack schwebte er von dannen und wiederholte dabei ständig das Wort: „Defekt!“
Vorsichtig kroch Alex aus seinem Versteck heraus und vergewisserte sich, dass die Gangmitglieder auch wirklich tot waren. Dann durchsuchte er sie nach brauchbaren Gegenständen, fand unter anderem Waffenmodifikationen, Munition und Multitools. Dann öffnete er eine Kiste in der sich noch etwas Geld und eine weitere Waffenmodifikation befanden und setzte seinen Weg zum Inklinator fort.
Eine Gruppe Leute stand ratlos in dem Vorraum des Transporters und blickten besorgt durch ein Fenster in der Türe zu dem Raum in dem sich der Inklinator befand.
„Wenn sie nach unten fahren möchten, vergessen sie’s.“ sprach ihn einer der Männer in einem blauen Kittel an.
„Stimmt etwas nicht?“ wollte Alex wissen.
„Ein Giftunfall. Irgend ein Idiot wollte seinen Problemmüll ‚entsorgen’ und dabei ist ihm wohl eines der Fässer durchgerostet und das ganze Zeug dort drüben ausgelaufen! Das Giftgas hat sich inzwischen im ganzen Raum verteilt! Niemand kommt mehr an den Luftfilter!“
„Darf ich es mal versuchen?“
„Wenn sie lebensmüde sind, von mir aus.“ Meinte der Mann und zuckte mit den Schultern.
„Wo befindet sich der Luftfilter?“
„In dem Raum dort drüben, offenbar ist er ausgefallen, oder erst gar nicht eingeschaltet, denn sonst hätte er innerhalb von wenigen Minuten die Luft komplett ausgetauscht.“
„Sie kennen sich hier also aus?“
„Ja, ich bin der zuständige Mechaniker. Bin für die Wartung des Inklinators zuständig, daher wurde ich sofort informiert, als das da entdeckt wurde.“ Erklärte er und deutete verärgert auf die fluoreszierende Giftwolke.
Nachdenklich blickte Alex durch die Glasscheibe in der Türe und sah sich den angrenzenden Raum genau an. Auf Deckenhöhe konnte er einige Stahlträger entdecken, die sich quer durch die Halle zogen und an einigen Stellen an Lüftungsgitter angrenzten.
„Sind die Lüftungsschächte hier miteinander verbunden?“
„Soweit ich weiß, ja.“
„Gut, dann werde ich es auf diesem Weg versuchen.“ Erklärte Alex, als wäre das die leichteste Sache der Welt und hebelte eine Europalette zur Seite, um das dahinter liegende Lüftungsgitter aus der Wand zu schrauben. Keine zwei Minuten später kroch er auf allen vieren durch den Lüftungsschacht.
Bereits nach kurzer Zeit entdeckte er ein weiteres Gitter und dahinter Licht. Ein seltsames mechanisches Klacken erregte seine Aufmerksamkeit. Es hörte sich an, als liefe jemand oder etwas mit metallischen Füßen oder Schuhsolen über einen Betonboden.
Neugierig, aber auch alarmiert kroch Alex weiter und spähte durch das Gitter. Viel konnte er nicht erkennen, aber die Schritte wurden immer lauter, blieben kurz stehen, tippelten und liefen dann wieder in die entgegengesetzte Richtung davon.
Leise schob Alex das Gitter aus der Wand und ließ es sachte zu Boden gleiten. Eine riesige Kiste bot ihm Deckung und er wagte einen zaghaften Blick über die Kante, um der Ursache, der seltsamen Geräusche auf den Grund zu gehen. Doch mit dem, was der nun sah, hatte er niemals gerechnet. Eine Art mechanischer Hund lief den Gang vor ihm hin und her. Dieser ‚Hund’ hatte nicht, wie seine lebendigen Vorbilder scharfe Zähne, er trug viel mehr scharfe Waffen!
Alex bezweifelte, dass er dieses mechanische Tier mit einem Knochen besänftigen konnte, rechnete aber fest damit, es mit dem Brecheisen, dass er neben der Kiste fand, ruhig stellen konnte. Er wartete die nächste Runde ab, schlich aus seinem Versteck und dem tierischen Roboter hinterher. Kurz bevor sich dieser wieder tackernd umdrehen wollte, schlug Alex mit voller Kraft auf den Kopf des mechanischen Hundes, in dem sich die Recheneinheit des Roboters befand.
Der Kopf brach vom Rumpf ab, die Kabel hingen Funken sprühend aus dem Hals und das Tackern erstarb. Alex atmete erleichtert auf, umrundete den blechernen Wächter und durchsuchte den Raum nach brauchbaren Gegenständen.
Nachdem Alex einige Kisten mit dem Brecheisen zerschlagen hatte, war er um ein Biomod, eine MP und etwas dazugehörige Munition reicher.
Schließlich lief er eine Treppe nach oben, fand sich im Nebenzimmer des Raumes wieder, in dem er mit dem Mechaniker gesprochen hatte, ärgerte sich über seine eigene umständliche Vorgehensweise und kroch schließlich in den nächsten Lüftungsschacht.
Seine Orientierung ließ ihn nicht im Stich und nach einer kleinen Kletterpartie über einen schräg nach oben führenden Lüftungsschacht hatte er bald eines der Gitter erreicht, die in der Nähe der Stahlträger über dem Inklinator endeten.
Langsam schob er es auf und sog langsam die Luft ein um zu testen, ob das Giftgas sich bereits bis zu ihm ausgebreitet hatte. Doch dieses Gas schien seltsamerweise schwerer zu sein, als Luft, oder breitete sich nur sehr langsam aus.
Vorsichtig balancierte Alex über die Stahlträger zum anderen Ende des Raumes, von dem aus eine Türe zum Luftfilter führte. Drüben angekommen, ließ er sich von dem Stahlträger herunterrutschen und sprang das letzte Stück, wobei er sich einen Knöchel verstauchte. Humpelnd und hustend erreichte er sein Ziel und schaltete den Luftfilter sofort ein. Während die Luft gereinigt wurde, aktivierte er seine Selbstheilungsmodifikation und konnte kurz darauf wieder schmerzfrei zu dem Mechaniker zurückgehen, um Entwarnung zu geben.
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Alt 16.07.2006, 01:47
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So, der nächste Teil, hoffe wie immer dass es gefällt. Viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 5

Er war in dem Bereich der Penner herausgekommen, genauer gesagt in dem Verschlag des Penners der ihm den Weg gezeigt hatte. Es war der Bereich der den Pennern von der Stadtverwaltung anscheinend gegönnt wurde, da sich niemand der Verantwortlichen dazu verpflichtet fühlte sie rausschmeissen zu lassen. J.C. war dafür in diesem Moment sehr dankbar, denn ansonsten wäre dieser Schacht wohl auch dicht gemacht worden.
Er glitt annähernd geräuschlos aus dem Luftschacht, er hörte Stimmen aus einigen Metern Entfernung. J.C. aktivierte sein verbessertes Hörvermögen, jedoch funktionierten die Implantate nicht hundertprozentig, er hörte die Stimmen nur leicht verstärkt, konnte aber einzelne Worte verstehen. Aufregung...Großes Risiko...Eliminierung der Zielperson.
J.C. hörte auch ein leises Wimmern in einiger Entfernung. Er ging dem Geräusch nach, und folgte dem Gang der aus dem Pennerbereich hinaus führte. Er lief mit seiner Stealth-Pistole im Anschlag ein angemessenes Tempo, da ihm die Zeit davonlief. Als er an eine Kreuzung kam, blickte er vorsichtig in alle Richtungen. Er wählte den Weg geradeaus. Nach wenigen Metern kam er an einen Raum der eine Art Wartezone war. J.C. sah vorsichtig in den Raum und entdeckte die Hälfte der Geiseln, zwei Frauen und vier Männer, alle mit den Händen auf den Rücken gefesselt und die Füße zusammengebunden, seltsamerweise nur teilweise geknebelt.
An der hinteren Wand an der J.C. stand war auch ein Getränkeautomat, direkt daneben saß eine gefesselte, nichtgeknebelte Frau. Da er keine allzu großen Optionen hatte packte er die Frau, hielt ihr den Mund zu und zog sie in den Gang aus dem er gekommen war. Das Ganze hatte keine der anderen Geiseln mitbekommen, da alle den Blick auf den Gang zur Linken von J.C. gerichtet hatten. Die Frau strampelte und wehrte sich nach kräften, aber es war für J.C. keine Mühe, sie fest zu halten.

Zur gleichen Zeit gab Anna Navarre letzte Anweisungen an die UNATCO – Agenten und – Trooper. Als die Vorbereitungen fast abgeschlossen waren, trat ein UNATCO – Trooper zu Anna Navarre.
„Verzeihung, Special Agent Navarre, Ma’am. Erlauben Sie mir die Frage, Agent J.C. Denton arbeitet doch noch an einer anderen Lösung des Problems. Weshalb sagen Sie jedem das die Station gesprengt wird und dass alles dafür vorbereitet werden soll?“
Navarre sah ihn erst überrascht, dann wütend an. „Haben Sie mich und Agent Denton etwa belauscht?“ schnauzte sie ihn an.
„Nein Ma’am, dass hätte ich nie getan!“ sagte er entschuldigend, „Ich stand durch Zufall in Ihrer Nähe, daher habe ich eine solche Bemerkung von J.C., Verzeihung, von Agent Denton gehört.“ Seine Stimme hatte einen besorgten Unterton.
„Soldat, Sie sind nicht dazu da, um irgendwelche Bemerkungen zu hören, sondern um Befehle auszuführen, meine Befehle! Verstanden?“ Navarre klang etwas ungehalten. ‚Was bildet sich dieser Typ eigentlich ein?!‘
„Jawohl Special Agent Navarre. Bitte verzeihen Sie die Störung.“ Sein Tonfall war wieder militärisch fest.
„Gut.“ Navarre drehte sich um und ging zu dem Einsatzfahrzeug mit den schweren Waffen.
Er blieb besorgt zurück. Sergeant Will Anderson machte sich ernsthafte Sorgen um seinen guten Freund J.C. Er war Soldat und wusste, Freundschaft hatte bei der Arbeit nichts zu suchen, aber eine kameradschaftliche Solidarität war auch im Krieg unabdingbar. J.C. war schon einige Minuten nicht aufindbar, und Will würde seinen Monatssold darauf verwetten, dass J.C. einen Weg nach unten in die U – Bahn – Station gefunden hatte und gerade dabei war, die Situation zu bereinigen.
Will hatte ein flaues Gefühl im Magen, als er einen Blick auf die Armbanduhr warf: Noch sieben Minuten bis zum großen Knall...

Geändert von Mike Denton (16.07.2006 um 01:50 Uhr).
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Alt 21.07.2006, 16:59
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DEUS EX – INVISIBLE WAR
Upper Seattle - Heron's Loft Appartements

Gob-Zilla! Was für ein Name! Alex konnte diese verdammten Greasels nicht ausstehen und verstand es nicht, dass es Leute gab, die sich diese giftspuckenden Minidrachen auch noch als Haustiere hielten! Nun aber hatte er die offizielle Erlaubnis, besser gesagt, den Auftrag, eines dieser widerlichen Viecher zu beseitigen – natürlich nicht von dessen Besitzer, sondern von Eddie, einem Widersacher, der Gob-Zilla ungern im Greasel-Pub gegen sein eigenes Tier im Greasel-Kampf gewinnen sehen würde! Natürlich hatte Eddie eine hohe Summe auf den Sieg seiner eigenen Kreatur gesetzt, die ihm sicher sein würde, sollte der Rivale nicht zum Kampf erscheinen! Aber auch Alex würde etwas von dem ‚Kuchen’ abbekommen, sobald Gob-Zilla das zeitliche gesegnet hatte.
Das war doch mal ein ausgesprochen schöner Auftrag.
Eigentlich war Alex ein echter Tierfreund, auch oder gerade weil es kaum noch Tiere gab. Greasels zählte er aber definitiv nicht zu den Tieren, das waren für ihn einfach nur genmanipulierte Scheußlichkeiten, die sich rasend schnell vermehrten und sich ihren Platz in der Welt mit schierer Leichtigkeit erkämpften. Es gab wohl kaum ein Tier, das für einen Greasel eine nennenswerte Gefahr darstellen könnte und das schienen diese Ungeheuer ganz genau zu wissen. Alex war sich sicher, dass sie nicht unbeteiligt an der Minimierung und sogar der totalen Ausrottung vieler Tierarten beteiligt waren! Greasels waren nicht nur Raubtiere, sie waren Allesfresser! Sogar vor Holz und Kunststoffen machten sie nicht halt! Bis auf Metall und Stein verschlangen diese Monster schier alles, was ihnen vor ihre hässlichen Mäuler geriet!
Auf dem Weg zu Heron's Loft Apartments, in denen Gob-Zilla samt Besitzer wohnten, fand er in einem Container noch ein wenig Munition und einen Schalldämpfer, den er sofort auf seine Stealth-Pistole schraubte. Ein SSC-Mann beobachtete ihn dabei wie Alex wieder aus dem Container kletterte.
„Was wollten sie denn in dem Container? Kein Hotelzimmer mehr bekommen?“ zog ihn dieser höhnisch auf.
„Die Hotels sind alle ausgebucht.“ Ging Alex scheinbar auf das Spiel ein. „Muß wohl daran liegen, dass hier so viele Leute einen SSC-Mann beim ‚blöd herumstehen und dämliche Kommentare abgeben’ sehen wollen.“
Dem SSC-Mann blieb einen Moment der Mund offen stehen und er starrte Alex zuerst unverständig, dann empört an.
Noch bevor dieser ein weiteres Wort sagen konnte, setzte Alex seinen Weg fort.
Wenig später betrat er Heron's Loft Apartments. Eddie hatte ihm gesagt, dass er Gob-Zilla im ersten Stock finden würde, doch der Aufzug dort hin war schlichtweg nicht mehr vorhanden. Aber auch eine Treppe konnte Alex nicht finden und so kletterte er kurzerhand über die Feuerleiter in den ersten Stock. Auf einem schmalen Sims an der Hauswand schob er sich vorsichtig vorwärts, bis er an ein Fenster gelangte, hinter dem er ein verräterisches Zischeln und Fauchen hören konnte. Vorsichtig späte Alex hinein und erkannte in einem Käfig das verhasste Ungetüm. Sein Besitzer hatte es offenbar mit Katzen gefüttert, denn Alex konnte unzweifelhaft die Überreste einiger Tiere im Käfig sehen. Sein Haß gegenüber des Greasels aber auch gegen dessen Besitzers steigerte sich bis ins Unermessliche und beinahe wäre Alex vor lauter Wut abgerutscht! Im letzten Augenblick konnte er sich noch am Fensterbrett festklammern und zog sich kurz darauf in das Zimmer hinein. Außer Gob-Zilla und den toten Katzen befand sich niemand in dem Raum. Um nicht von dem besorgten Besitzer überrascht zu werden, zog es Alex vor, zuerst das Appartement zu sichern und sich erst danach um seinen Auftrag zu kümmern. Und er tat gut daran!
Kaum hatte er beide Füße auf den Boden gesetzt, klackerte ein Spiderbot in den Raum! Noch bevor dieser ihn richtig bemerkt hatte, verpasste ihm Alex eine Kugel aus seine Stealth-Pistole, was den Spiderbot zwar nicht zerstörte aber einen Augenblick aufhielt! Diesen kurzen Moment nutzte Alex, um in einem Wandschrank Deckung zu suchen, gleichzeitig zog er eine EMP-Granate aus seinem Gürtel, entsicherte sie und schleuderte sie gegen den Spiderbot. Ein kurzes Knistern folgte und das mechanische Insekt lag mit gen Himmel gestreckten Beinen auf dem Rücken.
Alarmiert begann Alex, das Appartement zu durchsuchen. Im Wohnzimmer saß Gob-Zillas Besitzer und sah fern. Alex Hand schloss sich so fest um den Griff der Stealth-Pistole, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten.
„Wußten sie nicht, dass Säugetiere unter Artenschutz stehen?“ fuhr ihn Alex unvermittelt an.
Der Mann zuckte erschrocken zusammen und drehte sich schließlich in seinem Sessel um. „Wer...“ fing er an und verstummte sofort wieder, als er Alex mit gezogener Waffe vor sich stehen sah. Er wagte kaum zu atmen, geschweige denn, aufzustehen und starrte Alex nur panisch an. „Bitte... bitte nicht schießen.“ Bettelte er stotternd.
„Ich habe sie etwas gefragt.“ Bestand Alex auf eine Antwort ohne seine Waffe auch nur einen Millimeter zu senken oder gar wegzustecken.
„Doch, na-natürlich wu-wusste ich das.“ Stotterte der Mann.
„Dann sollten sie sich mal etwas ansehen.“ Meinte Alex und deutete dem Mann, in den Raum zu gehen, in dem der Käfig des Greasels stand. Während sie in den anderen Raum gingen, ließ Alex den Mann nicht aus den Augen.
Schuldbewusst blickte der Mann erst die toten Katzen, dann Alex an. „Aber was soll ich denn meinem Liebling sonst zu essen geben? Soll er etwa verhungern?“
Liebling! Alex erschauderte innerlich und streifte Gob-Zilla mit einem kurzen, angewiderten Blick, bevor er sich wieder auf dessen Besitzer konzentrierte.
„Sie wissen genau, dass es synthetisches Futter für Greasels gibt, da brauchen sie keine Katzen verfüttern! Und damit sie das auch auf keinen Fall vergessen, habe ich ein schönes Andenken für sie!“ fauchte Alex den Mann gereizt an und schoss ihm in den Fuß!
Während der Mann schreiend zusammenbrach, verpasste ihm Alex noch einen kräftigen Schlag mit dem Pistolengriff ins Gesicht, woraufhin der Mann bewusstlos nach hinten kippte und das Geschrei jäh endete.
Endlich konnte sich Alex um seinen eigentlichen Auftrag kümmerte und erschoss Gob-Zilla ohne mit einer Wimper zu zucken!
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Alt 21.07.2006, 17:08
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Nur der Vollständigkeit halber nochmal diesen Beitrag:


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Angriffe im Eis

Greasels, überall Greasels! Diese verdammten Mistviecher konnten einem schon gewaltig auf die Nerven gehen! Immer genau dann, wenn man sie am allerwenigsten erwartete, tauchten sie plötzlich wie aus dem Nichts auf und griffen an!
‚Aber nicht mit mir!’ dachte Alex und legte seine Mag Rail an. Die Waffe war alles andere als handlich, aber sie war das Beste, was Alex in den letzten Wochen ergattern konnte.
Die Wirkung der Ladung tat sofort ihre Wirkung und kurz darauf lagen vier weitere Greasels tot auf dem gefrorenen Boden!
‚Weiter, ich muß weiter!’ drängte ihn sein Unterbewusstsein. Wenn es nur nicht so verdammt kalt hier wäre!
Er musste J.C.s Domizil finden und zwar schnell. Er hatte keine Ahnung, in welcher Verfassung J.C. war und ob er überhaupt noch lebte, aber genau das würde er herausfinden – immer vorausgesetzt, er fand ihn!
Vorsichtig ging Alex weiter. Die Mag Rail immer im Anschlag, seine Augen scannten regelrecht die Umgebung nach möglichen Feinden, insbesondere diesen ekelhaft lästigen Greasels!
Alex betrat vorsichtig das Gebäude. Die Selbstschussanlage gleich neben dem Eingang setzte der Mag Rail keinen Widerstand entgegen und die Gänge wirkten wie ausgestorben, allerdings musste Alex mit allem rechnen. Er hatte bereits außerhalb des Hauses eine handvoll Templer betäubt und war sich sicher, im Inneren auch noch auf einige Kollegen zu treffen. Doch so sehr er auch suchte, er fand keine Menschenseele. Vorsichtig schlich er in den oberen Stock und ging sofort in Deckung! Rote Greasels! Eine Mutation? Alex konnte sich diese Farbveränderung nicht erklären, hielt es aber für angebrachter, vorerst in Deckung zu bleiben. Die Greasels sprangen wild zwischen ungekippten Tischen und Stühlen herum und hinterließen überall diese ätzenden, stinkenden und leuchtenden Kothaufen, die man besser nicht berühren sollte, wenn man an seiner Haut hing!
Wieder legte Alex seine Waffe an, zielte und schoss! Der erste Greasel gab ein erbostes Kreischen von sich und suchte hinter einem Tisch Deckung. Im selben Moment tauchten zwei weitere Greasels in Alex Rücken auf und bespuckten ihn mit ihren Giftstrahlen.
Alex fuhr mit einem schmerzerfüllten Schrei herum, schoss und traf einen der beiden genau in den Kopf! Kreischend brach das rote Tier zusammen!
Zeitgleich kam der angeschlagene Greasel hinter dem Tisch hervor, sowie zwei weitere von weiter hinten im Raum, die Alex anfangs nicht gesehen hatte! Der junge Bionic war nun von den roten, aggressiven Tieren umzingelt und wurde beinahe gleichzeitig von allen vieren angegriffen! Mit einem gewaltigen Satz sprang er auf einen der Lüftungsschächte, die Frischluft in die unteren Büros bringen sollte und entkam so dem ersten Angriff der Killermutanten!
Mit einer Geschwindigkeit, die ihn selber überraschte, blies er die Greasels mit seiner Mag Rail geradewegs von den Beinen, noch bevor sie einen erneuten Angriff starten konnten! Die kreischenden Laute der Greasels erfüllten die Luft und hallten in Alex Ohren noch nach, als die Viecher längst tot auf dem Boden lagen.
Erleichtert rutschte Alex von dem Belüftungsschacht und blickte sich noch einmal prüfend um. Es sah wirklich so aus, als hätte er alle Greasels erwischt!
Vorsichtig machte er sich daran, auch noch die anderen Winkel des oberen Stockwerkes zu durchsuchen, doch auch hier fand er keinen Templer und nun auch keine Greasels mehr, die ihm noch gefährlich werden konnten.
Angewidert stieg er über die ätzenden Kothaufen und die toten Greasels hinweg und machte sich auf den Weg in den Keller.
Kaum hatte er die Kellertüre geöffnet, schlug ihm ein unangenehm abgestandener Geruch in die Nase. Hier roch es nach Tod und Verwesung, außerdem nach Kot und Urin. Alex war sich sicher, egal wie lange er hier unten bleiben würde, er würde sich an diesen Gestank nicht gewöhnen!
Während er sich prüfend umsah, hörte er ein Geräusch, von dem er nicht sicher war, ob es ihm gefallen würde. Etwas schweres, behäbiges schien einige Meter von ihm entfernt durch die Gänge zu laufen. ‚Das war mit Sicherheit kein Greasel!’ ging es Alex durch den Kopf. Kaum hatte er diesen Gedanken zuende gedacht, erblickte er die Ursache dieser unbekannten Geräusche! Ein Ungetüm auf vier Beinen, groß wie ein Pony, breit wie ein Nashorn mit kleinen Augen aber einem riesigen mit messerscharfen Zähnen bestücktem Maul aus dem stinkender Speichel troff! Das Ungetüm starrte ihn an, verharrte einen winzigen Augenblick und kam plötzlich auf Alex zugestürmt!
Alex kam gar nicht dazu, seine Waffe in Anschlag zu bringen, wich statt dessen instinktiv vor dem Ungetüm zurück, entdecke einige Rohre unter der Decke, sprang und brachte sich somit aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Das Ungetüm brach unter ihm gegen eine Wand, schüttelte kurz seinen Kopf und starrte dann zu ihm hinauf. Der Gestank aus dem Rachen des Monsters benebelte Alex beinahe die Sinne. Vorsichtig zog er sich nach oben und setze sich erst mal rittlings auf eines der großen Rohre, die gut einen Meter unter der Kellerdecke entlang liefen. Nachdem er seinen ersten Schrecken überwunden hatte, wollte seine Mag Rail ziehen, merkte aber im selben Augenblick, dass er diese bei seinem Sprung auf die Rohre verloren hatte! Das Monster stand genau darauf! ‚Verdammt!’ ging es Alex durch den Kopf und er zog seine Schrotflinte. Auch auf die Gefahr hin, dass man seine Schüsse hören könnte, feuerte er auf das Ungetüm. Doch dieses schien sich davon überhaupt nicht belästigt, geschweige denn, angegriffen zu fühlen und funkelte Alex nur aus seinen kleinen bösen Augen an. Alex zog seine MP und feuerte erneut. Das Monster fing an, ungeduldig auf der Stelle herumzutrampeln, verließ aber seinen Standort nicht, als wüsste es genau, dass Alex nur darauf wartete, wieder an seine beste Waffe heranzukommen.
„Okay, du hast es so gewollt!“ knurrte Alex wütend und zog eine LAM aus seiner Tasche. „Ich hasse das, aber offenbar geht’s nicht anders!“ Dann kroch er noch ein wenig weiter auf dem Rohr, um aus der Reichweite der Sprengwaffe zu kommen und warf sie dem Ungetüm direkt vor die Beine.
Mit einem ohrenbetäubenden Knall detonierte die Granate, ließ das Roh auf dem Alex saß bedenklich schaukeln und als Alex zu dem Monster blickte, erkannte er, dass die Waffe ihre Wirkung nicht verfehlt hatte. Der Mutant war weg! Buchstäblich in seine Einzelteile zerlegt! Nur eine beachtliche Blutlache erinnere noch daran, dass an dieser Stelle vor kurzem ein Ungetüm gestanden hatte!
Angewidert ließ sich Alex von dem Rohr gleiten und nahm seine Mag Rail aus der Blutlache. Die Waffe war trotz der Detonation unbeschädigt!
Alex war sich sicher, wenn sich sonst noch jemand oder etwas in diesem Keller herumtrieb, wäre spätestens jetzt gewarnt und Alex musste ab sofort doppelt so vorsichtig und aufmerksam vorgehen, wie noch vor wenigen Augenblicken.
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So, hier das nächste Stück. Irgendwie glaub ich langsam, dass dieses Kapitel gar nicht mehr fertig wird , aber ich werds dennoch versuchen Also, wie immer viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 6

J.C. war mit der Frau ein Stück in den Gang zurückgewichen. Sie wehrte sich immer noch, ihre Kraftreserven schienen nicht so schnell zu erschöpfen. J.C. stoppte und legte seine Lippen ganz dicht an ihr linkes Ohr und flüsterte: „Keine Angst, ich will Ihnen helfen. Ich bin ein Agent der UNATCO.“ J.C. hoffte inständig, dass diese Frau wusste, was die UNATCO war. Dem war anscheinend so, denn ihre Gegenwehr ebbte ab. „Wenn ich jetzt die Hand wegnehme, dann bitte keinen Laut!“ J.C. nahm ein zitterndes Nicken war. Als er seine Hand weggenommen hatte, kam lediglich ein leises Wimmern über ihre Lippen.
„Wie viele Leute sind noch in der Gewalt der Terroristen?“ J.C. bemühte sich um einen beruhigenden Tonfall, jedoch schlich sich mehr und mehr Unruhe in seine Stimme.
„11. Noch 11.“ Gab sie mit zitternder Stimme zurück.
„Und wie viele Terroristen?“
„12.“
„Wo befinden sich die restlichen Geiseln?“
„Ich weiß nicht, ich glaube, den rechten Gang runter in einem anderen Warteraum.“
„Hören Sie mir jetzt gut zu. Ich werde jetzt ihre Fesseln durchschneiden, dann gehen Sie so schnell Sie können diesen Gang entlang, dort hinten ist ein alter Lüftungsschacht. Da krabbeln Sie rein, bei der ersten Abzweigung links und dann immer geradeaus. Ich werde versuchen, noch die anderen Geiseln zu befreien. Sind die auch gefesselt?“ er hatte bereits ihre Fesseln durchgeschnitten, sie hatte sich ihm zugewandt und rieb sich ihre Handgelenke.
„Ja, ich hab gesehen, wie sie gefesselt wurden, aber geknebelt sind nur die, die nicht freiwillig still sein wollten.“
J.C. bedankte sich schnell und ging nach vorne zu dem Gang zurück. Er ging diesmal ein Stück weiter in den Raum hinein, mit der Pistole im Anschlag.
J.C. verschaffte sich schnell einen Überblick, in einem Gang links von ihm stand eine Frau in NSF – Uniform, sie hatte ihm den Rücken zugewandt. An der Wand ihm gegenüber saßen drei Männer, zwei davon geknebelt. Der Mann ohne Knebel im Mund drehte plötzlich aus einem unerfindlichen Grund seinen Kopf in J.C.‘s Richtung, er legte seinen Zeigefinger an die Lippen, um dem Mann zu bedeuten sich still zu verhalten, aber es war bereits zu spät. In dem Moment, als er J.C. sah, atmete er vor Schreck merklich laut ein. J.C. wandte seinen Blick zu dem Gang auf seiner Linken, in dem die Terroristin stand. Sie war gerade im Begriff den Raum zu verlassen, als sie das Geräusch wahrnahm, hielt sie jedoch inne und drehte sich um. J.C. zog sich schnell komplett in den Gang zurück, aus dem er gekommen war.
Die Frau von der NSF hatte ihre rechte Hand an die Waffe an ihrer Hüfte gelegt, einer brandneuen Magnum – Pistole, und sah sich in dem Raum um, sie sah zu den drei gefesselten Männern. Derjenige ohne Knebel reagierte blitzschnell, atmete nochmals laut ein und täuschte einen Hustenanfall vor. Dabei atmete er schwer und laut, es klang für J.C. recht überzeugend.
„Entschuldigung“, meinte der leicht untersetzte Mann in Richtung der Frau kleinlaut und richtete seinen Blick auf den Boden.
Die militärischen Gesichtszüge der Frau entspannten sich leicht. „Schon OK.“ Gab sie fast ein wenig freundlich zurück.
J.C. blickte zu den drei Geiseln. Er hörte Schritte die sich entfernten und einer der geknebelten nickte ihm zu. J.C. ging mit gezogener Pistole in den Raum und befreite die Drei. In einer anderen Ecke des Raumes waren noch ein Mann und eine Frau gefesselt und geknebelt. Während er auch diese befreite, fragte J.C. nach den restlichen Geiseln und sagte den eben Befreiten, wie sie fliehen mussten.
„Übrigens“ meinte der leicht Dicke, „gleich den Gang da runter in einem Warteraum steht so ein riesiges Ding. Sieht aus wie ne High – Tech – Satellitenschüssel.“
Der Störsender! J.C. bedankte sich schnell und machte sich auf den Weg. Er hatte eine kleine EMP – Granate in seiner linken Hand, damit würde er den Störschirm außer Gefecht setzen.
Er wusste, er musste vorsichtig sein, aber die Zeit wurde wirklich extrem kanpp. Nur noch 4 Minuten...
J.C. ging den Gang entlang, keine Spur von den NSF – Troopern, sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Er lauschte nach Atemzügen, aber da war nichts. Statt dessen hörte J.C. plötzlich eine Stimme: „******e! Eindringling!“ Diese Worte wurden mehr gebrüllt als gesprochen. J.C. wirbelte herum und erblickte einen maskierten NSF – Terroristen der sein Sturmgewehr zu Boden gerichtet. Er riss es nach oben und legte auf J.C. an, aber bevor er den Abzug betätigen konnte hatte ihm J.C. schon drei Kugeln in den Kopf gejagt. Er hörte das Knacken von Plastik und das zerbersten von Knochen, aber die Schüsse waren annähernd geräuschlos. Doch das nützte J.C. wenig, da der Kerl eben laut genug verkündet hatte, dass er hier war. Also steckte er die Stealth – Pistole weg und nahm das Sturmgewehr aus der Schulterhalterung. Er lief weiter in Richtung des Raumes in dem der Störschirm befinden musste. Als J.C. an einer Wegkreuzung anlangte hörte er leise Schritte die mit einem mal verstummten. Sein Puls beschleunigte sich und seine Muskeln spannten sich an. Die Person die um der Ecke auf ihn lauerte ging es vermutlich nicht anders. Dank seines verbesserten Hörvermögens konnte er den Atem seines Gegners hören, er ging zwar schnell aber regelmäßig.
J.C. konnte sich nicht lange aufhalten, also reagierte er blitzschnell.

Die Person um der Ecke hielt eine Schrotflinte in den Händen, mit der sie den UNATCO – Agenten erschießen würde. Es war zwar abgemacht, dass man diesem Denton nichts zuleide tat, jedoch war er eine Gefahr für das Gelingen der Operation. Außerdem hatte dieser J.C. Denton heute bereits etliche NSF – Trooper ermordet.
‚Nein! Ich werde dem Kerl seinen verdammten Schädel wegpusten!‘ Mit diesen Gedanken konzentrierte sich die Person wieder auf den Gang und seine Abzweigungen. Dabei fiel der Person ein, dass gar nicht sicher war, dass es wirklich dieser Denton ist der hier gleich auftauchen würde. Lediglich der Informant in der UNATCO hatte gesagt, dass dieser Denton einer der cleversten Männer war, den die UNATCO zu bieten hatte. Falls jemand eine Möglichkeit fand ihre Pläne zu durchkreuzen, dann er.
Einen augenblick später war ein leises Klicken zu hören, dann wurde es der Person schwarz vor Augen. Das Licht in dem Gang war ausgegangen und der plötzliche Wechsel von Helligkeit zu einer nicht vollkommenen Dunkelheit ließen die Person für eine Sekunde fast völlig erblinden. Diese Zeit reichte J.C., er trat mit zwei schnellen Schritten um die Ecke und streckte die Person mit einem Faustschlag nieder. Er hörte das Brechen von Knochen. Die Kraftverstärkung in seinem linken Arm hatte das Jochbein seines Gegners zertrümmert.
Die Person lag nun bewußtlos auf der Seite, es war die Frau von vorhin. J.C. sah eine Sekunde lang auf die bewusstlose NSF – Terroristin. Seine Restlichtverstärkung tauchte sie in einen blau – grünlichen Schimmer. Er hatte seine Stealth – Pistole mit der er das Deckenlicht zerschossen hatte auf sie gerichtet. Er dachte kurz nach, dann drehte er sich weg und lief weiter Richtung Störsender. Die Terroristin würde noch lange genug ohnmächtig sein , falls es notwendig war, konnte er sie später immer noch töten.
Navarre hätte ihn sofort wieder ermahnt und an die Richtlinien der UNATCO erinnert. Terroristen hatten ihre Rechte auf Milde verspielt und demnach hatte man bei einer kriegerischen Konfrontation mit voller Härte vorzugehen. J.C. aber sah das nicht immer so. Er hätte zwar niemals die Bestimmungen der UNATCO in Frage gestellt, doch zweifelte er manchmal an der Interpretation und Durchführung dieser Regeln.
J.C. näherte sich dem Raum, in dem sich der Störsender befinden sollte. Er ging langsamer und aktivierte die Trittschalldämpfung. Er sah schnell auf die Uhr, noch knapp drei Minuten...

Geändert von Mike Denton (31.07.2006 um 03:08 Uhr).
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Alt 17.08.2006, 00:39
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Ich bin so frei und hau euch nun einfach mal meinen "Rohentwurf" um die Ohren, bin heute schon zu müde, den noch einmal zu überarbeiten und wenn ich das morgen mache, laufe ich Gefahr, alles komplett umzuschreiben... also dann, viel Spaß und gute Nacht



DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 1

Nachdem Alex den Generator endlich zum Laufen gebracht hatte und der Funksender wieder funktionierte, erinnerte er sich daran, wieso er eigentlich hierher gekommen war, in diese eisige Hölle, in der es außer Schnee, Pinguinen, Kälte und einer menschenleeren Basis anscheinend nichts gab, das zu erwähnen sich überhaupt lohnte. Selbst den verhassten Greasels hatte er sich inzwischen entledigt, was seine gedrückte Stimmung allerdings auch nicht deutlich besserte. Ganz im Gegenteil. Er war sich inzwischen nicht einmal mehr sicher, ob das, was er vorhatte, überhaupt richtig war. Denn obwohl J.C. sein Bruder war, hatte er nicht die geringste Ahnung, was ihn erwartete. Er wusste nicht viel über seinen Bruder und das wenige, was er wusste, basierte zum größten Teil auf Spekulationen, Gerüchten und scheinbar einigen eigenen Interpretationen der Informanten. Kurz gesagt, etwas wirklich Konkretes, Handfestes, oder gar Belegbares war schlichtweg nicht vorhanden! Was, wenn J.C. längst nicht mehr lebte? Was, wenn Helios nicht mehr funktionierte? Würde Alex eine leere Hülle vorfinden, ohne Geist und Verstand? Den tiefgefrorenen Leichnam seines Bruders mit dem ausgefallenen Wissen von Helios? Lohnte es sich überhaupt, einen Versuch zu starten, J.C. zu finden oder war am Ende alles umsonst?
All diese Fragen gingen Alex durch den Kopf als er sich, mit Karte und Kompass auf den Weg durch den einsetzenden Schneesturm machte. Der Wind wurde immer heftiger, ließ seine Atemluft gefrieren und als winzige Eiskristalle in seine Augen stechen. Alex zog den Kopf ein soweit es ging und versuchte sich mit seinem aufgestellten Kragen gegen den eisigen Wind zu schützen, der wie mit winzigen spitzen Nadeln in sein Gesicht stach und seine Ohren einzufrieren drohte! Hilflos stolperte Alex weiter durch den Schnee auf eine eingeschneite Felswand zu, in der sich laut Karte ein Durchgang befinden musste. Nach schier endlosen Minuten hatte er den Wall erreicht, doch selbst hier erwischte ihn der Sturm noch mit annähernd voller Kraft! Nach weiteren fünf Minuten fand er endlich eine Tür, die sich problemlos mit einem Multitool öffnen ließ! Erleichtert schlüpfte Alex in den windstillen und überraschend deutlich wärmeren Gang dahinter und drückte die Türe hinter sich ins Schloss! Alex rieb sich seine tauben Finger und die annähernd gefrorenen Ohren so lange, bis sich das schmerzhafte Stechen in ein deutlich angenehmeres Prickeln verwandelte und er seinen Weg fortsetzten konnte.
Doch schon nach der nächsten Biegung wartete eine unerfreuliche Überraschung auf ihn! Eine Selbstschussanlage blinkte einsatzbereit auf einem Dreibein und schien geradewegs auf ihn gewartet zu haben! Ohne zu zögern, eröffnete die Waffe das Feuer! Alex konnte sich gerade noch rechtzeitig in eine Nische im Eis retten, zog eine EMP-Granate aus seiner Tasche und ließ sie auf das Geschütz zurollen. Vermutlich würde die Detonation seine eigene Bioreserve aufbrauchen, doch zum Glück hatte Alex vor seinem Sprung in das Portal noch eine Hand voll Bioenergiezellen eingesteckt.
Die Explosion raubte ihm für einen Augenblick den Atem und er fühlte sich mit einem Mal wie ausgelaugt, denn wie erwartet, war seine eigene Energie ebenfalls der EMP-Granate zum Opfer gefallen. Froh darüber, die Energie nach dem Angriff der Greasels in der Basis und der anschließenden Selbstheilung nicht wieder aufgeladen zu haben, spähte er vorsichtig um die Ecke und atmete erleichtert auf. Das Geschütz war durch die Granate planmäßig deaktiviert worden. Um seine Bioenergiezellen zu sparen und nicht wieder bei einer vergleichbaren Situation ähnlichen Schaden an sich selber anzurichten, lud er nur eine, von insgesamt maximal vier Zellen in seine Implantate, befestigte die anderen drei aber griffbereit an seinem Gürtel, um jederzeit darauf zugreifen zu können.
Vorsichtig folgte er dem Gang weiter hinein in den Eisberg, bis er noch einmal an eine Türe kam, die allerdings nicht abgeschlossen war. Nach einigen weiteren Schritten erreichte er den Ausgang auf der anderen Seite des Eiswalls. Gedanklich bereitete er sich bereits wieder auf den Schneesturm mit seinen beißenden Eiskristallen und der schier unerträglichen Kälte vor, doch als er die Türe zögernd öffnete, empfing ihn nur ein leichter Windstoß, der kaum genug Kraft hatte, die Schneeflocken vom Boden aufzuwirbeln. Offensichtlich bildete die Eiswand den perfekten Windschutz, für das Gelände im Norden. War die Wand ein Gebilde der Natur oder hatte der Mensch hier seine Finger im Spiel gehabt? Der Durchgang war eindeutig aus Menschenhand entstanden, aber was war mit dem Wall selber?
Alex wusste es nicht und beschloss, einfach alles auf sich zukommen zu lassen. Was nützte es ihm, sich Gedanken über etwas zu machen, das er möglicherweise kurz darauf sowieso herausfinden würde? Er brauchte einen klaren Kopf und musste sich auf seinen Weg, die Karte und den Kompass konzentrieren, um sich nicht noch zu allem Überfluss in dieser Eishölle zu verlaufen.
Als er den Windschatten des Walles verlassen hatte, wurde auch der Sturm wieder heftiger und durch das Pfeifen des Windes hätte er das Geräusch noch beinahe überhört, doch bereits nach einigen weitern Schritten, war es ganz deutlich zu hören! Irgend etwas Großes, Schweres stapfte unweit von ihm durch den Schnee und ließ den Boden leicht erzittern! Alex’ erster Gedanke war: ‚Ein Bot!’ Gleichzeitig mit dieser Erkenntnis suchte er Deckung hinter einer Schneewehe und brauchte nicht lange zu warten, bis er seine Befürchtung bestätigt sah. Deutlich konnte er den rund vier Meter hohen Stahlriesen durch den Schnee stampfen sehen! ‚Was macht der denn hier?’ ging es Alex durch den Kopf. Etliche Minuten und einige Schneewehen weiter sah er, was der Bot allem Anschein nach bewachte: Zwei große Container, wie die, die Expeditionen gerne als Basislager verwendeten, standen nebeneinander in der Eislandschaft. Neben einigen Kisten und zwei Tiertransportkäfigen konnte Alex keine weiteren Auffälligkeiten entdecken.
Er hatte den ersten der beiden Container fast erreicht, als er das Gleichgewicht verlor und bäuchlings unter diesen rutschte. Gerade noch rechtzeitig konnte er sich selber am Schreien hindern und noch bevor er seinen Schrecken vollends überwunden hatte, gesellte sich Verwunderung hinzu. Der portable Wohnraum war direkt über eine Grube gestellt worden. Aus welchem Grund?
Noch immer pattroulierte der Bot um die Container und Alex versuchte sich in dem Zwielicht unter der Notbehausung zurecht zu finden, als er plötzlich über sich eine Luke mehr ertastete, als sehen konnte.
Vorsichtig schob er die Klappe auf und spähte in den über ihm liegenden Raum. Der Container war leer. Keine Menschenseele war zu sehen oder zu hören. Leise kletterte Alex hinein und blickte sich um. In einer Kiste fand er ein paar Credits, eine Spiderbot- und eine EMP-Granate sowie ein Multitool und eine Bioenergiezelle. Nachdem er auch die Inneneinrichtung durchstöbert hatte, war er außerdem um ein paar Handschuhe aus einem undefinierbaren, aber sehr warmen Material reicher. Kurz bevor er den Container wieder verließ, entdeckte er direkt neben dem eigentlichen Eingang ein Computerterminal. Leider konnte er damit ausschließlich eine, bisher noch nicht entdeckte Selbstschussanlage umprogrammieren und nicht, wie erhofft, den großen Bot.
Nachdem er sich wieder ausgeloggt hatte, konnte er in einiger Entfernung das Geschütz knattern hören, was ihm ein wenig Genugtuung bereitete.
Er verließ den Container auf dem selben Weg, wie er ihn betreten hatte und kletterte schließlich wieder aus der Grube heraus. Der Bot hatte sich von dem umprogrammierten Geschütz nicht von seinem Weg abbringen lassen, doch das wollte Alex schnellstmöglich ändern! Schließlich hatte er für das Bot-Implantat einen stolzen Preis bei den Omar hinblättern müssen und es hatte ihm schon zweimal sehr gute Dienste geleistet. Hoffentlich würde es auch diesmal klappen. Vorsichtig schlich Alex auf den Bot zu, achtete aber peinlichst genau darauf, seine Deckung nie ganz zu verlassen, denn sobald er von dem Bot Besitz ergriffen hatte, fiel sein eigener Körper in eine Art Trance und er war absolut wehr- und schutzlos allem und jedem ausgeliefert, der in ihm einen Gegner sah.
Noch ein paar Schritte! Alex aktivierte die Bot-Kontrolle und zeitgleich, während seine Infrarotschnittstelle an den Bot andockte und über diesen die Kontrolle erlangte, sackte sein Körper in sich zusammen und blieb wie versteinert in der Hocke neben der Schneewehe sitzen. Alex hatte nur sechzig Sekunden, dann wäre der ganze Spuk vorbei und bis dahin wollte er sich wenigstens ein wenig umgesehen haben! Er lenkte den Bot noch einmal um den hinteren Container und sah, von seiner nun erhöhten Sichtposition aus, drei Templer um eine brennende Tonne stehen, an der sie sich allem Anschein nach ihre Hände wärmten. Irritiert sahen sie auf, als sie den Bot auf sich zukommen sahen. Es widerstrebte Alex, die drei mit Hilfe des Bots zu töten und nutzte daher das Ungetüm nur, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Pünktlich nach sechzig Sekunden schaltete sich der Bot selbstständig ab und Alex hatte wieder volle Gewalt über seinen eigenen Körper.
Die Templer näherten sich verwundert dem deaktivierten stählernen Wächter und diskutierten über die Unzuverlässigkeit dieser Maschine ohne Verdacht zu schöpfen, dass diese jemand manipuliert haben könnte. Vermutlich rechneten sie nicht ernsthaft damit, in dieser Eiseskälte unliebsamen Besuch zu bekommen.
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  #19  
Alt 17.08.2006, 23:57
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Und weiter gehts. Viel Spaß beim Lesen!


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 2

Vorsichtig schlich sich Alex näher an die drei Templer in ihren weißen Uniformen heran. Der Schnee knirschte verräterisch unter seinen Sohlen, doch noch war er nicht nahe genug an sie herangekommen, um sich damit verraten zu können. Und er würde einen Teufel tun und die drei im Nahkampf erledigen! Leise klappte er seine Miniarmbrust auseinander, die er ständig einsatzbereit an seinem linken Handgelenk trug. Diese kleine Waffe war wirklich sehr praktisch, da man sie direkt an den Arm schnallen konnte und sie somit jederzeit verfügbar und gleichzeitig nicht hinderlich war. Nun musste er nur noch die Betäubungspfeile einlegen und es konnte losgehen. Der einzige Nachteil an der Sache war, dass die Wirkung der Pfeile oft erschreckend lange auf sich warten ließ und er sich dadurch schon so einige Male beinahe in annähernd ausweglose Situationen gebracht hatte, die ihm einmal sogar fast sein Leben gekostet hätte! Doch solange er gut versteckt und in ausreichender Entfernung seinen Angriff startete, konnte praktisch kaum noch etwas schief gehen.
Alex zog gleich mehrere Betäubungspfeile aus dem handlichen Köcher, den er seitlich an seinem Gürtel befestigt hatte und legte den ersten Pfeil ein. Er schlotterte vor Kälte, was das Zielen nicht gerade einfacher machte!
Dann der erste Schuss! Vorbei! Alex unterdrückte einen Fluch und beobachtete besorgt, dass der Templer, auf den er es abgesehen hatte, den Pfeil, dessen Luftzug, ein leises Sirren oder auch einfach nur eine unbestimmte Bewegung wahrgenommen haben musste, denn er drehte sich verwirrt um und legte die Hand auf seine Waffe. Das Gespräch der Templer erstarb augenblicklich und alle drei sahen sich suchend um. Dann gab einer den anderen beiden ein Zeichen und sie liefen jeder in eine andere Richtung, um getrennt nach der Ursache zu suchen.
Tief duckte sich Alex in den Schnee, doch seine Tarnung war nicht annähernd so gut, wie die der Templer, immerhin war seine Uniform in dunklen Grau- und Blautönen gehalten, die im Schnee relativ gut zu sehen war!
Kriechend schob er sich weiter auf eine größere Schneewehe zu und versteckte sich dahinter, als einer der drei genau auf ihn zukam. Nach wenigen Schritten und kurz bevor er genau die Stelle erreichte, an der Alex zuletzt geduckt gesessen war, blieb der Templer stehen und blickte sich prüfend um. Sein Blick wanderte nach unten und sein Gesicht nahm einen überraschten Ausdruck an, als er in die Hocke ging und sich den Schnee genauer ansah. Er hatte Alex’ Spuren entdeckt! Jetzt musste es blitzschnell gehen! Leise wie eine Raubkatze, die sich an ihr Opfer heranpirschte schob sich Alex vorwärts, um anschließend mit einem gewagten Sprung den Templer von den Beinen zu reißen. Noch bevor dieser seinen Schrecken überwunden hatte und seine Kollegen zu Hilfe rufen konnte, verfrachtete Alex ihn in das Reich der Träume und spähte vorsichtig über die Schneewehe, ob seine Aktion möglicherweise beobachtet worden war. Aber es war alles ruhig und so richtete er sich ein wenig weiter auf und zog sein bewusstloses Opfer gänzlich hinter die Schneewehe, um ihn dort zu verstecken.
Alex musste die anderen beiden unbedingt finden und ebenfalls unschädlich machen, wenn er sich hier in Ruhe umsehen wollte. Außerdem hätte er dann einen freien Rückweg. Immer vorausgesetzt, seine Opfer schliefen lange genug!
Bereits nach wenigen Minuten erschien der zweite neben einem der beiden Container und auch er schien Alex’ Spuren entdeckt zu haben! Als er ihnen folgte, verschwand auch er unter dem vorderen Container und noch bevor er wieder aus der Grube kletterte, tauchte der dritte Templer in der Nähe des Bots auf. Da auch dieser sich als Spurenleser entpuppte, sah sich Alex ein wenig in die Enge gedrängt! Er musste die beiden irgendwie auf eine falsche Fährte locken und in diesem Moment fielen ihm die beiden Tiertransportkäfige ein. Möglicherweise befanden sich darin Tiere, die er als Ablenkungsmanöver frei lassen konnte!
Bis zu den Käfigen war es von ihm aus nicht weit, doch leider gab es auf der kurzen Strecke keinerlei Möglichkeit, sich zu verstecken oder auch nur die kleinste Schneewehe. Er musste sich also beeilen, nicht entdeckt zu werden, wartete einen günstigen Augenblick ab und rannte los! Bei den Käfigen angelangt, hatte er zumindest in eine Richtung Deckung und fingerte hektisch ein Multitool aus seiner Tasche. Beide Käfige enthielten ‚Tiere’: Einen Greasel und einen Gray!
Er ließ zuerst den Greasel frei und sprintete sofort zurück zu den Schneewehen, bevor er von den Templern entdeckt oder von dem Greasel angegriffen werden konnte!
Das grüne Ungetüm blieb, nachdem es seinen Käfig verlassen hatte, unschlüssig daneben stehen und blickte sich beinahe nachdenklich nach allen Seiten um, gerade so, als würde es überlegen, in welche Richtung es nun gehen sollte. Schließlich hüpfte es ein paar Schritte auf den vorderen Container zu und blieb erneut stehen, als der Templer, der vor wenigen Minuten darunter verschwunden war, wieder auftauchte.
Nun geschah etwas, womit Alex überhaupt nicht gerechnet hatte! Der Greasel bleib ganz ruhig stehen, ohne anzugreifen und der Templer ging einfach und ohne Angst auf das Biest zu! Als er ihn erreicht hatte, tätschelte er ihm den Kopf als wäre dieses Ungetüm ein gutmütiger Hund und ging zu dem Käfig, in dem der Greasel eingeschlossen war. Das Untier folgte ihm widerstandslos, ließ sich noch ein Leckerli – zumindest vermutete Alex, dass es sich um ein Leckerli handelte – geben, um sich anschließend wieder in seinem Käfig einsperren zu lassen! Doch durch die Manipulation mit dem Multitool, ließ sich die Türe nicht wieder so einfach verschließen und der Mann hantierte eine Weile an dem Schloss herum, bevor er diesen Umstand bemerkte. Diese Zeit nutzte Alex, um sich an den Templer heranzuschleichen und ihn schließlich mit einem Schlag auf den Kopf mittels Schlagstock außer Gefecht zu setzen!
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  #20  
Alt 18.08.2006, 22:52
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Und weils grad so schön ist, gleich noch eins
Irgendwie werden meine Posts immer kürzer fällt mir gerade auf... Naja, ich mach mal hier noch bisserl weiter, ihr könnt ja derweil schonmal spekulieren, ob Alex überlebt oder ich mir hier ein neues Ende ausgedacht habe...


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 3

Gerade als er auch diesen Bewußtlosen hinter eine Schneewehe ziehen wollte, spürte er plötzlich den kalten Lauf einer Waffe an seinem Hinterkopf!
„Welch unerwarteter Besuch.“ Sprach der Mann in seinem Rücken übertrieben freundlich. Vorsichtig ließ Alex den Bewusstlosen zu Boden sinken und richtete sich langsam auf ohne sich dabei umzudrehen.
„Was hattest du denn vor, Bionic?“ das letzte Wort sprach er wie ein Schimpfwort aus. „Wenn du glaubst, mich mit deinen übersinnlichen Fähigkeiten austricksen zu können, versuch es erst gar nicht!“ erklärte er betont selbstsicher. „Wo ist Marcel?“
„Wer?“ fragte Alex scheinheilig, denn das konnte nur der Mann sein, den er als erstes niedergeschlagen hatte.
„Marcel.“ Wiederholte der Mann betont deutlich. „Mein Kollege. Den hast du doch sicherlich auch hinterhältig erschlagen, nicht wahr?“
„Helle Haare, dunkle Augen, gebrochene Nase?“
„Bis auf die gebrochene Nase stimmt das.“
„Die hat er mittlerweile, glaub es mir!“ erwiderte Alex vorlaut.
„Auch noch frech werden, was? Du weißt ja gar nicht, in welch unbequemer Lage du dich befindest, Bürschchen. Noch ganz grün hinter den Ohren, aber sich mit einem der besten Soldaten anlegen wollen, wie? Na, das wird dir noch leid tun, Kleiner. Das verspreche ich dir!“ drohte er, zerrte Alex am Kragen vollends in die Aufrechte und schob ihn grob vor sich her auf die Tiertransportkäfige zu. Dann öffnete er den Käfig mit dem Greasel darin, ließ ihn raus und steckte statt dessen Alex hinein!
Ihn nach Waffen zu durchsuchen, schien er entweder vergessen oder es für unwichtig gehalten zu haben!
Auch dieser Templer hantierte erfolglos an dem Schloss herum und genau darin sah Alex seine Chance. Mit einem kräftigen Ruck stieß er die Käfigtüre auf und riss dabei gleichzeitig den Templer von den Beinen. Wild mit den Armen rudernd und dabei fluchend fiel dieser rücklings in den Schnee. Mit einem Satz war Alex über ihm und drückte ihm seine Armbrust gegen die Stirn.
„Schön liegen bleiben, sonst drück ich ab.“ Kaum hatte er zuende gesprochen, fiel ihm auf, dass er gar keinen Pfeil eingelegt hatte und hoffte inständig, dass das dem Mann auf dem Boden nicht aufgefallen war!
Vorsichtig fingerte Alex nach seiner Stealth-Pistole und war einen winzigen Augenblick unkonzentriert, als ihm die Wucht des Trittes ungebremst in seinen Allerwertesten traf und er vornüber regelrecht über den Templer flog und hart im Schnee landete. Genauso schnell, wie der Mann zugetreten hatte, war er auch schon wieder auf den Beinen und ließ Alex in die Mündung seiner Waffe blicken!
Obwohl der Schnee eiskalt auf Alex’ Gesicht klebte, wurde es ihm mit einem Mal siedend heiß! Der Blick des Templers hatte sich erschreckend verändert. Alex konnte eine Entschlossenheit und eine Mordlust in den Augen sehen, die ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Der Mann würde jeden Moment abdrücken und Alex erschießen, das war ihm plötzlich so klar, als wäre es bereits geschehen!
Mit dem Mut der Verzweiflung schnellte Alex auf seine Füße und rammte sein Knie in den Bauch seines Gegners. Gleichzeitig löste sich der Schuss und der Templer ging ächzend in die Knie. Alex’ nächster Tritt gegen das Kinn des Mannes gab ihm den Rest und er brach bewusstlos zusammen. Erst jetzt spürte Alex etwas warmes, klebriges an seinem Bauch und als er seine Hand ansah, die er unbewusst an die Stelle gelegt hatte, war diese voll Blut. Bevor ihm schwarz vor Augen wurde, aktivierte er seine Selbstheilung und sein letzter Gedanke galt seiner eigenen Fahrlässigkeit, nur eine einzige Bioenergiezelle eingesetzt zu haben. Dann sackte er bewusstlos zusammen!
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  #21  
Alt 19.08.2006, 23:53
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Und schon gehts weiter.


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 4

Alex erwachte, als etwas an seiner Hose herumzerrte. Er fühlte sich unendlich müde und erschöpft, als hätte er eine ganze Woche nicht geschlafen und sein ganzer Körper schmerzte bei jeder noch so kleinen Bewegung. Sein Puls und die Atmung gingen sehr langsam, ein Schutzmechanismus, der sich automatisch aktvierte, wenn eine Verletzung lebensbedrohlich war. So hatte sein Körper die Möglichkeit, alle eingesparte Energie in die Heilung der verletzten Körperregionen zu investieren, was die Selbstheilung deutlich verbesserte. Ein kleiner Bonus, der selbst dann funktionierte, wenn das Selbstheilungsimplantat nicht aktiviert oder nicht einmal vorhanden war!
Immer wenn Alex Auffälligkeiten dieser Art an sich entdeckte, wurde er daran erinnert, dass er sich doch deutlich von anderen Menschen unterschied. Abgesehen von seinen Implantaten, konnte er außerdem besser sehen, besser hören und sogar besser riechen, als die meisten ‚normalen’ Menschen und allein diese Tatsache machte ihm oft Angst, auch wenn es für ihn eigentlich nur Vorteile hatte. War er so etwas wie ein Mutant? Wie diese verdammten Greasel? Merkwürdig, dass ihm gerade jetzt dieser Vergleich in den Sinn kam, da ihm der Greasel der Templer an den Inhalt seiner Hosentaschen wollte!
Der Greasel!
Mit einem Satz war Alex auf den Beinen und verdrängte sogar für einen Moment die Schmerzen, die diese Aktion auslöste!
Doch der Greasel blieb ganz ruhig vor ihm stehen und spähte sehnsüchtig auf Alex’ Hosentasche.
„Bleib mir ja vom Leib du Vieh!“ schimpfte Alex und zog seine Stealth-Pistole. Doch der Greasel schien ihn überhaupt nicht angreifen zu wollen. Und jetzt erinnerte sich Alex auch wieder daran, wie der Templer mit dem grünen Ungeheuer umgegangen war. Offenbar war dies ein zahmes Tier. Bei dem Begriff ‚Tier’ stellte es Alex gedanklich die Nackenhaare auf. Nein, ein Tier war das mit Sicherheit nicht! Ein Untier vielleicht, ja, aber eher noch ein Monster, eine Kreatur, ein Mutant! - Wie er!
Alex schüttelte den Kopf. Nein, ein Greasel war mit ihm nicht vergleichbar! Das war etwas ganz anderes! Eine Fehlzüchtung, ein abscheulicher Irrtum, ein Monster!
Alex’ Fähigkeiten waren gewollt und sie waren vor allem sinnvoll! Greasel waren bestimmt nicht gewollt, nicht so! Da hatte sich jemand einen makaberen Scherz erlaubt und einen Vogel mit einer Echse gekreuzt und diese dann noch mit radioaktivem Müll gefüttert!
Der Greasel stand immer noch bettelnd vor ihm und linste zu Alex’ Hosentasche.
„Was willst du? Verschwinde, hau ab!“ forderte er das Geschöpft auf und fuchtelte mit den Armen, was den Greasel allerdings kein bisschen beeindruckte!
Immer noch mit gezogener Waffe, ließ ihn der junge Bionic nicht aus den Augen und fingerte nach der ersten Bioenergiezelle, die er sofort einsetzte und die Selbstheilung erneut aktivierte. Bereits nach wenigen Sekunden fühlte er sich deutlich ausgeruhter und kräftiger, doch schon bald war die Energiezelle leer, sein Gesundheitszustand jedoch noch lange nicht wieder optimiert. Ein paar Müsliriegel sollten vorerst Abhilfe schaffen und so griff er in seine Hosentasche und holte einen der Muntermacher heraus. Sofort stand der Greasel dicht vor ihm und ließ den Müsliriegel nicht mehr aus den Augen!
„Oh nein, du nicht! Kein Greasel frisst meine Müsliriegel! Soweit kommt’s noch!“
Ungeduldig fing das grüne Monster an, von einem Bein auf das andere zu steigen und den Riegel regelrecht zu hypnotisieren!
Doch Alex blieb hart und weigerte sich, mit dem Untier sein Essen zu teilen. Als der Greasel das begriffen hatte, drehte er sich um und machte sich auf den Weg zu dem Templer, von dem er zuletzt einen Happen bekommen hatte. In diesem Moment wurde Alex klar, dass der Greasel den Templer wecken würde, wie er ihn geweckt hatte!
„Hey, warte mal.“ Rief er dem Untier nach und schnalzte mit der Zunge. „Hey, Grüner! Komm her, ich hab hier was für dich, na komm!“ lockte er ihn und wedelte mit dem Müsliriegel.
Der Greasel kam tatsächlich zurück und hüpfte voller Vorfreude auf und ab. Mit dem Riegel in der Hand lockte ihn Alex zu dem ersten Container, den er bereits durchsucht hatte, öffnete die Vordertüre und warf den Müsliriegel kurzerhand hinein. Freudig sprang der Grüne hinterher und Alex zog schnell die Türe wieder zu. Gefangen! Alex hatte den Greasel gefangen. Das war wohl das erste mal, dass er einen von diesen Abscheulichkeiten gefangen statt getötet hatte und das weckte in ihm ein völlig neues Gefühl! Aber immerhin war dies eine Ausnahmesituation. Dies war vermutlich der einzige zahme Greasel der Welt und außerdem auch der erste und vermutlich letzte, der ihn nicht angegriffen oder auch nur den Versuch zu einem Angriff gestartet hatte!
Endlich hatte Alex Zeit und Ruhe, sich ein wenig umzusehen, doch da er nicht wusste, wie lange er bewusstlos gewesen war, rechnete er jeden Moment damit, dass die Templer ihr Nickerchen auch jederzeit beenden konnten! Noch war alles ruhig, aber das konnte sich schlagartig ändern!
Auch der zweite Container war nicht verschlossen und so verschwendete Alex keine unnötige Zeit und hatte ihn innerhalb kürzester Zeit durchsucht. Doch leider war seine Ausbeute deutlich magerer, als im ersten Container. Außer ein paar Leuchtfackeln und einen Vorhang, den er in Streifen riss, um ihn als Fesseln für die Templer zu verwenden, fand er nichts Brauchbares.
Wenige Minuten später hatte er die drei Templer notdürftig verschnürt, damit sie ihm nicht auf dem Rückweg noch gefährlich werden konnten. Dann setzte er seinen Weg fort. Der Karte nach zu schließen, musste er sich kurz vor seinem Ziel befinden.
Den zweiten Eiswall konnte er bereits kurz hinter den Containern entdecken und auch die dazugehörige Tür, die den hindurchführenden Tunnel von der Außenwelt abtrennte. Auch diesmal musste er ein Multitool einsetzen – das vorletzte! – und schlüpfte kurz darauf in den dahinterliegenden Eistunnel. Diesmal war er auf alles gefasst! Und schon nach der ersten Biegung traf er auf einen Toten! Ein Templer, der von einem Schnellfeuergewehr regelrecht durchsiebt worden war! Die entsprechende Waffe war schnell gefunden. Sie war einsatzbereit, machte aber keinerlei Anstalten, auf Alex zu schießen. Offenbar handelte es sich hierbei um das Geschütz, das Alex im ersten Container umprogrammiert hatte und dessen Schüsse er selbst dort noch gehört hatte!
Vorsichtig schlich Alex weiter und schon nach wenigen Schritten konnte er den Ausgang erkennen. Weiße Ödnis wartete jenseits des Tunnels auf ihn. Trotz alledem blieb Alex auf der Hut und schlich vorsichtig weiter. Ein dichtes Schneetreiben behinderte seine Sicht und außer einigen, scheinbar achtlos abgestellten, Kisten konnte Alex nicht viel erkennen. Geduckt ging er weiter und wäre beinahe mit einem Medibot zusammengeprallt! Instinktiv riss Alex seine Waffe hoch und atmete erleichtert auf, als er den Roboter erkannte. Er nutzte die Gelegenheit und ließ sich von dem mechanischen Arzt heilen, bevor er sich an das letzte Stück seines Weges machte.
Das Schneetreiben wurde immer dichter und schon bald konnte Alex kaum noch zehn Meter weit sehen. Doch er konnte etwas hören: Ein gleichmäßiges Stampfen, wie die Schritte von etwas großem, schweren. Nicht so groß und so schwer wie ein Bot, aber schwerer als ein durchschnittlicher Mensch. Alex hielt für einen Moment den Atem an und lauschte. Was auch immer dort pattroulierte, es war ganz in seiner Nähe!
Vorsichtig schlich Alex weiter und schon nach wenigen Sekunden konnte er die schemenhaften Umrisse eines Gepanzerten erkennen. Diese Rüstung war nahezu undurchdringlich, aber eben nur nahezu. Eine etwa handtellergroße Stelle am Rücken, die der Sauerstoffzufuhr diente, war nicht gepanzert.
Alex hatte nun zwei Möglichkeiten: Entweder, er versuchte genau in diese Stelle einen Betäubungspfeil zu schießen, oder er umging den Templer einfach. Da er sich allerdings nicht auf das Wetter für die nächsten Stunden verlassen konnte und wollte, entschied er sich für die erste der beiden Methoden.
Schnell legte er einen Pfeil in seine Armbrust, wartete bis der Templer zurückkam, ihm den Rücken zudrehte und einen Augenblick bewegungslos stehen blieb. Das war seine Chance, vielleicht die einzige, die er hatte. Alex zielte, schoss und traf!
Der Gepanzerte stieß einen Fluch aus und versuchte erfolglos an den Pfeil in seinem Rücken zu kommen. Langsam setzte die Wirkung des Betäubungsmittels ein und seine Bewegungen wurden immer langsamer und träger, bis er schließlich wie ein gefällter Baum in den knöchelhohen Schnee fiel!
Alex wartete noch einen Augenblick und schlich dann an dem Bewusstlosen vorbei, weiter auf sein Ziel zu. Plötzlich stand er schon wieder vor einem Eiswall, was ihn sehr irritierte, denn der Karte nach zu schließen, sollte er nach einigen Metern das Domizil erreichen. Es dauerte einen Augenblick bis Alex begriff, dass er die Orientierung verloren und unbewusst zurückgelaufen war. Von nun an arbeitete er nur noch mit Kompass und Karte, denn die Gefahr, sich in diesem Schneetreiben zu verlaufen stieg mit jedem Meter, den er zurücklegte.
Der plötzlich auftauchende Abhang war nicht auf seiner Karte eingezeichnet und es hätte nicht viel gefehlt, da wäre Alex abgestürzt. Im letzten Moment konnte er sich gerade noch abfangen und den Abstieg kontrolliert beginnen. Unten angekommen erwartete ihn die nächste Überraschung. Unweit von ihm, direkt neben dem eigentlichen Weg, den er erst am Fuß des Berges entdeckte, hatten die Templer eine Selbstschussanlage installiert! Alex hatte wirklich Glück gehabt, dass er nicht den normalen Weg hinuntergegangen war, denn die automatischen Geschütze funktionierten auch bei schlechter Sicht, im Gegensatz zu menschlichen Augen, einwandfrei!
Da sich Alex dem Geschütz von hinten näherte, konnte er es kurzerhand einfach umgehen, ohne dass es ihm gefährlich werden konnte.
Angestrengt starrte er durch das Schneetreiben und glaubte, so etwas wie ein riesiges Gebäude erkennen zu können, das von irgend einer Lichtquelle angestrahlt wurde oder von sich aus leuchtete. Gebannt von dem Anblick ging er langsam näher und blieb alarmiert stehen, als er erneut schwere Schritte hören konnte.
‚Dass diese Templer nie alleine irgendwo Wache schieben, hätte ich mir denken können.’ Dachte Alex und ging vorsichtshalber in die Hocke. Dem Geräusch nach zu urteilen befand sich der zweite Gepanzerte einige Meter von ihm entfernt in östlicher Richtung, also rechts von ihm. Geduckt schlich Alex auf den Templer zu, bis er ihn beinahe berühren konnte, ohne allerdings von ihm gesehen zu werden. Der nächste Betäubungspfeil war schnell eingelegt und noch bevor sich der Gepanzerte wieder von ihm entfernen konnte, hatte er auch schon einen Pfeil in seinem Luftloch!
Wie ein tasmanischer Teufel fuhr der Templer herum und schoss wild um sich! Alex konnte sich gerade noch auf den Boden werfen, bevor eine Salve Blei dicht über seinen Kopf hinwegpfiff und im Schneetreiben verschwand! Der Gepanzerte wirbelte immer noch um seine eigene Achse, fluchte wie ein Seemann und schien immun zu sein, gegen das Betäubungsmittel, das Alex ihm verpasst hatte. Mitten in der Drehung begann der Mann plötzlich zu taumeln und fiel dann stocksteif in den Schnee.
‚Das läuft ja besser, als erwartet.’ Dachte Alex, lauschte noch einmal angespannt und ging dann, nachdem er sich vergewissert hatte, nun allein zu sein und ab sofort nicht mehr aufgehalten zu werden, auf das Domizil zu.
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So, das wird der vorletzte oder vorvorletze Teil sein, ihr wisst ja, die Story will einfach net enden... Also, viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 7

Die Tür vor ihm war halb geöffnet und er ging langsam weiter. Sein Blick wanderte durch den Türspalt, während sich sein Herzschlag verdoppelte. Es waren leise Stimmen zu hören, vereinzelt Schritte und ein seltsames Summen.
Er stieß die Tür mit einem Fuß auf und sah sich blitzschnell um. Drei Dinge sah er fast zeitgleich: die restlichen Geiseln an der linken Seite des Raumes gefesselt und teilweise geknebelt fein säuberlich aufgereiht, die restlichen Terroristen im ganzen Raum verteilt und in der Mitte des Raumes der Störsender!
Jetzt musste er äußerst schnell handeln, um die Geiseln zu schützen, die Terroristen auszuschalten und den Störsender zu vernichten.
Er nahm sein Sturmgewehr in den Anschlag und feuerte auf die ersten drei Terroristen die zusammen vor dem Störsender standen. Sie gingen getroffen zu Boden ohne Gegenwehr. Die restlichen Terroristen hatten den ersten Schock überwunden und sprangen in Deckung. Kaum eine Sekunde später begannen sie in J.C.‘s Richtung zu feuern. Er ging zu Boden robbte sich in Richtung der Geiseln. Als er an den drei toten NSF – Troopern vorbei kam, schlugen einige Schüsse über ihm in der Decke ein, es folgte ein Krachen und plötzlich schlug eine gewaltige Wucht in J.C.‘s Rücken. J.C. verfluchte diese verdammten kleinen Kronleuchter die in diesem Raum für Licht sorgten. Er hatte gar nacht bemerkt, dass er sich hier in der Wartezone für die Besserverdiener der Stadt befand. Tja, die First – Class – Abteilung der U – Bahnstation hatten einen separaten Zugang zu den Gleißen, so dass die Leute die sich für etwas besseres hielten gar nicht mit den niederen Leuten aus ihrer Sicht zusammentreffen warten mussten. Außerdem war der Fahrstuhl auch nur für diese Kunden reserviert.
Auf dem Plan der U - Bahnstation den er vorhin durchgesehen hatte war dieser First Class Bereich eingezeichnet, jedoch nicht diese Lampen mit den spitzen Glasteilen. J.C. aktivierte die Regeneration und die Kraftverstärkung im rechten Arm. Er legte das Sturmgewehr weg und zog den zertrümmerten Kronleuchter von seinem Rückrad. Er spürte seine geprellte Wirbelsäule und die Schnitte auf seiner Haut. Die Jacke hatte den Glassplittern nicht standhalten können, genauso wenig wie sein Spezialhemd.
Er robbte weiter, einen Fluch auf den Lippen und dem Sturmgewehr wieder im Arm, bis er bei den Geiseln angekommen war. Er schnitt einem nach dem anderen die Feseln durch und sagte ihnen in knappen Sätzen, wie sie rauskamen. Als J.C. bei der vorletzten Geisel ankam, blickten ihn zwei trübe, halb geschlossene Augen an. Nachdem er ihm den Knebel entfernt hatte, schlug ihm schon eine Schnapsfahne entgegen.
„Sind Sie der Zimmerservice?“ lallte ihn der Penner an.
J.C. sah ihn kurz missbilligend an. „Nein, ich bin die Polizei.“
Der Penner riss die Augen auf und wich ein Stück zurück.
J.C. befreite auch die letzte Geisel und feuerte in Richtung der NSF – Trooper. Er musste sie ablenken, bis die Geiseln den Raum verlassen hatten. Nachdem dies geschehen war, fasste J.C. einen Entschluss. Er krabbelte wieder zurück zur Tür und holte die EMP – Granate aus seiner Jackentasche, aus seiner Hosentasche zog er eine LAM. Er verband die EMP – Granate mit der LAM mit einem Stück Extreme – Klebeband und stellte beide Zünder auf fünf Sekunden ein. Er entsicherte das explosive Pärchen.
„Hier habt ihr ne kleine Aufmerksamkeit!“ Mit diesen Worten warf er die EMP/LAM – Granate in hohem Bogen in Richtung Störsender. J.C. sprang in Deckung.

Im First – Class – Warteraum kauerte Miguel Emicario hinter einer Trennwand. Sein Organismus war in heller Aufregung, von der seelischen Anspannung ganz zu schweigen. Es war so gut wie nichts nach Plan gelaufen. Erst entdeckt ein UNATCO – Agent den Stutzpunkt im Battery Park, dann schafft es einer von der UNATCO auch noch, runter zu gelangen. Aber es wäre alles ganz anders gelaufen, hätte man nicht den Stützpunkt hier ausgehoben. Ohne Zweifel wurde die NSF verraten, da war er sich ganz sicher. Und Miguel hatte auch einen Verdacht, doch leider konnte er seinen Verdacht nicht seinen Vorgesetzten mitteilen, aufgrund des Störsenders. Sowas nannte man wohl Ironie des Schicksals. Also musste er versuchen, hier lebend rauszukommen., oder einer seiner Leute. Miguel fühlte sich schuldig, er war verantwortlich für diese Operation und für seine Leute, von denen heute schon genug gestorben waren. Er fühlte sich zunehmend eingeengt in seinem Körperschutz.
Miguel schüttelte diese Gedanken ab und lauschte in den Raum. Eben hatte der UNATCO – Agent etwas gerufen, aber er hatte es unter dem Lärm der Schüsse nicht verstanden. ‚Sowieso egal‘ dachte er sich, ‚es war bestimmt kein Kapitulationsangebot.“ Nur noch etwa sechs Minuten, bis der Zug hier durchfahren sollte. Die paar Minuten mussten sie do9ch irgendwie überstehen können!
Da hörte Miguel etwas nicht weit entfernt klappern. Als er sah, was dieses Klappern verursacht hatte, sank seine Hoffnung den Auftrag erfolgreich zu beenden auf Null. Er sah auf eine kleine rote Anzeige die von drei an rückwärts zählte...

J.C. wartete auf das erlösende Geräusch der Explosion. J.C. lief ein Stück den Gang entlang und hoffte, dass sein Funkgerät bei der EMP – Explosion keinen Schaden nehmen würde. Da sein Infolink immer noch nicht funktionierte war das Funkgerät die einzige Möglichkeit mit Navarre Kontakt aufzunehmen. Er nahm das Funkgerät aus der Gürtelhalterung und prüfte es. Noch hörte man nur das abnormale Rauschen wegen des Störsenders. Da ertönte eine ohrenbetäubende Explosion. Die Wände erzitterten leicht, es dürfte keine der anderen LAM’s oder Mega – LAM’s geschadet haben, im Gegensatz zu den Terroristen.
In gut fünf Minuten kam der Zug, und in knapp zwei Minuten würde Navarre die Station sprengen.
J.C. drückte das Funkgerät ans Ohr, endlich war das abnormale Rauschen verschwunden. Seine Anspannung wich einer leichten Entspannung. Er machte eine schnelle durchsage:
„Agent Navarre! Rakete nicht abfeuern! Störsender deaktiviert! Ich widerhole, feuern Sie keine Rakete ab!“

Im gleichen Moment ertönte J.C.‘s Stimme aus dem Lautsprecher eines Funkgeräts das in einer Pennerhütte neben der U – Bahnstation zwischen einigen alten Pappkartons und Zeitungen lag...

Special Agent Anna Navarre stand an der Treppe zur U – Bahnstation, einen GEP – Werfer in den Händen haltend. Sie trug ihn locker als wäre er eine Wasserpistole, die Kraftverstärkung in ihren Armen machte es möglich.
Sie ging in Position und legte sich den Raketenwerfer auf die Schulter. Einige Meter entfernt stand Will Anderson unruhig auf seinem Posten. Er sah wieder auf seine Uhr. Die Frist die J.C. von Navarre erhalten hatte lief erst in knapp zwei Minuten ab, der Zug kam in circa fünf Minuten hier an. Allerdings sah es ganz so aus, als würde Special Agent Navarre nicht auf den Ablauf der Frist warten.
Will wollte gerade etwas zu Navarre sagen, als er erschrocken nach unten auf seinen Gürtel starrte. So wie ihm erging es sämtlichen UNATCO – Troopern die hier versammelt waren. Jeder nahm sein Funkgerät aus der Gürtelhalterung und lauschte auf die Worte, die daraus hervorgingen.
Die ersten Worte, die Will hörte, ließen seine Vermutung von vorhin Realität werden. ‚J.C. hat’s da runter geschafft und den Störschirm gekillt!‘ Jetzt konnte man den Zug warnen.
„Halt Agent Navarre!“ schrie Will aus voller Kehle und stürzte in Richtung Anna Navarre. „Nicht feuern! J.C. hat- weiter kam Will nicht, denn in diesem Moment feurte Navarre die Rakete ab. Einen Augenblick später zeriss eine Explosion die Nacht, gefolgt von weiteren Explosionen die Will von den Füßen riss, die Erde erzitterte mehrmals kräftig. Die Mega – LAM’s gingen eine nach der anderen hoch...

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Alt 28.08.2006, 00:07
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So, wieder einmal ein Rohentwurf.
Ich habe mir auch ein wenig "künstlerische" Freiheit rausgenommen, wie ihr bald merken werdet.
Dann mal viel Spaß beim Lesen


DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 5

Alex konnte in dem Schneesturm kaum Details ausfindig machen, doch das Gebilde, daß sich hinter dem Vorhang aus Schneeflocken abzeichnete musste riesig sein!
War das J.C.’s letzte Zufluchstelle? Das Domizil, nach dem Alex so lange gesucht hatte? War er endlich am Ziel angelangt?
Alex hatte ein Gebäude erwartet, eine Höhle aus Eis vielleicht, einen Bunker, irgendetwas mit einer Tür darin, hinter der man vor dem Schneetreiben und natürlich auch vor Feinden Schutz finden konnte, doch das, was er erblickte, hatte mit alledem wenig gemeinsam. Es erinnerte entfernt an einen Turm, einen Turm aus Glas und vielleicht Stahl, doch auch das schien die falsche Beschreibung dafür zu sein.
Zögernd ging Alex näher. Dieses Gebilde flößte ihm Respekt ein. Angst hatte er nicht, aber ein seltsames Gefühl von Ehrfurcht beschlich ihn, als würde er sich einem pompösen Palast oder einen eindrucksvollen Tempel nähern.
Das Schneetreiben lichtete sich, je weiter er sich dem Bau näherte, als hielten selbst die Schneeflocken respektvollen Abstand zu J.C.’s Domizil und bald konnte er es trotz der einsetzenden Dunkelheit klar und deutlich vor sich sehen. Erst jetzt wurde er sich dessen gigantischen Größe bewusst und seine Ehrfurcht steigerte sich noch ein wenig mehr. Es war nicht einfach nur groß, es strahlte auch eine unbeschreibliche Ruhe und Geborgenheit aus, dass Alex auch die letzten Zweifel, das Richtige zu tun, vollends beiseite schob und sein Schritttempo ein wenig beschleunigte.
Etwa mittig am Fuße des Gebildes zwischen zwei imposanten, perfekt polierten gläsernen Säulen entdeckte er ein kleines Podest mit einer Art Pult, oder auch Steuereinheit davor. Zielstrebig ging er darauf zu stellte sich auf das Podest. Auf einer runden Scheibe vor ihm waren die Umrisse von zwei Händen aufgedruckt. Offenbar handelte es sich hierbei um einen Händescanner und Alex’ Hoffnungen schwanden schlagartig.
Wer würde wohl die passenden Abdrücke für diesen Scanner haben?
Einer der Templer? Sicher nicht! Tracer Tong? Vermutlich auch nicht, denn dann hätte er es Alex sicherlich gesagt. Paul Denton? Wäre möglich.
Aber was wäre, wenn Tracer Tong recht gehabt hatte und er, Alex, der einzige war, der J.C. noch retten konnte? Brauchte der Scanner nur die Hände eines Denton, um.... ja, um was eigentlich? Würde sich der Boden öffnen und ihn verschlucken, wenn er das Domizil auf bekäme? Würde er in die luftige Höhe katapultiert werden?
Alex wusste auf all diese Fragen keine Antwort und beschloss, es einfach auszuprobieren.
Zitternd vor Kälte, wohl aber auch vor Aufregung legte er seine Hände auf den Scanner. Nichts geschah! Nur das Schneetreiben hüllte ihn plötzlich vollends ein und ehe er sich darüber Gedanken machen konnte, war es auch schon wieder verschwunden! Doch als Alex nun nach vorne blickte, sah er nicht, wie noch vor wenigen Augenblicken, die gläsernen Säulen des Domizils, er entdeckte einen Mann, der scheinbar schwebend in einer Säule aus Licht stand und ihm freundlich entgegenblickte.
„Alex! Du bist endlich da!“ sagte der Schwebende deutlich geschwächt, aber hörbar erleichtert.
„J.C.?“ hakte Alex verwirrt nach und versuchte sich erst einmal neu zu orientieren. Bildete er sich das alles nur ein, oder stand er wirklich vor seinem Bruder?
„Ja, Alex, ich bin es. Du brauchst keine Angst zu haben, hier bist du absolut sicher! Du bist gekommen, um mir zu helfen?“
„Ja, wenn ich das überhaupt kann.“ Erwiderte Alex unsicher. „Was muss ich tun?“
„Dazu komme ich gleich. Hör mir gut zu, Alex, ich weiß nicht, ob ich meine Worte wiederholen kann.“
Alex stieg von dem Podest, das anscheinend diese Reise ins Innere des Domizils mitgemacht hatte und trat auf die Lichtsäule zu, in der sein Bruder schwebte.
„Irgend etwas ist bei der Fusion mit Helios schief gegangen, ich weiß nicht, was passiert ist, vermute allerdings, dass es ein Sabotageakt gewesen sein muss. Nichts ist so, wie es eigentlich hätte sein müssen. Das Domizil war unsere einzige Rettung!“ J.C.’s Stimme wurde schwächer. „Die Kälte... hat uns geholfen... aber jetzt ist... die Energie erschöpft.... Du musst ...helfen, Alex!“
„Ja, das werde ich! Sag mir wie!“ drängte Alex ungeduldig.
„Meine Erinnerungen... du musst sie... neu aktivieren... Der Beamer... du musst... gehe in die Vergangenheit....“
J.C. verdrehte die Augen und hing schlaff in der Lichtsäule.
„J.C.! Wach auf! Was muss ich tun? Welcher Beamer? Wie komme ich in die Vergangenheit? Wie kann ich dort deine Erinnerungen neu aktivieren? J.C.!“ hilflos klopfte Alex gegen die gläserne Wand, die die Lichtsäule umspannte. „J.C.! Rede mit mir! J.C.!”
Entmutigt sank Alex auf die Knie und blieb kauernd einen Moment dort so sitzen, um seine Gedanken zu ordnen.
„Der Beamer, wo ist der Beamer?“ Alex sah sich suchend um, doch außer der Lichtsäule, der Plattform, die die Lichtsäule umspannte, einigen gläsernen – nein, das war kein Glas, das war Eis! Dieses ganze Gebilde bestand aus kristallklarem Eis! – Querbalken und natürlich dem Podest mit dem Händescanner, konnte er nichts entdecken.
Das Podest! War Alex hierher gebeamt worden? Wie in einem Science-Fiction-Film? Unglaublich, aber so musste es wohl gewesen sein! Schnell stieg er wieder auf das Podest und legte seine Hände erneut darauf. Wieder umgab ihn ein Schneesturmartiges Treiben und wieder verschwand es so plötzlich, wie es begonnen hatte.
Doch anscheinend war dieses der falsche Weg gewesen! Enttäuscht stieg Alex von dem Podest und blickte zu J.C. hinüber, der immer noch unverändert in der Säule hing.
Erst auf den zweiten Blick bemerkte Alex, dass sich doch etwas verändert hatte: Tief unter sich, wo vorher noch tiefste Dunkelheit geherrscht hatte, konnte Alex den Boden sehen! Und nicht weit von ihm entfernt führte eine metallene Leiter nach unten. War das sein Weg? Zielstrebig kletterte er die Leiter nach unten bis er auf eine Plattform traf. Von hier aus waren es nur noch wenige Meter bis zum Grund des Turmes und gerade als er sich an die zweite Leiter, die ihn bis ganz unten bringen würde, vornehmen wollte, entdeckte er einen Karkianer, der ihn längst gesehen hatte und bereits am Fuße der Leiter auf ihn wartete!
Alex zog eine Spiderbot-Granate aus seinem Gürtel und ließ sie nach unten fallen. Sofort nach dem Aufprall aktivierte sich der Spiderbot und griff den Mutanten an. Der kräftige, aber schwerfällige Karkianer hatte, trotz starker Gegenwehr, keine Chance gegen den wendigen Bot und ging schon nach wenigen Stromschlägen zu Boden. Doch noch war der Kampf nicht zuende. Ein weiterer Karkianer erschien unter der Leiter und griff den Bot an, der allerdings auch diesen Mutanten kurz darauf erledigte. Deutlich verbeult machte sich der Spiderbot nun auch noch über einen von zwei Greasel her, die ihn allerdings im Doppelpack zu einem Stück Schrott verarbeiteten! Nun musste Alex doch wieder selber kämpfen, zog seine MP und erledigte die beiden Greasel von seiner erhöhten Position aus.
Vorsichtig stieg er, auf alles gefasst, die Leiter hinunter. Doch eine weitere unliebsame Überraschung wartete unten nicht mehr auf ihn.
Alex durchsuchte das ganze Areal und fand allerhand Munition und Granaten.
‚Naja, wenigstens dafür hat sich der Weg gelohnt.’ Dachte er und kletterte nach seiner erfolglosen Suche, den Weg in J.C.’s Vergangenheit zu finden, die Leiter wieder hinauf.
Gerade, als er sich erneut auf den Beamer stellen wollte, entdeckte er im Halbdunkel hinter der Lichtsäule einen Durchgang! Neugierig ging er näher und entdeckte einen angrenzenden Tunnel. Nach einigen Metern betrat er eine komplett andere Umgebung! Alex fand sich in einem Raum wieder, der einen sehr asiatischen Einrichtungsstil aufwies. Unsicher suchte er den gesamten Raum ab, fand aber außer ein wenig Munition nichts, das er brauchen konnte und wandte sich wieder dem Ausgang zu. Doch statt zurück in das Domizil zu gelangen, führte ihn sein weiterer Weg in ein Büro der UNATCO. Nun war sich Alex sicher, sich in J.C.’s Vergangenheit zu befinden, denn die UNATCO gab es schon seit Jahren nicht mehr!
Aber auch hier konnte er außer etwas Munition nichts Brauchbares finden. Noch einmal zurück in den Tunnel, betrat Alex kurze Zeit später das Innere einer 747, danach die Area 51 und schließlich fand er sich in einer Halle wieder, die er als eine Art Labor identifizierte. Nun war er um eine beachtliche Menge an Munition, Granaten und sogar zwei Biomodifikationen reicher und fragte sich, wie viele dieser Stationen er noch besuchen musste, um J.C. zu retten. Oder war am Ende alles längst zu spät und Alex wäre für immer in der Vergangenheit gefangen?
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  #24  
Alt 27.09.2006, 03:27
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Wieder ein Stück, aber immer noch nicht das Letzte, sorry! Ich werd mein bestes tun dieses Jahr noch nen Absachluss in dieses Kapitel zu bringen, bis dahin wieder mal viel Spaß beim lesen!

Deus Ex - Geiselnahme Teil 8

J.C. glaubte zuerst, er hätte eine Halluzination, ausgelöst durch die psychische Anspannung. Doch als kurz auf die erste Explosion eine Zweite folgte, begriff er im Bruchteil einer Sekunde, dass er sich nichts einbildete, sondern dass Agent Navarre die Rakete abgefeuert hatte, zu früh! Sie hatte sich nicht an ihre Vereinbarung gehalten und darüber hinaus seine Funkdurchsage ignoriert! ‚Will diese verdammte ******** mich und die unschuldigen Menschen hier unten einfach umbringen?‘ schoss es ihm durch den Kopf, kurz bevor ihm klar wurde, dass er schnellstens hier weg musste. Er wirbelte schnell um die eigene Achse und aktivierte dabei die zusätzlichen künstlichen Muskeln in den Beinen, die ein stark erhöhtes Lauftempo erlaubten. Er sprintete los, in Richtung des alten Lüftungsschachts. Er hörte die erneuten Explosionen und spürte, wie die gesamte Station erzitterte, so stark, dass er einige Male fast im vollen Lauf gefallen wäre. Wenn er tatsächlich gefallen wäre, hätte die Wucht des Aufpralls durch seine enorme Geschwindigkeit ihm den Schädel gebrochen.
J.C. rannte und rannte, und betete inständig, dass es alle Geiseln nach draußen geschafft hatten. Er lief durch die Gänge ohne viel von ihnen zu sehen, es war fast eine Art Blindlauf bei dieser Geschwindigkeit. Nach wenigen Sekunden sah er den Lüftungsschacht, doch Zeitgleich fühlte er etwas in seinem Rücken, es war die Hitze der Explosionen und die Kraft der Druckwelle. Trotz all dem psychischen wie physischen Druck versuchte J.C. ruhe zu bewahren, doch er konnte bereits fühlen, wie sich Panik in ihm ausbreitete. Sein Herz schlug so stark, als wolle es den Brustkorb sprengen und seine Lungen brannten von der heftigen Atmung wie Feuer. Seine Gedanken überschlugen sich. Er war noch knappe 6 Meter von dem Lüftungsschacht entfernt. Er wusste, er musste weiter laufen, aber selbst mit den Sprintimplantaten war er zu langsam, die Druckwelle der Explosion hatte ihn schon so gut wie erreicht. Er hatte keine Wahl, also nutzte er seine letzte verbliebene Möglichkeit. J.C. deaktivierte die Beinmuskeln die zum Sprint nötig waren und aktivierte gleichzeitig die Muskeln, die für Sprünge nötig waren. Aus dem schnellen Lauf heraus sprang er mit gewaltigem Tempo direkt auf den Einstieg in den Lüftungsschacht zu. Nun schien die Zeit beinahe stehen zu bleiben. Obwohl J.C. wusste, dass er immer noch eine mörderische Geschwindigkeit haben musste, lief vor seinen Augen alles wie in Zeitlupe ab. Natürlich hatte er realisiert, dass wenn er sich nur um wenige Zentimeter verschätzt hatte, er mit dem Kopf voran in die Betonwand geflogen wäre, aber selbst wenn ihn das nicht umgebracht hätte, so würde die Druckwelle der Exlosionen und die enorme Hitze den letzten Rest Leben aus seinem dann zerschundenen Körper reißen. Anscheinend hatte sein Unterbewusstsein nun angenommen, dass er sich sehr nahe am Tod befand, woraufhin es ihm eine schnellere Auffassungsgabe schenkte, sodass er vielleicht noch etwas korrigieren konnte was vielleicht sein Leben retten würde. Jedoch war dies nicht nötig, da J.C. mitansah, wie er kerzengerade auf den Lüftungsschacht zuflog. In dem Moment, als er in die Dunkelheit des Schachtes eintauchte, erreichte auch die Druckwelle die Wand und ließ den Beton in seinen Grundfesten erschüttern. In dem Moment als J.C. seine Brust hart über die Metalloberfläche des Schachtes reiben spürte, wurde ihm mit gnadenloser Härte bewusst, dass er die Kurve nicht gekriegt hatte, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn er nach oben gewollt hätte, dann hätte er anhalten und nach links abbiegen müssen, so aber rutschte er in eine Sackgasse. Aber selbst wenn er rechtzeitig daran gedacht hätte, wäre er gestorben, da die Hitze der Explosionen immer weiter zunahm, hätte er nur eine Sekunde angehalten wäre er gegrillt worden. Als ihn diese Tatsache wie ein Hammer traf, hörte sein Herz auf zu schlagen und sein gesamter Organismus bereitete sich auf sein baldiges Ende vor. J.C. schloss die Augen und hoffte, dass sein Tod nicht ganz umsonst war, dass wenigstens alle Geiseln am Leben, und alle Terroristen tot waren.
Es konnte nicht mehr lange dauern bis ihn die Druckwelle erreichte, das Schleifen an den Seiten des Schachtes hatte ihn bereits verlangsamt. Er hörte einen dumpfen Schlag und spürte einen plötzlichen Schmerz in seinem Kopf, es fühlte sich an, als würde er in die Tiefe gerissen, eine unendliche, pechschwarze Tiefe. Der Druck hatte ihm fast schon die gesamte Luft aus den Lungen gedrückt, es musste bald vorbei sein. Der Fall in die Tiefe war bei weitem nicht so lange, wie er es erwartet hatte, er endete ziemlich abrupt auf einer Oberfläche aus Wasser. Er realisierte, wie er in das Wasser eintauchte und dass die Wasseroberfläche immer tiefer sank, da einiges Wasser durch die Hitze der Explosionen verdampfte.
Nach einigen Augenblicken hatte J.C. begriffen, was geschehen war und sein Herz begann wieder zu schlagen. Er war kopfüber in einen der Schächte mit dem Kondenswasser gefallen.

Geändert von Mike Denton (19.10.2006 um 03:04 Uhr).
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Alt 18.10.2006, 15:48
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DEUS EX – INVISIBLE WAR
Antarktis Teil 6

Billy hatte die Verfolgung aufgenommen. Sie musste Alex aufhalten. Sie würde Alex aufhalten, selbst wenn sie ihn dafür töten musste!
Wenn es ihr nicht gelang, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten, würde die Menschheit, so wie sie bisher war, für immer vernichtet werden!
Auf den ersten Blick schienen J.C.’s und Helios’ Absichten gut und sinnvoll zu sein: Es würde keine Kriege mehr geben, keinen Streit, alle Menschen hätten die selben Voraussetzungen, das selbe Wissen, die selben Ziele!
Das hätte aber auch zur Folge, dass die Individualität aller Menschen unwiederbringlich verloren ging. Alle Menschen wären gleich, hätten die selben Interessen, die selben Fähigkeiten! Die Menschheit würde nur noch linear funktionieren, allwissend, synchron! Von dem Leben, wie man es bisher kannte, würde nichts übrig bleiben!
Das konnte und durfte sie einfach nicht zulassen! Sie musste Alex von seinem Vorhaben abbringen, solange es noch nicht zu spät war!
Es kam ihr vor, als könnte sie seine Anwesenheit spüren, wie einen körperlosen Geist, der sie umgab und ihr seinen Atem in den Nacken blies. Das musste an diesem verfluchten Dimensionstunnel liegen!
Schon bis hierher zu kommen, war nicht gerade einfach gewesen. Nur durch intensive Nachforschungen und Insiderinformationen aus dem Orden war es ihr gelungen herauszufinden, wo sich dieses vereiste Domizil befand und als sie es endlich gefunden hatte, musste sie feststellen, dass Alex ein wenig schneller gewesen war. Nur wenige Stunden oder gar Minuten, die allerdings dafür reichen konnten, alles bisher da gewesene in der Versenkung verschwinden zu lassen! Billy musste sich beeilen, sie musste Alex einholen, bevor er J.C., oder das, was von ihm übrig war, samt Helios reaktivieren konnte!
Im Laufschritt passierte sie J.C.’s Erinnerungsebenen, die zu unwirklichem Leben erwacht waren. Die Wände, die Einrichtungsgegenstände und Schemen die sie zu sehen glaubte, verschwammen vor ihren Augen, nahmen seltsame Formen und Farben an, schienen nach ihr greifen zu wollen, um dann urplötzlich wieder zurückzuschrecken und schließlich, immer transparenter werdend, sich am Ende aufzulösen!
J.C.’s Erinnerungen verschwanden nach und nach und Billy wusste, dass sie in J.C.’s Bewusstsein zurückkehrten, als wären sie Gefangene des Dimensionstunnels gewesen, die man wieder in ihr Zuhause entließ!
Die Angst, langsamer als die Erinnerungen zu sein, um womöglich irgendwann ins Nichts zu laufen, trieb sie zusätzlich an. Doch je weiter sie kam, desto ‚stabiler’ schienen die unterschiedlichen Umgebungen zu werden. Jetzt konnte es nicht mehr weit sein. Selbst Alex würde es nicht schaffen, J.C.s Erinnerungen im Laufschritt zu aktivieren und somit hatte sie ihm gegenüber einen klaren Vorteil.
Abrupt blieb sie stehen, als sie den nächsten Raum betrat und sofort Alex an dessen anderem Ende erspähte. Sie hatte ihn gefunden und so wie es aussah, war es noch nicht zu spät!
„Alex, warte!“ schrie sie quer durch die Halle und lief auf ihn zu.
„Billy! Was machst du denn hier?“
„Erzähle ich dir später. Alex, es ist wichtig, dass du mir jetzt genau zuhörst!“
„Aber ich muss...“ fing er an und deutete auf den Durchgang wenige Meter vor ihnen.
„Bitte!“
„Also gut, aber beeile dich!“
„Alex, du darfst nicht weitergehen! Du darfst J.C. nicht reaktivieren. Er wird uns alle ins Unglück stürzen! Er wird die ganze Welt vernichten! Nichts wird je wieder so sein, wie es bisher ...“
„Wer hat dich geschickt, Billy?“ unterbrach sie Alex kalt. „Die fanatischen Templer? Sie waren es doch, oder? Du sollst mich aufhalten, habe ich recht? Du sollst J.C. vernichten und bei dieser Gelegenheit mich gleich dazu! Das haben sie sich ja schön ausgedacht! Schicken meine beste Freundin – oder soll ich sagen, meine ehemalig beste Freundin? - um mich aufzuhalten, um J.C., um den Fortschritt, um die Zukunft aufzuhalten?! Jetzt sage ich dir mal eines, Billy: die Zukunft lässt sich nicht aufhalten genauso wenig wie der Fortschritt! Und wenn du mich aufhalten willst, musst du mich schon umbringen! Aber ich kann dir eines versprechen: selbst, wenn es dir gelingen sollte, kannst du sicher sein, dass es andere gibt, die nach mir kommen werden und meine Aufgabe hier zuende führen! Geh zurück zu deinen Kuttenträgern und richte ihnen aus, sie sollen wieder in ihre Höhlen zurückkriechen und sich um ihre Lagerfeuer setzen, wenn sie es nicht ertragen können, dass sich die Menschheit weiterentwickelt hat und auch in Zukunft weiterentwickeln wird!“
„Nein, Alex! Das werde ich nicht tun! Aber du kannst dir sicher sein, dass ich alles tun werde, dass du dein Teufelswerk nicht vollenden wirst und auch sonst niemand, wer auch immer da noch kommen sollte!“ entgegnete sie entschlossen.
„Teufelswerk? Du bist ja verrückt! Genauso verrückt wie deine Ordensbrüder und –Schwestern! Wach auf, Billy! Noch ist Zeit, den richtigen Weg einzuschlagen. Schließe dich mir an und wir werden zusammen mit J.C. eine Welt des Friedens aufbauen!“
„Eine Welt des Friedens? Derjenige der verrückt ist, bist du, Alex! Denk doch genau nach! Was passiert, wenn alle Menschen gleich sind, es keine Unterschiede mehr gibt, mit Ausnahme der äußeren Erscheinung? Wenn alle das selbe denken, wissen, können und tun? Was ist das für eine Welt, Alex? Sag mir das!“ entgegnete sie aufgewühlt.
„Du hast ja keine Ahnung wovon du sprichst, Billy! Anscheinend haben die Templer deinen Blick getrübt, oder dir eine Gehirnwäsche verabreicht!“
„Nein, das ist nicht wahr! Das hat mir niemand eingeredet, das ist gesunder Menschenverstand! Aber davon scheinst du ja nicht besonders viel zu besitzen!
„Glaub du ruhig deinen Kuttenträgern, ich habe einen Auftrag zu erfüllen und genau das, werde ich jetzt auch tun!“ entgegnete er erbost und wandte sich dem Tunnel zu.
„Nein! Das lasse ich nicht zu!“
Der Ton in ihrer Stimme ließ Alex einen Moment in seiner Bewegung inne halten. Er kannte Billy zwar noch nicht sehr lange, wusste aber genau, wenn sie in dieser Tonlage sprach, meinte sie es sehr ernst! Wie ernst, wurde ihm erst bewusst, als er sich zu ihr umdrehte.
Neben Billy wippten zwei Spiderbots im Gleichtakt angriffslustig und warteten nur auf ihr Signal um anzugreifen! Billy selbst umklammerte ihre MP mit beiden Händen und ließ Alex in die Mundung sehen. Sie wirkte sehr entschlossen und Alex zögerte keinen Augenblick daran, dass sie ihn töten würde, sobald er nur noch einen einzigen weiteren Schritt auf den Tunnel zu trat!
„Billy, mach jetzt keinen Mist! Leg die Waffe weg und komm mit mir!“
Unbemerkt lockerte er den Schultergurt seiner Mag Rail und fingerte nach ihrem Lauf, während er beschwichtigend auf Billy zuging. Vorsichtshalber aktivierte er zusätzlich seinen Ballistikschutz.
„Zwing mich nicht abzudrücken, Alex. Es täte mir ehrlich leid, aber wenn du diesen Wahnsinn wirklich durchziehen willst, werde ich es tun!“
„Du wirst mich nicht aufhalten, Billy, das habe ich dir vorhin schon einmal gesagt. Ich muss diesen Weg gehen und ich werde diese Weg gehen! Und wenn das bedeutet, dass einer von uns beiden hier und jetzt auf der Strecke bleibt, dann muss es wohl so sein!“
Mit diesen Worten riss er seine Mag Rail nach vorne und blies die beiden Spiderbots mit der Sekundärfunktion seiner Waffe von ihren wippenden Beinen. Zeitgleich eröffnete Billy das Feuer auf Alex und er musste zahlreiche, allerdings durch sein Implantat abgeschwächte Treffer einstecken!
Nun überwindete auch Alex seine Skrupel, auf seine Kollegin zu schießen und fügte ihr erheblichen Schaden zu, denn durch die EMP-Funktion seiner Mag Rail hatte sie ihre komplette Bioenergie verloren, als er die beiden Spiderbots in ihrer unmittelbaren Nähe außer Gefecht gesetzt hatte!
Schwer getroffen brach sie zusammen, ihre MP immer noch mit beiden Händen fest umklammert, als könnte diese ihr bevorstehendes Ende doch noch verhindern. Alex wusste sofort, Billy würde mit ihrer Waffe niemanden mehr schaden können und legte seine Mag Rail neben sich, während er sich zu Billy auf den Boden kniete.
Blut lief aus ihrem Mund, als sie Alex beinahe flehend anblickte und noch einmal all ihre verbliebene Kraft zusammennahm.
„Geh nicht weiter...“ röchelte sie und starb in seinen Armen.
__________________
LG
Doschtle
Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin
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